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Christophe Darbellay (Bild: Wikicommons)

Meldungen an nur einem Tag im Jahr 2011: Ein Schweizer Politiker vergleicht Schwule mit Koksern, eine amerikanische Kollegin fürchtet, Menschen wollten nach der Einführung der Homo-Ehe auch den Eiffelturm heiraten, und ein Bürgermeister in Peru glaubt, das Trinkwasser mache seine Einwohner schwul.

Eine Woche nachdem sich der Schweizer Ständerat für ein Adoptionsrecht für homosexuelle Paare ausgesprochen hat, sorgt eine Interviewäußerung von Christophe Darbellay für Aufregung bei Homo-Organisationen. Der Präsident der Christdemokraten hatte sich in der Westschweizer Zeitung "Le Temps" gegen ein entsprechendes Recht ausgesprochen, obwohl es bereits einige Paare mit Kindern gebe. "Wir würden auch nicht plötzlich Kokain legalisieren, weil es eine halbe Million Konsumenten gibt", so Darbellay in der Zeitung.

Die Kritik kam prompt. Die Vereinigung für Regenbogenfamilien findet es "unmöglich und beleidigend", dass Darbellay "Eltern gleichen Geschlechts mit Kokainsüchtigen vergleicht". "Seine Schwulenfeindlichkeit erschreckt uns", sagte Co-Präsident Chatty Ecoffey der Zeitung "20 Minuten". Auch andere LGBT-Verbände kritisierten den Vergleich. Darbellay hat sich inzwischen entschuldigt, er habe "nie jemanden beleidigen" wollen.

Eiffelturm und Erdnussbutter

Einen unglücklichen Vergleich leistete sich auch eine regionale Kampagnenchefin der republikanischen Präsidentschaftsbewerberin Michele Bachmann. In einem Video sagte Tamara Scott aus Iowa, die Legalisierung der Homo-Ehe führe nicht zur zu einer Legalisierung von Polyamory (der Liebesbeziehung zu mehr als einem Menschen), sondern auch zur Legalisierung der Ehe mit Objekten. Wie etwa dem Eiffelturm.

"Wenn Sie das zuhause sehen, werden Sie denken: Diese Frau ist verrückt", sagt Scott zu Zuschauern. "Aber ich habe das nicht erfunden. Geht online!" Bei einer früheren Rede hatte Scott als Mitglied der Concerned Woman for America bereits argumentiert, vor Homosexualität (die in eine Katastrophe führe) zu warnen, sei kein Hass, sondern mit einem Produktrückruf zu vergleichen. So sei gefährliche Erdnussbutter zurückgezogen worden. Wenn man an einem Tisch sitze, und jemand sei dabei, das Produkt zu verzehren, würde man diesen doch auch warnen.

Youtube | Tamara Scott befürchtet selbst, man könnte sie für verrückt halten

It´s in the water

Derweil sorgte ein Bürgermeister in Peru für Schlagzeilen, weil er meinte, das Trinkwasser könne die Bewohner seiner Stadt homosexuell machen. José Benítez aus Huarmey sagte bei der Einweihung einer neuen Trinkwasserleitung, ein hoher Strontium-Gehalt im Wasser könnte männliche Hormone reduzieren und zu einem Anstieg der Schwulen in der Bevölkerung führen.

Grund: Das Wasser kommt aus dem benachbarten Tabalosos. Im Jahr 2000 hatte der TV-Sender Channel 4 aus Peru berichtet, in der 14.000-Einwohner-Stadt lebten nur Homosexuelle. Als Begründung hatte der Sender bereits damals das Trinkwasser angeführt. Die Bewohner protestierten daraufhin tagelang, der Bürgermeister verklagte den Sender. Doch das Homo-Image wurde die Stadt offenbar nicht los. (nb)



#1 KokolemleProfil
  • 22.11.2011, 18:35hHerschweiler
  • Was für einen Scheißdreck an Gegenargumenten sich homophobe Politiker und Personen einfallen lassen ist wirklich schon abenteuerlich. Wann sieht dieser Personenkreis es endlich mal ein, das die Öffnung der Ehe für Schwule und Lesben nicht aufhaltbar ist???
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#2 FoXXXynessEhemaliges Profil
#3 Lapushka
  • 22.11.2011, 18:46h
  • Den Eiffelturm kann man doch schon heiraten?

    nachrichten.t-online.de/objekt-fetischismus-37-jaehrige-heir
    atet-den-eiffelturm/id_15237138/index


    Aber wieso werden Beziehungen/Ehen zwischen Erwachsenen immer mit so komischen Dingen verglichen.
    Das sind zwei Männer oder zwei Frauen. Keine Kinder, Tiere, Gegenstände wieso tun diese Leute also immer so als wäre das der Anfang vom Ende?

    Zumal der Sprung von einer intensiven platonischen Beziehung zu einer nicht-platonischen oft gar nicht so weit ist.
    Und jeder Mensch, auch ein homophober, hat sicherlich gleichgeschlechtliche Menschen in seinem Leben die er liebt. Sei es Vater, Bruder, bester Freund oder sonstiges.
    Wieso ist es dann so schwer nachzuvollziehen, dass manche Menschen eben noch eine Stufe höher gleichgeschlechtlich lieben?
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#4 leander
#5 finkAnonym
  • 22.11.2011, 19:08h
  • Antwort auf #3 von Lapushka
  • "Aber wieso werden Beziehungen/Ehen zwischen Erwachsenen immer mit so komischen Dingen verglichen."

    naja, wer glaubt, dass schlangen und dornenbüsche mit menschen sprechen und wer selber dauernd mit geistern redet, der kriegt vielleicht die frage der grundsätzlichen gattungsbegriffe irgendwann nicht mehr so richtig auf die reihe... das endet dann damit, dass man menschen, tiere und bauwerke nicht mehr unterscheiden kann. religion ist halt einfach nicht gut für den geist.
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#6 vase lineAnonym
#7 Roman BolligerAnonym
  • 22.11.2011, 19:35h
  • Ich habe einen Schweizer Hintergrund und bin empört und (fremd)beschämt, dass ein offensichtlich dümmlicher Schweizer Parteipräsident mit zweifelhaftem Charakter beabsichtigt, einen politischen Argumentations- und Debattierstil auf bodenlosestem Tea-Party-Niveau in den Schweizer politischen Diskurs einzuführen. Dies war bisher eher von der ultrarechten SVP zu erwarten, nicht von einem katholischen "Mitte"-Politiker, dessen Partei (CVP) das "Christliche" im Namen trägt. Christophe Darbellay hatte entweder nicht alle Tassen im Schrank, als er sich mit seiner Argumentation als Idiot outete, oder er glaubt aus persönlicher Unkenntnis wirklich, dass normale, charakterlich reife, selbstbewusste Schwule sich so verhalten wie persönlichkeitsgestörte, unreife Pädophile, welchen er vielleicht während seiner Schulzeit in katholischen Schulen oder Internaten in unliebsamer Weise begegnet ist?
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#8 daVinci6667
  • 22.11.2011, 20:40h
  • Antwort auf #7 von Roman Bolliger

  • Hallo Roman, deinen Schweizer Hintergrund hab ich bei deinem Namen schon immer vermutet.

    Ich hab unseren katholischen Christophe Darbellay aus dem Unterwallis schon immer als Wolf im Schafspelz empfunden. Für mich zeigt das wiedermal dass man C-Parteien grundsätzlich nicht trauen kann -weder den Unionsparteien in Deutschland noch der CVP- PDC in der Schweiz.
    Hierzulande hat man im Gegensatz zu Deutschland aber wenigstens eine große Auswahl an Parteien in der Mitte. Wer mittig denkt und schwul ist, sollte grünliberal wählen. Deren Sitze hat sich zurecht verdoppelt. Es braucht wirklich keine unglaubwürdige Atom-Wendehälse wie CVP-PDC!
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#9 gatopardo
  • 22.11.2011, 21:58h
  • Meine Nachbarin, eine liebe, nette und ganz normale spanische homofreundliche "señorita" von 60 Jahren meint ja auch, dass die EU-Regierungen uns bewusst geheime Landungen von Ausserirdischen vorenthalten, damit es keinen Aufruhr gibt, was wir ohne Murren gern akzeptieren. Darbellays und Bachmanns sind dagegen ja richtig gefährliche Zeitgenossen !
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#10 PierreAnonym
  • 23.11.2011, 10:16h
  • Solche schweizer Politiker gibt es überall, auch in Deutschland.
    Ich verstehe nur nicht ganz, dass man sich immer wieder gerade auf rechtliche Regelungen einschießt (auch von Seiten der Religionen), die eigentlich nur eine gewisse Ordnung in das Verhältnis von Lesben und Schwulen untereinander (echte Ehe für gleichgeschlechtlich empfindende) oder Adoptionen in geregelte Bahnen lenken sollen.
    Jemand, der in der Subkultur rumhängt, der Promiskuität frönt, alles an sexuellen Perversionen durchprobiert bis es keine Möglichkeit der Steigerungen mehr gibt, wo Lug, Trug und der schöne Schein regieren, wird sich werder für eine Homo-Ehe noch für eine Adoption interessieren.
    Mit anderen Worten: Man versucht ausgerechnt diejenigen Lesben und Schwulen auszugrenzen, deren Lebensstil mit dem von Heterosexuellen zu vergleichen ist und möchte diese am liebesten in die Schmuddelecke abdrängen, damit dann die Negativbewertung wieder auf möglichst viele Lesben und Schwule passt.
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