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Zur Zeit des Unglücks sollen sich bis zu 1.000 Personen in dem Zelt aufgehalten haben

Bei einem Feuer bei einem landesweiten Treffen von Transgendern und Eunuchen sind am Sonntag im indischen Delhi mindestens 15 Personen getötet worden. Weitere 40 Personen wurden teils mit schweren Brandverletzungen in Krankenhäuser eingeliefert. Eine Person schwebt derzeit noch in Lebensgefahr, berichten indische Medien.

Die Polizei geht davon aus, dass das Feuer in einem Zelt durch einen Kurzschluss ausgelöst wurde. An dem dreitätigen Treffen sollen zwischen 2.000 und 5.000 Menschen teilgenommen haben. Das Festival findet alle fünf Jahre statt, am Wochenende zeitgleich zum weltweiten Tag zur Erinnerung an die Opfer von Gewalt gegen Transgendern. Zur Zeit des Unfalls hätten sich rund 1.000 Personen in dem Zelt aufgehalten, sagt die Polizei.

Inzwischen wurden ein Elektriker und ein weiterer Handwerker wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung festgenommen. Die Feuerwehr gab an, nicht vorab über das Treffen informiert gewesen zu sein. Auch bei der Polizei habe keine Anmeldung vorgelegen. Ein Sprecher musste aber einräumen, dass man sehr wohl im Vorfeld von der Veranstaltung Wind bekommen habe.

Die Transgender-Aktivistin Laxmi Narayan Tripathi sagte, unter den Toten gebe es prominente Eunuchen und Gurus, die sich um Personen gekümmert hätten, die von ihren Familien verstoßen worden seien. Dass die Regierung ihrer Community nun wegen einer fehlenden Genehmigung die Schuld geben wolle, findet sie ungerecht: "Wir sind stigmatisiert und eine Mehrheit von uns ist ungebildet. Wie können wir da verantwortlich sein?"

Das Zelt, das Teil eines Gemeindezentrums der Stadtverwaltung ist, bestand aus brennbaren Tüchern und hatte nur einen Ein- und Ausgang. Der Bürgermeister Delhis hat eine Untersuchung des Vorfalls angekündigt und Angehörigen eine Entschädigung versprochen. (nb)

Youtube | Ein Bericht des indischen Senders IBN vom Montag


#1 daVinci6667
  • 22.11.2011, 21:04h

  • Indien ist wohl heute noch das einzige Land wo es immer noch Eunuchen gibt. Obwohl sie heute im Gegensatz zu früher gesellschaftlich kaum mehr hoch geachtet sondern oft diskriminiert werden, soll es in Indien immer noch Männer geben die sich eine Kastration wünschen oder sogar selbst zum Messer greifen. Für uns Westler total unverständlich.

    Noch schlimmer wenn Jungen ungefragt kastriert werden. Solches müsste dringend schwerst bestraft werden. In Indien aber immer noch an der Tagesordnung.

    www.spiegel.de/spiegel/print/d-14023115.html
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#2 finkAnonym
  • 22.11.2011, 21:54h
  • Antwort auf #1 von daVinci6667
  • der spiegel-artikel ist leider ausgesprochen schlecht, einseitig und reißerisch und wird dem vielfältigen phänomen der hidshras nicht ansatzweise gerecht.

    es gibt unter den hidshras viele nicht-kastrierte und viele, die sich die kastration selber wünschen und sie sogar selber durchführen. völlig ausgeklammert bleibt in dem artikel die psychologische ebene der geschlechtsidentität, als bestünde geschlecht nur aus der frage "schwanz oder nichtschwanz". auch kann überhaupt nicht die rede davon sein, dass hidshras ihren nachwuchs ausschließlich aus gegen ihren willen geraubten kindern rekrutieren. eine große zahl von ihnen kommt als jugendliche oder erwachsene aus eigenem antrieb in diese gruppen, weil die gesellschaft keinen anderen ort für sie bereit hält, der ihrer identität entspricht. umgekehrt leben in vielen hidshra-häusern auch kinder (teils waisenkinder, teils auf wunsch der eltern), die als ganz "normale" mädchen oder jungen aufwachsen - nur eben oft mit einer guten versorgung, die sie sonst nicht bekämen.

    ich will nichts schönreden. vermutlich gibt es die dort genannten unsitten, sie bilden aber sicherlich nicht den kern der hidshra-traditionen, wie der artikel es suggeriert. ich finde das höchst ärgerlich, zumal ich vermute, dass hinter dieser einseitigkeit auch eine kaum verhohlene transphobie steckt.
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#3 finkAnonym
  • 22.11.2011, 22:06h
  • Antwort auf #1 von daVinci6667
  • "soll es in Indien immer noch Männer geben die sich eine Kastration wünschen"

    du hast dich offenbar ein wenig von der xenophobie des grausigen spiegel-artikels mitreißen lassen, daher der versuch eines brückenbaus. denn stell dir vor: im westen soll es auch solche menschen geben. hier nennt man sie aber nicht "männer" (in indien übrigens auch nicht) und es heißt "geschlechtsangleichende operation". die wird auch bei denjenigen hidshras, die es sich leisten können, heute im krankenhaus vorgenommen.

    wenn man vom hyperventilierenden brachialdeutsch des sex-and-crime-journalismus wegkommt und sich auf eine empathische sicht einlässt, klingt das gleiche phänomen doch gleich ein wenig verständlicher, oder?
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#4 schwulenaktivist
  • 22.11.2011, 22:52h
  • Antwort auf #1 von daVinci6667
  • (Kastraten) Für uns Westler sollte das durchaus verständlich sein, wenn ich auf Kontaktplattformen und Profilen sehen kann, wie viele Männer sich auf mannig andere Weise selber schädigen...
    Das wird dann einfach als Fetisch abgetan!
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#5 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 22.11.2011, 23:17h
  • Es ist eine Tragödie, was da in Indien passierte und den Angehörigen der Opfer gilt mein Mitgefühl!
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#6 daVinci6667
  • 22.11.2011, 23:55h
  • Antwort auf #3 von fink

  • Ich habe nicht nur den Spiegel-Artikel gelesen. Ich gebe zu mir war danach beinahe übel, wie wohl jedem Mann dem seine Geschlechtsteile lieb sind. Besonders brutal, dass es offenbar vorkommt dass Jungs gekidnappt und anschließend gegen ihren Willen kastriert werden. Sorry aber etwas grausameres, Menschenverachtenderes und brutaleres kann Mann sich gar nicht vorstellen. Für sowas gibt es einfach keine Entschuldigung!

    Metkwürdig aber, es gibt offenbar Männer, nicht nur in Indien, die sich freiwillig aus irgendwelchen Gründen selbst kastrieren oder sich an sogenannt semiprofessionelle Kastrateure wenden und eben keine Geschlechtsangleichung wollen. Das wäre was anderes und könnte man problemlos verstehen.

    www.zentrale-deutscher-kliniken.de/lexikon-deu/Medizin/Sexua
    lmedizin/Sexuelle_Dysfunktion/Eunuch/Eunuch.html
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#7 besucherAnonym
  • 23.11.2011, 00:26h
  • Antwort auf #3 von fink
  • du verwechselst da selber etwas, es gibt dort beides. einmal transsexuelle wie hier, die frauen sein wollen/sind und einmal jene eunuchen die körperlich durch kastrierung gewisse merkmale haben,aber trotzdem im männlichen körper bleiben wollen ohne weitere veränderungen vorzunemen, die sich also weiterhin als mann fühlen und es bleiben möchten.
    was mich mehr stört ist die tatsache das es generell wesentlich mehr berichte und artikel über biologische männer gibt die in die transsexuelle richtung gehen als informationen über biologische frauen die in die transsexuelle richtung gehen.
    dadurch das letzteres öfter totgeschwiegen wird macht es wie immer den anschein als sei das weibliche das körperlich vollkommenere, anzustrebendere geschlecht, was wiederum zeigt wie stark heteronorme vorstellungen davon wie man auszusehen hat um als schön zu gelten, menschen beeinflussen.
    insbesondere als queeres forum das von schwulen männern gemacht wird, sollte man diesen heteronormierten trend nicht noch fördern sondern ausgewogener und gleichberechtigter über trans berichten.
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#8 AetztussiAnonym
  • 23.11.2011, 10:50h
  • Erstmal sollten auch queere Menschen oder Lifestyle Homos die Selbstbezeichnung von Anderen akzeptieren. Das war kein Transgender- Treffen, sondern ein Treffen der Hijras. Das Umlabeln der Hijras zu Transgendern ist auch eine Form der Diskriminierung. Machen schwule Männer und Transgender ganz gern auch mit Transsexuellen. Viel von uns wollen mit euerer Tunti-Bunti Welt nichts zu tun haben und wollen selbstbestimmt und ohne Fremdrepräsention von Queers und Transgender ein Leben als Mann oder Frau führen.
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#9 Gay not queerAnonym
  • 23.11.2011, 12:06h
  • Antwort auf #8 von Aetztussi
  • "Machen schwule Männer und Transgender ganz gern auch mit Transsexuellen. Viel von uns wollen mit euerer Tunti-Bunti Welt nichts zu tun haben und wollen selbstbestimmt und ohne Fremdrepräsention von Queers und Transgender ein Leben als Mann oder Frau führen."

    Das sehen die meisten Schwulen aber genauso! Denn Homosexuelle und Transsexuelle fühlen sich meist eindeutig einem Geschlecht zugehörig.
    Es sind nur die Transgender die ein Problem mit der Geschlechtswahl haben und zwischen den Geschlechtern stehen. Traurigerweise wirkt es durch die die Vermischung aller möglichen Identitäten mit dem Begriff Queer so als gäbe es keine wirkliche Homosexualität und keine wirkliche Transsexualität. Keiner würde aber auf die Idee kommen Heterosexualität als sexuelle Orientierung anzuzweifeln, aber an Homosexuelle und Transsexuelle heften sich aus minderheitspolitischen Gründen Transgender und queere Gestalten dran , auch wenn sie gar nichts mit Homo zutun haben...
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#10 finkAnonym
  • 23.11.2011, 17:02h
  • Antwort auf #7 von besucher
  • du hast recht, ich habe da unglücklich formuliert.

    ich möchte mal behaupten, dass in deutschland und in indien jeweils verschiedene identitätskategorien einen stärkeren sog ausüben, in den dann menschen hineingeraten, deren identität von diesem begriff eigentlich gar nicht beschrieben wird. so werden in deutschland verschiedene identitäten oft als "transsexuell" bezeichnet und dabei die unterschiede zu transgendern und intersexuellen schon mal verwischt. in indien ist "hidjra" die vorherrschende kategorie, und da fallen schon mal menschen hinein, die wir eher transsexuell oder auch schwul nennen würden.

    "es gibt dort beides. einmal transsexuelle wie hier, die frauen sein wollen/sind und einmal jene eunuchen die körperlich durch kastrierung gewisse merkmale haben,aber trotzdem im männlichen körper bleiben wollen ohne weitere veränderungen vorzunemen, die sich also weiterhin als mann fühlen und es bleiben möchten."

    da bleibt aber gerade die traditionelle hidjra außen vor, nämlich die entmannte person, die in einer dritten geschlechtsidentität lebt. den begriff des "transsexuellen" in unserem sinne gibt es in indien ja noch nicht so lange. traditionell fielen auch diese menschen in die kategorie "hidjra". "eunuchen" in unserem sinne, also männer, die außer der kastration nichts von ihren geschlechtgenossen unterscheidet und die sich auch selber als männlich identifizieren, dürften auch in indien die große ausnahme sein. die traditionelle hidjra hatte einfach nicht die bio-technischen möglichkeiten, die wir heute haben und ihr körper wirkte deshalb vielleicht eher "männlich". sie wollte aber meist ausdrücklich nicht als mann gesehen werden.

    genau das ärgert mich an dem spiegel-artikel, dass die eigentliche traditionelle identität der hijra komplett von einem zerrbild überlagert wird - und eigentlich gar nicht auftaucht.
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