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(Bild: Deutsche Grammophon / Universal Music Classics & Jazz)

Spannend: Die begnadete Pianistin präsentiert ihre erste Mozart-Aufnahme live, mit Orchester, das sie selbst vom Klavier aus dirigierte.

Das Adagio des A-dur-Konzertes KV 488 gehört zu den magischen Eingebungen Mozarts und ist für Hélène Grimaud der vielleicht schönste Satz, den er je für Klavier komponiert hat. "Selbst wenn wir nur diesen Satz von ihm hätten, wäre das genug." Ob Mozart die für ihn völlig ungewöhnliche Tonart fis-Moll so verstanden wissen wollte wie sein Zeitgenosse Daniel Schubart - "ein finsterer Ton, er zerrt an der Leidenschaft wie ein bissiger Hund am Gewande" - sei dahingestellt.

Doch auch wenn Mozart zweifellos immer wieder dazu neigte, seine wahren Gefühle hinter einer Maske zu verbergen, hier, in diesem tiefgründigen, innigen und von Herzen kommenden Satz tat er es - davon ist Grimaud überzeugt - sicher nicht. Vielleicht lässt sie sich deshalb soviel Zeit in diesem einzigartigen Adagio, das sie langsamer spielt als fast alle ihrer Kollegen, auch wenn sie meint, sie habe das Tempo aus der Konzertsituation heraus gewählt.

Grimaud: "Mozart war ein Besessener"


(Bild: Deutsche Grammophon / Universal Music Classics & Jazz)

"Ich habe es im Moment des Konzertes und in dieser Akustik so empfunden. Die Rückkehr des Klangs bestimmt, wann man die nächste Note spielt, Tempi richten sich immer nach dem Saal. Aber ganz grundsätzlich: Einen solchen Satz komponiert man nicht zufällig. Um philosophisch zu werden: Wenn man in diesem Adagio nicht an die Grenzen geht, wo will man es dann tun?"

Das ändert nichts daran, dass sie eine völlig klare, eher bodenständige Vorstellung von diesem Komponisten besitzt. Begriffe wie überirdische, engelhafte Musik sind ihr höchst suspekt. "Mozart war ein Besessener. Die Idee, das käme irgendwie aus einer anderen Welt, von oben, sei Musik eines Engels, stimmt natürlich überhaupt nicht. Es ist die Musik eines Menschen. Wenn Sie Mozarts Briefe lesen, müssen Sie nicht sehr weit schauen, um herauszufinden, wie er war. Dieses Element von Leidenschaft, das unserem Leben Sinn gibt, ist immer da bei ihm."

Anmut und absolute Schwerelosigkeit


(Bild: Deutsche Grammophon / Universal Music Classics & Jazz)

Mit Masken spielt Mozart für Hélène Grimaud gleichwohl, nur sieht sie den Maskenspieler nicht in Sätzen wie dem Adagio des A-dur-Konzertes, sondern in ganz anderen Passagen: den fröhlichen, eher unbeschwert wirkenden. "Das Überschäumende, vermeintlich Glückliche im Ausdruck grenzt für mich oft ans Hysterische, es hat oft etwas Instabiles." In den Außensätzen des A-dur-Konzertes hört sie solche Momente und im Finale des F-dur-Konzertes KV 459. "Sehr virtuos, lebhaft und überschäumend" sei dieser Satz. "Und doch gibt es selbst hier Momente voll manischer Energie, die fast eine Flucht in eine Trance sind, in denen nicht nur Freude und Glück herrschen."

Was Mozarts Musik für Hélène Grimaud so besonders macht, sind ihre Anmut und absolute Schwerelosigkeit. »Er ist tief, aber nicht schwer. Das hebt ihn von vielen anderen ab." Und genau deshalb sei es nicht leicht, bei Mozart den richtigen Ton zu treffen. Man müsse ihn spielen wie in der Kindheit, als man sich ihm ganz schlicht und selbstverständlich nähern konnte, alles natürlich im Fluss gewesen sei. (cw/pm)



#1 maksAnonym
  • 25.11.2011, 14:14h
  • Begnadet?

    Das war sie bisher eigentlich nur in der Vermarktung ihrer CDs und DVDs.

    Ansonsten ist sie eine Pianistin, die man mit Vorsicht genießt. Bei weitem ist nicht alles kritiklos hinzunehmen. Sie spielt sehr eigenwillig und zum Teil auch fragwürdig. Ich hab einen Beethoven mit ihr erlebt, den ich so nie wieder hören möchte!

    Jetzt dirigiert sie auch noch vom Flügel aus - und imitiert andere Große ihres Fachs. PR ist heute alles, auch wenn ich ihr ihre Geschichte mit den Wölfen als authentisch abnehme.

    Auf ihren Mozart bin ich gespannt. Erstmal auf dem Teppich bleiben!
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