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Auf den CSD-Partytrucks wird zu jedem Motto getanzt (Bild: jÖrg / flickr / by-sa 2.0)

Der Christopher Street Day in der Hauptstadt erinnert 2012 an den schwulen Mathematiker Alan Turing. In München wiederum lautet das Schwerpunktthema "Welt im Blick".

Von Carsten Weidemann

Auch im kommenden Jahr wird es deutschlandweit kein einheitliches CSD-Motto geben. Während sich Hamburg frühzeitig auf den politischen Slogan "Ehe 2.0 - Nach den Pflichten jetzt die Rechte" festgelegt hat (queer.de berichtete), stimmten nun auch die Pride-Veranstalter in Berlin und München über ihre Schwerpunkte in 2012 ab. So steht der CSD in der Hauptstadt unter dem Motto "Wissen schafft Akzeptanz", in der bayerischen Metropole wiederum heißt das Schwerpunktthema "Welt im Blick".

Das Berliner CSD-Forum hat in der vergangenen Woche beschlossen, sich aus Anlass des Alan-Turing-Jahres mit dem Thema Wissenschaft zu beschäftigen. Im Jahr 2012 wäre der schwule britische Mathematiker Turing, der in den 40er Jahren den Enigma-Code entschlüsselte und die Grundlage für den heutigen Mikro-Chip legte, 100 Jahre alt geworden. 1952 wurde er wegen Homosexualität verurteilt und willigte einer "Behandlung" mit Östrogenspritzen ein, zugleich verlor er seinen Job. Zwei Jahre später beging Alan Turing Selbstmord. Erst 2009 hat sich der damalige britische Premierminister Gordon Brown posthum für die staatliche Verfolgung des schwulen Mathematikers entschuldigt (queer.de berichtete).

"Auch heute noch gibt es Menschen, die Homo-, Bi- oder Transsexualität für eine Krankheit halten und als behandelbar bezeichnen, damit sich alle in die Hetero-Norm einpassen. Dem gilt es zu widersprechen und durch Aufklärung dafür zu sorgen, dass z. B. kein Teenager sich mehr mit Selbstmordgedanken trägt, aus der Angst heraus nicht mehr Teil dieser Gesellschaft sein zu können", heißt es in einer Pressemitteilung der Berliner CSD-Forums zum Motto 2012. "Wissen ist der Schlüssel zu Toleranz, Akzeptanz und Gleichberechtigung in unserer Gesellschaft. Daher kann es nicht hingenommen werden, dass Menschen im Namen einer zweifelhaften Wissenschaft zum Überdenken ihres Selbstwertgefühls gebracht werden sollen."

Basisdemokratische Motto-Suche beim CSD München


Der Münchner CSD blickt 2012 über den deutschen Tellerrand (Bild: Norbert Blech)

Der Münchner CSD wiederum macht im kommenden Jahr die Situation von Lesben, Schwulen und Trans*Menschen in aller Welt zum Thema. Darauf haben sich die vier Veranstalter - Sub, LeTRa, Münchner Aids-Hilfe und Rosa Liste - sowie der Szenestammtisch, das Gremium sämtlicher Vereine und Gruppen der Münchner Community, geeinigt.

"Gleichberechtigung und selbstbestimmtes Leben ist für uns Lesben, Schwule und Transgender fast nirgends auf der Welt selbstverständlich. Den meisten drohen Rechtlosigkeit, Verfolgung, Folter, Gewalt, Diskriminierung bis hin zur Todesstrafe", erklärte Thomas Niederbühl, politischer CSD-Sprecher und Rosa-Liste-Stadtrat. "Deshalb schauen wir 2012 über den Tellerrand und nehmen die Welt in den Blick, in der wir so gern reisen, wo wir gerne in jeder Szene zu Hause sind und Kontakte knüpfen, aber fast nirgends frei leben könnten."

Das Schwerpunktthema "Welt im Blick" soll auch über das Motto transportiert werden, das noch nicht festgelegt wurde. Nach dem Fiasko um die einst angedachte einmalige Umbenennung des CSD 2011 in "Christina Street Day" (queer.de berichtete) geben sich die Münchner CSD-Veranstalter betont basisdemokratisch. So riefen sie die Szene der bayrischen Landeshauptstadt auf, sich an der Motto-Findung zu beteiligen. Noch bis zum 15. Januar 2012 können Vorschläge mit einer kurzen Begründung an motto2012@csdmuenchen.de geschickt werden. Die Veranstalter wollen aus den überzeugendsten Vorschlägen eine Auswahl zusammenstellen, die am 25. Januar 2012 beim Münchner Szenestammtisch zur Abstimmung gestellt wird.



#1 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 26.11.2011, 13:53h
  • Das Motto des Berliner und des Hamburger CSD ist deutlich besser als das in München. "Welt im Blick" hört sich eher nach einer Nachrichtensendung auf N-TV oder N24 oder einer Tageszeitung an. Warum geben sich die Veranstalter des Münchner CSD nur so wenig Mühe bei der Mottofindung?
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#2 MarcAnonym
  • 26.11.2011, 16:29h
  • Antwort auf #1 von FoXXXyness
  • "Welt im Blick" ist nicht das Motto, sondern nur der Themenschwerpunkt. Das Motto existiert noch nicht. Lies doch einfach mal richtig bevor du meckerst.

    Und wenn du dich für kreativ hälst, dann schick einen eigenen Vorschlag für ein Motto ein. Die Möglichkeit ist ja gegeben...
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#3 schwulenaktivist
#4 daVinci6667
  • 26.11.2011, 23:33h

  • Wissen schafft Akzeptanz!
    Ein gutes Motto denn die meisten wissen leider nichts oder nicht viel über uns. Zum Beispiel, dass 5-10 % der Neugeborenen schwul oder lesbisch auf die Welt kommen. Aufgabe der Eltern wäre, den süßen kleinen Knirps die bestmögliche Erziehung und Unterstützung mitzugeben und ihm ihre uneingeschränkte Liebe zu schenken, egal welches die sexuelle Orientierung ist. Stattdessen werfen 26% der Eltern un den USA ihre Kinder auf die Straße!
    Bei uns in Westeuropa dürften es wohl nur ein paar Prozente weniger sein, in Osteuropa etwas mehr und in anderen Teilen der Welt dürfte es noch schlimmer aussehen. Genau darüber sollte man zur "besinnlichen Weihnachtszeit" reden.
    Doch für viele beginnt jetzt wieder dieser eine Monat, wo sie sich plötzlich wieder ihrer Religion erinnern und uns bei dieser Gelegenheit womöglich gleich nochmals eines draufzuhauen mit Sprüchen wie du sollst nicht beim Manne liegen etc.
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#5 RowusAnonym
  • 27.11.2011, 16:11h
  • Au weia, das mit dem WISSEN kann aber auch ganz schnell nach hinten losgehen. Wenn die Heterogesellschaft wüsste, was viele Schwule so treiben, dass sie oft keinen anderen Lebensinhalt haben als Ficken und dabei - besonders in der Hauptstadt - gerne auch mal das Gummi vergessen und dabei nicht nur sich, sondern auch die Sozialsysteme dank nicht endender und häufig kostspieliger Arztbesuche aufs Ärgste strapazieren, dann wäre wohl kaum TOLERANZ die Antwort auf dieses Wissen, sondern Ächtung und Ausgrenzung. Also ich wär da vorsichtig!
    Und jetzt nur die braven Schwulen in die erste Reihe zu stellen, die Meisterhirne wie den genannten Alan Turing ist ja auch kein repräsentatives Bild.
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#6 finkAnonym
  • 27.11.2011, 21:54h
  • Antwort auf #5 von Rowus
  • "...dann wäre wohl kaum TOLERANZ die Antwort auf dieses Wissen, sondern Ächtung und Ausgrenzung."

    so wie die ächtung und ausgrenzung, die du mit deinem beitrag so beispielhaft vormachst?

    ich glaube kaum, dass die realität die wilde mischung aus projektionen, neidphantasien und abscheu, mit der viele heteros uns schwule immer noch betrachten, jemals übertreffen könnte. aber vielleicht überschätze ich ja die heimlichen sexuellen phantasien der heteros...

    aufklärung kann meines erachtens jedefalls nur hilfreich sein. und dabei gilt für mich, was für jede form der aufklärung gilt: das ganze bild zeigen!

    ich kriege immer wieder die krise, wenn ich höre, wie schwule laut darüber nachdenken, was wir den heteros "zeigen" dürfen und was vor allem nicht.

    und wenn es schwule gibt, die ihr glück vor allem im sex suchen - so what? auch das ist zu akzeptieren. toleranz heißt ja schließlich nicht, nur die leute zu akzeptieren, die so sind wie man selbst. toleranz beginnt ja gerade erst bei denen, die anders ticken.

    außerdem: gibt es das bei heteros etwa nicht?

    die antwort auf vorurteile kann bestimmt nicht darin bestehen, dass wir am reißbrett ein idealbild "des schwulen" entwerfen und das dann als "schaubild" präsentieren. selbst wenn die heteros das schlucken würden (was ich niemals glaube - die einen sind dafür zu doof und die anderen nicht doof genug), würden sie nur ein vorurteil ("schwule sind perverse schweine") durch das nächste ersetzen ("schwule sind im grunde auch ganz biedere menschen"). das einzige was wirklich gegen vorurteile hilft, ist die ansicht der individuellen vielfalt und der unterschiedlichen lebensentwürfe. und dazu gehören ALLE!
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#7 stromboliProfil
  • 28.11.2011, 11:14hberlin
  • Antwort auf #5 von Rowus
  • nur gut dass man nicht gezwungen ist, so etwas wie dich in den mittelpunkt eines, wie auch immer gearteten interesses zu stellen!
    Bei so viel beiläufig gezeigter dummheit, bliebe selbst der letzte rest an erhoffter toleranz und akzeptanz auf der strecke!
    Was auch immer du anstrebst zu sein , ein meisterhirn wirst du nimmer... für unser repräsentatives bild eine wohltuende erleichterung!
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