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  • Micha Schulze, Jahrgang 1967, ist Geschäftsführer von queer.de und seit 25 Jahren in schwul-lesbischen Medien zu Hause. Normalerweise schreibt er vor allem Konzepte, Angebote, Rechnungen und Mahnungen, in dieser Kolumne aber immer wieder auch Emails an Leute und Organisationen, über die er einfach nur den Kopf schütteln kann.

    28. November 2011, 11 Kommentare

Micha Schulze schreibt an den US-Rapper T.I., der Schwule für überempfindlich hält und im Interview mit dem Hiphop-Magazin "Vibe" erklärte: "Wer einen Schwanz aushalten kann, kann auch einen Witz aushalten"

Lieber T.I.,

früher lautete ein beliebtes Vorurteil, dass wir Schwulen alle weinerliche Memmen seien. Von diesem Quatsch hast Du Dich zumindest schon drei Millimeter entfernt - für Dich sind homosexuelle Männer nur noch "überempfindlich". Wenn die öffentliche Meinung mal gegen Schwule sei, würden wir schließlich immer gleich damit drohen, die Gegner kalt zu stellen, enthüllst Du in einem Interview in der neuesten Ausgabe des Hiphop-Magazins "Vibe".

Nun würde ich mir solche Radikalität bei unseren Aktivisten gelegentlich wünschen, doch das ist ein ganz anderes Thema... Du selbst greifst gegenüber uns "überempfindlichen" Homos gleich zu drei Totschlagargumenten. Erstens nennst Du uns "unamerikanisch", schließt uns also praktisch aus der Gesellschaft aus. Zweitens würden wir selbst die ach so demokratischen Homohasser diskrimineren: "Wenn man schwul ist, sollte man das Recht haben, in Ruhe schwul zu sein, und wenn man dagegen ist, soll man das Recht haben, in Ruhe dagegen zu sein". Und zuguterletzt versuchst Du uns auch noch durch den Kakao zu ziehen: "Wer einen Schwanz aushalten kann, kann auch einen Witz aushalten."

Für die Mitleser meines Offenen Briefes: Der "Witz", auf den Du hier anspielst, war folgende Äußerung des US-Comedian Tracy Morgan Anfang Juni vor Live-Publikum: "Wenn mein Sohn schwul wäre, wäre es besser zu für ihn, er würde nach Hause kommen und zu mir wie ein Mann reden. Ansonsten müsste ich ein Messer zücken und den kleinen Nichtsnutz abstechen" (queer.de berichtete).

Warum so überempfindlich, mein lieber T.I.?


T.I. gilt als einer der wichtigsten Vertreter des Südstaaten-Raps, auch "Dirty South" genannt (Bild: Wiki Commons / Alex Crick / CC-BY-SA-2.0)

"Wer einen Schwanz aushalten kann, kann auch einen Witz aushalten", meinst Du also. Spontan möchte ich kontern: Wer wie Du als 14-Jähriger mit Drogen gehandelt hat und wegen illegalen Waffenbesitzes ein Jahr im Knast saß, wird doch wohl auch noch Kumpels Pilleman im Darm verkraften können, oder? Warum so überempfindlich, mein lieber T.I.?

Aber diese Replik käme Deinem albernen Vergleich nicht gerecht. Denn einen Schwanz im Po muss man überhaupt nicht "aushalten" - im Gegenteil: Er kann höchste Lust bereiten, wenn nur Du Deine Vorbehalte und Verspannungen überwindest. Wusstest Du, Dass Du allein durch die Stimulation Deiner Prostata abspritzen kannst, T.I.? Taste dich doch mal vorsichtig mit dem feuchten Finger vor! Das tut garantiert nicht weh!

Was hingegen wirklich weh tut, ist die Bigotterie von Politikern, Predigern und Künstlern wie Dir, die sich selbst als "tolerant" bezeichnen, uns aber gleiche Rechte vorenthalten, zu Sündern erklären, in Songs und "Witzen" abstechen oder die in Interviews dumme Zoten von sich geben.

Solche Leute kalt zu stellen, bereitet fast genauso viel Lust wie ein Schwanz im Po!



#1 RobinAnonym
  • 28.11.2011, 12:51h
  • Was will man schon von solchen Rapp-Prolls erwarten, die durch Glück und ihre nicht minder dummen Fans zu Geld gekommen sind, die aber ohne dieses Glück selbst für einfachste Arbeiten zu dumm wären...
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#2 fuckaAnonym
#3 MarcelloBärlinAnonym
  • 28.11.2011, 13:09h
  • Lieber Micha Schulze,
    sehr gut! Ganz Deiner Meinung!
    In meiner Kolumne zum Thema 'Bambi + Bushido', hatte ich unsere 030-Zielgruppe vor Augen: der Bushido-Fan, der schnell das Heft durchblättert bei einem Mc Mampf!
    Ich habe Bushido darin eben mal schnell zum schwulen Mushido erklärt....aber lies doch mal selbst:—))

    www.berlin030.de/content/view/13747/91/

    Mit herzlichen Grüssen
    Marcello
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#4 mushido-watchAnonym
  • 28.11.2011, 13:26h
  • könnte sein. könnte.

    Er verwendete einmal "gay" als Beleidigung, als Kritik an der Hardcore-Männlichkeit [amerikanisch ???]
    die "gay" als Beleidigung auffasst: Obnoxious (“abscheulich”).

    But you know what the fuck I think is just pathetic and gay
    When niggas speculate what the fuck ‘Pac would say
    [...]
    Disrespected niggas don’t show no love
    Why you trying to be hardcore, you fucking homo-thug?

    www.youtube.com/watch?v=nipOzADCwOA&feature=related

    mushidos im wandel der zeit.

    “Am Ende sind die Tough guys die eigentlich Effeminierten, die der Weichlinge als ihrer Opfer bedürfen, um nicht zuzugestehen, daß sie ihnen gleichen.” (Adorno)
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#5 FoXXXynessEhemaliges Profil
#6 TimonAnonym
  • 28.11.2011, 13:56h
  • Antwort auf #1 von Robin
  • Tja, die Generation Doof, die Bildung für eine Krankheit hält und es "voll cool" findet, dumm und ungebildet zu sein, braucht halt auch ihre Helden... Und die dürfen halt nicht intelligenter sein.
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#7 generation doofAnonym
  • 28.11.2011, 15:37h
  • Antwort auf #6 von Timon
  • He...hehe....

    cdn.spiegel.de/images/image-284911-panoV9free-nkrh.jpg

    Er rappt für die Straße:

    "Der ehemalige Verteidigungsminister zeigt sich in seinem Interviewbuch "Vorerst gescheitert", das diese Woche erscheint und dem SPIEGEL vorliegt, entsetzt über die politische Ahnungslosigkeit anderer Politiker. Er sei fasziniert von der "erschütternden Unkenntnis bis in die politischen Spitzen hinein, was Mechanismen, Regeln und Abläufe internationaler Kapitalströme anbelangt", so Guttenberg."
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#8 ClaudiaAnonym
  • 28.11.2011, 16:47h
  • Gute Kolumne! Auf den Punkt! :-)

    Rap und HipHop sind für mich "Musik"richtungen für Leute, die der Job, Affenscheiße im Zoo zu schippen, intellektuell überfordern würde. Dieser sogenannte T.I. passt da voll rein.
    Die Fans solcher "Musik"richtungen sind genauso dumm, es gilt da wohl auch als schick, dumpfe Hassparolen gegen Minderheiten von sich zu geben und Gewaltfantasien und vor allem Homophobie abzufeiern - mangels irgendwelcher anderen, halbwegs intelligenten Gedanken in den verblödeten Kleinhirnen.
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#10 Mullah v d AlmAnonym
  • 28.11.2011, 18:04h
  • Antwort auf #8 von Claudia
  • Die von dir attestierte Monotonie des Yeahyeahyeah als rassistisches Stereotyp mal aussen vorgelassen, scheint es, wenn auch erwartbar, befremdlich, angesichts eines Afro-Amerikaners "Affenscheisse" und "Zoo" herbei zu assoziieren. Es ist ja nicht so, als unterschieden sich derartige Ausfälle stilistisch oder inhaltlich von aus Gewaltfantasien geborener Hassparolen.
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