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Nach drei Jahrzehnten im US-Kongress

Barney Frank hört auf


Barney Frank ist seit 1973 ununterbrochen Abgeordneter in US-Parlamenten

Der mächtigste schwule US-Politiker wirft das Handtuch: Barney Frank erklärte, dass er nach 16 gewonnenen Kongresswahlen im kommenden Jahr aus dem Parlament ausscheiden wird.

Der 71-jährige Demokrat sagte am Montag in seinem Wahlkreisbüro in Massachusetts, dass er sich im November 2012 nicht der Wiederwahl stellen werde: "Es war eine Ehre, für eine bessere Lebensqualität zu kämpfen. Jetzt ist es an der Zeit, meine eigene Lebensqualität zu verbessern". Als Grund für seinen Rückzug nannte er unter anderem die scharfen parteipolitischen Grabenkämpfe, die bei seinem ersten Einzug ins Repräsentantenhaus im Jahre 1980 noch nicht gegeben habe.

Frank gehörte zu den wichtigsten Demokraten im Kongress: Bis zur Niederlage seiner Partei bei den Parlamentswahlen 2010 leitete er den Haushaltsausschuss des Repräsentantenhauses. In dieser Funktion war er unter anderem an der umstrittenen Gesundheitsreform von Präsident Barack Obama beteiligt. Wegen seiner "linken" Politik, seiner oft mürrischen Art und seiner sexuellen Orientierung zählte er in den letzten Jahren immer wieder zum Hauptangriffsziel der Republikaner. Im Fox News Channel, dem Haussender der Konservativen, wurde Frank wiederholt als "ausgesprochen widerlicher Abgeordneter" bezeichnet. Während der "Tea Party"-Proteste beschimpften ihn Demonstranten als "Homo-Kommunist" oder schlicht "Schwuchtel" (queer.de berichtete).

Coming-out im Kongress 1987

Der 1940 in einer jüdischen Familie in New Jersey geborene Frank zog 1973 erstmals ins Regionalparlament von Massachusetts ein. Sieben Jahre später schaffte er es über einen traditionell demokratischen Wahlkreis in den Region Boston ins US-Repräsentantenhaus - damals noch ungeoutet. 1987 machte er als erster Abgeordneter im Parlament seine Homosexualität publik. Seither setzte er sich kompromisslos für Homo-Rechte ein - so gründete er nach seinem Coming-out die "Stonewall Democrats", die erste schwul-lesbische Gruppe seiner Partei. Einige seiner Gesetzesinitiativen waren dabei besonders umstritten: So setzte er sich für die Legalisierung von Cannabis ein, weil der Hauptwirkstoff THC die Symptome von Aids weit besser bekämpfe als teure Produkte der Pharma-Industrie (queer.de berichtete).

Doch trotz seiner Popularität in der Szene wurde er von schwul-lesbischen Organisationen der Republikaner in der aufgeladenen politischen Atmosphäre ebenso verteufelt wie von der Tea Party. So unterstützte die republikanische Homo-Gruppe GOProud 2010 Franks Gegner Sean Bielat, obwohl der konservative Kandidat homopolitisch ein Totalausfall war: So Bielat setzte sich etwa für das Homo-Verbot im Militär und gegen die Aufnahme des Merkmals sexuelle Orientierung in Antidiskriminierungsgesetze ein.

Derzeit gibt es im 435 Mitglieder zählenden Repräsentantenhaus neben Frank noch drei weitere offen homosexuelle Abgeordnete - alle Mitglieder der Demokraten: Jared Polis aus Colorado, David Cicilline aus Rhode Island und die lesbische Politikerin Tammy Baldwin aus Wisconsin. Baldwin plant derzeit einen Aufstieg: Sie bewirbt sich 2012 um einen frei werdenden Sitz im 100 Mitglieder zählenden US-Senat - dort hat bislang noch nie ein offen homosexueller Politiker ein Mandat der Wähler erhalten. (dk)

Youtube | Barney Frank in Aktion: Eine Tea-Party-Aktivistin beschuldigt den Kongress-Abgeordneten im vergangenen Jahr, den "Nazi" Barack Obama zu unterstützen.


#1 lexiromAnonym
  • 29.11.2011, 13:57h
  • "Stonewall Democrats"

    1982

    “Frank focused on Republican Margaret Heckler's initial support for President Ronald Reagan 's tax cuts, and won with 60% of the vote. “

    Von 1984 bis 2008 gewann er ununterbrochen 12 Wahlen mit mindestens 67% der Stimmen.

    Auch schön:

    On October 25th [2010], a Boston Globe survey showed Frank leading 46%-33%. Bielat released a TV ad showing Frank dancing under a disco ball, with the message that he was "dancing around the issues." Frank won re-election to his 16th term, 54%-43%.

    en.wikipedia.org/wiki/Barney_Frank
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#2 MarcAnonym
  • 29.11.2011, 14:26h
  • Ein Pionier, der sich den Ruhestand wirklich verdient hat. Obwohl es natürlich sehr schade ist.
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#3 FoXXXynessEhemaliges Profil