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Gay Beijing

Stopover in Peking


Das Moderne verdrängt das Alte: Chinas Hauptstadt ist ständig im Wandel (Bild: Micha Schulze)

Chinas Hauptstadt wird immer moderner - und schwuler. Acht Tipps für eine Stippvisite, die garantiert Lust auf mehr macht!

Von Micha Schulze

Hinkommen: Dutzende Airlines fliegen nach Peking, die Lufthansa sogar mit dem A380, doch wer nur einen Stopover sucht, ist mit Air China am besten beraten. Die Tickets sind günstig, außerdem kann man für nur rund 40 Euro Aufpreis einen "connecting flight" für ein paar Tage in der chinesischen Hauptstadt unterbrechen - und dann nach Hongkong, Seoul, Tokio oder Bangkok weiterfliegen. Keine Angst: Seit dem Beitritt zur Star Alliance Ende 2007 sind die berüchtigten Air-China-Flugbegleiterinnen nicht mehr ganz so ruppig, und in den neueren Airbus-Maschinen gibt's selbst in der Eco einen eigenen Monitor am Platz!

Unterkommen: Nicht erst seit den Olympischen Spielen 2008 ist Peking eine hochmoderne Stadt, die auch mit etlichen schicken Design-Hotels aufwarten kann. Die beste Wahl für schwule Reisende ist das A Hotel, das 120 Zimmer mitten auf der Tribüne des historischen Arbeiterstadiums bietet. Szene und Shopping liegen quasi vor der Haustür, auch zur nächsten U-Bahn-Station läuft man nur etwa 15 Minuten - was für das riesige Peking wenig ist. Wer wissen will, wer sonst noch einen "Superior Fashion Room" gebucht hat, holt am besten sein iPhone hervor und schaut mal bei Grindr nach...


Auch nicht jedes Chinesen Geschmack: Gegrillte Seesterne findet man in der Regel nur auf den Touristenmärkten (Bild: Micha Schulze)

Futtern: Rund 100 McDonald's-Filialen gibt es in Peking, doch wer dort hingeht, hat nicht alle Jasminteetassen im Schrank. Der beste Weg, sich durch die Stadt zu futtern, ist einfach der Nase zu folgen. Auf der Straße empfehlen sich u.a. die gedämpften Teigtaschen Baozi oder Yang rou chuan, lecker gegrillte Lamm-Kebap-Spieße. Das Beste an Peking: Hier bekommt man exzellente chinesische Küche aus allen Teilen des riesigen Landes. Die kleinen Kiez-Restaurants sind oft die besten. Hier gibt es zwar keine englischen Speisekarten, doch meist kann man auf Fotos der angebotenen Gerichte tippen. Keine Sorge: Nur sehr selten bekommt man anschließend Schlange oder Hund serviert!

Ausgehen: Der beste Ort, um ins schwule Pekinger Nachtleben einzutauchen, ist das Alfa (6 Xingfu Yi Cun Hutong, 朝阳区幸福一村6号工体北门对面的胡同里). Unter der Woche eine gemütliche und gemischte Cocktail-Lounge mit Sofas, entwickelt sich der Laden am Wochenende zu einem heißen Kessel Tuntes. Hunderte junge Schwule quetschen sich auf zwei Etagen, trinken Tsingtao aus der Flasche und schunkeln zu Lady Gaga und Co. Zum Ärger der Anwohner verlagert sich die Party selbst im Winter immer mehr auf die Straße. Mit jedem Cocktail oder Bier im Alfa tut man übrigens was für den guten Zweck: Die Inhaber finanzieren das jährliche Pekinger Gay-Festival mit.

Tanzen: Für viele schwule Peking-Besucher heißt die erste Destination in der Stadt: Destination. Der legendäre Club auf zwei Etagen gilt als die größte Gay-Bar Asiens - mit zwei Tanzflächen und nicht weniger als fünf Theken. Am Wochenende braucht man mindestens eine Stunde, um alle Räume des "Destination" zu erkunden - der Laden ist dann gerammelt voll mit modischen Hauptstädtern, Touristen vor allem aus Asien und nur wenigen Langnasen, hauptsächlich Expats und Flugbegleiter. Zu späterer Stunde kann im "Destination" alles passieren: Vielleicht laden dich sturzbetrunkene Briten zu Gin Tonic ein - oder eine Bären-Clique aus Shanghai zur kuscheligen Afterparty in ihr Hotel. Eventuell versucht dich ein armer Schlucker während einer Knutschattacke zu beklauen oder ein junger Rechtsanwalt überreicht dir schüchtern mit beiden Händen seine Visitenkarte...

Youtube | TV-Bericht über das "Destination" - mit englischen Untertiteln

Nachtleben unter roten Lampions (Bild: Micha Schulze)

Schwitzen: Mit deutschen Standards können Pekings Gay-Saunen nicht unbedingt mithalten - dafür sind sie deutlich kommunikativer. In der Batiya Sauna beispielsweise sprechen zwar nur wenige Gäste Englisch, doch in der Regel macht ein Älterer den Anfang und quatscht den unsicheren Besucher aus Europa an. Nach der obligatorischen Frage, woher man denn komme, plaudert man zehn Minuten über Volkswagen, Miss Merkel und die Stabilität des Euro, bis man schließlich zu Männergeschmack und sexuellen Vorlieben übergeht. Wer sich von dem freundlichen Sauna-Daddy nicht verkuppeln lassen will, flüchtet um 22 Uhr zur schrägen Travestieshow in den Barbereich.

Shoppen: Eigentlich ist ganz Peking ein einziger großer Markt, aber hier möchte ich vor allem das "Sanlitun Village" im Stadtteil Chaoyang empfehlen. In dieser nagelneuen, schicken Shopping Mall gibt es tatsächlich nur "echte" Sachen zu kaufen, die dennoch günstiger als in Deutschland sind. Das 100.000 Quadratmeter große "Oriental Plaza", lange Jahre Pekings Kaufhaus Nummer eins, sieht gegen das "Sanlitun Village" alt aus wie eine Woolworth-Filiale. Die neue Mall steht auch für die Modernisierung Pekings, die von der Stadtverwaltung ohne Pardon vorangetrieben wird. Einst galt das Viertel nämlich als zwielichtige Amüsiermeile. Trotz der überall plakatierten Propaganda-Poster "Civilized Chaoyang - Develop and Enjoy Together" sind allerdings noch nicht alle nervigen Anbieter von "Sexy Ladies", "Ecstasy" und "Rolex" von den Straßen verschwunden.

Entspannen: Was gibt es Schöneres, als nach ausgiebigem Shoppen bei einer Massage zu entspannen? Was reine Gay-Spas angeht, ist Peking mittlerweise dabei, selbst Bangkok den Rang abzulaufen. Leider kann man sich - ebenso wie in Thailand - nicht bei allen Massagesalons sicher sein, ob die "Therapeuten" auch ihr Knethandwerk gelernt haben - oder nur so schnell wie möglich zum "Happy Ending" übergehen wollen. Nicht ganz billig, aber Pekings beste Wahl für eine "richtige" Massage ist das Spa de Feng. Nach 90 Minuten "Whole Body Signature Relaxation Massage" für knapp 50 Euro - Fußschrubbbad und Tee immerhin inklusive - fühlt man sich wieder fit für mindestens die drei nächsten Shopping Malls...



#1 James54123Anonym
  • 29.11.2011, 17:04h
  • Das Hinkommen nach Peking ist NICHT günstig, oder was ist teurer dann für euch? 4000€? und 1000€ ist günstig? ^^ ihr seid ja welche...
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#2 todesmaskeEhemaliges Profil
  • 29.11.2011, 17:28h
  • Für das kleines schwules Leben fliege ich nicht nach Peking. Das Land muss schon viel mehr bieten, eh ich dorthin reise. Ausserdem ist man als Langnase nicht immer gern gesehen bei den schwulen Chinesen. Da fliege ich lieber noch nach Thailand bzw. Kambodscha. :-)
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#3 SchokiAnonym
  • 29.11.2011, 17:55h
  • Antwort auf #2 von todesmaske

  • Aha, woher weißt du denn, ob die chinesischen Schwulen dich gerne sehen wollen oder nicht, wenn du noch gar nicht da warst bzw. hin willst? ;-) Generell sind ja Chinesen zu Touristen ja teilweise noch freundlicher als zu den eigenen Leuten. Ich kann mir jedenfalls gut vorstellen, in Peking mal einen schönen Urlaub zu genießen. :-)
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#4 LuoLiAnAnonym
  • 29.11.2011, 18:08h
  • Also ich war dieses Jahr 6 Monate in Beijing und muss sagen:
    1. Alfas ist nett, ja. Allerdings ein langweiliger Heteroclub AUSSER Freitags. Dann ist es da auch sehr schön. Aber übertreiben wirs mal nicht.
    2. "Destination" ist der EINZIGE Gay Club. Billiger Technoschrammel, billiges Gegrabsche, schlecht gemischte Getränke, Dorfdisko.
    3. Donnerstags in der Bar "Mesh" noch nettes Gay After-Work-Drinking. Sehr nett.

    Das wars auch.Shanghai ist etwas offener und auch in Beijing tut sich immer mehr, aber hier werden Sachen versprochen, die nicht haltbar.

    Ich weiß nicht in welchem Beijing der Autor war. Und China ist für viele Schwule (v.a. ohne das nötige Kleingeld) immernoch kein leichtes Pflaster.
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#5 festplatteAnonym
#6 Geert
  • 29.11.2011, 18:52h
  • Es nervt, wenn in Peking kaum jemand Englisch spricht (im Gegensatz zu HongKong zum Beispiel).
    Das kann einem die ganze Freude verleiden. Und daran scheitern auch die meisten Kontakte zu einheimischen Schwulen.
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#7 Frankyboy
  • 29.11.2011, 19:03h
  • Also wer nur wegen dem Gay-Nightlife nach Peking reist, ist selber schuld. Die Stadt hat soviel zu bieten, wie z.B. die Große Mauer oder die Verbotene Stadt.
    Peking ist auf alle Fälle eine Reise wert und wenn es dort jetzt einige Gay-Bars gibt, dann ist das mit Sicherheit ein nettes Add-on...
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#8 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 29.11.2011, 19:54h
  • Man könnte mir Peking auf den Bauch binden - ich würde trotzdem dort niemals Urlaub machen! Das beste an der chinesischen Hauptstadt waren 2008 die Olympischen Sommerspiele.

    Überhaupt macht China nur Negativschlagzeilen und das merkt man traurigerweise wieder einmal beim Weltklimagipfel in Durban: der Klimaschutz geht dem Land am A**** vorbei und der Gipfel ist, daß das Land mit seinem Veto im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen drakonische Sanktionen gegen Syriens Despoten Assad verhindert hat! In einem Land, das Homosexualität immer noch nicht legalisiert hat, will ich keinen Urlaub machen!
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#9 daVinci6667
  • 29.11.2011, 19:56h

  • Also ich war 97 in Peking und Umgebung und bin dann anschließend mit dem Zug nach Hongkong gefahren und hab dort einen ausgewanderten Schweizer (auch schwul) besucht.

    Ich fand diese Reise sehr super spannend und lehrreich, die chinesische Mauer und der Königspalast war schon immer ein Traum von mir. Bis heute hat sich sicherlich viel verändert. Ja, Englisch sprach außerhalb des Hotels nienand, nicht mal Taxifahrer. Den Namen des Hotels und der Schweizer Botschaft in chinesischen Schriftzeichen immer dabei zu haben ist ein absolutes Muss. Das war aber aber auch spannend und abenteuerlich. Warum sollten Chinesen eigentlich auch englisch sprechen, sprechen die Amis etwa chinesisch? Spätestens in China sollte einem bewusst werden, dass wir diese westliche Arroganz aufgeben müssen! Es ist an uns sich anzupassen, China ist längst die einzig übriggebliebene Supermacht!

    Ich bin glücklich diese Reise gemacht zu haben, obwohl, wohl fühlte ich mich dort nicht. Wie könnte man auch, China war damals und ist immer noch eine Diktatur! Unvorhergesehenes könnte also jederzeit passieren. Deshalb hätte ich mich nie getraut schwule Locations aufzusuchen. Das habe ich dann umso ausgiebiger mit dem Ausgewanderten in Hongkong getan!
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#10 kunmingAnonym