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Bradley Manning in glücklicheren Tagen

Der mutmaßliche Wikileaks-Informant Bradley Manning sitzt bereits seit 17 Monaten in Untersuchungshaft in den USA - jetzt setzen sich 50 Europaabgeordnete bei der US-Regierung für den schwulen 23-Jährigen ein.

Der an Präsident Barack Obama und andere hochrangige US-Politiker adressierte Brief wurde von der britischen Zeitung "Guardian" veröffentlicht. Darin appellieren die Abgeordneten an die USA, den Inhaftierten endlich vor Gericht zu stellen. Außerdem befürchten sie, dass Manning in Haft gefoltert wird. Bislang haben die USA nicht zugelassen, dass ein Folterbeauftragter der Vereinten Nationen die Vorwürfe vor Ort untersucht.

Auch viele deutsche Abgeordnete haben den Brief unterschrieben, unter ihnen Lothar Bisky und Gabi Zimmer (beide Linkspartei) und Heide Rühle (Grüne). Ulrike Lunacek, die Co-Vorsitzende der schwul-lesbischen Intergruppe im Europaparlament und Politikerin der österreichischen Grünen, ist ebenfalls unter den Unterzeichnerinnen. In den USA wird Manning von einigen prominenten Aktivisten wie dem linken Filmemacher Michael Moore unterstützt.

Manning war ein Soldat der US-Armee in Irak. Der Obergefreite hatte auch Zugang zu vertraulichen Daten - und soll diese kopiert und an Wikileaks weitergegeben haben. Manning wurde oft als "troubled young man" beschrieben, der insbesondere Probleme hatte, seine Homosexualität mit seinem konservativen Umfeld in Einklang zu bringen. Als er in der Armee diente, galt in dort noch die "Don't ask, don't tell"-Regelung, die besagt, dass Schwule und Lesben ihre sexuelle Orientierung vor Kameraden und Vorgesetzten verbergen müssen.

Mitte Dezember soll Manning nach Angaben seiner Anwälte eine mehrtägige Anhörung vor einem Militärgericht erhalten. Ihm wird unter anderem "Kollaboration mit dem Feind" vorgeworfen. Darauf steht im Extremfall die Todesstrafe. Nach einer Presseerklärung der US-Armee streben die Ankläger jedoch "nur" eine lebenslange Haftstrafe an. Das letzte Wort haben aber die Militärrichter. (dk)



#1 Tobi CologneAnonym
  • 30.11.2011, 16:23h
  • Wieso lassen die USA nicht zu, dass ein unabhängiger Folterbeobachter ihn besuchen darf?

    Wenn nicht gefoltert wird, wäre das die beste Möglichkeit, die Vorwürfe zu entkräften, aber so geben sie ja indirekt zu, wieder mal zu foltern.

    Das ist wieder mal typisch:
    die spielen sich als Weltpolizei und Hort der Demokratie auf, halten sich selbst aber nicht mal an Mindeststandards, die sie von anderen fordern.
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#2 milkAnonym
#4 FlorianAnonym
  • 30.11.2011, 18:15h
  • Wenn ein Staat mit solchen faulen Tricks arbeitet wie diese angeblich so "tolle und großartige Nation", dann ist das Veröffentlichen solcher Sachen geradezu Pflicht eines aufrechten Menschen.

    Leider werden solche Helden dann durch Folter, Gefängnis, etc. mundtot gemacht. Dabei ist er ein politischer Gefangener, wie man es aus allen Diktaturen kennt.
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#5 SebiAnonym
  • 30.11.2011, 19:43h
  • Da werden Zivilisten ermordet und auch sonst jede Menge Dreck gemacht. Und wenn dann jemand darauf hinweist, kommt er ohne Verfahren in ein abgeschirmtes Gefängnis. Ohne Kontakt zu Familie, Verteidiger, offiziellen Beobachtern, etc.

    Aber damit hat dieses Land ja genug Erfahrung.

    Wie soll noch irgendwer diesem degenerierten Land Vertrauen schenken oder denen irgendwas glauben?

    Das ist der Abschaum der Welt, der zufälligerweise viel Geld und Macht hat. Wie die wohl dazu gekommen sind...
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#6 üäpöolikujzhtgrfAnonym
#7 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 30.11.2011, 20:01h
  • Das Europaparlament soll sich um besser um seine Angelegenheiten kümmern! Das ist etwas für den Internationalen Gerichtshof für Menschenrechte!
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#8 SebiAnonym
  • 30.11.2011, 20:07h
  • Antwort auf #7 von FoXXXyness
  • Nur erkennt dieser Staat den Internationalen Gerichtshof nicht an.

    Im Übrigen muss sich da jeder einmischen. So wie Du argumentieren auch die Leute ohne Zivilcourage, die wegsehen, wenn jemand verprügelt wird: bin ich nicht für zuständig, sollen sich die zuständigen Stellen kümmern.

    Nur dass die dann nicht da sind.

    Und wenn man selbst betroffen wäre, würde man das ganz anders sehen.

    Da kann und muss sich jeder einmischen!!!!
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#9 raoulAnonym
#10 xapplexAnonym
  • 01.12.2011, 03:22h
  • "... befürchten sie, dass Manning in Haft gefoltert wird."
    Manning war von Juli 2010 bis April 2011 in Einzhelhaft, um einen Selbstmord zu verhindern. Seit April ist er in normalem Gewahrsam. Am 5. Juli 2010 wurde er angeklagt - seitdem hat er einen Anwalt; einen richtigen, nicht sowas wie Gysi. Am 16. Dezember ist sein nächster Gerichtstermin.

    "... haben die USA nicht zugelassen, dass ein Folterbeauftragter der Vereinten Nationen die Vorwürfe vor Ort untersucht."
    Soweit kommts noch - die "Vereinten Nationen", die zum größten Teil aus folternden Diktaturen bestehen, sehen in amerikanischen Gefängnissen nach dem Rechten.

    Wie wirkliche Folter aussieht können sich Herr Bisky und Frau Zimmer im Stasi-Untersuchungsgefängnis, Berlin-Hohenschönhausen, Genslerstr.66, von ehemaligen Häftlingen erklären lassen.

    Was hätte wohl ein 23jähriger schwuler russischer Soldat zu erwarten, der geheime Dokumente der russischen Armee ins Internet gestellt hätte? Gäb´s da auch Briefe vom Europa-Parlament? Von Michael Moore? Würde er für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen?
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