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Bärchen Paul und Flummi Ross sind seit zehn Jahren ein Paar (Bild: Astrid Castillo Quesada)

Ex Bro'Sis-Sänger Ross Antony hat mit seinem Mann, Opernsänger Paul Reeves, auf der CD "Two Ways" Pop mit Klassik vereint. Ein Interview über Rosenallergien, Zappelphilipps und Arschlöcher.

Von Christian Scheuß

Ross, lass mich mal raten: Dein Mann Paul hat sich bei Dir beschwert, du wärst nie zuhause, immer weg, um Känguruhoden zu essen oder Hochhäuser runterzuspringen. Du hast ihn in den Arm genommen und gesagt: "Komm Schatz, lass uns zusammen eine Platte machen, dann sehen wir uns wieder öfter." Ist so die CD entstanden?

Nein, nicht ganz. Wir hatten in den vergangenen fünf Jahren immer schon gemeinsame Auftritte mit unseren Songs gehabt. Die Idee, aus dem gesammelten Material eine Platte zu machen, kam von unseren Fans, wir hatten das ursprünglich nicht vor. Somit ist dieses Album in erster Linie ein Dankeschön an unsere Anhänger. Wir haben es nicht gemacht, um damit Geld zu verdienen. Aber natürlich steckt hinter den gemeinsamen Auftritten und der Produktion der Platte auch der Wunsch, möglichst viel zusammen zu sein. Paul hat als Opernsänger Engagements in der ganzen Welt, ich bin wegen meiner Arbeit auch viel weg, will aber eigentlich keine Fernbeziehung mehr führen. Es gibt auch noch andere Dinge als die Arbeit. Jetzt haben wir etwas, mit dem wir gemeinsam durch die Lande ziehen können.

Ich nehme mal an, der Titel des Albums "Two Ways" spielt darauf an, dass da die Genres Pop/Rock mit Klassik fusionieren?

Ja, genau! Es sind zwar zwei völlig unterschiedliche Musikrichtungen, aber man kann sie dennoch so zusammen bringen, dass sie miteinander harmonieren und wie die Faust aufs Auge passen.

Der Album-Titel passt aber auch zu eurem augenscheinlich unterschiedlichen Naturell. Du bist so das Model "hüpfender Flummi", Paul ist das gemütliche Bärchen...

Das stimmt wirklich, aber ich kann mich nicht ändern, ich bin so ein Zappelphilipp, das ist auch alles echt und keine Show. Ich genieße das Leben und wenn ich Musik höre, dann tanze ich. Paul dagegen ist der Ruhige. Das ist auch der Grund, warum es so gut zwischen uns beiden funktioniert. Er ist ein guter Mensch, der keinem Böse ist, das ist echt der Wahnsinn. Selbst wenn ihn jemand schlecht behandelt, behält er seinen Respekt. Ich bin da ganz anders. Wenn mir jemand etwas Böses will, dann werde ich zur Bombe und explodiere.

Youtube | Das Video zum Song "Don Giovanni" aus dem neuen Album

Musikalisch ist Pop und Musical deine Heimat, Pauls Welt ist die Oper. Ist Oper überhaupt dein Ding, oder erträgst du es eher, wenn der Tannhäuser durch eure Wohnung schallt?

Ehrlich gesagt war Oper zunächst gar nicht meine Sache. Aber ich bin jetzt seit zehn Jahren mit einem Opernsänger zusammen, da gewöhnt man sich dran. Inzwischen kann ich auch eine Oper genießen, die sechs Stunden dauert. Mein Problem ist immer nur: Ich will auch verstehen, was da auf der Bühne geschieht. Zu Opern, die in einer Sprache gesungen werden, die ich nicht verstehe, habe ich nach wie vor keinen Bezug.

Mag Paul denn deine Pop- und Musical-Sachen?

Ja, sehr! Er ist sogar mehr Musical-Fan als ich. Und er hat auch die Sugarbabes und Rihanna zuhause.

Es gibt im Web bereits ein Video zum Song "Don Giovanni", bei dem man sehr gut hören kann, wie dieser Klassik-Pop-Mix funktioniert und wie das auch noch ganz witzig rüber kommt. Der von Mozart geschaffene Don Giovanni war ja ein ganz schöner Wüstling. Wie seid ihr darauf gekommen, diese Geschichte zu wählen?

In meinem Songtext beschreibe ich den Fakt, dass man sich immer mal in Leute verlieben kann, die nicht nett sind. Die nichts zurückgeben, die arrogante Arschlöcher sind. Und man kann diesen Leuten nur durch eigene Stärke entgegentreten, um sie zumindest ein bisschen zu ändern.


Keine Fernbeziehung mehr dank gemeinsamer CD (Bild: André Weimar)

Don Giovanni ist für dich so ein Arschloch?

Ja, genau das! Don Giovanni war keine nette Person.

Es sind viele Coverversionen von Künstlern mit großen Namen auf der CD, Queen zum Beispiel oder Elton John. Wie kam die Auswahl zustande?

Mit Elton John und Freddie Mercury sind wir beide aufgewachsen, die haben wir rauf- und runter gehört. Es sind Künstler, die auch die jüngeren Generationen kennenlernen sollten, weil ihre Musik Bestand hat, es sind absolut keine Eintagsfliegen, wie so viele andere heute. Und wir haben Titel ausgesucht, die jeweils mit ganz besonderen Momenten in unserem Leben verbunden sind.

Zum Beispiel...?

"Right Here Waiting" erinnert mich an unsere erste Fahrt nach Brighton. Paul wollte mir am Hafen von Brighton eine Liebeserklärung machen, und just, als wir die Stelle erreicht hatten, lief dieser Song im Radio. "Till The Stars" ist ein besonderes Stück für Paul, weil darin beschrieben wird, dass die Liebe die Verbindung zwischen Menschen aufrechterhält, egal, wie weit sie gerade voneinander entfernt sind.

Paul scheint ein großer Romantiker zu sein...

Ja, viel mehr als ich. Er zündet gerne Kerzen an, wenn wir nach Hause kommen. Oder er bringt mir ständig Rosen mit, obwohl ich allergisch dagegen bin.

Wie bitte, weiß er das nicht?

Er vergisst das immer wieder. Es ist dasselbe bei Geschenken. Jedes Jahr vor Weihnachten fragt er mich, was ich mir wünsche, ich nenne ihm ein paar Sachen, auf die ich mich dann schon freue und - es ist so lustig - Ich kriege nie, was ich mir gewünscht habe! Aber ich mag ihn so, wie er ist.

Ross Antony & Paul Reeves - Two Ways, ist ab dem 1. Dezember 2011 als Download in den Online-Musikshops oder auf der Künstler-Website erhältlich.



#1 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 01.12.2011, 18:54h
  • Die beiden sind ein tolles Paar! Obwohl die beiden in musikalischen Dingen getrennt unterwegs sind, haben sie mit dieser CD auch etwas Verbindendes mit beiden Musikstilen getan. Toll!
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#2 blancheAnonym
#3 HinnerkAnonym
  • 01.12.2011, 21:47h
  • Gibt es das nur als Download? Gibt es das gar nicht als richtige CD mit Booklet? Schade!
  • Antworten » | Direktlink »
#4 RaffaelAnonym
  • 02.12.2011, 11:51h
  • Antwort auf #3 von Hinnerk
  • So steht es zumindest im Artikel. Aber schade fände ich es auch. Zumal es immer noch Leute gibt, die Musik nicht elektronisch kaufen, sondern grundsätzlich nur im Laden. Oder es gibt ältere Leute, die gar kein Internet haben, aber vielleicht dennoch auf diese Musik stehen.
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