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  • 01.12.2011           69      Teilen:   |

Urteil zum Film "Romeos"

FSK: Homosexualität kann Kinder desorientieren

Szene aus "Romeos": Nackig darf der Darsteller sein, aber nicht so oft die Partner wechseln - Quelle: Pro-Fun Media
Szene aus "Romeos": Nackig darf der Darsteller sein, aber nicht so oft die Partner wechseln (Bild: Pro-Fun Media)

Mit einer abenteuerlichen Begründung hat die Freiwillige Selbstkontrolle den Film "Romeos" erst ab 16 Jahre frei gegeben. Regisseurin Sabine Bernardi wirft dem Gremium kurz vor dem Kinostart Diskriminierung vor.

Von Christian Scheuß

"Ich war erst einmal einen Tag lang sprachlos!" Die Regisseurin Sabine Bernardi hatte schon damit gerechnet, dass ihr Film "Romeos" die Altersfreigabe 16 von der "Freiwilligen Selbstkontrolle Filmwirtschaft" (FSK) erhalten würde. Wegen der darin enthaltenen Nacktszenen, dachte sie. Erst vor wenigen Tagen jedoch bekam sie die Begründung des Prüfungsausschusses zu lesen, der Anfang September darüber beraten hatte, und konnte es kaum glauben. "Das ist so klar homophob, dagegen muss man vorgehen", empört sich die Kölner Filmemacherin im Gespräch mit queer.de und hat den Prüfungsbericht nun an die Medien und über das Internet verteilt.

In "Romeos", der am 8. Dezember bundesweit startet, geht es um einen jugendlichen Transmann, der mit seiner geschlechtlichen Identität hadert und sich nebenbei auch noch um seine erste Liebe kämpfen muss (eine ausführliche Filmbesprechung folgt in Kürze!). Die Story spielt in der schwulen Szene in Köln. Der Verleih Pro-Fun Media hatte für den Streifen, den der Berliner Tagespiegel bereits als "Gender-Blockbuster" bejubelt hat, bei der FSK die Freigabe für die Altersgruppe ab 12 Jahren beantragt. Doch nicht etwa wegen der im Film vorhandenen Nacktszenen vergab der Prüfungsausschuss etwa die Plakette "ab 16", sondern wegen einer angeblich "verzerrten Realität".

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Verwirrt die "explizite Darstellung" von homosexuellen Jugendlichen?

Ab 0 Jahren oder erst ab 18: Welches FSK-Schweinderl hätten´s denn gern?
Ab 0 Jahren oder erst ab 18: Welches FSK-Schweinderl hätten´s denn gern?

In der Begründung heißt es: "Der Film zeigt einen leidenden jungen Menschen, der auf dem Weg der Geschlechtsumwandlung mit seinem Umfeld, mit Spott und Vorurteilen zu kämpfen hat. Damit behandelt der Film ein schwieriges Thema, welches für die Jüngsten der beantragten Altersgruppe, die sich in diesem Alter in ihrer sexuellen Orientierungsphase befinden, sehr belastbar sein könnte." Für Sabine Bernardi ist nicht nachvollziehbar, was belastend an einer Geschichte sein soll, die zeigt, wie man sich gegen Vorurteile wehren und erfolgreich um seine Liebe und Identität kämpfen kann.

Weiter heißt es im Bericht der FSK: "Die Schilderung einer völlig einseitigen Welt von Homosexualität im Film könnte hier zu einer Desorientierung in der sexuellen Selbstfindung führen. Die explizite Darstellung von schwulen und lesbischen Jugendlichen und deren häufige Partnerwechsel können verwirrend auf junge Zuschauer wirken." Zwei Sätze, die die Regisseurin ganz besonders aufregen: "Wie bewertet denn die FSK die völlig einseitige Darstellung von Heterosexualität, und wie verwirrend ist der ständige heterosexuelle Partnerwechsel in 90 Prozent aller Filme, die erscheinen?" Die Lindenstraße müsste da wohl als erstes dran glauben, so die Regisseurin.

Und was sei "explizit" an der Darstellung von homosexuellen Jugendlichen? Sabine Bernardi schüttelt den Kopf: "Explizit ist für mich bislang nur die Darstellung von Gewalt oder sexuellen Handlungen." Sie hat die FSK jetzt zu einer Stellungnahme aufgefordert. Der Verleih will ihren Angaben zufolge die Entscheidung des Gremiums ebenfalls anfechten.

Volker Beck schaltet sich ein

Am Donnerstag forderte auch der grüne Bundestagsabgeordnete Volker Beck die FSK in einem Brief auf, die Einstufung zu überprüfen und zu korrigieren. "Es ist nicht Aufgabe der FSK, die Auseinandersetzung von Jugendlichen mit Homo- und Transsexualität zu unterbinden", erklärte der schwule Politiker. "Vielmehr sollte sie ein Interesse daran haben, dass Filme, die zur Aufklärung beitragen und Vorurteile abbauen auch jungen Menschen gezeigt werden können."

Die Auseinandersetzung mit der eigenen Sexualität und geschlechtlichen Identität beginne spätestens in der Pubertät, erinnerte Beck. "Schwule, lesbische und transsexuelle Jugendliche existieren wirklich. Wenn die FSK meint, schon die filmische Auseinandersetzung mit diesem Thema sei Jugendlichen nicht zuzumuten - wie sollen Jugendliche auf die Konfrontation mit der Wirklichkeit vorbereitet sein?"

Links zum Thema:
» Der komplette FSK-Bericht als PDF zum Download
» Die FSK stellt sich vor
» Homepage zum Film
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Tags: romeos, sabine bernardi, fsk, alterseinstufung, jugendschutz
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Reaktionen zu "FSK: Homosexualität kann Kinder desorientieren"


 69 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
01.12.2011
14:26:44


(+8, 8 Votes)

Von Sven


Ich finde eher den folgenden Satz mehr als bedenklich.

"Die Schilderung einer völlig einseitigen Welt von Homosexualität im Film könnte hier zu einer Desorientierung in der sexuellen Selbstfindung führen. "

In einem gleichberechtigtem System bedeutete dies wohl, dass 80% aller Filme ab 16 wäre wegen....

"Die Schilderung einer völlig einseitigen Welt von Heterosexualität im Film könnte hier zu einer Desorientierung in der sexuellen Selbstfindung führen."

Was ja anscheinend auch so ist.


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#2
01.12.2011
14:52:23


(+1, 1 Vote)

Von Sven
Antwort zu Kommentar #1 von Sven


Ich habe noch was vergessen im Text.

Wie explizit die Darstellung ist kann ich hier nicht beurteilen, finde dass Filme, egal ob homo- oder heterosexuell, oft ohne auskommen könnten und trotz allem eine gute Geschichte erzählen.


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#3
01.12.2011
15:23:54


(+4, 4 Votes)

Von Rudi


Belastbar? Die geschützten Jugendlichen sind sicher belastbarer als vermutet. "Ein Thema, das ... belastbar sein könnte"! Das dreht sich und windet sich...


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#4
01.12.2011
15:33:15


(-14, 16 Votes)

Von Geert


"geht es um einen jugendlichen Transmann, der mit seiner geschlechtlichen Identität hadert"

Die FSK hat vollkommen Recht, wenn sie diesen Film erst ab 16 Jahren frei gibt!
Mit diesem Thema kommen selbst viele Erwachsene nicht zurecht. Einen solchen Film aber 12jährigen Kindern vorsetzen zu wollen, wäre schon fast kriminell!


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#5
01.12.2011
15:33:58


(+9, 9 Votes)

Von fink


aus der begründung:

"durch lukas kleine schwester erfährt fabio allerdings, dass lukas eigentlich ein mädchen ist."

"..einen leidenden jungen menschen, der auf seinem weg der geschlechtsumwandlung..."

offenbar ist dieser film sogar für erwachsene noch "verwirrend", sonst hätte der ausschuss erkannt, welcher unsinn es ist, vom einem transsexuellen zu behaupten, dass er "eigentlich" ein mädchen und auf dem weg der "geschlechtsumwandlung" sei.

diese verwirrung spricht aber nicht gegen den film, sondern zeigt im gegenteil, wie wichtig es ist, schon jüngere mit der realität zu konfrontieren. oder sollen da in zwanzig jahren immer noch deppen sitzen, die nicht mal rational verstehen können, was transsexualität ist, geschweige denn sie emotional akzeptieren?


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#6
01.12.2011
15:52:55


(+5, 7 Votes)

Von GeorgB
Antwort zu Kommentar #4 von Geert


Viele Erwachsene haben auch Probleme damit, als Migranten in einem fremden Land leben zu müssen. Solche Probleme dürfen also nicht in einem Film vorkommen, der ab 12 freigegeben ist? So ein Unsinn. Das Gegenteil ist richtig:
Wenn 12jährige sehen können, wie bunt die Welt ist, wie man mit Vorurteilen umgeht und wie man für seine Liebe kämpft, haben sie als Erwachsene damit nicht so viele Probleme.
Menschen wie du, für die Schwulsein und Transgender offensichtlich (!) problembehaftet ist, was 12jährigen nicht zugemutet werden darf ("kriminell") und was unter Erwachsenen doch bitte immer mit Rücksicht auf die Religionen gelebt werden soll, tragen eine Menge zu den Problemen bei.


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#7
01.12.2011
16:01:39


(+6, 8 Votes)

Von fink
Antwort zu Kommentar #4 von Geert


"Mit diesem Thema kommen selbst viele Erwachsene nicht zurecht."

ah. und deshalb wäre es ungerecht, dafür zu sorgen, dass die nächste generation damit zurechtkommt?

wenn menschen mit transsexualität nicht zurecht kommen, dann liegt das problem nicht in der transsexualität, und die lösung besteht auch nicht darin, sie unsichtbar zu machen. wer regelmäßig wie du das pferd von hinten aufzäumt, der muss sich nicht wundern, dass es nicht vorwärts geht.

deine argumentation ist ungefähr so logisch, als würden wir filme mit untertiteln verbieten, weil es menschen gibt, die nicht lesen können.


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#8
01.12.2011
16:47:31


(+4, 6 Votes)

Von alexander
Profil nur für angemeldete User sichtbar


ICH REGE MICH NICHT MEHR AUF !!!!!!!

schon ende der 60ziger jahre, in den 70zigern sowieso, sprachen sich namhafte schauspieler, regisseure, überhaupt bildende künstler, für eine abschaffung dieser "institution", die fast ausschliesslich von völlig inkompetenten leutchen mit kunstfreiem verständnis auf "hausfrauenniveau" besetzt ist, aus !!! (es war eigentlich nur eine "tittenkontrolle"!)
niemand konnte damals diesen verein von ahnungslosen noch ernst nehmen, nur die beteiligten sich selbst !

ein anachronismus, dass es diesen laden immer noch gibt ?

aber passt in unser "neues deutschland"!


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#9
01.12.2011
16:50:15


(+8, 8 Votes)

Von Dizzydeveldersei
Antwort zu Kommentar #7 von fink


Ab welchem Alter durfte man schon vor Jahrzehnten "Eis am Stiel" sehen? Ab welchem später dann "American Pie"?
Ach so, alles Heteros die promiskuitiv sind. Ist klar. Das verstört ja keinen.

Liebe Leute bei der FSK, so schützt man keine Jugendlichen, so verblöden sie, sehen immer nur den geraden Weg und merken nicht, dass es da vielleicht doch noch die ein oder andere Lebensweise abseits von Mama Papa Kind gibt.
Ab 12, meine Herren, da vögeln die doch heute schon!


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#10
01.12.2011
17:14:30


(+7, 7 Votes)

Von mannikoeln


Was zum Teufel haben die Kirchen in der FSK verloren ? Da ist solch ein Ergebnis doch kein Wunder, wenn homophobe Kleriker da mit mischen ! Zumachen die FSK-Bude und ein wirklich - von Politik und Klerus - unabhängiges Gremium einsetzten !


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