Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?15493



Wie konnte unser Gayradar so irren, als wir das erste Mal "True Fame" in der RTL-Show "Das Supertalent" sahen und darüber berichteten? Die drei Tänzer rücken nun ihre sexuelle Orientierung gerade: Zweimal hetero, einmal bi.

Erst einmal aber, Kevin, Zalem und Pierre: Sorry Jungs! Wie konnten wir einfach so behaupten, ihr seid schwul, ohne es eigenhändig getestet und recherchiert zu haben? Die Redaktion hat nun dank euch gelernt: Sich darauf zu verlassen, dass nur homosexuell veranlagte Männer geschminkt, auf Stöckelschuhen und mit Federboas glamourös zu Lady Gaga tanzen, das geht im Jahr 2011 nicht mehr. Danke Jungs, dass ihr uns nicht gleich eine kostenpflichtige Abmahnung geschickt habt, wie es Nachrichtensprecher oder Schauspieler schon mal tun, wenn man über deren (vermeintliche) sexuelle Orientierung zur Sprache bringt. Ihr seht es locker, und das finden wir ziemlich queer!

Am vergangenen Samstag nun ging es bei der Castingshow um die Finalwurst, die es zu ergattern galt, und dafür haben sich Kevin (bisexuell, gerade mit einer Freundin zusammen), Zalem (hetero, Familienstand unbekannt) und Pierre (lebt mit Frau und gemeinsamen Kind) nach eigenen Angaben den Arsch aufgerissen, um eine "sehr kranke Show" abzuliefern. Kevin bemerkte im Vorspann noch: "Unsere Show wirkt etwas schwul", was sich als ziemliche Tiefstapelei erwies. Zu den Klängen von Lady Gagas "Alejandro" ließen sie die drei wie einst Kleoptra auf den starken Schultern muskulöser Männer auf die Bühne tragen. Die Federboas haben sie in der Garderobe gelassen, dafür trugen sie - neben den Stöckeln - einen goldenen Penisschutz über ihrem schwarzen Tanzdress.

So nett die Choreographie der Nummer, der "Pumps-Titan" Dieter, wie ihn Moderator Daniel Hartwich verspottete, war nicht zufrieden: "Das war besser als Hüpfburg, aber keine tänzerische Glanzleistung." Dem schloss sich das Publikum, das per Telefon entscheiden konnte, an.

Aber keine Sorge, Jungs: Nach der Teilnahme am Supertalent wird eines mit Sicherheit auf euch zukommen: Einladungen zu Auftritten bei den diversen CSDs im nächsten Jahr.
(Foto: RTL / Stefan Gregorowius)



#1 Lapushka
  • 04.12.2011, 13:57h
  • Die goldenen Tiefschutze sind ja der Brüller XD

    Die drei sind wohl das was man anti-stereotyp nennt. Nett.
  • Antworten » | Direktlink »
#2 FoXXXynessEhemaliges Profil
#3 GayUserAnonym
  • 04.12.2011, 15:10h
  • OK, wenn jetzt ab sofort alle Tunten hetero und alle Kerle schwul sind, ist das ein guter Tausch...
  • Antworten » | Direktlink »
#4 krankAnonym
  • 04.12.2011, 15:11h
  • da kann man mal wieder eindrucksvoll sehen, wie männliche homosexualität immer tiefer in der stereotypisierungsfalle steckt.

    die wirkungsvollste art, sie zu unterdrücken und letztlich auszulöschen.

    und schwule halten das alles weiterhin für völlig "normal".
  • Antworten » | Direktlink »
#5 BenniAnonym
#6 seb1983
  • 04.12.2011, 19:36h
  • Antwort auf #4 von krank
  • Letztendlich wird nur das was alljährlich auf den CSDs zu sehen ist ins TV transportiert.
    Außer Kerlen in Stöckelschuhen, Proseccosaufen und Darkooms scheint die Szene in Deutschland seit 50 Jahren ihre eigene Version von Normalität zu feiern.
    Leider ziehen sich die Schwulen, die das eben nicht mögen, ins Private zurück.
  • Antworten » | Direktlink »
#7 Prinz14
  • 04.12.2011, 20:59h
  • Man kann als Schwuler auch im Rampenlicht stehen, nur ist man dann nicht im Fernsehen.
    Mit dem Tausch von Tunten und Kerlen könnte ich mich auch anfreunden.
  • Antworten » | Direktlink »
#8 queeresAnonym
  • 04.12.2011, 21:09h
  • Antwort auf #6 von seb1983
  • Moment, du vergisst das der CSD keine rein schwule und lesbische Veranstaltung ist!

    Es sind nicht alles schwule Drag Queens die das Bild des "Mannes in der Frauenrolle" prägen, es sind auch viele Transsexuelle, Transgender und bisexuelle Transvestiten, DWT´s usw.
    Letzteren beiden geht es mehr darum in der vermeintlich sexuellen Rolle als Frau wahrgenommen zu werden, sie stimmuliert es mit "weiblich- körperlichen Reizen" andere Männer und Frauen zu bezircen. Bei manchen bisexuellen Transvestiten ist es sogar eine Art Fetisch, sie können kaum Sex haben ohne ausgestopften BH usw, sie wollen beim Sex von einem Mann "als Frau behandelt" werden oder mit einer Frau lesbische Liebe imitieren.
    Hat also mit schwul nix zutun. (Auch nix mit Schwulen die devot sind, denn diese wollen beim Sex als devoter Mann und nicht als Frau wahrgenommen werden.)

    Schwulen Drag Queens geht es bei ihrer Verkleidung mehr um Travesie und Persiflage, denn als Schwule wollen auch sie Gleichgeschlechtliches und beim Sex keine Frau mit Brüsten etc. sein sondern fühlen sich sonst im männlichen Körper sexuell und phänotypisch zufrieden.

    Das die Presse und viele Heteros den CSD fälschlicherweise als Synonym für Schwulenparade ansehen ist bekannt, aber in einem queeren Forum kann man schon erwarten das sich die User der Vilefalt der sexuellen Orientierungen, Neigungen und Identitäten bewusst sind!

    Wenn das UND auch die Unterschiede zwischen schwulen Drag Queens und ( bi- und heterosexuellen) Fetisch- Transvestiten bekannter wäre, würden auch weniger Leute der Meinung sein Schwule wollen insgeheim Frauen sein.
    Vor allem die Presse scheint aber an diesem Bild festhalten zu wollen, in dem sie verpauschalisierend von Schwulenparaden schreiben und nie über den Unterschied zwischen Travestie und Transvestismus aufklären!
  • Antworten » | Direktlink »
#9 seb1983
  • 04.12.2011, 21:51h
  • Antwort auf #8 von queeres
  • Hm, wieviel davon bekommt man nun in einem 20 Sekunden Nachrichtenbeitrag unter oder in der Randspalte einer Zeitung?

    Aber du scheinst ja gut informiert zu sein, was ich mich schon immer gefragt habe:
    Warum stecken sich Schwule so gerne in Frauenklamotten und mondäne Dragqueens, wollen Sex als Frau haben etc. aber Lesben umgekehrt nicht als Machotypen?? Gibts da historische Gründe...?
  • Antworten » | Direktlink »
#10 queeresAnonym
  • 04.12.2011, 22:13h
  • Antwort auf #9 von seb1983
  • "mondäne Dragqueens, wollen Sex als Frau haben"

    Hm...du scheinst meinen Kommentar nicht richtig gelesen zu haben. Drag Queens wollen (wenn sie schwul sind) eben nicht Sex als Frau haben.

    Ich war jahrelang als Tanzlehrer bei einer Travestieshow tätig und keiner der Künstler der sich dort als schwul definierte wollte beim Sex "als Frau genommen" werden. Selbst die devoten nicht. (Sonst hätte ich auch nichts mit denen angefagen, ich bin eben schwul und stehe nicht auf üppige BH´s und "weibliche Reize" bei meinen Sexpartnern.)
  • Antworten » | Direktlink »