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  • 25. August 2004, noch kein Kommentar

Connie Francis Karriere wurde von vielen Schicksalsschlägen überschattet. Ihr legendäres 61er Jazz-Album lässt die guten alten Zeiten davor auferstehen.

Von Jan Gebauer

Connie Francis zählte zu den größten Stars der 50er und 60er Jahre. Auf Englisch hatte sie Welthits wie "My Happiness" (1959), Everybody's Somebody's Fool" (1960) oder "Where The Boys Are" (1961). Parallel dazu machte sie auch auf Deutsch Karriere und sang Evergreens wie "Die Liebe ist ein seltsames Spiel" (1960, Deutschland Platz 1), "Schöner fremder Mann" (1961, D # 2) und "Barcarole in der Nacht" (1963, D # 1). Dass die Entertainerin in den frühen 60er Jahren auch Jazz-Titel aufnahm, ist kaum jemanden bekannt. "Connie Francis In New York" nimmt sich einem Album von 1961 an: "Songs To a Swinging Band". In den USA nur ein mäßiger Erfolg, in Deutschland gar nicht erst veröffentlicht. Schlager ist ja bekanntlich einträglicher als Jazz. Über 40 Jahre später erscheint nun das besagte Album in gleicher hochwertiger Edition wie schon Alben von Nana Mouskouri, Caterina Valente und Bert Kaempfert. Connie Francis reiht sich perfekt in die Reihe der Legenden ein. Ihre Stimme klingt klar und feminin und umschmeichelt vortrefflich die von Richard Wess (Bobby Darin, Nat King Cole, Valente, etc.) arrangierten Titel. Zwölf Lieder zwischen Klassikern wie Rodgers/Hammersteins "Dat's Love (Habanera)" und "It Might As Well Be Spring", Irving Berlins "I Got Lost In His Arms" oder schmissigen Songs wie "Ol' Man Mose" von Armstrong/Randolph, bei denen man fröhlich mitschnippen kann. Beim Anhören dieser Kompositionen fragt man sich unweigerlich, warum nicht mehr dieser Perlen ausgegraben und hochwertig aufgelegt werden, wie es Universal tut. Kurzweilige Unterhaltung mit ausgezeichnetem frischem Sound ist garantiert, und wir hoffen auf weitere Veröffentlichungen auf diesem hohen Niveau.

Portrait:

Concetta Rosa Maria Franconero, wie Connie Francis bürgerlich heißt, wurde am 12. Dezember 1938 in Newark, New Jersey, USA geboren. Bereits mit elf Jahren sang sie professionell auf Bühnen und begleitete sich dabei auf dem Akkordeon. Ihre erste Schallplatte "Freddy" nahm sie 1956 ohne Erfolg auf. "Who's Sorry Now" bedeutete 1958 der Durchbruch für die dunkelhaarige Schönheit, die daraufhin zu einem Jugendidol wurde. Sie etablierte sich schnell als eine der erfolgreichsten und beliebtesten Sängerinnen der 50er und 60er Jahre. Von 1960 bis 1965 war sie auch in diversen Filmen zu sehen, unter anderem neben Liberace, Louis Armstrong und George Hamilton. Connie Francis nahm nicht nur Platten auf Englisch und Deutsch auf, sondern feierte auch Erfolge auf Französisch, Spanisch und Japanisch. Ihr großes musikalisches Spektrum reicht von Balladen und Folklore über Rock'n'Roll bis zur Country-Musik. Ihre Autobiografie "Who's Sorry Now?" erschien 1984 und wurde ein Bestseller. Darin enthüllte sie schockierende Details über ihr Privatleben. Hinter der glitzernden Fassade stand jede Menge Schmerz: Nach einem Konzert in einem Hotel wurde Connie 1974 vergewaltigt. Den Rest der 70er Jahren konnte sie deshalb nicht mehr auftreten. 1981 wurde ihr Bruder ermordet, ihre vierte Ehe scheiterte wenige Jahre später und Connie galt fortan als manisch-depressiv. Erst Anfang der 90er Jahre fand sie langsam zurück ins Showgeschäft. 1992 hatte sie einen Riesenhit in Deutschland mit einem Medley ihrer alten Hits ("Jive Connie, Jive"). Die 65-Jährige tritt heutzutage regelmäßig in Las Vegas und anderen Locations in Amerika auf. Dabei hat sie laut zahlreicher Fan-Seiten auch wieder ihren Humor gefunden.

25. August 2004, 13:30