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Pornoproduzenten werben gerne mit Worten wie "Bareback" oder "Bare" für Filme, in denen Darsteller ohne Kondome ihrer Arbeit nachgehen

In der US-Pornohauptstadt Los Angeles entscheiden die Bürger voraussichtlich im Juni 2012 über eine Kondompflicht in allen Vollerotik-Filmen, die innerhalb der Stadtgrenzen gedreht werden.

Die Aids Healthcare Foundation (AHF) hat am Montag erklärt, dass sie 71.000 Unterschriften für einen Volksentscheid im Wahlamt vorgelegt habe. Nötig sind 41.000 Unterstützer (entsprechend 15 Prozent aller Wähler bei der letzten Bürgermeisterwahl). Wenn diese Anzahl an Unterschriften am Ende der Prüfung für gültig erklärt wird, wird die Frage im Juni 2012 auf dem Stimmzettel stehen. Mit einfacher Mehrheit können die Wähler dann den Kondomgebrauch bei Pornodrehs zur Pflicht machen.

Die große Mehrheit der amerikanischen Vollerotik-Produktionen wird im San Fernando Valley im Nordwesten von Los Angeles gedreht. Aids-Aktivisten versuchen bereits seit mehreren Jahren, Barebackpornos zu verbieten, nachdem mehrere Darsteller HIV-positiv getestet worden waren. Die AHF scheiterte aber mit mehreren Klagen. Auch von der Politik wurden die Aktivisten bislang enttäuscht: So hat der Stadtrat von Los Angeles einstimmig gegen ein städtisches Verbot von Bare-Produktionen gestimmt - statt dessen forderten die Stadträte den Bezirk und den Bundesstaat auf, einheitliche Regeln aufzustellen.

Bereits jetzt Geldstrafen für Porno-Produzenten

Die kalifornische Gesundheitsbehörde hat bereits Geldstrafen in Höhe von über 125.000 Dollar in den vergangenen fünf Jahren verhängt, weil Pornoproduzenten Richtlinien zum Gesundheitsschutz nicht einhielten. So sollte das Label Treasure Island Media etwa 21.500 Dollar zahlen, weil Mitarbeiter nicht vor "Sperma und anderen infektiösen Stoffen" geschützt worden seien (queer.de berichtete). Treasure Island Media hat jedoch wie viele andere Pornofirmen Einspruch gegen die Geldstrafen eingelegt.

Die AHF glaubt, die Bevölkerung von einem Bareback-Verbot überzeugen zu können: "Wir können gewinnen", erklärte AHF-Chef Michael Feinstein. "Warum sollen wir weiter Politiker auffordern, mal für eine Sache einzustehen, wenn wir direkt zum Volk gehen können."

Die Free Speech Coalition, der Industrieverband der Pornobranche, hat bereits angekündigt, dass nach einem Bareback-Drehverbot viele Filme außerhalb der Stadtgrenzen produziert werden würden - oder illegal ohne Lizenz. Die Organisation hat erst Ende August ein einwöchiges Drehmoratorium verhängt, nachdem ein Darsteller positiv getestet wurde. Es wurde aber wieder aufgehoben, nachdem sich das Ergebnis als falsch-positiver Test herausgestellt hatte (queer.de berichtete).

Auch mehrere Pornodarsteller haben sich zuletzt für eine Kondompflicht ausgesprochen. Als Sprecher der gegenwärtigen Kampagne hat die AHF Derrick Burts engagiert, der vergangenes Jahr nach einem Pornodreh positiv getestet wurde. Burts erlangte in Heterofilmen unter dem Künstlernamen Cameron Reid und in Schwulenfilmen als Derek Chambers Bekanntheit (queer.de berichtete).

In der schwulen Pornoszene in den USA ist bereits jetzt Bareback verpönt. So werden bei den jährlich vergebenen GayVN-Awards Filme, bei denen keine Kondome verwendet werden, automatisch disqualifiziert. Dennoch gibt es auch in Los Angeles mehrere Studios, die sich auf Bareback spezialisiert haben.

Trotz der Kampagne gegen Bareback-Filme erweisen sie sich gerade in Europa als äußert populär. So verzeichnet der niederländische Pornoversender Homoactive.com unter seinen Top-10 der bestverkauften DVDs acht Barebackproduktionen. Von ihnen stammen fünf aus der Tschechischen Republik, zwei aus den USA und einer aus Russland. Die beiden einzigen Filme in der Liste, in denen immer Kondome benutzt werden, kommen aus Großbritannien und Deutschland. (dk)

Umfrage zum Artikel

» Soll die Produktion von Bareback-Filmen verboten werden?
    Ergebnis der Umfrage vom 06.12.2011 bis 19.12.2011


#1 KarstenAnonym
  • 06.12.2011, 13:06h
  • HIV lässt sich nicht verbieten und Sex ohne Kondom auch nicht. Der Zusammenhang zwischen Bareback-Pornografie und einer Veränderung des Sexverhaltens schwuler Männer lässt sich deswegen seit 15 Jahren nicht beweisen, weil es ihn nicht gibt. 75 Prozent aller Männer schützen sich und ihre Partner immer, egal welche Pornos sie schauen. Und wenn die Bareback-Pornografie nicht L.A. produziert wird, ziehen diese Studios eben nach New York oder Maine. Wem ist mit einem Verbot also geholfen? Das würgt nur die nötige Auseinandersetzung mit dem Thema ab.
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#2 Geert
  • 06.12.2011, 13:17h
  • Die USA sind mal wieder vorbildlich!
    Das "Alte Europa" dagegen ist ja ach so liberal und aufgeklärt, dass in Städten wie Berlin und Amsterdam Bareback die Regel ist. Schwule Touris in diesen Städten kann man daran erkennen, dass sie es mit Kondom machen wollen. Die Berliner und Amsterdamer selbst haben das aber nicht nötig. Aus diesem Grund sind ihre zwei Städte auch die versifftesten der Welt.
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#3 Lapushka
#4 Geert
  • 06.12.2011, 15:05h
  • Antwort auf #3 von Lapushka
  • Unzählige Männer, die mit HIV infiziert sind, sind nach Berlin gezogen, so dass es in der Stadt über 10.000 Aids-Kranke bzw. HIV-Positive gibt. Ein Großteil von ihnen fickt fröhlich durch die Szene - alle mit Kondom?
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#5 alexander
  • 06.12.2011, 15:54h
  • der nächste völlig überflüssige schwachsinn aus amiland ! der vor allem überhaupt nichts bringt !
    und wenn ich dann noch "herrn feinstein" tönen höre : "wir können gewinnen" ! wird mir erst recht übel. erinnert mich verteufelt an ähnliche kampagnen, auch an "christliche", die immer in fanatismus ausufern und nach 10 jahren zu uns herüberschwappen !
    habe eher das gefühl, dass feinstein sonst arbeitslos wäre, insofern ist diese aufgabe für ihn eine heilige pflicht !
    (auch in deutschland lebt man als bezahlter "aktivist" nicht schlecht !)

    bareback kann auch anderswo produziert werden, nicht nur im stadtgebiet von LA.

    pornodarsteller sind erwachsen und mündig, sie können selbst entscheiden, was sie machen, ob bare oder mit gummi.

    schon lustig, dass die wähler über die kondompflicht entscheiden ?
    (es kann nicht mehr allzulange dauern, dann wird der gummi auch für ledige pflicht ?)

    und wie man weiss, führen verbote nur zu gesteigertem interesse !
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#6 Till EAnonym
  • 06.12.2011, 16:04h
  • Antwort auf #4 von Geert
  • Man sollte zumindest zwischen Aids-Kranken und HIV-Positiven unterscheiden können, wenn man eine ernsthafte Diskussion anstrebt.

    Und was genau meinst du eigentlich mit "versifft"?
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#7 BurgerBerlinProfil
  • 06.12.2011, 16:45hBerlin
  • Na, da wird ja jeder Anhänger von Volksabstimmungen vor Freude durch die Gegend hüpfen ! Schon ein tolles demokratisches Mittel.
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#8 Lapushka
  • 06.12.2011, 17:24h
  • Antwort auf #4 von Geert
  • "Unzählige", "Großteil", "Bareback die Regel"

    Tut mir leid das klingt etwas wischiwaschi. Das kann ich nicht so einfach als Fakt annehmen solange es keine Quelle gibt.

    Zumal ich mir nicht vorstellen kann, dass Menschen nur wegen Lust auf Bareback dauerhaft in eine andere Stadt ziehen und damit freundeskreis und Arbeitsplatz aufgeben (Was nicht heisst dass es das nicht geben kann, aber in Massen?).

    Und dass sowas Einfluß auf die Sauberkeit einer Stadt hat, bezweifle ich auch.
    Amsterdam ist wohl nicht wegen Barebackern an manchen Ecken etwas schmuddelig sondern wegen der Party-Touris und weil Imbissbuden und Restaurants ihren Müll scheinbar tütenweise auf der Strasse lagern, warum auch immer.

    Trotzdem schneidet Deutschland was die HIV Situation angeht sehr gut ab. Im Gegensatz zu den USA.
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#9 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 06.12.2011, 18:23h
  • Ich hoffe, daß sich bei dem Referendum ganz klar die Befürworter des Barebackverbotes zukünftiger Pornofilme durchsetzen!
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#10 HackepeterAnonym
  • 06.12.2011, 18:47h
  • Antwort auf #4 von Geert
  • geert, würdest du noch die frage von lapushka aus kommentar 3 beantworten?

    wenn die usa so vorbildlich sind, warum haben sie dann eine katastrophale hiv-prävalenz? und warum ist die prävalenz im versifften deutschland dagegen so gering?
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