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Beim Eurovision Song Contest in Düsseldorf war das irische Zwillings-Paar immens präsent. Zahlreiche Zuschauer trugen auf den Köpfen Papp-Nachbildungen ihrer steilen Bürstenfrisuren. Das Markenzeichen von Jedward - das nur durch den massiven Einsatz extrastarken Haarsprays herstellbar ist - wirkt, als ob die Beiden gerade in eine Starkstromleitung gefasst hätten. Das gilt auch für alles, was unter dem Haaransatz hängt. Sie reden schnell, springen und tanzen ohne Unterlass, ziehen nonstop Grimassen. Müde Jedwards, das ist so unvorstellbar wie Nana Mouskouri ohne schwarze Brille.

Die exaltierten Hupfdohlen, die eigentlich perfekt in jeden Schwulenclub passen würden, wollen mit ihrem neuen Video zur Singleveröffentlichung "Wow Oh Wow" offensichtlich ihr heterosexuelles Image aufpolieren. Mit einem Macho-Angeberauto fahren sie am Strand von Venice Beach vor, um dort auf eine sehr blonde Frau mit sehr großen Brüsten zu treffen, die sie als ihr Objekt der Begierde markieren. Später tanzen sie mit ihr in einem schicken Club. Mehr als Blicke in den Ausschnitt und verführerische Starkstrom-Tänze um die Schöne gibt es aber nicht. Jedward müssen schließlich sexfrei bleiben, damit sie weiterhin in die Teenie-Vermarktungs-Schablone passen.

Ein bisschen schade ist das. Die Beiden hätten das Potential, sich mit mehr Androgynität und Zweideutigkeiten, noch mehr Glamour und Camp, und vor allem mit mehr Frechheit und Ironie eine eigene Identität zu schaffen.
(Foto: Universal Music)



#1 MartinKurayamiProfil
  • 07.12.2011, 15:13hViersen
  • Tja, aber was sollen sie denn auch machen, wenn ihnen warscheinlich eh alles vorgeschrieben wird. -.-
    Warscheinlich outen sie sich dann in 5 bis 10 Jahren, wenn man die dann noch kennt. :/
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#2 xoxoxoAnonym
  • 07.12.2011, 15:58h
  • die beiden typen hüpfen hyperaktiv und vollständig angezogen dumm da rum und die ebenso dümmlich lächelnde tussi hat natürlich nur einen bikini an.

    ziemlich wiederlich der ständig vorgelebte heterosexismus.
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#3 CarstenFfm
  • 07.12.2011, 16:30h
  • Ich find die schrechlich!
    Und sogesehen finde ich es gut, dass sie als Heteros inszeniert werden.
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#4 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 07.12.2011, 18:50h
  • Jedward polarisieren, entweder man mag sie oder man haßt sie, dazwischen gibts nix!
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#5 ExilbayerAnonym
  • 07.12.2011, 21:00h
  • "Androgynität" und "Glamour" sind doch auch nur Rollen - mit "eigener Identität" im Sinne des Zu-sich-selbst-Kommens hat das nichts zu tun.
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#6 media-watchAnonym
  • 08.12.2011, 08:13h
  • "Mit einem Macho-Angeberauto fahren sie am Strand von Venice Beach vor, um dort auf eine sehr blonde Frau mit sehr großen Brüsten zu treffen, die sie als ihr Objekt der Begierde markieren. Später tanzen sie mit ihr in einem schicken Club. Mehr als Blicke in den Ausschnitt und verführerische Starkstrom-Tänze um die Schöne gibt es aber nicht. Jedward müssen schließlich sexfrei bleiben, damit sie weiterhin in die Teenie-Vermarktungs-Schablone passen."

    Es reicht ja vollkommen, wenn "Teenagern" heterosexistische Rollenzuweisungen eingehämmert werden. Damit sie wissen, wie man(n) sich in der schönen, freien Welt des möglichst uniformen und dümmlichen Konsumismus zu verhalten hat.

    Soziale Kontrolle menschenverachtender, amoklaufender Medienkonzerne? Fehlanzeige!
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#7 CodyXD
  • 08.12.2011, 08:50h
  • Mein Gott Leute.... Die machen Musik für pubertierende Mädchen (und decken somit auch den schwulen Musikgeschmack ab lol). Die wollen abliefern und verkaufen, ja ja schrecklicher Kommerz.
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#8 rollbackAnonym
  • 08.12.2011, 14:49h
  • "Die machen Musik für pubertierende Mädchen"

    Interessant wie sich das geändert hat.

    Früher wurden Musik und Musikclips mit der Zielgruppe für Mädchen von Boygroups gemacht in dem die Jungs Haut gezeigt und nach Choreographien getantzt haben.

    Heute wird selbst was als Zielgruppe jüngere Mädchen/Frauen hat, in Musikvids mit einseitig halbnackten Frauen, entsprechenden Kameraeinstellungen und, aufs körperliche bezogen, erotisch neutral getrimmten Jungs/Männern beworben.
    Angefangen hat das mit den ganzen Rappervideos und ist mittlerweile generell Usus.

    Was das betrifft sind die Darstellungen für die jugendliche Zielgruppe von Frauen freizügiger geworden und was Männer betrifft konservativer geworden.

    Auch die dominant/devot Darstellungen in den Musikvids werden immer penetranter geschlechtsbezogen gezeigt, während die sexuelle Revolution damals gerade das Ziel hatte dieses zu durchbrechen und eine selbstbestimmte Sexualität für jeden zu erlangen und Sexualverhalten nicht vom Geschlecht abhängig zu machen.
    (Es gibt z.B. genug devote Männer, auch Heteromänner (Stichwort Domina usw.) was zeigt das man nichts pauschalisieren sollte.)

    Sogar in den 80er Jahren gab es mehr Schwules in der "heterosexuellen" Musikbranche als Heute. Damals konnte man noch Videos machen in denen die Band um Mittelpunkt stand, heute sind tanzende Frauen obligatorisch.
    Der Musikclip von Marilyn Manson mit dem gecoverten Lied "Tainted Love" ( was ursprünglich eindeutig schwul intoniert ist) zeigt z.B. eine strippende Frau im Mittelpunkt, um die gegenwärtige Ironie zu verdeutlichen.

    Diese Entwicklung ist auch eine Art von Heterosexismus und es ist nicht nur weil es angeblich die meisten Konsumenten so wollen, denn man sieht an der Entwicklung das Einstellungen, Meinungen, Werte und Normen einer Gesellschaft von äußeren Umständen stark beeinflusst werden.
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#9 LorenProfil