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In Europa ist der Wunsch nach einem schwulen Nachbarn unterschiedlich ausgeprägt. Aber wie richtig sind die Zahlen?

Der Europarat veröffentlicht einen Report über die Lage von Schwulen, Lesben, Bisexuellen und Transgendern in Europa. Er ist an einigen Stellen unzureichend, an anderen deutlich.

Von Norbert Blech

Der Europarat hat am Mittwoch einen großen Überblick über die Rechte und Diskriminierung von LGBT in Europa veröffentlicht. Die 143-Seiten-Broschüre fasst den aktuellen Stand zusammen in Fragen wie der Anerkennung von Ehe und Lebenspartnerschaft, von Adoptionsfragen und Transsexuellenrechten bis hin zu Antidiskriminierungsbemühungen, Asylgesetzen und Hassverbrechen.

In Teilen bleibt die Publikation dabei recht oberflächlich. Das Europäische Parlament hat Deutschland mehrfach wegen mangelnder Umsetzung von Antidiskriminierungsrichtlinien kritsiert (queer.de berichtete), die Kollegen vom Europarat bescheinigen Deutschland in der Frage eine "umfassende" Gesetzgebung, es liegt auf gleicher Stelle wie fortschrittlichere Staaten.

Fragwürdig ist auch ein Vergleich der Einstellungen der Bevölkerung, wie wohl man sich mit Schwulen als Nachbarn fühlen würde oder ob es europaweit ein Adoptionsrecht für schwule und lesbische Paare geben sollte. Bei den Befragungen, halbwegs repräsentativ ausgeführt mit zumeist 1.000 Befragten pro Land im Auftrag der Europäischen Komission, liegen Schweden, Dänemark und die Niederlande erwartungsgemäß weit vorne, aber Deutschland liegt schon weiter abgeschlagen direkt vor Polen und Slowenien, deren Bevölkerung deutlich toleranter sein soll als die von Finnland oder Österreich. Das könnte in die Irre führen.

Details auch zu Hassverbrechen


In Fragen der Antidiskriminierung hat Deutschland laut Europarat eine weiße Weste

Bezüglich dem Recht auf Versammlungs- und Meinungsfreiheit gibt die Broschüre eine umfassenden, auch in die Details gehenden Überblick, wie eine Stichprobe am Beispiel Russland ergibt. Unter anderem hier hätte man sich allerdings ein Eingehen auf Weißrussland gewünscht, das im ganzen Bericht nicht erwähnt wird. Umfassend ist auch die Berichterstattung zu Ehefragen, Adoptionsmöglichkeiten und Transgenderrechten.

Ausführlich wird auf spezielle Gesetze gegen Hassverbrechen eingegangen, die es in Deutschland nicht gibt. Überraschenderweise wird Deutschland allerdings zu den 15 Staaten gezählt, die Hassverbrechen gegen Schwule und Lesben (aber nicht Transgender) zählen und auch zu den vier Staaten, die diese der OSZE melden, auf deren Berichte sich die Broschüre bezieht.

Deutschland hat demnach für 2009 164 Verbrechen aufgrund der sexuellen Orientierung des Opfers gezählt, die Zahlen will das Innenministerium gemeldet haben - auf welcher Grundlage, ist unklar. Vergleichbar sind die Zahlen nicht, sagt die Rats-Broschüre. Schweden kommt im gleichen Zeitraum auf 1.060 Hassverbrechen, Norwegen auf 36. Erwähnt wird auch, dass es in einigen Staaten, darunter Deutschland, Debatten gibt, ob ethnische Minderheiten oder Migranten höher als die Allgemeinbevölkerung an den Verbrechen beteiligt sind.

Unpersönliches, aber deutliches Fazit

In einem Fazit wird geschlossen, dass Homosexuelle und Transgender noch immer umfassenden Diskriminierungen ausgesetzt seien, über die in Medien unzureichend berichtet und die von der Politik unzureichend registriert und aufgegriffen werden.

Konkrete Staaten werden nicht benannt, allerdings werden zahlreiche Verbesserungen erwünscht, Einschränkungen der Versammlungsfreiheit etwa als "ungerechtfertigt" bezeichnet. Die Broschüre solle als "Handreichung zum Dialog zwischen den Regierungen" genutzt werden. Die 47 Mitgliedsstaaten des Europaraates würden damit auch ein Zeichen für andere Länder setzen, in denen Schwule, Lesben und Transgender noch verfolgt und ermordet werden.



#1 NieInDenNewsAnonym
  • 08.12.2011, 19:31h
  • "In einem Fazit wird geschlossen, dass Homosexuelle und Transgender noch immer umfassenden Diskriminierungen ausgesetzt seien, über die in Medien unzureichend berichtet und die von der Politik unzureichend registriert und aufgegriffen werden."

    Ja, ich sagte ja das unsereins nie in den News ist...
    Weshalb berichten die "Offiziellen-Main-Stream" Nachrichten nicht von solchen News ? Weshalb kommen wir Schwucken nicht in den Nachrichten vor ? Wenn Nazis Ausländer umbringen, gibt es natürlich zu recht ein Skandal... Aber wenn man einen Schwulen verkloppt, ist das kaum eine Top-News wert.

    Sind ja nur die Schwulen,
    Menschen 2.ter Klasse...
    3.te Klasse gibt es auch noch...
    Dazu komm ich später...

    Nicht erwähnens oder gar berichtens wert unsereins...
    Dafür gibt es (wenigstens zum Glück) queer.de,
    aber letzendlich sind das auch nur SCHWULEN-GHETTO-NEWS... So wie unsereins letzendlich bloß "unter uns" und in der Szene aktiv offen Schwul sein darf... Aber wenn wir nur "unter uns" sein dürfen und in der Szene, dann heißt das auch, das wir Ghetto-Schwuchteln sind.

    Und genau das wollen die Heten von uns...
    Schwule sind solange okay, solange "wir" diese
    Leute nicht "anschwuchteln"... Denn WIR sind
    ja wiederlich... Und selbst "wir" finden noch welche, die WIR als wiederlicher empfinden.
    Eben die Menschen 3.ter Klasse...

    Es findet halt jeder noch einen
    Untermenschen unter sich...

    Tragisch....
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#2 RaffaelAnonym
  • 08.12.2011, 21:06h
  • Dass Deutschland gleich bewertet wird wie weit fortschrittlichere Staaten zeigt die Oberflächlichkeit dieser Beurteilung!
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#3 GayschwabeAnonym
  • 08.12.2011, 23:07h
  • Bereits am 23. Juni 2011 ist im Europarat die erste umfassende Studie zu Diskriminierung aufgrund von sexueller Orientierung und Geschlechteridentität mit Daten zu allen 47 Mitgliedstaaten vorgestellt worden. Erstellt wurde die Studie unter der Leitung von Thomas Hammarberg, Europarats-Kommissar für Menschenrechte.
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#4 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 08.12.2011, 23:56h
  • Wenn man sich den Bericht ansieht, so liegt unser Land nicht in allen Bereichen so weit abgeschlagen (siehe Grafiken 5.5 auf Seite 98 und 5.6 Seite 100) und trotzdem ist die Kritik am Gesamtwerk - wie im Artikel erwähnt - berechtigt.
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#5 Wyndakyr
  • 09.12.2011, 01:39h
  • Die beiden Grafiken zeigen deutlich, daß Gesetzteslage eine und tatsächlich existierende Akzeptanz zwei verschiedene Sachen sind.
    Bei der Akzeptanz liegt Deutschland zwar im oberen Mittelfeld, die Gesetzeslage scheint laut der unteren Grafik eine der besten zu sein...genauso wie in Ländern wie Ungarn (derzeit eine faschistoide Regierung an der Macht), Rumänien (von da hört man auch kaum was gutes) und Serbien (wo CSDs von der Polizei vor Rechtsradikalen und religiösen Fanatikern beschützt werden müssen...und seit kurzem laut queer.de-Meldungen zu Belgrad-CSDs auch tatsächlich werden).
    Manchmal hab ich da das Gefühl, daß die scheinbar gute Gesetzeslage und polizeigeschützte CSDs eher dazu da sind, um westliche Politiker und Medien davon abzulenken, wie dort die Atmosphäre gegenüber Schwulen dort im CSD-freien Alltag ist. Pro-schwule Gesetze können viele erlassen werden, nur müssen sie auch angewendet werden, woran ich in manchen osteuropäischen Ländern meine Zweifel habe. Falls allerdings in Russland dieses Verbot von "Homo-Propaganda" tatsächlich kommen sollte...das wird bestimmt angewendet.
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#6 JahresrückblickAnonym
  • 09.12.2011, 04:16h
  • "in Medien unzureichend berichtet"

    2011

    - Ein jährlicher 2.Seitebericht vom CSD mit exotischen Fotos reicht den meisten Zeitungen um das Jahressoll an schwul- lesbsichen Themen auszufüllen. Sonst weitgehende Unsichtbarkeit.

    - Mehrere schwule und/oder als schwul beschimpfte Jugendliche in USA und Kanada suizidieren sich weil sie gemobbt wurden, auch in Europa vermutet man eine stark erhöhte Suizidzahl bei schwulen und lesbischen Jugendlichen, aber Informationen findet man fast nur in LGBT Medien.

    - Filme mit schwulem und transsexuellem Inhalt werden als Gefahr für Kinder dargestell, dabei ist das Filmbusiness selbst eine Gefahr für Kinder:
    Schrottwood Hollywood im Bildsprech

    www.bild.de/news/ausland/kindesmissbrauch/kindesmissbrauch-h
    ollywood-21428072.bild.html


    - Bushido erhält trotz extrem homophoben und menschenverachtenden Liedguts von Medienvertretern den Bambi verliehen.
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#7 bambiAnonym
#9 nochmal dankeAnonym