Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?15524

Die Verurteilung von Tiwonge Chimbalanga und Steven Monjeza hatte im letzten Jahr für weltweite Schlagzeilen gesorgt

Die Regierung Malawis hat am Donnerstag überraschend angekündigt, Gesetze zu überprüfen, die Homosexualität verbieten. Der Druck aus dem Ausland, unterstützt durch Kürzungen und Stopps bei der Entwicklungshilfe, wurde offenbar zu groß.

Geschlechtsverkehr zwischen Männern wurde in Malawi 1930, noch unter britischer Kolonialmacht, erstmals als Straftat erfasst, das Gesetz ist bis heute gültig. Im letzten November stellte das Parlament zudem weibliche Homosexualität unter Strafe - einige Länder kürzten oder beendeten daraufhin ihre Entwicklungshilfe. Derzeit hält Deutschland für 2010 zugesagte 2,5 Millionen Euro Budgethilfe zurück. Weitere fünf Millionen Euro, die für dieses Jahr zugesagt wurden, liegen ebenfalls auf Eis (queer.de berichtete). Die USA stoppten ein Kraftwerksprojekt in Höhe von 350 Millionen Dollar.

"Wir passen keine Gesetze auf Wunsch von Geberländern an", hatte Justizminister George Chaponda damals dazu erklärt. Sein Nachfolger, Ephraim Chiume, kündigte am Donnerstag eine Überprüfung der Gesetze "aufgrund der öffentlichen Meinung" an. Auch ein Gesetz zum Verbot von Zeitungen und eine Einschränkung der möglichen Klagen gegen die Regierung stehen nun auf dem Prüfstand. Möglich ist ein Zusammenhang mit der Ankündigung des amerikanischen Präsidenten, sich im Ausland mehr für LGBT-Rechte einzusetzen und dabei auch Entwicklungshilfe als Mittel zu wählen (queer.de berichtete).

Ein Menschenrechtsreport der US-Regierung aus dem Jahr 2010 berichtet von zahlreichen Gewalttätigkeiten gegen Schwule, die nie angezeigt wurden. In einer Umfrage zwei Jahre zuvor hatten acht Prozent der befragten schwulen Männer angegeben, sie seien von der Polizei oder anderen Behörden zusammengeschlagen worden. 34 Prozent gaben an, sie wurden wegen ihrer sexuellen Orientierung erpresst oder hätten keinen Zugang zu Diensten im Gesundheitswesen oder im sozialen Wohnungsbau erhalten.

Im letzten Jahr sorgte auch die Verurteilung eines Paares wegen homosexuellen Geschlechtsverkehrs für internationales Aufsehen. Tiwonge Chimbalanga (28) und Steven Monjeza (21) wurden bei ihrer symbolischen Hochzeit verhaftet und zu 14 Jahren Haft mit Strafarbeit verurteilt, wenige Tage später aber durch Malawis Präsidenten begnadigt (queer.de berichtete). Das Paar trennte sich danach, Monjeza lebt inzwischen mit einer Frau zusammen. Chimbalanga, die sich selbst und möglicherweise nicht nur als Schutzbehauptung als Transfrau bezeichnet, versucht, Asyl zu bekommen. Sie berichtete zuletzt von zahlreichen Angriffen. Beide Verurteilten stehen unter einer Art Umgebungsarrest. (nb)



#1 alexander
  • 08.12.2011, 21:34h
  • schade , dass zu solch drastischen mitteln gegriffen werden muss !
    aber siehe da, es hilft !
    ich hasse dieses hardliner vorgehen, aber diese "regierungen" scheinen nur diese sprache zu verstehen ! sehr schade, aber wenn es hilft, absolut in ordnung !
  • Antworten » | Direktlink »
#2 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 08.12.2011, 23:57h
  • Da muß man erst Tacheles reden, damit ein Staat im Südosten Afrikas in Sachen LGBT-Rechte in die Puschen kommt! Das Homoverbot in diesem Land muß endlich fallen!
  • Antworten » | Direktlink »
#3 SebiAnonym
  • 09.12.2011, 08:20h
  • Da sieht man wieder mal, dass das Kürzen / Streichen von Entwicklungshilfe eben sehr wohl hilft und sogar das einzige ist, was hilft...

    Gute Worte, Fakten und Argumente bringen bei solchen verbohrten, hasserfüllten Menschen gar nichts. Aber die Sprache des Geldes versteht jeder und die wirkt bei jedem.

    All die Pseudo-Betroffenen Gutmenschen in ihren Wolkenkuckucksheimen, die immer schluchzen, man dürfe da nicht kürzen, weil es die Falschen treffe und nichts bessere, liegen offenbar falsch. Ebenso wie die Schwulen vor Ort, die über sowas auch oft mosern.

    Zumal diese Gelder eh zum weitaus größten Teil nur in den Verwaltungsapparaten versickern und den Diktatoren und Despoten helfen, an der Macht zu bleiben!

    Es zeigt sich:
    NUR Kürzung / Streichung von Geldern kann wirklich was zum Positiven verändern. Und NICHTS sonst. Jeder, der da was anderes behauptet, lügt vorsätzlich.
  • Antworten » | Direktlink »
#4 MarekAnonym
  • 09.12.2011, 19:19h
  • Antwort auf #3 von Sebi
  • Volle Zustimmung!

    Die ganzen Leute, die immer rumzetern, dass solche Maßnahmen die Falschen treffen und gar nichts ändern, sind auf einmal sehr still geworden.

    Weil sich wieder mal zeigt, dass eben nur solche Schritte wirklich was ändern und dass alles andere gutgemeinte Gelaber auf taube Ohren stößt und die sich sogar noch kaputt lachen, dass sie für ihren Faschismus sogar noch von uns finanziell belohnt werden.

    Deshalb kann die einzige Forderung nur lauten:
    Sofortiger Stopp aller Hilfsgelder an alle homophoben Staaten!!! Nur so kann sich dort etwas zum besseren ändern!
  • Antworten » | Direktlink »
#5 HinnerkAnonym
  • 09.12.2011, 19:38h
  • Antwort auf #3 von Sebi
  • Nicht nur, dass das Streichen von Entwicklungsgeldern das einzige ist, was wirklich vor Ort hilft und Dinge verändern.

    Sondern ich bin auch schlicht nicht bereit, mit meinem hart erarbeiteten Geld Diktatoren an der Macht zu halten, die Schwule verfolgen. Die finden uns fies, aber auf unser Geld sind die nicht fies; das zeigt nur, wie bigott und verlogen die sind.

    Ich kann es nicht mit meinem Gewissen vereinbaren Leute finanziell zu fördern, die Schwule verfolgen, denn dann würde ich ja diese Verfolgung direkt mit meinem Geld fördern!!

    Alleine schon das wäre Grund genug! Aber wie man sieht, ist das auch das einzige, wie sich wirklich vor Ort etwas bessern kann!

    Also gleich mehrere Gründe, so vorzugehen und es nicht mehr nur bei Gerede zu belassen, sondern endlich zu handeln!
  • Antworten » | Direktlink »
#6 FenekAnonym
  • 09.12.2011, 20:56h
  • Ich stelle fest: kaum droht die Kürzung von Geldern, bewegt sich endlich was, während vorher jahrelang alle guten Worte und Appelle rein gar nichts gebracht haben.

    Jetzt kann keiner mehr leugnen, dass nur diese Maßnahme die Dinge ändert. Auch nicht die Leute, die bisher immer das Gegenteil behauptet haben.
  • Antworten » | Direktlink »
#7 alexander
  • 09.12.2011, 21:40h
  • Antwort auf #5 von Hinnerk
  • du bringst es noch besser auf den punkt als ich,
    denn unser geld hält die diktatoren an der macht, kommt den betroffenen, bestenfalls "bröckchenweise" zu, eher noch den lakaien rund um das "geschäft" !
    und wird dann noch gegen uns und unsere interessen verwendet !

    nur noch als beispiel am rande, wer kann denn noch glauben, dass dieser jährliche "weihnachtliche, kirchliche sammelterror", den bedürftigen wirklich zukommt ?
    natürlich wird es in die "kirchlichen projekte" gesteckt, die frage ist nur für welchen zweck ?
    denn die "organisation" muss ja auch "vorher bezahlt" werden !? den rest bekommen dann die indoktrinierten lieben kinderlein, als schüssel reis ! (aber nur, wenn sie auf dem rechten weg sind !)

    man kann es nicht anders erklären, dass die homophobie, gerade in diesen "wundervoll missionierten ländern" immer schlimmere formen annimmt ! hier wird die naivität der menschen auf das "teuflichste missbraucht"!
  • Antworten » | Direktlink »
#8 Timm JohannesAnonym
  • 10.12.2011, 06:52h
  • Eine gute Meldung !!!

    In Drittweltstaaten sind die Gelder der westlichen Industriestaaten extrem wichtig und ich finde es sehr gut, das nunmehr Grossbritannien und die USA massiv damit drohen, Entwicklunshilfegelder zu streichen, solange in Afrika/Südasien Regierungen Gesetze zur Bestrafung homosexueller Handlungen aufrechterhalten bzw. verschärfen.

    Von der deutschen Bundesregierung und dem FDP geführten Entwicklunshilfeminsterium unter Dirk Niebel erwarte ich, das hier auch entsprechend gehandelt wird.

    Die Regierungen von Drittweltstaaten müssen unter finanziellen Druck gesetzt werden, um die entsprechenden Gesetze zu ändern.

    Und wer hier meint, dass dies "nicht in Ordnung" sei, dem antworte ich:

    Es ist nunmal leider so, das vieles auf unserer Welt nur geschieht, wenn entsprechende Gelder gezahlt werden. Geld regiert die Welt; das kann man gut oder schlecht finden, ist aber leider die Tatsache.

    Daher Herr Niebel von der FDP und künftige deutsche Entwicklungshilfeminister müssen von LGBT Aktivisten darauf "festgenagelt" werden, dass sie deutsche Entwicklungshilfegelder an der Legalisierung homosexueller Handlungen binden.
  • Antworten » | Direktlink »
#9 stromboliProfil
  • 10.12.2011, 07:44hberlin
  • Antwort auf #8 von Timm Johannes
  • wer um himmelswillen nagelt dich endlich fest an die nächste wand..
    bei soviel unverstand und selbstüberschätzung, gepaart mit banalen dümmlichkeiten ( "Es ist nunmal leider so, das vieles auf unserer Welt nur geschieht, wenn entsprechende Gelder gezahlt werden. Geld regiert die Welt; das kann man gut oder schlecht finden, ist aber leider die Tatsache...") sollte mal ein exempel statuiert werden!

    Die herren geldgeber, die ordnungsmächtigen, die feudalisten im moralischen wie im marktwirtscahftlichen.., so sehen wir uns gerne; nach unserer fasson möge die welt genesen.

    Das es unsere "welt" , unsere unkultur ist , die überhaupt solches leid erst ermöglicht, ist leuten wie dir mit deiner vernagelten sicht auf religion und sozialer verantwortung, nicht bei zu bringen.
    Da braucht es wirklich "hammer und nägel", um euch zur raison zu bringen!
    gott, seid ihr zum k.....
  • Antworten » | Direktlink »
#10 Timm JohannesAnonym
  • 10.12.2011, 08:33h
  • @stromboli
    Ausser Polemik und verbaler Attacke auf die Person wiedereinmal keine inhaltliche Auseinandersetzung im Thema in deinem letzten Beitrag zu finden. Aber das kennen wir bei dir nicht anders. Lass doch endlich einmal die Attacken auf die Person der Artikelschreiber sein, und setze dich inhaltlich mit den Themen auseinander.

    Mich freut die Entwicklung in Malawi, die nur dadurch zustande kommt, dass mit dem Streichen von Entwicklungshilfegelder seitens westlicher Industriesstaaten gedroht wird; Du scheinst anscheinend ein Problem damit zu haben, wenn in Malawi homosexuelle Handlungen legalisiert werden. Bei mir ist das anders, mich freut dieses Gesetzesvorhaben in Malawi sehr.
  • Antworten » | Direktlink »