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Wenn schwule Prinzen in die Bütt steigen, dann beginnen schon mal "festlich geschmückte Turnhallen zu beben" an. Das vermeintliche Erdbeben ereignete sich kürzlich in der 2000-Seelengemeinde Kreuzau-Winden, einem Vorort von Düren in Nordrhein-Westfalen, direkt am Rand der Nordeifel gelegen. Hier herrscht in der Regel ländliche Ruhe, mit Ausnahme des saisonalen seismischen Ereignisses, das man im Rheinland auch als Karneval kennt, woanders Fasching und wieder woanders ignoriert. In diesem Jahr, so beteuert Frank Lennartz, Vorsitzender des Karnevalvereins "Wendene Seempött" hätten die Turnhallenwände aber ganz besonders gewackelt, weil ihr neuer Prinz eben vom anderen Ufer ist. Selbst die Zeitung "DN-Woche" stellte stolz fest: "Tino I. ist der erste schwule Narrenherrscher im Kreis Düren."

Der 34-jährige Tino Linzenich gehört damit in den Reigen der homophil veranlagten Frohsinn-Vereinsjecken, der vor ein paar Jahren mit einem schwulen Prinzen in Düsseldorf eröffnet wurde. Die traditionell konservativen wie heterosexuellen Profi-Schunkler haben sich seitdem schrittweise geöffnet. So wurde ein schwul-lesbischer Verein Mitglied im Kölner Festkomitee, männliche Funkenmariechen zeigten ihre Stippeföttche bei der Prinzenproklamation. In diesem Jahr gibt es auch in Köln mit Marcus Gottschalk einen offen schwulen Prinzen. Und jetzt hat es sogar die Provinz erwischt. Oder wie es in Winden heißt: "Eh löstich Kerlche överall, jezz iss er Prinz im Karneval".

Gab es denn auch irgendwelche negativen Reaktionen, will die DN-Woche wissen. Frank Lennartz schüttelt mit dem Kopf: "Es gab im Vorstand sofort eine hundertprozentige Zustimmung und auch im ganzen Dorf gab es keine blöden Kommentare." Jeder Jeck ist eben anders...

(Mit Dank an unseren Leser Karl, der uns heute auf diese Nachricht aufmerksam machte. Foto: Screenshot Website DN-Woche)



#1 Side-FX23Anonym
  • 09.12.2011, 12:10h
  • Zitat:"Und jetzt hat es sogar die Provinz erwischt." Das ist so nicht richtig. Zur selben Zeit, wie es in Düsseldorf den ersten schwulen Karnevalsprinzen gegeben hat (2009), waren die Münsterländer sogar schon fortschrittlicher und hatten sogar ein schwules Prinzenpaar! Also hat es die "Provinz" viel früher erwischt als das Rheinland!
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#2 CarstenFfm
#3 FoXXXynessEhemaliges Profil
#4 RobiAnonym
  • 09.12.2011, 23:55h
  • Bei manchem scheint ja das Attribut schwul auszureichen.

    Schwul und Karneval geht das klar und zwar einfacher als man denkt. Ich bin seit Jahren im Vorstand eines Karnevalsvereins tätig und auch bei den Dachorganisationen.
    Ich habe nie ein Geheimnis draus gemacht das ich schwul bin, habe mich auch nie offiziell geoutet, meinen Partner bringe ich auch selbstverständlich mit zu Veranstaltungen das ist kein Thema für uns.
    Ich käme jedoch nie auf die Idee mein Schwulsein zu thematisieren wozu ? Ich habe noch keinen Hetro gesehen der seine Hetrosexualität ausgiebig betonen muss und sie wie Schild vor sich her trägt.

    Das finde ich Markus Gottschalk in Köln schon eher symphatischer ich bin schwul aber muss deswegen nicht anfangen Kerle zu küssen. Dafür gab es ja hier in den Foren reichlich Kritik warum ?

    Ich bin der Meinung wir sind erst dann angekommen wenn man sich nicht mehr erklären muss sonden es selbstverständlich ist seinen Partner dabei zu haben und das ist Karl, Heinz, Anton, Torben oder wie immer auch der Mann an der Seite heißt.

    Also ich persönlich brauch keine schwulen Prinzen die sonst nix zu bieten haben.
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#5 PierreAnonym
  • 10.12.2011, 17:27h
  • Es geht nicht darum, dass ein heterosexueller Karnevalsprinz ja auch kein Aufhebens um seine sexuelle Veranlagung macht. Es geht lediglich darum, dass sich die Zeiten mittlerweile insofern geändert haben, dass es möglich ist, als Schwuler auf dem Dorf Karnevalsprinz zu werden. Wenn ich an die Zeiten von vor 20 - 30 Jahren denke, dann wäre dies ein Ding der Unmöglichkeit gewesen. Insbesondere in einem kleineren Ort (wie hier im Beispiel Winden - einem Vorort von Düren), wo immer die katholische Kirche und eine erzkonservative Menthalität vorherrschten.
    Insofern wäre es eine genau so positive Entwicklung, wenn in 20 Jahren eine solche Meldung überflüssig würde, weil ein schwuler Karnevalsprinz überall genau so normal ist wie ein heterosexueller.
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#6 finkAnonym
  • 13.12.2011, 09:29h
  • Antwort auf #4 von Robi
  • "Ich käme jedoch nie auf die Idee mein Schwulsein zu thematisieren wozu ?"

    weil die leute es sonst oft nicht begreifen oder man in ein unausgesprochenes stillschweigeabkommen hineinrasselt.

    ich habe das oft genug erlebt, dass jemand zwar mit seinem partner irgendwo auftaucht, aber solange die beiden nicht gerade vor aller augen knutschen bleiben sie für die heteros "cousins", "gute freunde", "nachbarn" oder "mitbewohner". und selbst wenn die leute es endlich begreifen, kann man oft beobachten, wie alle sich darum bemühen, das offensichtliche bloß nicht anzusprechen. wo es völlig selbstverständlich wäre, zu fragen "und das ist also deine freundin? wie habt ihr euch kennengelernt?" bleibt es bei "das ist torben? hallo torben".

    für heteros ist es selbstverständlich, partner/innen nicht nur zu zeigen, sondern auch über sie oder die partnerschaft zu reden. genau das sollten wir auch tun. alles andere ist eben KEIN selbstverständlicher umgang mit unserer sexualität, sondern ein akzeptieren des "man darf es zwar wissen, vielleicht sogar sehen, aber bitte bloß nicht darüber reden".

    wir sollten uns nicht damit herausreden, dass eine beziehung etwas so intimes sei, dass man nicht darüber sprechen dürfe. das tun heteros wie gesagt auch nicht. in gewisser weise macht erst das sprechen über eine beziehung sie auch real. ich würde nie einen partner akzeptieren, der mich immer nur mit meinem vornamen vorstellt und nie mit "das ist mein partner".

    "Ich habe noch keinen Hetro gesehen der seine Hetrosexualität ausgiebig betonen muss und sie wie Schild vor sich her trägt."

    dann hast du offenbar weder einen durchschnittlichen bekanntenkreis noch einen fernseher. kann ja mal vorkommen...
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#7 maaaartinAnonym
  • 13.12.2011, 10:26h
  • Antwort auf #4 von Robi
  • ach, du kennst keinen hetero, der von frau und kindern erzählt?
    das sind z.b. aussagen die a) die heterosexuelle verpartnerung sowie b) heterosexuellen vaginalen geschlechtsverkehr und seine folgen ganz ungeschminkt zur sprache bringen...

    oder antwortest du diesen menschen dann, dass ihr nervige art fremden ihre sexualität aufzudrängen dich anwiedert, weil das doch gerade kein thema ist.
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#8 DespinaAnonym
  • 14.12.2011, 18:11h
  • Antwort auf #4 von Robi
  • “Markus Gottschalk in Köln schon eher symphatischer ich bin schwul aber muss deswegen nicht anfangen Kerle zu küssen”

    Warum sollen sich denn heterosexuelle Frauen von ihm küssen lassen?!
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