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Gay-Drama "Die Mission"

Ein homophober Vater rastet aus


Vater Che liebt seinen Sohn Jes - bis er dessen Homoknutschfotos findet

Benjamin Bratt brilliert in dem preisgekrönten Familiendrama "Die Mission" seines Bruders Peter - jetzt auf DVD.

Von Carsten Weidemann

Ein Coming-out in der Gay-Metropole San Francisco sollte kein Problem sein, denkt man. Nicht jedoch wenn man im Latino-geprägten Mission District wohnt. Der 17-jährige Jes Rivera (Jeremy Ray Valdez) hat zwar einen festen Freund und vergnügt sich abends im schwulen Castro-Viertel, allerdings nur heimlich: Sein homophober und cholerischer Macho-Vater Che (Benjamin Bratt) - ein Exgangster, der Lowrider-Autos restauriert - darf davon nichts wissen.

Als Che eines Tages durch Zufall Fotos findet, auf denen sein bis dahin abgöttisch geliebter Sohn andere Männer knutscht, rastet der alleinerziehende Vater völlig aus. Nur mit Mühe können die Nachbarn den Mexikaner davon abhalten, seinen Sohn mitten auf der Straße krankenhausreif zu prügeln. Jes bricht daraufhin den Kontakt zu seinem Vater ab, um sein eigenes Leben zu leben.

Youtube | Interview mit Benjamin und Peter Bratt bei der Premiere des Film in New York

Ein mitreißendes Plädoyer für Liebe und Respekt

Che ist am Boden zerstört, doch seine Homophobie ist stärker als die Familienbande. Immer wieder vergeblich drängt ihn die neue und nervige Nachbarin Lena, doch einen Schritt auf seinen Sohn zuzugehen. Erst als Jes Opfer eines Hassverbrechens wird, beginnt Che seine Haltung zu überdenken...

Regisseur Peter Bratt ist mit dem mehrfach preisgekrönten Film "Die Mission" ein mitreißendes und bewegendes Plädoyer für Liebe und Respekt gelungen. Das sehr emotionale Drama zeichnet sehr authentisch die Widersprüche und Leidenschaft in San Franciscos Latino-Community nach. Die Schauspieler - allen voran Superstar Benjamin Bratt (Traffic, Catwoman, Miss Undercover, Piñero, Law & Order) - geben Höchstleistungen. Hinzu kommt ein perfekt passemder Soundtrack aus Latin-Jazz und Soul.

Die Mission (Originaltitel: La mission / Mission Street Rhapsody), Drama, USA 2009, Regie: Peter Bratt, Darsteller: Benjamin Bratt, Jeremy Ray Valdez, Talisa Soto Bratt, Alex Hernandez, Max Rosenak, Laufzeit: ca. 116 Min., Sprache: englische Originalfassung, Untertitel: Deutsch (optional), FSK 12, Pro-Fun Media

Youtube | Jeremy Valdez, Erika Alexander and Benjamin Bratt bei der Eröffnungsparty des San Francisco Filmfestivals
Galerie:
Gay-Drama "Die Mission"
10 Bilder


#1 Geert
  • 10.12.2011, 11:54h
  • Der Film ist realistisch. Jeder kann selbst den Test machen: Man verlasse in San Francisco den Castro Distrikt und gehe mit seinem Freund nur einige Hundert Meter in den von Latinos bewohnten Mission Distrikt hinein - sofort schlägt einem blanker Hass entgegen und man wird zumindest verbal gemobbt. Das habe ich selbst wiederholt erlebt.
    Dies zeigt auch, dass es nicht sinnvoll ist, getrennte Wohnbezirke für verschiedene Bevölkerungsgruppen zu haben. Ein "Gay District" ist also das Letzte, was wir hier in Europa brauchen. Solche Stadtviertel sind eine Art Disney Land, in denen Narrenfreiheit besteht, aber sie haben nicht wirklich etwas mit schwuler Emanzipation zu tun.
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#2 Frankyboy
  • 10.12.2011, 12:31h
  • Antwort auf #1 von Geert
  • Lieber Geert,
    genau aus diesem Grund finde ich es toll, dass es solche Bezirke gibt. Im Castro-Distrikt leben viele, um einfach frei sein zu können. So sollte es zwar überall auf der Welt sein, ist aber leider nicht so. Da brauchen wir uns nichts vormachen...
    Warum fahren denn viel nach GC, Ibiza, Key West, Palm Springs etc? Warum sind die Gay-Kreuzfahrten so beliebt? Um Gleichgesinnte zu treffen und "unter uns" sein zu können, ohne irgendwelche blöden Blicke auf sich zu ziehen.
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#3 Geert
#4 MarekAnonym
#5 Audi5000Anonym
  • 10.12.2011, 13:35h

  • Da kann ich Geert nur Recht geben, Eigentlich! Leider ist es auch so das ich Ungeoutet bin. Ich Wohn in nem kleinen Kaff wo an jeder Ecke Dumme und Hasserfüllte Sprüche über Schwule hörst! Und die besten kommen natürlich von der eigenen Familie. Ich hab zwar einen Schwulen Bekanntenkreis aber trotzdem behalt ich vor anderen Lieber für mich!
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#6 TimmometerProfil
  • 10.12.2011, 14:15hNordeifel
  • Antwort auf #5 von Audi5000
  • Ich kann Dich sehr gut verstehen. Ich wollte kein Coming-Out - alleine wegen meinen Eltern nicht und wie sie damit im kleinen Dorf hätten leben sollen. Aber für mich war auch klar, dass ein Outing sein muss, wenn ich einen festen Freund habe. Das war vor 10 Jahren dann auch der Fall. Nun - wer A sagt, muss auch B sagen. Das hab ich dann gemacht und nicht bereut. Ich bin sicher, dass hinter unserem Rücken viel getuschelt wird. Das stört mich aber nicht. Das machen sie auch über alle anderen - nur die Themen sind andere.

    Mein Vater starb früh und meine Mutter musste erst mit der Situation klarkommen - merkte dann aber auch den Background in der Familie und im Dorf und konnte es so besser akzeptieren und machte sich nicht mehr soviele Sorgen um mich.

    Und genau dessen solltest Du Dir auch bewusst werden. Ich bin davon überzeugt, dass es ein Tennie auf dem Land heute - in aller Regel - immer noch nicht leichter hat - als ich vor 20 Jahren. Nun bin ich Ende Dreißig und hatte mein Outing also vor 10 Jahren. Gott sei Dank! Das war einfach nur befreiend!

    Ich bin der Überzeugung - dass es sich die Schwulen in Deutschland doch nur selbst schwer machen - wenn sie sich ein Outing nicht trauen.

    In Ländern, wo die Situation eine andere ist, kann ich aber natürlich verstehen, wenn man sich bedeckt hält. Auch gibt es sicher Viertel in Deutschland, wo ich vorsichtig wäre. Doch es ist auch nicht so, als wenn wir ständig händchenhaltend und küssend durch die Gegend laufen.
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#7 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 10.12.2011, 14:16h
  • Schade, daß das Thema in einem OmU behandelt wird und der Film vorher nicht im deutschen Kino lief!
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#8 stromboliProfil
  • 10.12.2011, 15:51hberlin
  • Antwort auf #5 von Audi5000
  • kopfschüttel über soviel ignoranz ;
    wo kannst gerade du, mit deiner hier angefühtrten geschichte, geert recht geben?
    Ist doch gerade für leute wie dich, ein rückzugsgebiet ungeheuer wichtig...
    Und du schreibst doch selbst:
    "Ich hab [ ...] einen Schwulen Bekanntenkreis ...-
    Was anderes als ein geistiges rückzugsgebiet ist dies?
    Den begriff getto mal nicht nur negativ besetzen , weil der gesuchte isolierte raum ein freiwillig aufgesuchter ist und nicht ein zwangsweise zugewiesener!
    Das muss man schon unterscheiden lernen! &
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#9 Audi5000Anonym
  • 10.12.2011, 15:59h

  • Na ich will mich aber auch nicht nur an Cruisingplätzen rumtreiben! Aber Outen und meinen ganzen Nichtschwulen Freundeskreis Verlieren? Klar könnte ich auch Sagen wer mich Schwul nicht mag hätte mich Hetero nicht Verdient, ist aber halt nicht so Leicht!
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#10 nix gut lesenAnonym