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Zickenalarm & rosa Schneekugel

Trash-TV wird immer schwuler


"X-Diaries": Schluß mit dem Tuntengekreische, der homophobe Papa erleidet gleich einen Pflaumensturz (Bild: RTL2)

Immer mehr homosexuelle Karikaturen bevölkern den Fernseh-Bildschirm. Zwei Beispiele aus dieser Woche: "X-Diaries" (RTL 2) und "Schwer verliebt" (SAT.1).

Von Carsten Weidemann

Es gibt Sendungen im deutschen Fernsehen, von denen man sich wünscht, dass sie nie jemand außerhalb des Landes zu Gesicht bekommt. Vor allem das Genre der sogenannten "Scripted Reality Soap" oder auch "Doku-Novella" sorgt beim heimischen Zuschauer bereits für ein ordentliches Fremdschämgefühl. Für Außenstehende ergibt sich das Bild, die Deutschen wären ein Haufen ewig keifender schräger Freaks ohne Hirn und Verstand. In Sendungen wie "X-Diaries", "Frauentausch" oder "Schwer verliebt" werden zunehmend Schwule in den Mittelpunkt einzelner Episoden gestellt.

"Scripted Reality" heißt: Autoren denken sich Geschichten aus, die so oder ähnlich in der Realität passieren könnten. Laiendarsteller stellen sich zur Verfügung, um diese Stories nachzuspielen. Die Kamera wird so eingesetzt, dass es wie eine Dokumentation wirkt. Das komplett fehlende schauspielerische Talent versuchen die Beteiligten durch übertrieben viel Gezeter zu kompensieren. Heraus kommt ein Format, das für ahnungslose Zuschauer irgendwie echt wirkt, in dem permanent hysterisch rumgebrüllt wird, und das mit der Realität nicht das Geringste zu tun hat.

Pinscher, Papa, propere Jungs


"Schwer verliebt": Daniel (Mitte) hat gleich zwei Kerle zur Auswahl. Nimm doch einfach Beide. (Bild: SAT1)

In dieser Woche lässt sich die schwule Zickenvariante in "X-Diaries - Love, Sun, Fun" auf RTL2 bestaunen. Die Story: Der arbeitslose Friseur Victor (26) entschließt sich nach langer Jobsuche in Deutschland zusammen mit seinem Lebensgefährten Chris (32) nach Gran Canaria auszuwandern. Victor will dort einen Hundesalon eröffnen. Nach einem sexy Fotoshooting und einer spontanen Schwulen-Parade an der Playa del Ingles fliegen die Fetzen als der Konflikt mit dem homophoben TV-Vater von Victor bei einem Kamel-Ritt ausartet. Der Friseur wird gemimt von Chris Kappelmann, der sich selbst als der "Party-Prinz" bezeichnet und bereits bei diversen TV-Formaten den Quoten-Homo abgegeben hat.

Echt ist zwar der 20-jährige schwule Daniel, der sich über die Sendung "Schwer verliebt" bei SAT1 einen neuen Mann in sein etwas einsames Leben holen will, dessen Höhepunkte derzeit nur im Sammeln von Schneekugeln bestehen (queer.de berichtete). Der Rest dieser "Bauer sucht Frau"-Variante ist aber so gestelzt und aufgesetzt wie üblich in diesem Format. Löblich zwar, dass das stereotype schwule Schönheitsideal hier einmal kräftig überrollt wird, doch diese Sendung wendet sich nun einmal nicht an die Gay Community, sondern an die Massen, die sich gerne nach den Nachrichten Menschen zur Belustigung vorführen lassen (Ha ha, guck mal der Dicke, sieht selber aus wie seine Schneekugeln, und huh, schwul isser auch noch). Klischees werden mit dieser Märcheninszenierung nicht überwunden.

Sendetermine

X-Diaries: Wiederholung der schwulen Episode am 14. und 15.12 um 18 Uhr, RTL2
Schwer verliebt: Wdh. am 17.12. um 14:45 Uhr, neue Folge am 18.12., 19 Uhr, SAT1


#1 BurgerBerlinProfil
  • 14.12.2011, 09:40hBerlin
  • Was möchte man gegen diesen Trash unternehmen - leider sind die Menschen so dumm und schauen sich diesen Müll an. Queer.de berichtete auch zu Genüge über Bauer sucht Frau. Wer glaubt, dies sei das normale Leben auf einem Bauernhof, der irrt völlig. Die "Scripted Reality" Formate sind zur Zeit ein beliebter Quotenfänger des privaten Fernsehens. Vermutlich wird der Tag kommen, da wollen die Zuschauer dies nicht mehr sehen. Da kann man nur warten und ansonsten "Abschalten". Die Dummen, die sich sowas anschauen, kann man leider nicht "Ausschalten" !!
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#2 Marco87Anonym
  • 14.12.2011, 10:33h
  • "Es gibt Sendungen im deutschen Fernsehen, von denen man sich wünscht, dass sie nie jemand außerhalb des Landes zu Gesicht bekommt"

    Meint der Autor tatsächlich scripted reality Formate seien eine deutsche Erfindung? Dafür brauchen wir uns nun wirklich nicht zu schämen - unsere Nachbarn kennen solche Formate bereits selbst zur Genüge. Diese Scheiße kommt doch gerade aus dem Ausland. In den angloamerikanischen und niederländischen TV-Trashküchen gibt es das schon viel länger als in unserem Privatfernsehen. Bei einem Praktikum bei einer Produktionsfirma in England habe ich selbst erlebt, dass selbst bei "echten" BBC-Doku-Formaten mittlerweile munter und schamlos hinein-editiert wird, ohne dass das zugegeben wird. Eine Frage der Zeit bis auch das öffentlich-rechtliche Fernsehen bei uns seine momentan noch echten Dokus und Reportagen pimpt. Sehr schade das alles. Man kann nur hoffen, dass die Zuschauer diesen Mist irgendwann erkennen und abstrafen.
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#3 HinnerkAnonym
  • 14.12.2011, 10:50h
  • Was will man von diesem ganzen Scripted Reality-Scheiß erwarten, der die Privatsender zumüllt...

    Ich frag mich echt, wie die Zielgruppe solchen Mülls aussieht.

    Man hätte z.B. gut mal eine ECHTE Doku machen können, dass es auch viele Schwule jenseits von Modelmaßen gibt und wie schwer die es oft haben, einen Partner zu finden. Stattdessen macht man wieder nur eine Raritätenschau, die Voyeuristen ihre Lust am Gaffen und Lästern befriedigen können.

    Typisch: Privatfernsehen = Kommerzfernsehen!
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#4 HinnerkAnonym
  • 14.12.2011, 10:53h
  • Antwort auf #2 von Marco87
  • Ja, noch sind die Öffentlich-Rechtlichen nicht an sowas beteiligt. Und ich hoffe, dass das auch so bleibt.

    Damit es wenigstens noch Inseln der Seriösität, der Qualität und Objektivität gibt.
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#5 HugoAnonym
  • 14.12.2011, 11:28h
  • Die Reality Shows und Serien haben alle den selben Zweck: Sich auf Kosten oft ungebildeter Menschen lustig zu machen.
    Reality Soaps in denen Laiendarsteller die letzten Klischees bedienen ( egal ob schwul, hetero oder was auch immer) sind an Peinlichkeit nicht zu überbieten.
    Die Krönung sind dann "Supernanny" Sendungen in denen Kinder vor der Kamera von ihren Eltern körperlich und seelisch misshandelt werden.

    Aber auch sämtliche Reality Shows alá DSDS, Supertalent usw, die seit ein paar Jahren durchs deutsche TV flimmern sind mit näherem Blick betrachtet nicht viel besser.
    10 jährige Kinder die von Ihren geltungssüchtigen Eltern angefeuert werden vor einem riesen Publikum aufzutreten und die nach ihrem Auftritt Angst haben von Bohlens Jury mit Sprüchen fertig gemacht zu werden oder denen eine angeblich riesen Karriere als Sänger versprochen wird, was in Wirklichkeit bedeutet nach Quoteneinriss in der Versenkung zu landen.
    Oder bei Modelshows 16jährige Mädchen vor der Kamera in Reizwäsche vorzuführen und sich eine Klum erdreistet ihnen nicht vorhandenes Übergewicht anzudichten, was manche Mädchen vor den Flimmerkästen in die Magersucht treibt und Jungs von klein auf den Eindruck vermitteln lässt das erstens nur Mädchen begehrenswert sein dürfen ( da nur Mädchen zugelassen) und zweitens das Mädchen ohne Probleme im deutschen TV als Warencharakter betrachtet werden dürfen, während der kurz gezeigte Knackpo eines gleichaltrigen Jungen in einem deutschen Spielfilm nicht mal die FSK übersteht und schnell in die "wir wollen doch heterosexuelle, jugendliche Zuschauer nicht in ihrer empfindlichen Entwicklungsphase verwirren" Ecke rutscht. ( Im Gegensatz dazu hat die FSK im Rahmen von "Reality" Shows bei minderjährigen Mädchen und Zoom auf entsprechende Körperstellen auf einmal keine Probleme mit Freizügigkeit und "Verwirrung Jugendlicher in ihrer sexuellen Orientierungsfindung"...)

    Von den Klischeebildern in Rality Sendungen über (fast immer) tuntige oder in Frauenkleider schlüpfende (echte oder gespielte) Schwule ganz zu schweigen. ( Einzige Ausnahme ist da wirklich nur dieser Bauer)

    Serien wie X-Diaries, Frauentausch und Schwer Verliebt sind da nur der Gipfel der Verblödung.
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#6 alexMucEhemaliges Profil
  • 14.12.2011, 12:29h
  • RTL2 schaue ich nicht, das ist bei mir ganz hinten auf der Fernbedienung zwischen Astro-TV und irgendwelchen Shopping-Sendern versteckt. Nur gelegentlich mal ein paar betimmte Ausschnitte später auf Youtube. Und Sat1 "Schwer verliebt" ist einfach nur Leute öffentlich zu demütigen. Klarer Verstoß gegen das AGG. Aber die Akteure sind offenbar so bescheuert, die merken das nicht.
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#7 userer
  • 14.12.2011, 14:11h
  • Antwort auf #3 von Hinnerk
  • Also die öffentlich-rechtlichen Sender sind auch nur tendenziell besser, denn die aufklärerischen Sendungen komen immer zu nachtschlafender Zeit als Feigenblättchen, wenn Dummdeutschland sich nicht mehr daran stört.
    Figuren wie der homophobe Hallervorden & Co sind in der ARD großgeworden!

    Und kommerziell sind ARD und ZDF auch. Unsere Zwangsgebühren braucht man für hirnlose Musikantenstadl, frömmelnde und realitätsfremde Serien wie Um Himmels Willen und für den überbezahlten Jauch, der so gerne klug wäre. Den Rest holt man sich über illegales Product-Placement und verbotene Werbeeinblendungen nach 20 Uhr ("Diese Sendung wird ihnen präsentiert von ...").
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#8 TadzioScot
  • 14.12.2011, 15:31h
  • WIR sind FREAK-TV... WIR sind die Schwulen Papageien, oder die komischen ekligen Schwulen... Wir SIND die FREAK-SHOW...

    FREAK-TV wird immer beliebter... Aber nicht nur WIR sind Opfer von diesem Fascho Fernsehen...

    Auch Dicke Menschen werden im FREAK-TV vorgeführt... Da fillmt man extra die Fettwülste, unter denen viele Übergewichtige Menschen leiden... Man brauch sich nur "Mitten im leben" und wie die Skript-Dokus alle heißen nur mal genau an zu sehen.. Oder so Schönheits Operationen Sendungen... Menschen werden dort vorgeführt...

    Und so macht man es auch mit uns Schwulen, nur anders... Mit Lachern oder mit sieh dir diese Schuchteln an...

    WIR SIND FREAK-TV...

    Es hiß ja mal "Du bist Deutschland", ich, wir nicht, bei uns heißt es "Du bist FREAK-TV" ! :-(
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#9 MeierKurtAnonym
  • 14.12.2011, 15:39h
  • "Figuren wie der homophobe Hallervorden & Co sind in der ARD großgeworden!"

    Und dabei ist dieserr "Dida"
    Hallervordeen überzeugter FDP wähler...
    Aber nun ja man konnnte ja bei der Westerwelle mal ein Auge zudrücken, "denn wer Jude..äh ich meine eine böse Tucke ist, bestimme immernoch ich..."

    Wunderd mich dierekt das viele Schwuchteln
    scharenweise immer wider zu FPD hinrennen...

    (Sorry kann nichd so gut schreiben)
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#10 media controlAnonym
  • 14.12.2011, 15:44h
  • Antwort auf #1 von BurgerBerlin
  • So lange "Freiheit der Medien" weiterhin als Freiheit von Medienkonzernen verstanden wird, aus jedem noch so sexistischen, stigmatisierenden oder sonstwie menschenverachtenden Schwachsinn maximale Profite zu schlagen, wird sich an diesen Verhältnissen auch nichts ändern.

    Gerade im Umgang mit historisch und aktuell diskriminierten gesellschaftlichen Gruppen, im Kampf gegen Rassismus, Sexismus, Homophobie, Islamophobie und andere Formen der gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit, muss es eine umfassende soziale Kontrolle einschließlich der Ausübung von Vetorechten durch die Betroffenen selbst geben.

    Freie, unabhängige und die Menschenwürde achtende Medien und die herrschenden kapitalistischen Medienkartelle schließen einander ohnehin von Anfang aus.
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