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Untenrum rasieren, so wird Mann zum Frauenversteher (Bild: Universal Pictures)

Ein Job ist ein Job, sagt sich der erfolglose Theaterschauspieler Alexander und verwandelt sich in "Alexandra". Die neue Komödie von Detlev Buck.

Von Carsten Weidemann

Da gibt es einen Schauspieler, der arbeitslos ist. Egal, wo er vorspricht, er bekommt einfach keine Engagements, sein Typ ist nicht gefragt. Bis er aus lauter Verzweiflung für eine Frauenrolle vorspricht, und sich dafür entsprechend als Frau verkleidet. Und siehe da, es funktioniert. Er bekommt den Job beim Fernsehen und ist auch noch so erfolgreich, das er als sie zum Star wird. Der Schwindel könnte ewig so weitergehen, wenn da nicht die Liebe zu einer Frau wäre, die ihn schließlich zur öffentlichen Enttarnung motiviert. Die Story kommt bekannt vor? Na klar, das ist "Tootsie" mit Dustin Hoffmann in der Hauptrolle. Die Sensationskomödie aus dem Jahr 1982, die für zehn Oscars nominiert wurde und heute zu einer der besten Filme dieses Genres zählt.

Wer sich "Rubbeldiekatz" anschaut, der wird nicht an "Tootsie" vorbeikommen, denn das Vorbild, das Sydney Pollack so meisterhaft in Szene setzte, ist bei Detlev Bucks neuem Film unverkennbar vorhanden. Und dennoch ist es auch eine andere Geschichte, die weniger auf weniger bedeutungsschwangere Botschaften wie "Zeige dich so, wie du bist, und alles wird gut" enthält. "Rubbeldiekatz" mit Matthias Schweighöfer in der Hauptrolle spielt einfach albern aber mit Niveau mit den durchaus fragwürdigen Rollenbildern von Mann und Frau, die in der Gesellschaft gang du gäbe sind.

In Kürze die Story: Ein Job ist ein Job, sagt sich der erfolglose Theaterschauspieler Alexander, verwandelt sich in "Alexandra", schlägt alle Konkurrentinnen aus dem Feld und ergattert tatsächlich eine Frauenrolle in einem großen Hollywoodfilm! Aber kann er in Pumps und ausgestopftem BH auf Dauer überzeugen? Mehr als ihm lieb ist! Sein Kollege beginnt ihn zu begrabschen, auch der genialische Regisseur findet ihn unwiderstehlich, Alex' Ex-Freundin flippt aus und seine ruppigen Brüder und deren durchgeknallter Kumpel mischen das Filmset auf. Alex würde seine falschen Locken am liebsten an den Nagel hängen, wenn es nicht längst zu spät wäre - er hat sich unsterblich in seine Partnerin verliebt: Superstar Sarah Voss. Die wichtigste Frage vor dem Happy-End: Ist Alex Frau genug, um seinen Mann zu stehen?

Tootsie Hoffman: Unerotischer Backfisch, Alexandra Schweighöfer: Heiße Braut


Oops! Busengrabscher in eigener Sache (Bild: Universal Pictures)

Der Komödien-Zeremonienmeister Detlev Buck verrät, wie es zu dem Filmtitel kam: "Es ist nicht anzüglich gemeint, sondern frech, er bringt Spaß, ist schnell - wie der Film. Der Ursprung des Ausdrucks ist jüdisch: Das Geld von jüdischen Kaufleuten war in ein Katzenfell eingenäht, und wenn man ein schnelles Geschäft macht, dann rubbelt man die Katze, das Katzenfell. Ist also historisch." Und wer den schnellen Euro verdienen will, tut dafür alles, sogar äußerlich sein Geschlecht wechseln. Eines muss man - im Vergleich zu Tootsie - durchaus anerkennen: Dustin Hoffman sah als Frau einfach grottenhaft schrecklich aus. Eine amerikanische Durchschnitts-Mutti mit hässlichen braunen Röcken und dieser unglaublichen 80er-Riesenbrille. Eine völlig unerotische Person.

Matthias Schweighöfer dagegen verwandelt sich überzeugend in ein junges sexy Girlie. Selbst seine Filmpartnerin Alexandra Maria Lara war nach einer Weile völlig verwirrt: "Am Anfang hat es ein bisschen gedauert, sich den Mann wegzudenken, was nichts mit seiner äußeren Erscheinung zu tun hatte - das lag einfach nur am eigenen Bewusstsein darüber, dass er eben ein Mann ist und vielleicht auch daran, dass wir uns vor dem Film schon länger kannten. Aber mit der Zeit hat sich das irgendwie gedreht, denn ich habe plötzlich mehr Stunden mit ihm als Frau verbracht und dann hatte ich tatsächlich das Gefühl: Ich sitze da mit einer Freundin und unterhalte mich. Verrückt, nicht?"



#1 FoXXXynessEhemaliges Profil
#2 MarioAnonym
  • 15.12.2011, 20:45h
  • In dem Film spielt er keinen Schwulen und will keine Frau sein, sondern gibt sich lediglich als eine aus um eine Rolle zu bekommen.
    Was ist dann die Intention des Autoren des Artikels, außer das man scheinbar wie eine Frau auszusehen hat um die Attribute jung und sexy zu "verdienen"?
    Schweighöfer als Mann wird mit keinem Wort beschrieben, aber seine Verkleidung als Frau macht ihn auf einmal zur "heißen Braut" und zum "jungen sexy Girlie".
    Letztere Bezeichnung ist auch insofern bescheuert als das Schweighöfer schon 30 Jahre alt ist.

    Auch die Tatsache das mittlerweile sogar Schwule Wörter wie Girlie ( anstatt Frau oder zumindest Girl) benutzen, aber mit Begriffen wie "junger, sexy Boy" Probleme haben, weil das ja nicht in das Klischee- Hetenschema passt.

    Viele Schwule haben sich anscheinend schon so daran angebiedert das sie unbewusst bei Boys an kleine unschuldige Jungs und die Pädoecke denken und bei Girls/Girlies aber an junge, sexy Frauen.
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#3 seb1983
#4 unfreiheit 2011Anonym
  • 16.12.2011, 10:25h
  • Antwort auf #2 von Mario
  • 100% zustimmung!

    die herrschende sprache ist immer die sprache der herrschenden.

    und es ist sowohl in artikeln als auch kommentaren bezeichnend, wie bereitwillig sich die meisten schwulen von dem herrschenden hetero-sexismus und seinen geschäftsmodellen in ihrem denken, ihrem sprechen/schreiben und handeln diktieren lassen.

    generell stellt sich die frage, inwieweit es für schwule von interesse sein soll, dass sich irgendein zwangsheterosexualisierter kommerz-schauspieler ganz toll dabei vorkommt, mal in frauenkleider geschlüpft zu sein, wobei er nach eigenem bekunden ja extrem erleichtert war, als dieses überaus mutige durchbrechen der gesellschaftlich konstruierten, geschlechtlichen rollenzuweisungen wieder vorbei war.

    wie es angehen kann, dass schon junge mädchen dazu vergewaltigt werden, mit "high heels" herumzuhüpfen, nur um den sexistischen rollenzuweisungen, die ihnen und uns allen von der film-, fernseh-, musik- und allgemein konsumindustrie eingehämmert werden, bestmöglich zu entsprechen - diese und andere fragen, die ihn vielleicht für schwule wirklich interessant machen könnten, stellt er sich und anderen ohnehin nicht.

    dass schwule dies nicht tun, kann man allerdings nur als verantwortungslose ignoranz gegenüber der lebenswirklichkeit insbesondere auch von männlichen jugendlichen werten. sollten sie doch allmählich begriffen haben, dass der immer brutalere hetero-sexismus, der von den herrschenden kartellen des kommerz propagiert wird, unmittelbar und mittelbar diskriminierung und gewalt gegen schwule sowie eine immer größere unfreiheit von jungs und jungen männern, ihre homosexualität zu entdecken, nach sich zieht.
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#5 dobrapivo
  • 16.12.2011, 19:25h
  • Buck ist der größte! Ein norddeutscher Billy Wilder, der es versteht Slapstick mit Hintersinnigem ohne dünkelhafte Scheuklappen zu inszenieren. Ich habe noch keinen schlechten Film von ihm gesehen und freu mich riesig, dass er so ein klassisches Motiv aufgegriffen hat.

    Dieses Motiv der Verwechslungskomödie ala Charleys Tante eignet sich übrigens ganz schlecht zum politisieren.
    Und was "Girlie/Boy" und bla bla angeht: Sprache bahnt sich seinen Weg. Da ist man als einzelner ganz machtlos und akzeptiert es besser. Dazu ist es echtmal zu unwichtig
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#6 alexander
  • 16.12.2011, 21:40h
  • Antwort auf #5 von dobrapivo
  • vor allem ist das script dem zeitgeist geschuldet !

    der film ist wunderbar und hat sogar charme, der ausserordentlich und saukomisch ist !
    [ und allen kämpferischen jungschwuchteln aus der grünen körnermühle mit ballaststoffen, sei ins gebetbuch geschrieben : auch charly´s tante mit h. rühmann, war mal der publikumsrenner !]

    wer verhält sich denn, nach dem oben erwähnten zeitgeist ? nur militante kryptoschwule können sich jetzt über diesen film und zungenkuss aufregen, geradezu mehr als lächerlich !
    genau dieses klientel macht doch durch seine spiessige haltung solche filme erst möglich !

    ja back to the 50´s, ihr macht es alle möglich ?!
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#7 Lache im KellerAnonym
  • 18.12.2011, 16:09h
  • Antwort auf #5 von dobrapivo
  • “dass er so ein klassisches Motiv aufgegriffen hat“

    Das macht man, wenn man einen Kassenschlager will, und das ist mit der Besetzung mehr als deutlich. Sei s ihm gegönnt. Kann die dumbe Masse an Weihnachten kreischen gehen, da ja Kino ohne Lachen für die Meisten nicht funktioniert..
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