In ihrem ersten Bericht zur Situation von Homosexuellen und Transpersonen fordern die Vereinten Nationen ein Ende der staatlichen Diskriminierung und beklagen besonders "grausame" Gewalttaten, die Opfer einzig wegen ihrer sexuellen Orientierung erdulden müssen.
Der 25-seitige auf Englisch verfasste Bericht wurde vom Menschenrechtskommissariat (UNHCR) erstellt und am Donnerstag in Genf vorgestellt. Er ist die Antwort auf eine Resolution des UN-Menschenrechtsrats vom Juni, in der erstmals die Schlechterstellung von Schwulen und Lesben kritisiert wurde (queer.de berichtete). Diese Entscheidung fiel damals mit 23 zu 19 Stimmen äußerst knapp aus. Während die EU und die USA für die Gleichbehandlung stimmten, votierten viele afrikanische und asiatische Staaten sowie Russland dagegen.
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Staatliche Diskriminierung führt zu gesellschaftlicher Lynchjustiz
In dem Bericht wird detailliert gerügt, dass homo- und transphobe Gewalt in jeder Region der Welt an der Tagesordnung sei. Im Vergleich zu anderer durch Vorurteile motivierter Gewalt seien die Übergriffe auf sexuelle Minderheiten besonders hinterhältig und grausam. Staatliche Diskriminierung führe dazu, dass gesellschaftliche Gewalt gegen sexuelle Minderheiten um sich greife und nur selten verfolgt werde; Mord, Vergewaltigung und Entführungen würden dadurch begünstigt. Viele Schwule und Lesben könnten sich nicht an die Behörden wenden, weil sie dort weitere Diskriminierung fürchteten. In diesem Zusammenhang kritisierte der Bericht auch homofreundliche Staaten, die verfolgten Schwulen und Lesben aber kein Asyl gewähren.
Die UN schlägt eine ganze Reihe von Maßnahmen vor. So sollten alle Staaten das Verbot von Homo-Sex aus ihren Gesetzestexten streichen. Derzeit verbieten dem Bericht zufolge noch 76 Länder gleichgeschlechtliche Beziehungen. Auch die gesellschaftliche Diskriminierung von Schwulen und Lesben müsse mit Antidiskriminierungsgesetzen und Aufklärungskampagnen bekämpft werden. Als positive Beispiele werden unter anderem Projekte an Schulen genannt. Der Bericht stellt jedoch fest: "Regierungen und internationale Organisationen haben oft die Gewalt und Diskriminierung, die auf sexueller Orientierung oder Geschlechtsidentität beruht, übersehen". Die UN-Mitglieder müssten sich im Klaren sein, dass sie sich verpflichtet hätten, die Grundrechte der Bürger zu schützen.
Volker Beck: Bericht ist "bahnbrechend"
Überschwänglich begrüßte der grüne Fraktionsgeschäftsführer Volker Beck am Freitag den "bahnbrechenden" UN-Bericht: "Hinter den staubtrockenen Formulierungen verbergen sich großartige Neuigkeiten. Die UN fordern ihre Mitgliedstaaten sehr eindringlich und nachdrücklich auf, die gesetzliche und gesellschaftliche Diskriminierung von LGBTI zu beenden", erklärte Beck. Er forderte Außenminister Guido Westerwelle auf, umgehend an einer Strategie zur Umsetzung der Vorgaben zu arbeiten. (dk)
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Von Mister_Jackpot Profil nur für angemeldete User sichtbar
Es ist ja super, dass sowas gefordert wird, aber solang noch nicht einmal in Mitteleuropa Schwule und Lesben wirklich respektiert und gleichgestellt sind, solang bringen diese Apelle wenig. Ich werde in meinem Leben jedenfalls keine echte Gleichstellung mehr erleben..und damit meine ich die Gleichstellung nicht auf gesetzlicher Ebene, sondern in den Köpfen der Menschen. Man wird als Schwuler auch in Deutschland im günstigsten Fall nur schief "angeschaut", wenn man mit seinem Partner z.B. in der Bahn kuschelt, aber das hab ich ja in einem anderen Thread schon gesagt! Ich bin da mittlerweile so ziemlich desillusioniert...Leider....
Von Feendrache Aus Leipzig (Sachsen) Mitglied seit 16.10.2011
Ist ja mal ein netter Ansatz aber mich nervt dieses ewige hin und her diskutiere langsam wirklich tierisch! Reden, reden, reden, reden, reden und ab und an mal einen hübschen und langen Bericht abgeben. Mehr ist wohl leider nicht drin, oder? Und dann stimmen ja die "Länder" ab, wobei in dem Sinne nicht die Länder sondern nur Vertreter abstimmen und dadurch auch nur die Meinungen und persönlichen Interessen Einzelner nicht aber die des ganzen Landes und deren Bewohner. Herr Gott nochmal, können die diese Gesetze nicht endlich mal wirklich durchboxen, anstatt immer nur zu labern? So wie es momentan läuft, kommen wir ja nie weiter >.<
Gruß
Fee
Von seb1983 Profil nur für angemeldete User sichtbar Antwort zu Kommentar #1 von Mister_Jackpot
Ob es irgendwann mal nur ein Achselzucken geben wird wenn man sagt man sei schwul? Unwahrscheinlich, Unterschiede lassen sich so einfach nicht wegwischen, wirklich ändern werden sich Menschen nicht.
Frauen kämpfen seit über 100 Jahren für ihre Gleichberechtigung und sind weiterhin stark benachteiligt, in den USA landen vorzugsweise Farbige in der Todeszelle, und und und...
In nur einer Generation wurde was Schwulenrechte angeht schon eine ganze Menge erreicht wenn du Europa und Nord/Südamerika vor 50 Jahren mit heute vergleichst. Da gibts keinen Grund desillusioniert zu sein.
Von echte demokratie Antwort zu Kommentar #3 von seb1983
in einer gesellschaft, in der eine kleine elite die breite masse faktisch ausbeutet und um die früchte ihrer arbeit bringt, darf man in der tat nicht erwarten, dass grundlegende menschenrechte jemals verwirklicht werden. wo die konstituierende basis nicht stimmt, kann auch der überbau nicht stimmen.
diese rechte müssen ohne jede völlig verfehlte "diskussion" durchgesetzt werden. die gleichheit aller menschen - und zwar in jeder hinsicht - ist nicht irgendeine nette bzw. lästige draufgabe einer wahrhaft demokratischen und sozialen gesellschaft, sondern deren notwendige voraussetzung.
Von seb1983 Profil nur für angemeldete User sichtbar Antwort zu Kommentar #5 von echte demokratie
Da hast du völlig Recht.
Seit tausenden Jahren wartet die Menscheit nun auf eine solche Gesellschaftsform. Bisher wurde sie noch niemals verwirklicht und wird es wohl auch nie. Aber man darf natürlich mal träumen.
Bis dahin muss man mit der parlamentarischen Demokratie als schelchtesten Regierungsform, mit Ausnahme aller anderen, weiter leben...
In der us-amerikanischen Spielart der parlamentarischen Demokratie, bekommen die Republikaner bei allen Minderheiten von der schwulen Minderheit die meisten Stimmen.
Von FoXXXyness Profil nur für angemeldete User sichtbar
Unter den 76 Staaten, in denen Homosexualität ja noch nicht legalisiert ist, bildet Afrika den größten Teil und die Negativbeispiele der letzten Monate in einigen Staaten, wie z. B. Nigeria, Uganda + Ghana treibt das Ganze sogar die seltsamsten Blüten. Für Asien sind da speziell der Iran, China und Malaysia zu nennen. Die Gleichstellung in allen UN-Staaten wird noch sehr lange brauchen, da es leider immer wieder Ewiggestrige gibt, die dem Ganzen nämlich viele Steine in den Weg legen.
Von alexander Profil nur für angemeldete User sichtbar Antwort zu Kommentar #1 von Mister_Jackpot
ich muss dir leider recht geben ! drum bin ich manchmal so richtig stinkwütend und sauer, über diese kleingrümelei unserer sogenannten politgrössen !!! (und deren machenschaften !)
abgesehen vom GG., die berühmte gleichheit aller menschen und bürger, für die jetzt seit 50 jahren von schwulen verstärkt gekämpft wird, hätte ich auch mit mehr "gleichstellung" im jahre 2011/12 gerechnet !
was mich aber doch sehr betroffen macht, dass du schon der meinung bist, dass sich so schnell in den köpfen der menschen nichts ändert ? ich habe die hoffnung noch nicht ganz aufgegeben ( mit 60 j.) ich wurde in meinem leben immer wieder überrascht, von den reaktionen heterosexueller menschen, die zum teil zu guten freunden wurden, aus allen altersklassen.
zugegebener maßen, es sind nicht allzu viele, aber immer wieder menschen die von vornherein mit der "tatsache", dass ich schwul bin, für sich, völlig problemlos umgegangen sind.
aber allein, dass ich diesen umstand bemerkenswert finde, bestätigt deine meinung, mit der sogenannten öffentlichen meinung ? (kuscheln in der bahn.)
allerdings, kommt der hier so oft, zurecht angeführte gesellschaftliche "rollback" auch zum tragen, wenn sich heute junge menschen schon wieder über fkk-baden mokieren ???
aber insofern finde ich auch diese apelle wichtig, selbst wenn nur eine paar wenige damit erreicht werden, es schafft doch ein breiteres verständnis, bei menschen, die denken können, sich aber vorher damit nie auseinandergesetzt haben.
du weisst doch, die hoffnung stirbt zueletzt !