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Outing in der Middle School...

Bürgerrechtsaktivisten laufen Sturm gegen eine Schule im US-Bundesstaat Utah, die einen 14-jährigen Schüler gegenüber seinen Eltern geoutet hat.

Der Junge, der eine Middle School im Alpine School District besucht, hatte bei einem Schulprojekt über seine Homosexualität gesprochen. Daraufhin hat ein Lehrer die Eltern des Schülers darüber informiert. Nach Angaben einer Sprecherin des Schulbezirks war der Lehrer besorgt, weil er gehört hatte, dass andere Schüler sich über den 14-Jährigen lustig gemacht hatten; er befürchtete, dass sie den jungen Schwulen mobben könnten. Die Eltern sollen ihn danach aus der Schule genommen haben und wollten abwarten, bis die Kontroverse abebbt. Sie sollen laut Schulbezirk ihren Sohn weiterhin unterstützen.

ACLU: Schule hat Privatsphäre verletzt

"Die Entscheidung der Schule hat dem jungen Mann das Recht genommen, über sehr persönliche Aspekte seines Lebens selbst bestimmen zu können", erklärte Joe Cohn von der Bürgerrechtsorganisation American Civil Liberties Union (ACLU) gegenüber der Nachrichtenagentur AP. Diese Missachtung der Privatsphäre des Jungen könne schlimme Folgen haben, insbesondere in Regionen wie Utah, in denen Homosexualität noch mit einem Stigma behaftet ist. Zwar müsse die Schule das Thema Mobbing ansprechen, dürfe Schüler aber nicht zum Coming-out zwingen.

In diesem Jahr gab es bereits mehrfach Berichte über schwule Schüler, die sich nach teils jahrelangem Mobbing das Leben genommen haben. Erst vor einer Woche beging ein 18-Jähriger aus Tennessee Selbstmord (queer.de berichtete). Ein Outing gegenüber den Eltern kann ebenfalls gefährlich für den Heranwachsenden sein: Laut einer schockierenden Studie aus Massachusetts war einer von vier jungen Schwulen oder Lesben bereits obdachlos - meist weil die Eltern mit der Homosexualität des Kindes nicht zurechtkamen und es dann vor die Tür setzten (queer.de berichtete). (dk)



#1 SebiAnonym
  • 16.12.2011, 16:52h
  • Also da finde ich den Protest nicht okay.

    Der Lehrer hat es in bester Absicht getan, weil er sich Sorgen um seinen Schüler machte, da es Anzeichen für Mobbing gab.

    Gerade vor dem Hintergrund diverser Selbstmorde schwuler Jugendlicher in den USA, die Opfer von Mobbing wurden, ist das eher ein Ausdruck von Sorge.

    Im Übrigen: wenn man noch nicht mal mit den Eltern über Probleme ihres eigenen (14-jährigen!) Kindes sprechen kann, mit wem dann? Dürfen Eltern demnächst auch nicht mehr die Noten ihres Kindes erfahren?

    Und das mit Verweis auf Datenschutz. Gerade in den USA ist Datenschutz ein Fremdwort, aber wenn man dann ein Kind schützen will, fällt einem plötzlich das Wort Datenschutz ein.

    Es gibt soviel, wogegen man demonstrieren sollte, aber ausgerechnet hier halte ich die Proteste für übertrieben.
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#2 Wyndakyr
  • 16.12.2011, 18:05h
  • Wenn der Lehrer es tatsächlich nur gut gemeint hat und seine "Besorgnis" um den Jungen echt war, hat er es zumindest nicht besonders gut gemacht.
    Sinnvoller wäre es zumindest gewesen, erst mal mit dem Jungen zu sprechen, bevor er ihn bei seinen Eltern outete.
    Wenn es sich bei den Eltern um religiöse Betonköppe handeln sollte, hätte er damit alles nur schlimmer gemacht.
    Dieses vorübergehende Aus-der-Schule-nehmen ist allerdings auch keine dauerhafte Lösung.
    Falls der Lehrer und seine Eltern dem Jungen wirklich helfen wollen, müssen sie sich zusammen tun und den Mitschülern, die ihn gemobbt haben (UND deren Eltern) mal richtig Feuer unterm Hintern machen (mit Rauswurf aus der Schule drohen, bei Wiederholung Strafnzeige etc.).
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#3 antos
  • 16.12.2011, 18:46h
  • Antwort auf #1 von Sebi
  • Die ACLU scheint mir - nach kurzer Recherche - eine okaye Vereinigung zu sein, umso weniger verstehe ich diesen Protest. Was ist denn das für ein merkwürdiger Begriff von 'Privatsphäre'? Kann mich mal irgendwer aufklären?
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#4 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 16.12.2011, 19:05h
  • Ein schwules Outing in der Schule - man denke nur an Rosa von Praunheim! Der hatte nämlich in einer TV-Sendung auch einige Prominente unfreiwillig "aus dem Schrank" geholt!
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#5 alexander
#6 pöolikujzhtgrfedAnonym
  • 16.12.2011, 19:52h
  • Scheiß USA!

    Der Lehrer hat kein Recht, darüber zu bestimmen, was die Privatsphäre seiner schüler betrifft.

    Das es solche Regionen in den USA gibt, ist klar. Ein Volk, in dem jeder zweite der Überzeugung ist, das sie Gottes gelobtes Land seien und wo die Bevölkerung Darwin als Teufel bezeichnet, das glaubt, das die Erde erst 6000 Jahre alt sei, kann dümmer nicht sein!
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#7 juliusAnonym
  • 16.12.2011, 20:39h
  • Antwort auf #2 von Wyndakyr
  • Vielleicht kannte der Lehrer die Eltern aber auch schon von Elternabenden, Sprechstunden, etc. und hat dann in einer Abwägung entschieden, dass die Eltern Verständnis haben und das besser ist als dass der Junge gemobbt wird und sich das Leben nimmt.
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#8 JuliusAnonym
  • 16.12.2011, 20:41h
  • Antwort auf #6 von pöolikujzhtgrfed
  • Und wenn der Schüler gemobbt wird und irgendwann zusammenbricht und sich das Leben nimmt?

    Was sagst Du dann?

    Tot, aber mit Privatsphäre gestorben?

    Und mal ganz abgesehen davon:
    wenn es erst mal alle Mitschüler wissen (und auch ihren Eltern erzählen) - wie lange hätte es dann wohl gedauert, bis die Eltern es eh gehört hätten?
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#9 RaphaelMUCProfil
  • 16.12.2011, 23:07hMünchen
  • Hätte ein Lehrer mich bei meinen Eltern geoutet, hätte ich keine Sekunde gezögert und die Schule verklagt.
    Ich bin mir zwar nicht sicher ob es da einen konkreten Rechtsweg gibt, aber sowas ginge mir eindeutig zu weit.
    Sich bei den Eltern zu outen ist ein entscheidender und bedeutender Schritt im Leben eines schwulen Jugendlichen. In Extremfällen ist dieser mit großer psychischer Belastung verbunden und erfordert viel innerliche Vorbereitung und Überwindung. So ein Spontanouting von einer Fremdperson kann auch nach hinten los gehen. Ganz abgesehn davon, das nicht alle Eltern mit absolutem Verständniss reagieren. - Der ganze Druck, die Angst, die belastenden Gefühle die man bis dahin verdrängt hat stürzen schlagartig auf einen herab. Was das in einem sowieso schon verwirrten und verletzten Gemüt auslöst, kann fatale Folgen haben. Das kommt einer Schocktherapie ziemlich nahe, bei der sich jeder Seelenklemptner die Haare raufen würden.
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#10 TadzioScot
  • 17.12.2011, 01:48h
  • Antwort auf #8 von Julius
  • Ein Zweischeindigs Schwert würde ich sagen...
    Wenn der Leher es in guter Absicht getan hat,
    weil er sich sorgen um den Schüler machte,
    kann man seine tat ja irgendwo verstehen,
    aber meiner ansicht nach hätte der Leher zuerst alles mit dem Schwulen Schüler im vornherein besprechen müssen...

    Er hätte ihn fragen müssen : "Was möchtest du was jetzt passiert?" Der Junge ist nämlich in einem alter in dem er schon Dinge selbst entscheiden kann...

    Aber der Leher hat nunmal nicht gefragt...

    "Die Entscheidung der Schule hat dem jungen Mann das Recht genommen, über sehr persönliche Aspekte seines Lebens selbst bestimmen zu können"

    Eben, genau das meine ich...

    Niemand kann letztendlich absehen, was in einem Jungen vorgeht der Zwangsgeoutet wird, selbst wenn es mit guten Absichten geschah...

    "Der Weg zur Hölle ist gepflastert mit guten Absichten", zitat aus der Serie "Star Trek - DS9" von Cpt.Benjam Sisko.

    An dem Satz ist etwas dran...
    Nehmen wir an Eltern sind strenge Christen... Sie erfahren nun vom Leherer das ihr Sohn Schwul ist... Dann könnte es durchaus passieren, das dem Jungen zuhause die Hölle heiß gemacht wird...

    Der Film "Prayers for Bobby" zeigt was passieren kann wenn Schwule Jungs, streng Gläubige Eltern haben... Woher weiß der Leherer das dessen Vater nicht vielleicht seinen Sohn verprügelt weil er eine Schwuchtel ist...

    Und das weil der Vater die Homosexuelle Paranoia in sich hat ? Niemand weiß das...

    Es könnte auch sein das seine Eltern ganz fortschrittlich sind, aber es nicht weiß,
    dann aber herausfindet das sie
    wissen das er Schwul ist
    und dieser Junge sich deshalb
    das Leben nimmt...

    Die Zeit des Outings ist einfach sehr, sehr sehr Heikel und muss mit Samthandschuen angefasst werden...

    Natürlich sollte man dem Jungen helfen,das sein Mobbing endet, klar, aber wer einem solchen Jungen helfen will muss zuerst eben diesen Jungen fragen was er denn überhaupt will...

    "Die Eltern sollen ihn danach aus der Schule genommen haben und wollten abwarten, bis die Kontroverse abebbt. Sie sollen laut Schulbezirk ihren Sohn weiterhin unterstützen."

    Hoffen wir das die Aussage in der Nachricht stimmt und die Eltern ihren Sohn unterstützen...

    Aber dennoch einfach
    mal darüber nachdenken...

    PS: Traurig ist ja auch, das der Leher der sich jetzt soooo für den Schwulen Jungen einsetzt,
    später wenn er aus der Schule ist, nichts mehr von seinen Schüler wissen will... So ging es auch mir... Es gibt kein Leherer von einst, der sich nach mir erkundigt hat... Will ich auch auch gar nicht... Aber das zeigt, Leherer sind keine Freunde... Die machen nur ihren Job...

    Nun und wenn das Bonzai-Bäumchen groß genug ist und orderntlich beschnitten wurde, dann interresiert es einen Baumschul-Leherer nicht was aus dem Bonsai-Bäumchen geworden ist, den der Baumschul-Lehrer wird ja nicht mehr für seiner Arbeit bezahlt...
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