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Lesbische und schwule Christen werden nicht in allen Landeskirchen willkommen geheißen

53 Pfarrer aus der Region Leipzig haben einen Offenen Brief an ihre Landeskirche unterschrieben, in dem sie die innerkirchliche Gleichbehandlung von Schwulen und Lesben fordern.

Die Geistlichen verlangen unter der Überschrift "Auch unter Christen - Liebe zum gleichen Geschlecht", dass die Kirche Schwule und Lesben nicht mehr benachteiligt und insbesondere homosexuellen Pfarrern erlaubt, mit ihren Partner im Pfarrhaus zu leben. "Wir stellen fest: Homosexualität ist keine Krankheit und von einer homosexuell gelebten Partnerschaft geht für niemanden eine Gefahr aus", heißt es in dem Brief. Homosexuelle Menschen seien "von Gott als schwul oder lesbisch geschaffen" und sehnten sich wie andere Menschen auch nach "Liebe, Treue und Verlässlichkeit".

Streit innerhalb der evangelischen Kirche

Die Unterzeichner loben das Institut der eingetragenen Lebenspartnerschaft und äußern den Wunsch, dass die Segnung von Homo-Paaren und eine offene gleichgeschlechtliche Beziehung für Pfarrer auch in Sachsen möglich wird. In diesen Fragen ist die evangelische Kirche in Deutschland derzeit jedoch heillos zerstritten. So haben etwa die Kirchen in Mitteldeutschland und Bayern erst vor rund einem Jahr homosexuellen Pfarrern erlaubt, mit ihrem Partner im Pfarrhaus zu wohnen. In anderem Regionen müssen Pfarrer dagegen ihre Homosexualität geheim halten oder die Entlassung fürchten. So musste vor wenigen Monaten ein evangelischer Pfarrer seine Gemeinde in der württembergischen Landeskirche aufgeben, weil er mit seinem Partner zusammenleben wollte - die liberalere Landeskirche Hessen-Nassau gewährte ihm schließlich Asyl (queer.de berichtete).

Teilweise ist die Debatte um Homosexualität unter den Protestanten äußerst schrill: So erklärte Bayerns ehemaliger Ministerpräsident Günther Beckstein in seiner Funktion als Mitglied des EKD-Präsidiums, dass Homosexualität "ohne Ausnahme" zu verurteilen sei (queer.de berichtete). Die evangelische Bekenntnisbewegung behauptete sogar, dass Gottesdienste für Schwule und Lesben während des CSDs zur "Schändung von Menschen" beitrügen (queer.de berichtete).

Auch auf der Website des Kirchenbezirks Leipziger Land, auf der der offene Brief zu lesen ist, hagelt es in Kommentaren Kritik: So erklärte ein User, dass sich Homosexuelle "effektvoll und theatralisch in eine vermeintliche Opferrolle" hineinsteigerten und eine "innerkirchliche Gesinnungsdiktatur" oder "Homokratur" anstrebten. Ein anderer warf den Autoren des Offenen Briefes vor, Sünde zu unterstützen. (dk)



Auch Westerwelle lobt Papst

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) hat sich positiv über die Aussagen von Papst Franziskus zur Homosexualität geäußert.
#1 Geert
  • 16.12.2011, 17:17h
  • Solche hasserfüllten Leserbriefe gibt es erstaunlicherweise überall: in katholischen und evangelischen Medien, aber auch in nicht-religiösen Zeitungen und Internetforen.
    Offensichtlich ist Homosexualität deshalb ein Reizthema, weil mehr Menschen als man denkt auf homosexuelle Reize reagieren.
    Zu den evangelikalen Medien ist zu sagen, dass sie bei vielen rechtgerichteten Menschen eine Alternative zur Mitgliedschaft in rechten Parteien sind. In die NPD einzutreten traut man sich nicht, weil der Verfassungsschutz diese Partei -zurecht- beobachtet. In Internetforen wie kreuz.net oder kreuzgang.org aber darf man hemmungslos seine rechte Gesinnung kundtun.
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#2 am randeAnonym
  • 16.12.2011, 17:26h
  • Antwort auf #1 von Geert
  • Die teilen sich die Einflußsphären auf.

    In besseren Kreisen

    Recherchen zum früheren Umfeld der Terrorclique NSU in Jena (Thüringen) enthüllen Verbindungen in Teile des bundesdeutschen Establishments. So wird der mutmaßliche NSU-Unterstützer Ralf Wohlleben von einer Anwältin verteidigt, die vor rund zehn Jahren seine Stellvertreterin im Jenaer Kreisverband der NPD gewesen sein soll. Ein Kollege aus ihrer Kanzlei ist gemeinsam mit renommierten Politikern aus Baden-Württemberg, darunter ein ehemaliger Landesminister, für eine angesehene Kulturstiftung tätig, ein anderer war Frontmann einer Rechtsrock-Band, deren Songs der NSU als Hintergrundmusik für ein Terrorvideo benutzte. Die Neonaziszene in Jena unterhielt Ende der 1990er Jahre, als der NSU in den Untergrund ging, auch Kontakte zu studentischen Burschenschaften. Dies galt insbesondere für die Burschenschaft Normannia Jena, die eine Zeitlang das von Wohlleben gepachtete "Braune Haus" nutzte. Sie war mehrere Jahre lang in einem burschenschaftlichen Verband organisiert, dem CDU-Politiker, aber auch in Italien verurteilte Südtirol-Terroristen angehören.
    Mehr:

    www.german-foreign-policy.com/de/fulltext/58225?PHPSESSID=1e
    igoocppc5t5qf9mjrjni8760
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#3 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 16.12.2011, 19:06h
  • Die evangelischen Pfarrer haben wenigstens Eier in der Hose, die katholischen nicht. Denen würde das im Traum nicht einfallen!
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#4 eMANcipation*Anonym
#5 alexander
  • 16.12.2011, 20:01h
  • Antwort auf #2 von am rande
  • es sind immer die gleichen "verdächtigen" ! die offensichtlich auch "wohlbekannt" sind !

    solange diese leutchen nicht zu sehr auffallen, geniessen sie die volle unterstützung der konservativen !
    wie im schlechten film, wenn sie dingfest gemacht werden, hat sie keiner gekannt ?
    ("sie wissen doch, im falle einer aufdeckung, kennen wir sie nicht, sie agieren in eigener verantwortung !")
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#6 betreutes lesenAnonym
  • 16.12.2011, 20:31h
  • Antwort auf #4 von eMANcipation*
  • Bei #2 handelt es sich nicht um einen Kommentar, sondern um eine Antwort auf #1.

    Das ergibt sich aus dem Text:

    "Antwort zu Kommentar #1"

    In dem steht: "[...] Zu den evangelikalen Medien ist zu sagen, dass sie bei vielen rechtgerichteten Menschen eine Alternative zur Mitgliedschaft in rechten Parteien sind. In die NPD einzutreten traut man sich nicht, weil der Verfassungsschutz diese Partei -zurecht- beobachtet." (Zitat, #1)

    Im #2 steht: "...enthüllen Verbindungen in Teile des bundesdeutschen Establishments. So wird der mutmaßliche NSU-Unterstützer Ralf Wohlleben von einer Anwältin verteidigt, die vor rund zehn Jahren seine Stellvertreterin im Jenaer Kreisverband der NPD gewesen sein soll. Ein Kollege aus ihrer Kanzlei ist gemeinsam mit renommierten Politikern aus Baden-Württemberg, darunter ein ehemaliger Landesminister, für eine angesehene Kulturstiftung tätig, ein anderer war Frontmann einer Rechtsrock-Band,
    deren Songs der NSU als Hintergrundmusik für ein Terrorvideo benutzte. " (Zitat, #2)
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#7 JuliusAnonym
  • 16.12.2011, 20:37h
  • Was bringen schon "53 Pfarrer aus der Region Leipzig" gegen zehntausende hasserfüllte andere Pfarrer, Bischöfe, Kardinale und deren Anführer aus Rom?!

    Außerdem frage ich mich, ob die das wirklich aus Überzeugung machen oder nur aus Machtkalkül. Denn bisher sind die ja auch nicht besonders aufgefallen.
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#8 Timm JohannesAnonym
  • 16.12.2011, 21:11h
  • 11 Landeskirchen der EKD haben bereits durch ihre Synoden öffentliche Segnungsgottesdienste ermöglicht.

    Des Weiteren haben bis auf die Landeskirchen Württemberg und Sachsen alle Landeskirchen in der EKD das neue einheitliche Pfarrdienstrecht der EKD angenommen, das auch verpartnerte homosexuelle Pfarrer im Pfarrhaus erlaubt.

    Von diesen Fortschritten ist die Katholische Kirchenleitung in Rom noch Lichtjahre entfernt, solange dort am Zölibat im Amt bei Klerikern festgehalten wird.
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#9 BiboAnonym
  • 17.12.2011, 10:59h
  • Es ist ja schön, dass es auch noch einige wenige Inseln der Vernunft in diesem katholischen Sumpf der Bigotterie, Lügen, Manipulationen und Missbräuche gibt.

    Aber ich fürchte, auch dieser Vorstoß wird den Sumpf nicht trockenlegen.

    Es gibt Dinge, die sind so abgrundtief und systemimmanent verdorben, dass nur ein komplettes Ende hilft. Veränderungen am System bringen da gar nichts mehr.
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#10 finkAnonym
  • 17.12.2011, 11:31h
  • "Wie andere Menschen auch, sehnen sie [die homosexuellen] sich nach Liebe, Treue und Verlässlichkeit. Dem trägt unsere Gesellschaft mit dem Institut der „Eingetragenen Partnerschaft“ Rechnung."

    was hier fehlt: wir "sehnen uns" (himmel, dieses kirchendeutsch!) unter anderem auch nach echter gleichbehandlung. dem trägt weder das halbherzige handauflegen rechnung, um das christliche homopaare in diesen kirchen noch betteln müssen, noch das diskriminierende lebenspartnerschaftsgesetz, das selbst die progressiveren kräfte in evangelische kirche offenbar weiterhin als der weisheit letzten schluss ansehen (wo bleibt die forderung nach eheöffnung?)

    alles in allem ein weiteres trauriges dokument der halbherzigkeit und heuchelei.

    willkürliche almosen haben nichts mit menschenwürde zu tun, und diskrimierende kompromisslösungen nichts mit gleichheit. das hat auch in der evangelischen kirche offenbar kaum jemand begriffen.
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