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Musste Platz für seinen jüngeren Bruder machen: Jugendbild des zweitältesten Diktatorsohnes Kim Jong-chol (Bild: Korean Times)

Eigentlich war ja Kim Jong-chol, der zweitälteste Sohn des "Geliebten Führers", als Thronfolger vorgesehen. Doch dann fand ihn Kim Jong-il zu "mädchenhaft" und kürte seinen Jüngsten Kim Jong-un.

Von Carsten Weidemann

Der Machtwechsel ging schnell vonstatten. Kaum hatte der "Generalissimo" im Zugabteil seinen letzten Seufzer getan, bekam sein jüngster Sohn Kim Jong-un die Hebel der Macht in die Hand. Dessen erste Amtshandlung soll das Abfeuern einer Kurzstreckenrakete zu Testzwecken gewesen sein. Damit er Welt gleich zeigen kann, dass er, der Neue, ordentlich Eier in der Hose hat. In Königreichen wie in Diktaturen steht ja eigentlich dem Ältesten die Erbnachfolge zu, doch es hat in paar Komplikationen in des Führers Familie gegeben. Kim Jong-nam, der Erstgeborene, hatte versucht, mit einem gefälschten Reisepass nach Japan einzureisen, um dort Disneyland zu besuchen, und war dadurch in Ungnade gefallen.

Also sollte der Zweitältesteste, Kim Jong-chol ran, und wurde auch schon mit den entsprechenden Posten beim Militär und im Propaganda-Ministerium ausgestattet, die den Marsch nach oben geebnet hätten. Doch spätestens 2009 war klar: Er wird es nicht. Einen Grund dafür lieferte ausgerechnet Kenji Hujimoto, der japanische Chef-Sushizubereiter des Diktators, der in dem Buch "I Was Kim Jong Il's Cook" intime Details aus dem Machtapparat ausplauderte. Laut Hujimoto habe Kim Jong-il wenig von seinem Jüngsten gehalten, "weil er wie ein kleines Mädchen ist". Kim Jong-chol zu feminin für den Diktatorposten?

Mal abgesehen davon, dass der Kommunistenführer mit seiner Frisur und der großen Brille ziemlich viel Ähnlichkeit mit Sophia Petrillo von den Golden Girls hatte und damit auch nicht gerade sehr männlich wirkte, was steckt hinter diesem Vorwurf?

Der japanische Sushi-Koch rührte mit am nordkoreanischen Gerüchtesüppchen


Ganz schön Girlie: Der verblichene "Geliebte Führer" und das geliebte Golden Girl Sophia (Bild: Montage queer)

Wie beinahe bei allem aus Nordkorea: es gibt viele Gerüchte und wenig Fakten. Kim Jong-chol soll 1981 geboren worden sein und wäre damit heute 30 Jahre alt. Das US-Magazin "Newsweek" hatte 2009 in einem Artikel über den Studienaufenthalt des Jungen in einem Internat in der Schweiz berichtet. Inkognito natürlich unter einem falschen Namen und in Begleitung eines - als Studenten getarnten - Bodyguards war er in Bern aufgetaucht. Während Papi sein atomares Drohpotential aufbaute, träumte sein Sohn ganz naiv vom Weltfrieden, wie ein Schulaufsatz aus dieser Zeit verrät: "In meiner idealen Welt würde ich keinerlei Waffen und Atombomben erlauben. Ich würde alle Terroristen mit Hollywoodstar Jean-Claude Van Damme vernichten. Ich würde die Menschen dazu bewegen, mit den Drogen aufzuhören." Ein effeminiertes nordkoreanisches Friedenstäubchen mit einer Vorliebe für den männlichen Übermacho Van Damme?

Für das Girlie-hafte folgte bald noch eine medizinische Erklärung über die südkoreanischen Medien. Die berichteten 2006, Kim Jong-chol hätte Kliniken in Europa besucht, um sich wegen einer seltenen Krankheit behandeln zu lassen. Sein Körper produziere, wohl wegen missbräuchlicher Nutzung von Stereoiden, zu viel weibliche Hormone.

Weder Geliebter Führer noch ein Geliebter des Führers


Neuere Aufnahme des Sohnes mit der "Hormonstörung" (Bild: Korean Times)

Ob Kim Jongchol nun seinen ausformulierten Wunsch nach einem Drogenstopp nicht ernst genug genommen hat oder ob das "Mädchenhafte" etwas mit seiner sexuellen Orientierung zu tun hat, das werden wir im dekadenten Westen wohl nie erfahren. Doch hat sich (Nord)korea möglicherweise um die Chance gebracht, ein zweites Mal im Lauf der Geschichte einem Schwulen die Macht zu überlassen.

Wie das Onlinemagazin "queerty" berichtet, habe es im 14. Jahrhundert mit Gongmin von Goryeo einen Führer gegeben, der so offensichtlich verrückt auf Jungs war, dass ihm 2008 ein südkoreanischer Spielfilm gewidmet wurde. In "A Frozen Flower" wird die fiktionale Liebesgeschichte zwischen dem König und dessen Militärchef Hong Lim erzählt.



#2 ex schülerAnonym
  • 20.12.2011, 13:21h
  • hm...und was hat das jetzt mit schwul-lesbisch oder trans zutun? gibt auch heten die femininere züge an sich haben.
    zb ungefähr die hälfte der lehrerschaft an meiner früheren walddorfschule
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#3 ex schülerAnonym
#4 rudolf sdeinerAnonym
#5 MitmatAnonym
  • 20.12.2011, 15:42h
  • Wenn Heterosexuelle sagen, dass feminine Männer schwul sind ist es homophob.

    Wenn es Homosexuelle sagen, dann doch auch oder? Ist der Autor dieses Artikels also auch homophob oder kann er sagen "aber ich bin doch selbst Schwul, da kann ich nicht homphob sein" (vgl. mit "aber ich habe doch viele schwule Freunde, da kann ich nicht homphob sein")?
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#6 mal allgemeinAnonym
#7 Fiete_Jansen
  • 20.12.2011, 18:02h
  • Antwort auf #2 von ex schüler
  • Natürlich hat das 0 mit schwul-lesbisch oder trans zu tun. Man wollte ganz einfach einen Artikel bringen weil Kim gestorben ist, man aber nichts besseres gefunden hat, nimmt man sowas. Is ja auch ungerecht, dass diese schlimme Diktatur keine homophoben Gesetze hat, die man hätte aufgreifen können.
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#8 MoralisAnonym
#9 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 20.12.2011, 18:23h
  • Nordkorea wurde vom Kim-Clan schon an die Wand gefahren und der jetzige Machthaber kann ja daran auch nichts mehr ändern. Außerdem gibt es in den Zusammenhang Gerüchte, daß das Militär sich bald an die Macht putschen könnte, was dem Land dann den endgültigen Todesstoß versetzen wird.

    Ich frage mich sowieso, warum China diesen Staat überhaupt noch unterstützt. Spätestens wenn die erste Rakete Richtung "Reich der Mitte" fliegt, ist Schluß mit lustig.
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#10 gniwerjProfil
  • 20.12.2011, 20:15hdortmund
  • Antwort auf #9 von FoXXXyness
  • Allerdings.
    Und ich frage mich darüber hinaus immer öfter, warum ich queer.de überhaupt noch besuche. Viel mehr als unnützen gossip kriegt Leser_in hier nicht mehr geboten.
    Wenn 'n verrückter Diktator seinen Sohn nicht benennt, weil er ihn zu weiblich findet, ist das nicht homophob, sondern banane, und da schließt sich der Kreis.
    Und wenn irgendwo 'ne Regenbogenflagge abgerissen wird ist das auch nicht unbedingt homophob, sondern u.U. einfach nur jugendlicher Vandalismus. Lasst mal alle die Bälle flacher fliegen ;)
    Die wichtigen Themen finden woanders statt...
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