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Uta Ranke-Heinemann

In einem Interview sagte die Theologin Uta Ranke-Heinemann, dass sie Papst Benedikt XVI. früher für asexuell gehalten hatte - jetzt ist sie sich nicht mehr so sicher.

Im Interview mit dem Lifestyle-Magazin "Vice" erklärte die 84-Jährige, wie sie Ratzinger bei ihrem Studium der katholischen Theologie Anfang der 1950er Jahre kennenlernte. Er sei ihr idealer Studienpartner gewesen, da sie befürchtete, dass andere männliche Kommilitonen mehr wollten als nur studieren: "Und so bin ich dann fündig geworden: Ratzinger. Er hatte schon immer die Aura eines Kardinals, hochbegabt, bei gleichzeitiger Abwesenheit jeglicher Erotik", erinnert sich Ranke-Heinemann. "So war es dann auch. Er war das reine Latein. Wobei ich sagen muss, dass ich ihn für absolut asexuell gehalten habe". In dieser Beziehung habe sich aber ihre Meinung über den jetzigen Papst geändert: "Es gibt ein Foto mit Tarcisio Bertone, seinem neuen Staatssekretär, darauf überreicht er ihm irgendetwas. Und er blickt ihn so an, und ich dachte .... na, verstehen Sie, was ich dachte?".

Bertone ist für die politischen Aktivitäten der Kirche verantwortlich - und hat sich in dieser Funktion wie sein Chef mit homofeindlichen Aussagen einen Namen gemacht. So erklärte er im vergangenen Jahr, dass es einen Zusammenhang zwischen Homosexualität und Kindesmissbrauch gebe (queer.de berichtete).

These von David Berger


Kirchenstaatssekretär Tarcisio Bertone: Heiße Blicke vom Papst

Die These vom heimlich homosexuellen Papst macht insbesondere in Blogs oft die Runde. Der Theologe David Berger, der sich im vergangenen Jahr geoutet hatte und daraufhin von der katholischen Kirche gefeuert wurde, hatte zuvor bereits in katholischen Medien mit dem Papst-Outing für Aufregung gesorgt (queer.de berichtete). Er freut sich gegenüber queer.de darüber, dass Ranke-Heinemann "dank meines Einflusses ihre Einschätzung bezüglich der Veranlagung des Papstes verändert hat".

Im Interview bezweifelt Ranke-Heinemann auch, dass die Kirche in der Frage der Homo-Rechte reformfähig ist. "2.000 Jahre Sexualfeindlichkeit der katholischen Kirche haben in Köpfen vieler Katholiken derartige Hirnschäden hinterlassen, dass sie selbst die eifrigsten Vertreter ihrer eigenen erbsündlichen Unreinheit sind, die erst durch die Taufe abgewaschen werden muss", erklärte die Theologin.

Ranke-Heinemann, die älteste Tochter des angesehenen deutschen Präsidenten Gustav Heinemann, wurde als Protestantin geboren, konvertierte aber Anfang der 50er Jahren zum Katholizismus. Beim Theologiestudium lernte sie daraufhin Ratzinger kennen. 1970 wurde sie die erste Professorin für katholische Theologie weltweit. 1987 entzog ihr der Essener Bischof er Franz Hengsbach die Lehrerlaubnis, weil sie die biblische Jungfrauengeburt angezweifelt hatte. In ihrem Buch "Eunuchen für das Himmelreich" kritisierte sie daraufhin die Sexualpolitik des Vatikans - und wurde zur Ikone für Kirchenkritiker. Wegen ihres Einsatzes für die Gleichstellung von Schwulen und Lesben erhielt sie ebenfalls Anerkennung. 2009 wurde sie dafür mit dem Toleranzpreis des Essener CSDs ausgezeichnet (queer.de berichtete). (dk)



Auch Westerwelle lobt Papst

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) hat sich positiv über die Aussagen von Papst Franziskus zur Homosexualität geäußert.
#1 Geert
  • 20.12.2011, 13:39h
  • Dass Ratzinger homophil ist (Päpste sind nicht "schwul"), ist ein offenes Geheimnis. Wer, wie ich, diesen Mann seit Jahrzehnten beobachtet hat, kann nicht den geringsten Zweifel daran haben.
    Aber es ist gut, wenn auch einmal so prominente Heterosexuelle wie Uta Ranke-Heinemann dies aussprechen.
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#2 sylviafeeProfil
  • 20.12.2011, 13:44hBerlin
  • Sie scheint ja doch eine weise Frau zu sein.
    Aber Vorsicht Uta wenn es so weitergeht beginnt die Hexenverfolgung und du wirst brennen.
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#3 CarstenFfm
#4 obsessionAnonym
#6 Leo20mal6Anonym
#7 Geert
  • 20.12.2011, 14:31h
  • Antwort auf #3 von CarstenFfm
  • Ratzinger gehört zu den Homosexuellen, die sich selber hassen. Er genießt die Nähe junger, gut aussehender Männer, die aber auf gar keinem Fall -offen- schwul sein dürfen! So ist ihm seinerzeit Georg Gänswein, der "best aussehendste Mann des Vatikans" "aufgefallen" und er hat ihn deshalb vom Fleck weg zu seinem Privatsekretär gemacht. Gänswein selbst ist stockhetero, weiss aber, wie er die alte Tunte behandeln muss, um Karriere zu machen.
    Es wäre die Privatsache von Ratzinger, was er nun im sexuellen Bereich ist oder nicht ist, wenn nicht Hunderttausende von schwulen und lesbischen Katholiken auf der ganzen Welt unter seinem Selbsthass leiden würden.
    Andererseits: Da die Homosexualität Ratzingers so offensichtlich ist, entspringen die unzähligen anti-schwulen Papiere, Stellungnahmen und Reden nicht einer ehrlichen Sorge um das Heil der Menschen und der Kirche, sondern sie haben ganz ohne Zweifel ihre Ursache in dem (Selbst-)Hass dieses Mannes! Sie müssen deshalb nicht ernst genommen werden und können guten Gewissens von katholischen Schwulen und Lesben ignoriert werden.
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#8 finkAnonym
  • 20.12.2011, 14:55h
  • die frage ist für mich nicht, ob der papst homosexuell ist ("schwul" ist für mich nur, wer sich selbst auf eine einigermaßen selbstbewusste weise so nennt) oder nicht, sondern wer diese behauptung mit welcher absicht veröffentlicht.

    "Und er blickt ihn so an, und ich dachte .... na, verstehen Sie, was ich dachte?"

    diese verschwurbelte, voyeuristische sicht, die ratzingers vermeintliche homosexualität nur als ein schmuddeliges geheimnis hinter vorgehaltener hand kolportiert (und somit die haltung bestärkt, dass es sich hier grundsätzlich um einen makel handelt, der einen menschen diskreditiert), bringt uns nämlich erst mal gar nichts. sie schadet uns eher.

    ob es uns hilft, ratzingers homophobie auf schwulen selbsthass zu reduzieren, das ist für mich eine offene frage.
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#9 finkAnonym
  • 20.12.2011, 15:16h
  • Antwort auf #7 von Geert
  • "...entspringen die unzähligen anti-schwulen Papiere, Stellungnahmen und Reden nicht einer ehrlichen Sorge um das Heil der Menschen und der Kirche, sondern sie haben ganz ohne Zweifel ihre Ursache in dem (Selbst-)Hass dieses Mannes! Sie müssen deshalb nicht ernst genommen werden..."

    genau das meine ich: wenn es KEIN selbsthass wäre, müsste man die homophobie ratzingers akzeptieren, weil sie "ehrlicher sorge" entspringt? was ist das denn für eine idiotische logik?

    die homophobie der katholischen kirche kostet menschenleben! ich finde es erheblich wichtiger, dass wir die schäden anprangern, die ratzingers homophobie bei den opfern anrichtet als uns darum zu sorgen, welche innere zerrissenheit dieser mistkerl möglicherweise zu erleiden hat. zumal es wohl nie irgendeinen beweis dafür geben wird, welche sexuelle orientierung dieser mensch wirklich hat - es sind alles spekulationen.
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#10 Timm JohannesAnonym
  • 20.12.2011, 16:58h
  • Ranke-Heinemann hat vollkommen Recht und ich empfinde Ratzinger auch als eindeutig schwul.

    Das Problem ist nur, das Ratzinger (Jahrgang 1927) mit seiner bayrischen Herkunft und seiner Sozialisierung am Ende des Zweiten Weltkrieges und im Mief der homophoben Adenauerzeit es nicht gelernt hat, die eigene sexuelle Orientierung anzunhemen und offen zu leben.

    Viele katholische Geistliche der Vergangenheit waren schwul und auch jetzt in der Gegenwart sind viele von ihnen homosexuell, nur sie leben es nicht offen.

    Das Pflichtzölibat im Amt führt dazu, dass Partnerschaften/Ehen nicht erlaubt sind. Jeder, der Familie und Kinder in der Vergangenheit wollte, konnte nicht katholischer Kleriker bleiben; es verblieben also nur in der Vergangenheit homosexuelle oder asexuelle Männer für das zölibatäre Klerikeramt.

    Daher sind die allermeisten Priester, Bischöfe und Kardinäle schwul/asexuell; nur leben sie es nicht offen und können keine Partnerschaft offen leben, weil sie dann arbeitsrechtlich gekündigt werden.

    Der Erfolg der katholischen Kirche und der Klöster in der Vergangenheit war auch zu grossen Teilen homosexuellen Menschen geschuldet.

    Erst ab Mitte des 20. Jahrhunderts ändert sich dies in westlichen Industriestaaten und homosexuelle Menschen suchen sich offen einen Partner und wählen nicht mehr das Kloster, das Zölibat und das "Versteckspiel".

    Und hierdurch mitbedingt erfolgt ein Niedergang des Katholischen Klerikersystems, die Schließung von Klöstern und der Priestermangel.

    Dies ist auch der Hauptgrund, warum der Vatikan so massiv gegen die Rechte homosexueller Paare ankämpft, weil er am Zölibat festhalten möchte und ein Zölibat nur funktioniert, wenn sich homosexuelle/asexuelle Männer dem Zölibat unterordnen und keine Partnerschaft wählen.
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