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In dieses Zimmer im "Aloha Bed & Breakfast" dürfen nur Heten...

Zwei lesbische Frauen aus Kalifornien haben ein Hotel auf Hawaii verklagt, weil ihnen wegen ihrer sexuellen Orientierung ein gemeinsames Zimmer verweigert wurde.

Der Vorfall ereignete sich bereits 2007 im "Aloha Bed & Breakfast" in Hawaii Kai, einem Stadtteil von Honolulu. In der Anklageschrift heißt es nach Angaben der Nachrichtenagentur AP, dass eine der verheirateten Klägerinnen das Hotel damals kontaktiert habe, um ein Zimmer zu betellen. Die Besitzerin Phyllis Young hat die Frau daraufhin gefragt, ob sie eine Lesbe sei. Als sie das bejahte, lehnte Young es ab, dem Paar ein Zimmer zu vermieten. Als Grund nannte die Christin religiöse Bedenken.

Der Anwalt des lesbischen Paares argumentiert, dass Young damit das Antidiskriminierungsgesetz des Staates Hawaii verletzt habe. Dieses besagt, dass Ungleichbehandlung bei Zugang zu Dienstleistungen verboten sei - und nennt dabei ausdrücklich "sexuelle Orientierung" als ein Merkmal. Mit der Klage will das Paar nach Angaben ihres Anwalts erreichen, dass "Aloha Bed & Breakfast" künftig nicht mehr diskriminiert und dass Young ein Schuldeingeständnis abgerungen wird. Außerdem klagen die Lesben auf Schadensersatz in unbekannter Höhe.

Hotelbesitzerin hält Homosexualität für "verabscheuungswürdig"

Young musste wegen des Falles bereits bei der Hawaii Civil Rights Commission vorsprechen, die Diskriminierungsfälle untersucht. Dabei hat sie ausgesagt, dass sie Homosexualität wegen ihrer christlichen Überzeugung generell ablehne. Sie sagte dabei aus, dass diese sexuelle Ausrichtung "verabscheuungswürdig" sei und "unser Land entweiht".

Die Verteidigung der Hotelbesitzerin wird vom Alliance Defense Fund finanziert. Diese Organisation hat sich zum Ziel gesetzt, Christen zu vertreten, die angeblich wegen ihres Glaubens diskriminiert werden. So hat sie etwa erfolgreich schockierte christliche Feuerwehrmänner verteidigt, die von ihrem Arbeitgeber gezwungen worden waren, an einem CSD-Zug teilzunehmen (queer.de berichtete).

Das lesbische Paar wird von der Homo-Gruppe Lambda Legal unterstützt, die Schwule und Lesben in Gerichtsverfahren verteidigt. Lambda Legal hatte auch das Verfahren finanziert, in dem der Oberste Gerichtshof der USA 2003 das Homo-Verbot in 14 Bundesstaaten für verfassungswidrig erklärte ("Lawrence v. Texas"). (dk)



#1 üpsoAnonym
  • 22.12.2011, 11:25h
  • "Die Besitzerin Phyllis Young hat die Frau daraufhin gefragt, ob sie eine Lesbe sei. Als sie das bejahte"

    die beiden lesben hätten sich, wie es viele schwule und lesben machen, als zwei freundinnen ausgeben können und nichts wäre passiert. es wäre der bequemste weg gewesen, aber auch der feigste.

    sehr gut das sie es bejaht und nicht nur um des friedens willens eine platoniche freundschaft vorgespielt haben.

    und als schöner nebeneffekt hat die homophobe hotelbesitzerin jetzt negative schlagzeilen.

    die zeiten sind leider noch nicht vorbei in denen sich homos verstecken. es gibt viel zu viele die im job, vor der familie, oder vor fremden ihre sexuelle orientierung verschleiern. auch wenns schwer fällt, auf lange sicht ist es befreiender und macht auch mut für andere zu sich selbst zu stehen.
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#2 DarkpawEhemaliges Profil
  • 22.12.2011, 13:17h
  • Antwort auf #1 von üpso
  • Mein Lebensgefährte und ich halten es seit Jahr und Tag so, wir sind nur Kumpels. ;D Die, die uns nahe stehen, wissen über uns bescheid, potentielle Freunde werden es erfahren und der ganze Rest hat es einen Scheissdreck zu interessieren, ob wir ein Homosexuelles Paar sind oder nicht. So fahren wir sehr gut. Wir haben es nicht nötig, jedem Wesen da draussen unsere sexuelle Orientierung aufs Auge zu drücken.
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#3 Martin PAnonym
#4 DarkpawEhemaliges Profil
#5 David77Anonym
  • 22.12.2011, 17:15h
  • Antwort auf #2 von Darkpaw
  • "Wir haben es nicht nötig, jedem Wesen da draussen unsere sexuelle Orientierung aufs Auge zu drücken."

    OK, also dann sollten Ehepaare sich ab sofort auch nur als Kumpels, bzw. Freunde ausgeben. Schließlich habe sie es ja nicht nötig jedem ihre (heterosexuelle) Orientierung aufs Auge zu drücken.
    Potentiellen Freunden kann man sich ja auch als Single ausgeben und später sagen dass man verheiratet (und somit heterosexell) ist.
    Den Rest wie z.B. dem Finanzamt, dem Arbeitgeber, etc. hat es ja ein Scheissdreck zu interessieren ;-)
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#6 vingtans
  • 22.12.2011, 19:22h
  • die hotelbesitzerin handelt flasch und unmoralisch, klar.

    aber leider hat sie ein gewisses recht auf ihrer seite.
    das hotel ist ihr privat besitz, da kann sie die kunden selektieren wie sie es für richtig hält.
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#7 alexander
  • 22.12.2011, 19:51h
  • Antwort auf #4 von Darkpaw
  • tja, wer nicht zu sich selbst steht, steht auch in letzter konsequenz nicht zu seinem partner !!!
    feigheit bleibt feigheit und schrankschwester : schrankschwester !
    natürlich muss man nicht jedem auf die nase binden, dass man schwul ist, wir müssen ja keinen rosa winkel mehr tragen, aber man sollte doch so viel selbstwertgefühl haben, zu sich selbst zu stehen (und auch zu dem partner !).

    den politischen effekt, des sich "zeigens", lasse ich mal aussen vor, die leier kennt nun wirklich jeder ! aber es ist auch äusserst schäbig, die "sogenannten" verbesserungen für homos, "klaglos" mitzunehmen, ohne einen eigenen beitrag zu leisten, sei es nur im bekennen zu sich selbst !
    hinzu kommt euer alter, anfang 30, da muss man sich nicht wundern, wenn unsere gleichberechtigung auf der ganz langen strecke bleibt, wenn eure altersgruppe im letzten jahrhundert, den 70zigern lebt und entsprechend handelt !
    was musste die schwulenbewegung in diesem land schon leisten, als ihr gerade mal geboren wurdet ???
    aber macht euch keine köppe, ihr lebt halt nur "eure generation" !
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#8 finkAnonym
  • 22.12.2011, 20:17h
  • Antwort auf #2 von Darkpaw
  • du erinnerst mich ein wenig an den mann, der einen löwen fängt, indem er einen engen zaun um sich selbst herum baut und dann behauptet, seine seite des geheges sei "außen".

    natürlich steht mir nicht zu, über dich zu urteilen. ich kenne dich ja nicht. aber es fällt mir wirklich schwer zu glauben, dass du und dein freund nur deshalb darauf verzichtet, die art eurer beziehung öffentlich zu zeigen, weil es "niemanden zu interessieren hat".

    bei den meisten leuten, die so reden, steckt schlicht und einfach angst dahinter, negative reaktionen einstecken zu müssen, denen man sich nicht gewachsen fühlt.

    ich kann diese angst nachvollziehen, und ich glaube, jeder von uns kennt diese angst - denn sie ist ja leider berechtigt.

    die meisten von uns haben sich daran gewöhnt, in jeder situation die antennen auszufahren, um das jeweilige gefahrenpotential abzuchecken, bevor wir uns "outen". wir haben nicht immer lust, unsere vielleicht ja gerade mal gute laune auf dem altar der emanzipation zu opfern, indem wir uns wieder und wieder zum angriffsziel machen und uns dann von irgendwelchen homophoben deppen den tag verderben lassen. das alles finde ich verständlich.

    kein verständnis habe ich aber dafür, dass wir uns in die eigene tasche lügen und uns selber einreden, frei zu handeln, wenn wir in wirklichkeit angst haben. man überwindet angst nicht, indem man sich einredet, keine zu haben, sondern, indem man sie sich eingesteht und an ihr arbeitet. und man überwindet hindernisse nicht, indem man behauptet, gar nicht hinüber zu wollen.
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#9 FoXXXynessEhemaliges Profil
#10 RaffaelAnonym
  • 22.12.2011, 21:31h
  • Und genau sowas (und tausende weitere Vorfälle) sind die Gründe für Anti-Diskriminierungs-Gesetze.

    Es ist eben nicht so, wie z.B. die FDP behauptet, dass "der Markt" diese Dinge automatisch regele.
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