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Homoerotischer Ermittler

Sherlock Holmes - Spiel im Fummel


Die Männerfreundschaft wird vertieft, dafür platzt sogar eine Hochzeit (Bild: Warner Bros)

Robert Downey Jr. als britischer Meisterdetektiv und Jude Law als sein Assistent Dr. Watson pflegen ein zweites Mal ihre Männerfreundschaft. Jetzt im Kino.

Von Carsten Weidemann

"Der Fall wird wieder aufgerollt ..." Dieser Satz am Ende von "Sherlock Holmes" ließ den Zuschauer 2009 bereits ahnen, dass es weitere Abenteuer geben wird. Regisseur Guy Ritchie war es gelungen, einen neuen, anderen Ermittler zu zeigen, auch wenn Zeitepoche und Handlungsorte dem entsprachen, was der Erfinder des britischen Detektivs, der Schriftsteller Conan Doyle in seinen berühmten Romanen vorgab.

So wie Robert Downey Jr. die Titelrolle in "Sherlock Holmes" prägte, ließ er sich in keine Schublade stecken: Der einst typische Deerstalker-Hut verschwand ebenso wie die geschwungene Pfeife und die steife britische Etikette - ersetzt wurden sie durch einen gerissenen Kämpfer, der mit bloßen Fäusten zuschlägt und körperlich ebenso fit ist, wie er über einen hervorragenden Verstand und eine Wahrnehmungsgabe von übernatürlicher Präzision verfügt. Ritchie sagt: "Im ersten Film ging es uns vor allem auch darum, Holmes von dem ziemlich staubigen Image zu befreien, das viele Leute wohl erwartet haben. Wir haben uns eng an Conan Doyles ursprüngliche Figur gehalten und Holmes sehr körperbewusst dargestellt, wobei seine Intelligenz und sein Scharfsinn durchaus nicht zu kurz kommen." Das kam gut an bei den Zuschauern, und deswegen ermittelt Robert Downey Jr. an der Seite von Jude Law als Assistent Dr. Watson ein weiteres Mal.

Sherlock Holmes entstaubt und zum Actionhelden umgebaut


Holmes: "Nehmen sie das aus meinem Gesicht". Watson: "Es ist nicht in ihrem Gesicht, es ist in meiner Hand." (Bild: Screenshot Trailer)

Die Story: Ein neuer genialer Verbrecher macht die Welt unsicher: Professor Moriarty (Jared Harris). Er ist Holmes nicht nur intellektuell gewachsen - durch seine skrupellose Bösartigkeit könnte er dem legendären Detektiv sogar überlegen sein. Weltweit übertreffen sich die Schlagzeilen: Ein Skandal bringt einen indischen Baumwoll-Tycoon zu Fall; ein chinesischer Opiumhändler stirbt offenbar an einer Überdosis; in Straßburg und Wien explodieren Bomben; der Tod eines amerikanischen Stahl-Magnaten ... die angeblich zufälligen Ereignisse stehen anscheinend in keinem Zusammenhang.

Erst Sherlock Holmes stellt die Verbindung her und entdeckt ein bewusst geknüpftes Netz aus Tod und Vernichtung. Und mittendrin sitzt eine beispiellos teuflische Spinne: Moriarty. Als sich Holmes näher mit Moriartys Komplott befasst, gerät er in große Gefahr: Im Zuge der Ermittlungen begeben sich Holmes und Watson auf eine Europareise, die sie von London über Frankreich und Deutschland bis in die Schweiz führt. Doch der hinterlistige Moriarty ist ihnen immer einen Schritt voraus: Falls er mit seinem finsteren Plan Erfolg hat, wird er nicht nur immense Reichtümer anhäufen und große Macht in seiner Hand konzentrieren, sondern auch dem Lauf der Geschichte eine völlig andere Richtung geben.

Crossdresser Holmes: "Spiel im Schatten" wird zum Spiel im Fummel

Die homoerotischen Untertöne des ersten Kinoerfolgs waren unübersehbar. Daran hat sich nichts geändert, was einen ganz besonders freute: "Ich war begeistert, denn das Verhältnis von Holmes und Watson, wie wir es entwickelt haben, bildet nach wie vor das Herz und die Seele der Story", sagt Jude Law. Watson gerät dieses Mal sogar in einen Gewissenskonflikt, wird sein Plan, ein bürgerliches Leben einzuschlagen, doch durch seinen Freund durchkreuzt. Sherlock ist bereit für den neuen Fall, während Watson mit Mary verlobt ist, ein bürgerliches Leben führen und nicht mehr als Privatdetektiv tätig sein will. Neben Moriarty taucht in "Sherlock Holmes: Spiel im Schatten" eine weitere Figur auf, die die Leser der Originalgeschichten gut kennen: Sherlocks älterer und weitaus weltgewandterer Bruder Mycroft Holmes, den Stephen Fry spielt. Der schwule Schauspieler läuft stets zur Hochform auf, wenn er solch dandyhafte Exzentriker spielen darf.

Ein bisschen Crossdressing wird übrigens auch geboten. Zur Tarnung verkleidet sich Holmes während einer Zugreise als Frau, doch die Tarnung fliegt auf. Es kommt zu einem actionreichen Kampf mit viel Klamauk, in dem Kugeln und falsche Wimpern fliegen, Fäuste zuschlagen und Schminke verläuft. Warum der Filmverleih ausgerechnet von diesen Szenen keine Fotos zur Verfügung stellt, bleibt deren Geheimnis, immerhin sind sie im Trailer zu sehen. "Spiel im Schatten" ist eine gelungene Fortsetzung und ein moderner Actionfilm mit einer guten Portion Humor. Das Gespann Downey Jr. und Law ist eine perfekte Besetzung, die sich auch gut für eine Umsetzung als TV-Serie eignen würde. Dann bräuchte man als Zuschauer nicht wieder zwei Jahre lang auf eine Fortsetzung warten.

Youtube | Offizieller Trailer


#1 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 22.12.2011, 20:30h
  • Guy Ritchie zeigt in diesem Film eine völlig neue Seite von Sherlock Holmes und könnte hier - vor allem in Großbritannien - die Filmzuschauer damit vor den Kopf stoßen. Schaut man sich einmal die Filme der vergangenen Jahrzehnte über Sherlock Homes an, hätte es Proteste gehagelt und auch Autor Sir Arthur Conan Doyle wäre das sehr übel aufgestoßen!
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#2 HolmesFanAnonym
  • 23.12.2011, 02:18h
  • Antwort auf #1 von FoXXXyness
  • Sorry, aber Du erzählst (mal wieder) völligen unsinn. Holmes war/ist (unter anderem) Boxer, ein sehr guter. Die aktuellen Verfilmungen kommen dem Bild von Conan Doyle deutlich besser an den Charakter Holmes (so wie auch von Watson) ran, als es die ganzen alten Streifen tun. Klar ist Holmes auch Gentleman, wie er im Buche steht, der aber nicht nur den Geist, sondern auch die Fäuste sprechen lässt, wenn es sein muss.
    Das aus der Film deutlich actionreicher ist, als die alten Streifen liegt schlicht weg an der Zeit und den Möglichkeiten, die heute zur Verfügung stehen.
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#3 stromboliProfil
  • 23.12.2011, 06:46hberlin
  • www.spiegel.de/kultur/kino/0,1518,804924,00.html

    "Das verschwiemelte Männer-Bonding, das mittelalterliche Frauenbild, die Zoten und die an Buddy-Movies aus den Achtzigern geschulte Krach-Bumm-Hahaha-Inszenierung ergeben am Ende eben doch keine sonderlich moderne Übersetzung der Holmes-Legende ins 21. Jahrhundert, sondern ein recht einfältiges, fast schon reaktionäres Rezept, dem Publikum möglichst wenig Hirnleistung abzuverlangen. Ist ja auch in Ordnung: Popcorn-Kino, und das ist "Spiel im Schatten" in Reinkultur, verlangt nach Pointen und Punches, nicht nach Kammerspiel.

    Und dennoch: Wie man Sherlock Holmes wirklich intelligent und unterhaltsam modernisiert, hat die BBC unlängst mit ihrer Mini-Serie "Sherlock" gezeigt. 2012 soll es drei neue Folgen geben. Aber bis dahin hat Guy Ritchie bestimmt schon wieder 500 Millionen umgesetzt. Leider.
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#4 GeckoAnonym