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  • 28. Dezember 2011, noch kein Kommentar

Praunheims Doku ist ein melancholischer Blick zurück in die 1980er Jahre

Jetzt auf DVD: Rosa von Praunheims Film über seine Lieblingsstadt, die sich in den vergangenen Jahrzehnten sehr verändert hat.

Von Carsten Weidemann

Der 68-jährige Rosa von Praunheim kennt New York schon seit 40 Jahren. Für ihn ist der "Big Apple" aufregendste Stadt der Welt. Er berichtet von der schrillen Warhol-Zeit der 70er, vom Kampf gegen Aids in den 80ern, den hoffnungsvollen 90ern bis zum Schock des 11. September, der Wirtschaftskrise und neuen Träumen durch Barack Obama.

Er trifft Anna und Claudia, die Stars seines Kinohits Überleben in New York, ist fasziniert von den jungen, hübschen Schwestern Lucie und Marie Pohl und von Isaac, der schon mit zwölf Jahren aller Welt verkündete, dass er kein Mädchen, sondern ein Junge sei. Es kommt zu Begegnungen mit schrillen und berühmten Persönlichkeiten wie Judith Malina und Klaus Pohl.

Rosa kehrt nach zehn Jahren nach New York zurück

Rosa von Praunheim selbst sagt über seinen Film: "Zwanzig Jahre nach meinem erfolgreichsten Kinofilm Überleben in New York suche ich nach meinen alten Hauptdarstellerinnen Anna und Claudia und bin überrascht, was aus ihnen geworden ist. Ich mache mich auf meine persönliche Spurensuche in New York, entdecke Bilder aus meinen alten Filmen wieder, von den wilden 70er Jahren mit Sexpartys, wilden Demos und exzentrischen Warhol-Superstars. Ich erinnere mich an die tragischen 80er Jahre und den wütenden Kampf gegen Aids. Viele meiner Freunde starben. In den hoffnungsvollen 90er Jahren filmte ich den Aufschrei von Transsexuellen, die sich nicht mehr damit abfinden wollten, ermordet und vergewaltigt zu werden. Gleichzeitig säuberte der Bürgermeister Giuliani die Stadt New York. Sexclubs wurden zugemacht. Künstler und Obdachlose wurden vertrieben. Manhattan wurde reich und ein Stück langweilig."

Nach über 10 Jahren kehrte er im im Frühjahr 2009 mit der Kamera zurück und wollte wissen, was aus seiner Lieblingsstadt geworden ist. Sein Fazit: Manhattan ist aufgeräumt, relativ sauber, relativ sicher und inzwischen auch relativ langweilig. Die Mieten für ein kleines Apartment sind von 300 Dollar auf 3.000 Dollar gestiegen - und damit haben Lebenskünstler und Aktivisten die Herrschaft abgegeben an Banker und Versicherungsangestellte. Dennoch spürt er immer noch die Magie der Stadt seiner Sehnsucht.

New York Memories, Doku, Deutschland 2010, Regie: Rosa von Praunheim, Darsteller: Anna Steegmann, Roman Pitio, Claudia Steinberg, Barbara Epler, Marie Pohl, Lucie Pohl, Jeff Preiss, Isaac Preiss, Rebecca Quaytman, Eva Love, Laufzeit: 89 Minuten, FSK 12, Basis-Film

Youtube | Trailer zum Film