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"Christlicher" Autor

Homophober Kalender bei Amazon



Der Versandhändler Amazon verkauft weltweit einen Kalender, der von Bloggern zu Recht als homophob verurteilt wird. "I'm Not Gay, I'm Just a Sissy" ("Ich bin nicht schwul, ich bin bloß eine Memme") wird auch bei deutschen Ableger amazon.de angeboten. Autor ist Joe King, der sich selbst als "christlichen Karikaturisten" bezeichnet, der seit dem 11. September mit seinen Werken für sein Land kämpfen wolle.

Der Kalender beinhaltet 13 Bilder, die jeweils einen sehr klischeehaften Blick auf das Leben von Schwulen oder "weiblichen Männern" richtet. Die Headlines für diese Zeichnungen lauten "Queen for a Day", "Girly Men" oder "We All Have AIDS". Viele Blogger beklagen, dass amazon.com ebenso wie der in den USA beliebte Online-Händler BarnesAndNoble.com den Kalender kommentar- und bedenkenlos verkaufe. "Wenn dieser Kalender Schwarze so heruntermachen würde, wäre er nie angeboten worden", schreibt etwa izzoiz.com. Auf amazon.com sind bereits 135 Kommentare zu dem Kalender eingegangen, von denen 133 negativer Natur sind. Mehrere Nutzer drohen dem Online-Händler einen Boykott an, wenn er den Kalender nicht von seinen Seiten entfernt. So schreibt Tommy Lee Matthis aus Orlando: "Ich werde nie wieder etwas von euch kaufen, solange ihr das nicht zurückzieht". Brad Hunziker aus Houston beklagt: "Kalender, die Witze darüber machen, dass alle Schwulen Aids haben, sind einfach widerlich und erinnern uns daran, dass christliche Konservative während der Aids-Pandemie die Regierung dazu veranlasst haben, tausende von kranken und sterbenden Menschen zu ignorieren, nur weil sie schwul waren." (dk)

Update: Am 30. Dezember hat amazon.com den Kalender nach Protesten aus seinem Sortiment entfernt. Autor Joe King beschuldigte Schwule und Lesben daraufhin auf seiner Facebook-Seite, ihn wegen seines christlichen Glaubens zu mobben. Er habe schließlich nur christliche Werte vertreten und wolle Homosexuelle nicht aus Niedertracht beleidigen.



#1 Lars3110
  • 28.12.2011, 14:59h
  • Habe amazon auch drauf aufmerksam gemacht.
    Ich glaube ja an das Gute im Menschen und bin der Meinung, dass amazon sich nicht alle vertriebenen Artikel im Vorfeld genau ansehen kann und sich auf die Bundesprüfstelle verlassen muss.
    Aber in solchen Behörden sitzen in der Regel spaßbefreite Menschen, die die Brisanz dieses Mülls verkennen und die des Englischen nicht mächtig sind.
    Ich glaube, dass amazon das ganz fix entfernen wird. Bin gespannt, ob ich Recht behalte.
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#2 axsbearAnonym
  • 28.12.2011, 15:10h
  • Was ich vermisse ist ein Aufruf mit Kontaktdaten von Amazon gegen dieses Vorgehen zu protestieren. Amazon ist ein leistungsfähiges Unternehmen, wird aber sicher sensibel darauf reagieren, wenn genügend Proteste bei Amazon eingehen und Geschäftsverbindungen zu sicher vielen homosexuell orientierten Kunden gefährdet sind. Ich rufe dazu auf, entsprechend direkt an Amazon heranzutreten!
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#3 HinnerkAnonym
  • 28.12.2011, 15:11h
  • Amazon, eBay, Facebook, Google, Apple & Co sind alle dieselben:
    Gewinnmaximierung um jeden Preis!

    Diese globalisierten Internetkonzerne haben keinerlei Moral, Ethik und Verantwortung mehr, wie sich immer wieder zeigt.

    Alles, was auch nur einen Cent Gewinn bringt ist okay und erst dann, wenn etwas finanziellen Schaden bringt, werden die aktiv und tun so als seien sie besorgt.

    Alles dasselbe verlogene Pack.
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#4 chelliAnonym
  • 28.12.2011, 15:23h
  • "I'm Not Gay, I'm Just a Sissy"

    wieso homophob? man kann es auch so verstehen das weibische männer nicht gleich schwul sind.
    was ist an der aussage schlecht?
    homo und hetero ist die orientierung, wie man sich gibt, das sind lediglich verhaltensweisen und das ist unabhängig der orientierung.
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#5 JoonasAnonym
  • 28.12.2011, 15:34h
  • Antwort auf #1 von Lars3110
  • Das Problem ist nur, dass Amazon, eBay, facebook etc. auf solche Hinweise und einzelnen Beschwerden GAR NICHT reagieren.

    Erst wenn die (allg.) Presse (nicht nur queer.de) ausführlich berichtet und der Schaden in der öffentlichen Meinung größer wird als der Gewinn, reagieren die.

    Wie jemand schon geschrieben hat: solange Hass Geld bringt, wird er gedultet. Wenn Hass Geld kostet, wird er scheinheilig unterbunden.
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#6 SebiAnonym
  • 28.12.2011, 15:47h
  • Antwort auf #1 von Lars3110
  • Mal ganz abgesehen davon, dass diese Unternehmen selbst auf Hinweise nicht reagieren (siehe Beitrag von joonas):

    wer sagt eigentlich, dass die ihre Waren nicht auch selbst überprüfen sollten?

    Jeder normale Händler mit Geschäftsräumen, jedes Auktionshaus, etc. muss die verkauften / versteigerten Waren ja auch prüfen. Zumindest, dass man keinen Hass, keine Kinderpornos, etc. verbreitet.

    Aber Internet-Konzerne brauchen nur zu sagen "Das schaffen wir nicht" und schon geben sich alle zufrieden und für die gelten dann plötzlich andere Regeln als für alle anderen. Alles nur, damit die noch mehr Profit machen können.

    Wenn sich Politik und Justiz schon nicht darum kümmern, müssen wir es halt und solche Unternehmen endlich mal boykottieren. Dann wird sich vielleicht auch irgendwann mal was ändern.
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#7 MarioAnonym
#8 Lars3110
#9 MimimiAnonym
  • 28.12.2011, 16:18h
  • Was wäre mit einem Kalender, der sich über Religionen oder den Papst lustig macht?

    Ich glaube nicht, dass sich da viele von euch aufregen würden. Daher ist die ganze Aufregung wohl ziemlich scheinheilig.
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#10 Tobi CologneAnonym
  • 28.12.2011, 16:26h
  • Antwort auf #9 von Mimimi
  • "Was wäre mit einem Kalender, der sich über Religionen oder den Papst lustig macht?

    Ich glaube nicht, dass sich da viele von euch aufregen würden. Daher ist die ganze Aufregung wohl ziemlich scheinheilig."

    Aber bei solchen Sachen wären Amazon, EBAY usw. ganz schnell damit, das aus dem Angebot zu nehmen...

    Nur bei solchen Sachen nicht.
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