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Louis-Georges Tin bei einer Pressekonferenz in Minsk 2009 (Bild: Gay Russia)

LGBT-Aktivisten in Frankreich haben einen Mann aus ihren Reihen für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen: Der 37-jährige Louis-Georges Tin hat sich als Begründer des Internationalen Tages gegen Homophobie, als Autor zahlreicher Bücher über Homosexualität und auch als Aktivist gegen Rassismus einen Namen gemacht.

Derzeit versuchen die Aktivisten in Frankreich, Unterstützer für die Kampagne zu bekommen. Das Friedensnobelpreiskomitee nimmt Vorschläge unter anderem von Regierungsmitgliedern und Professoren bis zum 1. Februar entgegen, der Gewinner wird im nächsten Oktober bekannt gegeben und am 10. Dezember ausgezeichnet. Ein LGBT-Aktivist wurde in Oslo bislang nicht gewürdigt. Im fünfköpfigen Komitee sitzt derzeit auch der Generalsekretär des Europarats, der Norweger Thorbjørn Jagland, der sich häufig für LGBT-Rechte ausgesprochen hatte.

Tin, geboren auf der zu Frankreich gehörenden Karibikinsel Martinique, startete 2005 den Internationalen Tag gegen Homophobie, der mittlerweile in über 70 Ländern gefeiert wird - von Frankreich, wo sich Behörden, Universitäten und Schulen mit Aktionen beteiligen, bis hin zu Ländern wie Russland, wo Schwule, Lesben und Transgender selbst in den unbekannteren Ecken Luftballons in die Luft steigen lassen. Tin wählte für den Tag den 17. Mai, was nichts mit in Deutschland früher üblichen Sprüchen über §175er zu tun hat - an dem Tag erklärte 1990 die Weltgesundheitsorganisation, dass Homosexualität keine Krankheit ist.


Louis-Georges Tin in einem entspannten Moment vor dem CSD in Moskau 2011 (Bild: Norbert Blech)

Bereits ein Jahr nach Gründung hatte der Internationale Tag gegen Homophobie bekannte Unterstützer weltweit, darunter Nobelpreisträger (Desmond Tutu, Amartya Sen, Elfriede Jelinek, Dario Fo, José Saramago), Musiker und Schauspieler (Merryl Streep, Cindy Lauper, Elton John, David Bowie) oder Intellektuelle (Noam Chomsky, Judith Butler, Bernard-Henri Lévy).

2006 hatte Tin für seinen Einsatz den Tolerantia-Preis der "Berlin Alliance Against Homophobia" bekommen. 2008 startete Tin eine Kampgange gegen Transphobie, der sich über 300 Nichtregierungsorganisationen aus über 75 Ländern anschlossen. 2010 wurde Transsexualität in Frankreich von der Liste von Krankheiten gestrichen, was auch auf seinen Einsatz zurückzuführen ist.

Seit November ist Tin Präsident von CRAN, dem Rat der Schwarzen Frankreichs. Zugleich lehrt Tin an zwei Hochschulen in Paris und Orleans in den Bereichen Sozialwissenschaften und Lehrerfortbildung. 2008 trat er vor den Vereinten Nationen auf, um sich für die De-Kriminalisierung von Homosexualität auszusprechen. Ein denkwürdiger Auftritt, denn Louis-George-Tin sang mit "We shall overcome" den Delegierten ein Ständchen. Seine Version von "When the saints/gays go marching in" stimmte er auch am Tag nach dem CSD in Moskau an, als die Aktivisten ihren erfolgreichen CSD feierten. Es war ein Höhepunkt. (nb)

Youtube | Louis-Georges Tin spricht und singt vor den Vereinten Nationen


#1 RaffaelAnonym
  • 28.12.2011, 16:15h
  • Hoffentlich bekommt er den Preis!

    Das wäre mal ein echtes Signal an die Welt und alle Menschen...
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#2 Tobi CologneAnonym
#3 eMANcipationEhemaliges Profil
  • 28.12.2011, 18:21h

  • sicher ist die entscheidung wieder toll wie als obama den preis bekam. dieses mal koennte er an ratzinger gehen, als vorschuss fuer seine hofftl zukuenftig positiven entscheidungen
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#4 FoXXXynessEhemaliges Profil
#5 KathiGr
  • 28.12.2011, 22:26h
  • Antwort auf #3 von eMANcipation
  • Super Kommentar. Da stimme ich dir zu. Hat mich echt schockiert, dass Obama den Friedensnobelpreis erhalten hat. Jemand, der Menschen (Bin Laden) umbringen lässt und Sachen sagt wie "I don't oppose war." hat diesen Preis nun wirklich nicht verdient. Von mordenden, kriegsgeilen Politikern habe ich als Deutsche die Nase voll.

    Ich würde mich sehr freuen, wenn es mit Herrn Tin wieder einen würdigen Preisträger gäbe. Ich drücke ihm auf jeden Fall die Daumen.
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