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Jahresrückblick

Höhepunkte des Jahres 2011


Michael Adam war 2011 der Shooting-Star der bayerischen SPD

queer.de-Redakteur Dennis Klein schaut zurück auf die interessantesten Geschichten 2011. Wir beginnen mit zehn Höhepunkten des Jahres von Politik bis Boulevard.

Person des Jahres: Elio di Rupo
Erstmals regiert ein offen schwuler Regierungschef ein Land: Der Mann mit der roten Fliege, der Sozialist Elio di Rupio, hat Anfang Dezember das Ruder im krisengeschüttelten Belgien übernommen. Besonders ermutigend: Seine Homosexualität war in der öffentlichen Diskussion praktisch kein Thema.

Aufsteiger des Jahres: Michael Adam
Dass ein offen Schwuler mit großer Mehrheit zum Landrat eines konservativen niederbayerischen Landkreises gewählt wird, ist eigentlich an sich schon bemerkenswert. Dass Michael Adam das als 26-jähriger Jungspund, der zudem noch evangelisch und SPD-Mitglied ist, geschafft hat, grenzt fast schon an ein Wunder - und zeigt, dass sich unser Land weiterentwickelt.

Fortschritt des Jahres: New York
2010 öffneten mit Portugal, Island und Argentinien drei Länder die Ehe für Schwule und Lesben. In diesem Jahr kam kein weiteres Land dazu - die Zahl der Staaten mit Gleichstellung im Eherecht bleibt damit bei zehn. Immerhin kündigte Großbritannien die Ehe-Öffnung bis 2015 an, die allerdings noch in der Regierungskoalition umstritten ist. Ein Durchbruch gelang jedoch auf regionaler Ebene: Mit der Ehe-Gleichstellung im rund 20 Millionen Einwohner zählenden Bundesstaat New York gelang gegen den Druck von Kirche und Konservativen die Gleichstellung auf parlamentarischem Weg - und damit nicht wie in den meisten anderen Regionen, in denen Schwule und Lesben gleichgestellt sind, via Gerichtsentscheid. Zudem setzt sich Präsident Barack Obama dafür ein, das nationale Ehe-Verbot für Schwule und Lesben abzuschaffen. Ein Vorbild, das auch in Deutschland Schule machen sollte.

Einsicht des Jahres: SPD
Die Sozialdemokraten haben sich auf ihrem Parteitag im Dezember für die Öffnung der Ehe ausgesprochen. Zur Erkenntnis, dass Menschen auch im Eherecht nicht aufgrund ihrer sexuellen Ausrichtung diskriminiert werden sollen, kamen die Grünen zwar schon vor mehr als zwei Jahrzehnten - nun besteht aber erstmals eine echte Chance, dass Deutschland in wenigen Jahren zu Ländern wie Holland oder Schweden aufschließen kann.


Ein Mal pro Generation macht der Grand Prix in Deutschland halt

Event des Jahres: Eurovision Song Contest
Man hasst ihn oder man liebt ihn - kaum ein Event hat aber mehr Schwule angezogen als der Eurovision Song Contest in Düsseldorf. Ob auch nächstes Jahr ein so offenes Festival in Aserbaidschan stattfinden wird, ist fraglich. Und wann es wieder mal einen Grand Prix in Deutschland geben wird, ist noch fraglicher - immerhin lagen zwischen den einzigen beiden Siegen Deutschlands fast drei Jahrzehnte.

Schwulenmutti des Jahres: Cyndi Lauper
"Girl Just Want to Have Fun", sang Cyndi Lauper einst. Die 58-Jährige tut aber auch was: Sie eröffnete dieses Jahr in New York City ein Asyl für junge, obdachlose Homosexuelle. Und das ist auch bitter nötig: 40 Prozent der jungen Obdachlosen in der Stadt sollen schwul oder lesbisch sein - und sind meist von ihren homophoben Eltern vor die Tür gesetzt worden. Tausend Dank an Cyndi, dass sie sich diesem Thema annimmt.


Der belgische Fußballer Jonathan De Falco sorgte 2011 mit einem Karrierewechsel für Aufsehen

Schnuckel des Jahres: Jonathan De Falco
Nach Justin Fashanu im Jahr 1990 hat sich noch immer kein prominenter Profifußballer während seiner Profi-Karriere als schwul geoutet. Immerhin gab es 2011 mit dem 20-jährigen Schweden Anton Hysén erstmals einen Spieler, der offen zu seiner Homosexualität steht - auch wenn er derzeit nur in der vierten Liga spielt. Außerdem outete sich der 30-jährige Mittelfeldspieler David Testo nach seinem wahrscheinlichen Karriere-Ende. Am kuriosesten war aber das Coming-out des früheren belgischen Profis Jonathan De Falco: Er wechselte in Pornofach - und macht auch dort eine gute Figur.

Absurdität des Jahres: Jay Khan
"Star" Jay Khan zeigte uns dieses Jahr, warum es noch Diskriminierung in Deutschland gibt: Bei seinem Auftritt in der RTL-Dschungelshow wollte der frühere Sänger der Retortenband US5 an seinem Image als toller heterosexueller Hecht arbeiten. Das ging daneben: Immer wenn es um die eigene sexuelle Orientierung ging, flippte der 29-Jährige aus. Am Ende sprach er sogar von einer Schwulen-Hetzkampagne und beharrte darauf, dass es keine größere Beleidigung gibt, als jemanden als schwul zu bezeichnen. Seine Eigen-Demontage bei "Ich bin ein Star" war jedoch für die Zuschauer unheimlich unterhaltsam.

Paar des Jahres: Philipp und Veit
Man kann ja von der RTL-Show "Bauer sucht Frau" halten, was man will. Der erste schwule Kandidat hat aber mehr für ein positives Image von Homosexuellen in der Öffentlichkeit getan als irgend jemand sonst im Deutschland von 2011. Werden Schwule sonst im Fernsehen gerne als exotische "Paradiesvögel" dargestellt, die man nicht so ernst zu nehmen braucht, war Philipp gemeinsam mit seinem Date Veit der liebenswürdigste Kandidat der Sendung. Schwule und Schwiegermütter im ganzen Land schluchzten mit dem Traumpaar.

Erkenntnis des Jahres: Bisexualität existiert wirklich
Für viele Schwule sind Bisexuelle nur Männer, die sich noch nicht ganz von ihrer verlogenen, heterosexuellen Vergangenheit verabschiedet haben. Eine US-Studie hat nun Hinweise darauf gefunden, dass es Bisexualität gibt. Aber selbst wenn es nicht so wäre: Lasst die armen Kerle doch so sein, wie sie sein wollen.

Am Freitag gibt's auf queer.de die andere Seite der Medaille: Die Tiefpunkte des Jahres.



#1 Simon HAnonym
  • 28.12.2011, 19:21h
  • Sehr schöne Liste von Höhepunkten des Jahres.

    Mein persönlicher Höhepunkt war der Besuch der absolut genialen Deutschland-Tournee der Rocky Horror Show. (die tourt noch bis Mitte nächsten Jahres)

    Musicals sind eh schon DIE schwule Kunstform schlechthin, aber die Rocky Horror Show mit ihrem Appell für freie Liebe und Leidenschaft ist noch mal ein Höhepunkt. Und die Musik ist auch genial. Dazu noch die genialen Darsteller und die Band...
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#2 alexAnonym
  • 28.12.2011, 19:27h
  • Gibt es bei queer.de nur schwule Höhepunkte? Es gibt auch weibliche Homosexuelle oder Bisexuelle.
    Vielleicht wäre sonst schwul.de besser als queer.de
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#3 RaffaelAnonym
  • 28.12.2011, 19:31h
  • Leider kommen auf diese Höhepunkte mindestens genau so viele Tiefpunkte, die teils noch viel drastischer sind.

    Ich bin schon gespannt auf die Liste der Tiefpunkte am Freitag.
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#4 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 28.12.2011, 20:00h
  • Den Top Ten mit den Höhepunkten kann man auch geteilter Meinung sein, aber insgesamt geht sie ja doch in Ordnung. Bei den Tiefpunkten schätze ich, werden Afrika, Rußland und China wohl eine große Rolle spielen!
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#5 ReneAnonym
  • 28.12.2011, 20:00h
  • Antwort auf #1 von Simon H
  • Rocky Horror Show habe ich auch gesehen. War echt geil!

    Dabei fand ich die alte Verfilmung dieses Musicals trotz des genialen Tim Curry gar nicht so toll. Aber die Bühnenversion ist um Welten besser.

    Wenn man die Chance hat, das zu sehen, sollte man das echt nicht verpassen.
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#6 Timm JohannesAnonym
#7 orgasmAnonym
#8 LassoAnonym
#9 Gregor2Anonym
  • 29.12.2011, 10:24h
  • Antwort auf #8 von Lasso
  • Ja, Kirche und Religion wird wohl bei der Liste der Tiefpunkte eine große Rolle spielen.

    Wobei: wenn man alles, was diverse Religionen im letzten Jahr so alles angerichtet haben, auflisten müsste, wäre alleine schon damit eine Liste mit hunderten Punkten zu füllen...
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#10 vingtans
  • 29.12.2011, 12:48h
  • ....schön!

    aber da hätte ich schonmal ein Punkt für die Minusliste.

    1) _Queer.de_ negiert weibliche homo-bisexuelle in ihrem Jahres Rückblick.
    Ganz zu schweigen von Transgenders.

    ... Alter _Queer_.de sollte mal ernsthaft "Queer" nachschlagen.
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