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Robert Mugabe regiert Simbabwe seit drei Jahrzehnten mit eiserner Hand (Bild: neal young / flickr / by-nd 2.0)

Lynette Karenyi ist wieder frei - die Parlamentsabgeordnete war verhaftet worden, weil sie Präsident Robert Mugabe als schwul bezeichnet haben soll.

Karenyi, ein Mitglied der Oppositionsbewegung MDC, soll die Aussagen nach Angaben des Staatsanwalts bei einer Veranstaltung am 9. Dezember gemacht haben. Sie wurde zehn Tage später wegen Verunglimpfung des Präsidenten festgenommen und musste Weihnachten hinter Gitter verbringen. Jetzt wurde sie gegen eine Kaution von umgerechnet 150 Euro gegen den Willen der Staatsanwaltschaft wieder auf freien Fuß gesetzt.

Die Politikerin soll Mugabe bezichtigt haben, sexuelle Beziehungen mit zwei seiner Widersacher gehabt zu haben. In der Presse wird sie mit der Aussage zitiert: "Mitglieder von Zanu PF [der Partei Robert Mugabes] haben den MDC-Präsident Tsvangirai attackiert, weil er angeblich prohomosexuell ist, aber Robert Mugabe hat Homosexualität mit Jonathan Moyo und Canaan Banana praktiziert." Karenyi dementiert die Darstellung der Staatsanwaltschaft.

Beobachter glauben an politische Hintergründe für die Anklage. Der bis 2008 autoritär regierende Mugabe musste die MDC nach öffentlichen Protesten an der Regierung beteiligen. Für die in rund einem Jahr stattfindenden Wahlen will Mugabe offenbar den politischen Gegner einschüchtern.

Mugabe gehört zu den homofeindlichsten Politikern in Afrika. Er hat in der Vergangenheit erklärt, Schwule seien "schlimmer als Hunde und Schweine". Diese Ansicht war in Simbabwe weitgehend Konsens, auch MDC-Politiker äußern sich immer wieder abfällig über Homosexuelle. Allerdings hat MDC-Premierminister Morgan Tsvangirai im Oktober für eine Wende in der Debatte gesorgt: In der britischen BBC sprach er sich erstmals für einen Diskriminierungsschutz für Homosexuelle aus (queer.de berichtete). (dk)