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Alan Turing

Der staatliche britische Postdienst bringt in diesem Jahr eine Briefmarke mit einem Portrait des Mathematikers Alan Turing heraus, der einst wegen seiner Homosexualität auf der Insel verfolgt wurde.

Turing, der als einer der einflussreichsten Theoretiker der frühen Computertechnik gilt, wird 2012 in einer Briefemarkenreihe neben neun anderen einflussreichen Briten geehrt, darunter etwa die Schriftsteller Roald Dahl und Charles Dickens. Während des Zweiten Weltkrieges wurde Turing zu einem der britischen Kriegshelden, weil er maßgeblich an der Entschlüsselung der deutschen Funksprüche beteiligt war. Nach Ansicht vieler Experten war sein Beitrag kriegsentscheidend.

Trotzdem beschützte ihn sein Status nicht vor Verfolgung wegen seiner Homosexualität. Er wurde 1952 angeklagt und erhielt die Wahl, ins Gefängnis zu gehen oder eine Behandlung mit triebhemmenden Hormonen zu beginnen, darunter Östrogene. Diese Therapie wurde "chemische Kastration" genannt. Er entschied sich für die Hormoneinnahme, litt aber danach unter Depressionen und der Entwicklung von Brüsten. Schließlich vergiftete er sich zwei Jahre nach dem Verfahren. England und Wales schafften das Verbot von Homosexualität schließlich 1967 ab - ein Jahr, bevor Westdeutschland den Paragrafen 175 entschärfte.

Premierminister entschuldigte sich 2009 für Verfolgung

Erst 2009 entschuldigte sich die britische Regierung für die Verfolgung von Alan Turing. Premierminister Gordon Brown sagte damals: "Wir liegen tief in seiner Schuld. Was es noch schlimmer macht, dass er so inhuman behandelt wurde". Brown erklärte weiter, dass tausende schwule Männer wegen "homophober Gesetze" verurteilt und "schrecklich behandelt" wurden (queer.de berichtete).

Die Geschichte des schwulen Mathematikers hat auch das Interesse von Hollywood geweckt: Im Oktober 2011 machten Gerüchte die Runde, dass Filmstar Leonardo DiCaprio in einem neuen Film Turing darstellen werde (queer.de berichtete). (dk)



#1 FelixAnonym
  • 02.01.2012, 12:32h
  • Ein trauriges Beispiel für die unsägliche Verfolgung von Homosexuellen.

    Dass sich die britische Regierung erst 2009 entschuldigt hat, ist ein Skandel. Aber besser spät als nie.

    Ansonsten hatte Brown vollkommen recht:
    "Wir liegen tief in seiner Schuld. Was es noch schlimmer macht, dass er so inhuman behandelt wurde."

    Und die "schreckliche Behandlung" hält ja fast überall auf der Welt bis heute an. Sie wird erst durch volle Gleichstellung (inkl. Eheöffnung) beendet. Das steht sowohl in Großbritannien als auch hier in Deutschland noch aus.
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#2 stephan
  • 02.01.2012, 13:53h
  • Ja, so ist das mit dem Dank des Vaterlandes!

    Alan Turing gehört wohl wirklich zu den größten Mathematikern des 20. Jhs. und ist durchaus mit Kurt Gödel, David Hilbert oder John v. Neumann in einem Atemzug zu nennen. Dass er trotzdem so ein schlimmes Schicksal erleiden musste und man nicht über seine Homosexualität hinweg sehen konnte, zeigt die Verbissenheit der Hexenjagd, mit der Homosexuelle gejagt wurden. Unerklärlich und unverzeihlich, was den Menschen angetan wurde und dieses Verbrechen sollte in jeder Biographie von Politikern jener Zeit erwähnt werden!
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#3 MarekAnonym
  • 02.01.2012, 17:25h
  • Antwort auf #2 von stephan
  • Wieso "gejagt wurden"?

    In vielen Regionen hat sich das bis heute nicht geändert. Und selbst da, wo man nicht verfolg wird, ist man noch lange nicht gleichgestellt... Außer einige wenige Vorbilder wie Schweden, die Niederlande, etc.
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#4 PierreAnonym
  • 02.01.2012, 17:33h
  • Wahrscheinlich werden Briefe mit dieser Marke vom Vatikan mit dem Vermerk "Annahme verweigert" an den Absender zurück gesandt.
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#5 FoXXXynessEhemaliges Profil
#6 HerrTuringAnonym
  • 02.01.2012, 21:01h
  • Antwort auf #5 von FoXXXyness
  • Ich kann kaum sagen wie mich diese Ehre ehrt und möchte an dieser Stelle meiner Mutter danken, und meinem Vater, und meinem Doktorvater und überhaupt allen, die mich unterstützt und immer an mich geglaubt haben! Jetzt dreh ich mich mehrmals in meinem Grab um! Vor Freude!

    GLG
    aus dem Reich der Toten
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#7 FelixAnonym
  • 02.01.2012, 23:36h
  • Antwort auf #4 von Pierre
  • "Pierre schreibt am 02.01.2012, 17:33:06 Uhr:
    Wahrscheinlich werden Briefe mit dieser Marke vom Vatikan mit dem Vermerk "Annahme verweigert" an den Absender zurück gesandt."

    Hoffentlich!

    Damit noch mehr Leute sehen, wie lächerlich und verlogen diese Katholen sind.
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