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Republikanische Vorwahlen

USA: Wahlkampf gegen Homo-Rechte


Das offizielle Bild des US-Kongresses von Senator Rick Santorum

Am Dienstag findet im ländlichen Iowa die erste Vorwahl der Republikaner statt, mit der die Partei ihren Präsidentschaftskandidaten bestimmt - die Kandidaten stellen derzeit heraus, wie sehr sie Homosexuelle verachten.

Von Dennis Klein

Kurz vor dem "Caucus" in Iowa wird es knapp: Laut der neuesten Umfrage des Lokalblattes "Des Moines Register" liegt Mitt Romney, der Favorit des republikanischen Establishments, mit 24 Prozent vor Ron Paul (22 Prozent) und Rick Santorum (15 Prozent). Santorum, der vor wenigen Tagen noch im einstelligen Bereich verweilte, soll aber in den letzten beiden Tagen der knapp einwöchigen Umfrage Paul noch überholt haben, meldet die Zeitung. Damit geht das Spiel der wechselnden Favoriten weiter: In den letzten Monaten waren schon Michele Bachmann, Rick Perry und Herman Cain als Favoriten ausgerufen worden - alle drei machten sich aber entweder mit absurden Äußerungen oder mit Sexaffären nach einigen Wochen lächerlich. Auch Newt Gingrich, der als Mehrheitsführer im Kongress einst das Ehe-Verbot für Schwule und Lesben im Bundesrecht etablierte, scheint nach einem kurzen Hoch wieder zu schwächeln.

Der insbesondere vom konservativen Meinungssender Fox News Channel gehypte Santorum sieht in Iowa seine Chance, Wähler vom rechten Rand aufzusammeln. Dabei will er vor allem Homo-Hasser ansprechen: So schreckte er Schwule und Lesben vor wenigen Tagen in einem NBC-Interview auf, in dem er mit der Aberkennung aller bereits geschlossenen Homo-Ehen drohte. Als Präsident würde er das in der US-Verfassung festschreiben: "Wenn die Verfassung dann die Ehe definiert, werden alle Ehen, die nicht verfassungsgemäß sind, aberkannt", erklärte Santorum, der von 1995 bis 2007 im US-Senat tätig war und dort wiederholt von Homogruppen als homofeindlichster Senator bezeichnet wurde.

Youtube | Protest am 31. Dezember gegen Santorum: Ein Homo-Aktivist bewirft den Politiker aus Protest gegen seine homofeindlichen Äußerungen mit Glitter - eine Aktion, die schon andere Kandidaten wie Michele Bachmann und Newt Gingrich über sich ergehen lassen muss

Ron Paul taucht spät in homophoben Sumpf ein


Der als liberal geltende Ron Paul hat erfolgreich seinen Stimmenanteil gesteigert, indem er gegen Homosexuelle und Aids-Kranke polemisiert (Bild: Gage Skidmore / flickr / by-sa 2.0)

Aber auch andere Kandidaten, die bislang als relativ homofreundlich galten, biedern sich den konservativen Iowa-Republikanern an - und hoffen durch einen Sieg auf Rückenwind ("Momentum") für die nächsten Vorwahlen. Besonders der Kongressabgeordnete Ron Paul, der bislang in gesellschaftlichen Fragen als liberal galt, buhlt erfolgreich um evangelikale Stimmen: So freute er sich überschwänglich über die Unterstützung durch den protestantischen Pfarrer Glen E. Bandel, der die Todesstrafe für Schwule fordert.

Am Sonntag beschuldigte er außerdem im Fox News Channel Aids-Kranke, an ihrem Schicksal selbst schuld zu sein und den Steuerzahlern wegen der Kosten für die Medikamente auf der Tasche zu liegen: "In einer freien Gesellschaft tun Leute dumme Sachen, aber anderen, unschuldigen Menschen sollten dadurch keine Kosten entstehen", sagte der Texaner. Paul gilt als besonders erbitterter Gegner der Gesundheitsreform von Präsident Barack Obama, mit der die bislang 50 Millionen unversicherten Menschen eine Krankenversicherung erhalten sollen.

Alle gegen den Favoriten Romney


Als Mitt Romney Gouverneur von Massachusetts war, wünschte er CSD-Teilnehmern noch ein schönes Wochenende - heute lasten ihm das seine Konkurrenten an

Feindbild für praktisch alle Kandidaten ist Mitt Romney, den konservative Blogger stets als "homo lover" verunglimpfen. Als früherer Gouverneur von Massachusetts war Romney vergleichsweise wenig ideologisch. Allerdings hatte auch er gegen die von einem Gericht angeordnete Öffnung der Ehe gekämpft - Massachusetts war 2003 der erste Bundesstaat, in dem die Gleichbehandlung von Schwulen und Lesben angeordnet wurde (queer.de berichtete). Als damaliger Gouverneur versuchte Romney unter anderem, die Eheschließungen mit einem längst vergessenen Gesetz einzuschränken, das einst gegen interrassische Hochzeiten eingeführt worden war (queer.de berichtete).

Nach dem "Caucus" in Iowa finden im Januar mit je einer Woche Abstand noch Vorwahlen in Massachusetts, South Carolina und Florida statt. Nachdem der Sieger feststeht, wird sich dessen Rhetorik voraussichtlich entschärfen. Denn dann will der Sieger Wechselwähler gewinnen, die von allzu harschen Ausbrüchen eher abgeschreckt werden. Präsident Barack Obama, der bei der letzten Präsidentschaftswahl von praktisch allen Homogruppen unterstützt wurde, kann nur hoffen, dass sich die republikanischen Kandidaten bis dahin selbst zerfleischen. Der Profiwahlkämpfer, der sich in den demokratischen Vorwahlen vor vier Jahren überraschend gegen Hillary Clinton durchsetzte, könnte dann möglicherweise als einer der wenigen amtierenden Präsidenten in einer Wirtschaftskrise wiedergewählt werden.



USA: Homo-Gegner in Aktion

Studenten in den USA erklären auf Facebook, warum sie Homo-Paaren keine Rechte geben wollen – meist ist Gott im Spiel.
#1 meiner vorhautAnonym
#2 Geert
  • 02.01.2012, 18:59h
  • "In einer freien Gesellschaft tun Leute dumme Sachen, aber anderen, unschuldigen Menschen sollten dadurch keine Kosten entstehen", sagte der Texaner.

    Recht hat er! Jeder soll in sein Gayromeo-Profil hinein schreiben können "Safer Sex Niemals" und auch "pozzen" so viel er will. Wenn er dann aber krank ist und die Kosten für die Medikamente sich auf Zehntausende von Euros belaufen, soll dafür nicht die Allgemeinheit aufkommen müssen!
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#3 heiligAnonym
  • 02.01.2012, 19:16h
  • "Santorum ging nicht auf das Angebot ein und konzentrierte sich stattdessen auf einen Vor-Ort-Wahlkampf in allen 99 Bezirken des ersten Caucus-Bundesstaates Iowa. Ihren Abschluss fand siese Werbereise in einer Fasanenjagd, bei der sich Santorum nicht nur von seinem 20jährigen Sohn (dem er zu Weihnachten eine Flinte geschenkt hatte*), sondern auch von einem Medientross begleiten ließ, der ihm in der relative nachrichtenarmen Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr viel Aufmerksamkeit schenkte.
    Das zahlte sich aus: Einer aktuellen Umfrage im Auftrag des Nachrichtensenders CNN und des Time Magazine nach machte er einen Riesensprung von der Bedeutungslosigkeit auf den dritten Platz."

    www.heise.de/tp/blogs/8/151136

    *
    Laut FBI wurden im Monat Dezember 1,5 Millionen Personenüberprüfungen durch Waffenhändler im "National Instant Criminal Background Check" System durchgeführt, das System zur Überprüfung ob ein Käufer ein Strafregister hat, als Vorraussetzung um eine Waffe zu erwerben. In der Woche vor Weihnachten waren es 500'000 Überprüfungen und am 23. Dezember alleine 102'222. Der Dezember setzte damit einen Rekord an Waffenverkäufen in der Geschichte der USA.
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#4 alexander
  • 02.01.2012, 19:17h
  • Antwort auf #2 von Geert
  • wie recht du doch hast, die zuckerkranken fressen zuviel und die manager nehmen ihren "modischen burn -out ", jede form von sport muss sofort verboten werden und die krebskranken hätten sich bessere gene aussuchen müssen ?!

    "weg mit diesen VOLKSSCHÄDLINGEN "!

    deine UNSCHULDIGEN MENSCHEN müssen dann spätestens in den zoo, soviel dummheit darf und kann kein freiraum gewährt werden !!!

    früher sagten deine "unschuldigen menschen" : geh doch nach drüben "!!!!

    ich sage dir heute : "geh doch nach texas" !!!!

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#5 finkAnonym
  • 02.01.2012, 19:30h
  • Antwort auf #2 von Geert
  • "Wenn er dann aber krank ist und die Kosten für die Medikamente sich auf Zehntausende von Euros belaufen, soll dafür nicht die Allgemeinheit aufkommen müssen!"

    nehmen wir an, der gesetzgeber folgte deinem rat. was wären die konsequenzen?

    neben der verelendung und dem qualvollen tod tausender menschen, die sich die therapie nicht leisten können (das könnte nämlich auch in europa kaum jemand) hätten wir innerhalb weniger jahre eine explosion der neuninfektionen dank massiv erhöhter viruslast aller infizierten.

    wegen letztzerem ist dein beitrag einfach nur dumm.

    wegen ersterem möchte ich dich hier - entgegen meiner sonst üblichen verachtung persönlicher angriffe - in aller deutlichkeit als einen asozialen unmenschen bezeichnen. einen angemesseneren ausdruck verkneife ich mir hier nicht mehr aus höflichkeit, sondern nur aus formaler rücksicht auf die netikette.
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#6 SpätOuterAnonym
  • 02.01.2012, 19:47h
  • Antwort auf #1 von meiner vorhaut
  • Also diese Faschisten können echt immer ihre miesen Faschistoiden Aussagen verbreiten. Sogar Wahlkampf damit machen. Und so können in aller ruhe immer so weiter machen, werden nicht behelligt, nicht bestraft wegen unmenschlicheraussagen verurteilt...

    Für mich sind alles Faschisten die gegen Schwule sind ! Und jeder der Öffentlich wie auch immer gegen uns hetzt gehört vor ein Gericht gestellt und hart bestraft !

    Erst wenn das passieren würde
    könnte sich evtl was ändern,
    denn alle anderen lernen dann,
    das wenn sie auch nur im geringsten öffentlich gegen uns hetzen,
    sie eine hohe Strafe bekommen.

    Das würde zwar die Hetzer von heute bloß Mundtot machen, denn so denken sie ja weiterhin, aber die Generationen nach uns lernen entl. was anderes und sind dann vielleicht reifer als ihre Fascho-Vorfahren...

    Faschismus ist keine Meinung,
    sondern ein Verbrechen !

    Aber da sieht man mal,
    der Homphobe-Wahlkampf
    spielt in den großen öffentlichen Medien
    wie Spigel, Bild, RTL, Sat.1, ARD
    und wie sie alle heißen keine Rolle..

    Wir werden höchstens mal als Papageien inszeniert, oder oberflächlich bedauert
    und dann geht der
    Hetero Medien-Alltag weiter...

    Würde so Wahlkapf gegen Juden gemacht werden, dann gabe es ZU RECHT einen richtig heftigen Aufschrei, den die Welt so schnell nicht mehr vergessen würde.

    Denn Faschismus ist wie gesagt
    keine Meinung, sondern ein Verbechen !
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#7 Lapushka
  • 02.01.2012, 19:48h
  • Antwort auf #2 von Geert
  • Jep.
    Und Leute die sich besoffen ans Steuer setzen und sich deshalb um die Leitplanke wickeln, die lässt man dann gefälligst auch liegen.
    Kann ja wohl nicht angehen, dass die vernünftigen Leute indirekt die Kosten für solche Typen tragen.
    Oder auch normale Komasäufer. Der Typ mit der Alkoholvergiftung, wieso lässt man den nicht draufgehen anstatt ihm mühsam den Magen auszupumpen? Es hat ihn schliesslich keiner zum Trinken gezwungen.

    Oder Leute die gerne Fastfood essen und dann Diabetes, Herzprobleme, Bluhochdruck oder Gelenkschäden kriegen duch Übergewicht. Selbst schuld. Zahlen wir nicht.

    Oder Raucher, die irgendeine Krankheit kriegen die durch rauchen verursacht werden kann.

    Oder Menschen die Extremsportarten lieben.
    Wie komme ich denn bitte dazu, für so einen blöden Bergsteiger zu zahlen nur weil der sich an der Eiger-Nordwand das Bein bricht? Er hätte ja nicht mit dem Klettern anfangen müssen, war ja seine Entscheidung.

    Und wie genau will man eigentlich beweisen, wo und wie sich jemand mit HIV angesteckt hat (also ob "Absicht" dahinter stand)?
    Wer unverheiratet ist und trotzdem HIV kriegt, ist selber Schuld oder wie?
    Damit wären wir dann wieder bei Ratzingers Keuschheits-Scheiss der nachweislich nicht funktioniert und ausserdem nichts mit Selbstbestimmung zu tun hat.

    Oh man, bitte erstmal über Sinnhaftigkeit und Durchführbarkeit nachdenken bevor man auf solche Ideen kommt.
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#8 GastAnonym
  • 02.01.2012, 19:58h
  • Antwort auf #2 von Geert
  • Ich dachte bislang, schwule Faschisten gäb's gar nicht wirklich... danke, dass Du mich eines Besseren belehrt hast. Deine Kommentare sind eine Offenbarung. Nun ist meine Weltsicht wieder etwas realistischer. Und trauriger.
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#9 alexander
  • 02.01.2012, 20:02h
  • Antwort auf #6 von SpätOuter
  • ja, wir werden immer als stimmvieh missbraucht !
    entweder um stimmen zu sammeln, in dem man uns verteufelt, oder aber, weil man unsere stimmen braucht, um uns hinterher im regen stehen zu lassen !!!
    und wie du schon schreibst, kaum einer von uns kann sich wehren, weil die hetzerei nicht bestraft wird, wir sind wie immer in den letzten jahrhunderten die treteimer, der ach so christlichen heterogemeinschaft ! die uns genau DAFÜR dringend braucht, damit sie sich und ihre christliche ansicht zur "nächstenliebe überhöhen " kann !
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#10 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 02.01.2012, 20:04h
  • Was in Iowa an republikanischem Abschaum in der Öffentlichkeit herumläuft, ist nicht zu fassen!
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