Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?15662

Homofreundlichere Regierung?

Jamaika: Hoffnung nach Wahlen


Portia Simpson-Miller war bereits von 2006 bis 2007 kurzzeitig Regierungschefin auf der Insel

Bei der jamaikanischen Parlamentswahl hat die homophobe Labour Party ihre Mehrheit eingebüßt - die Wahlsiegerin Portia Simpson-Miller hatte im Wahlkampf das Ende der Homo-Verfolgung in Aussicht gestellt.

Bei den Wahlen am Donnerstag erreichte die sozialdemokratische "National Party" von Oppositionsführerin Simpson-Miller 53,3 Prozent (+3,7 Prozent), die bisher regierende konservative "Labour Party" kam neuesten Ergebnissen zufolge nur auf 46,6 Prozent (-3,7 Prozent). Wegen des Mehrheitswahlrechts ist die Mehrheit für Simpson-Millers Partei deutlich: Sie erhält mit 42 Sitzen doppelt so viele wie die Labour Party von Premierminister Andrew Holness, die nur noch auf 21 Mandate kommt.

Simpson-Miller weckte in den letzten Wochen die Hoffnung von Homo-Aktivisten, als sie im Wahlkampf eine Überprüfung der Gesetze gegen Homosexualität ankündigte und sagte, dass sie im Gegensatz zu ihrem Kontrahenten Schwule und Lesben im Kabinett akzeptieren würde. "Niemand sollte wegen seiner sexuellen Orientierung diskriminiert werden", erklärte sie während einer live ausgetrahlten Fernsehdebatte kurz vor den Wahlen. Analysten erklärten damals, dass diese Aussage ihre Chancen auf eine Wahl schmälern würden, da eine große Mehrheit der Jamaikaner Homosexualität als unmoralisch ansieht. Derzeit stehen zehn Jahre Haft mit Zwangsarbeit auf gleichgeschlechtliche Aktivitäten.

Homophober Wahlkampf von Labour


Der homophobe Wahlkampf von Premierminister Andrew Holness hat sich am Ende nicht ausgezahlt

Der scheidende Premierminister Andrew Holness hatte erst im November 2011 das Amt von seinem Vorgänger Bruce Golding übernommen. Auch er war durch homophobe Ausbrüche aufgefallen: So erklärte er, dass Homosexualität den Jamaikanern vom Ausland aufgezwungen werden (queer.de berichtete). Holness war zuvor mehr als vier Jahre lang jamaikanischer Bildungsminister. In dieser Funktion hat er wiederholt gegen Homosexuelle Stimmung gemacht. So hat er sämtliche Bücher an Schulen verboten, in denen Schwule oder Lesben positiv dargestellt werden (queer.de berichtete).

Homo-Aktivisten haben beklagt, dass Labour-Politiker mit Homophobie auf Stimmenjagd gegangen seien. So erklärte Energieminister Clive Mullings, dass Gott Jamaika bestrafen würde, wenn das Land sein Homo-Verbot lockern würde. Daryl Vaz, ein Minister ohne Geschäftsbereich, sagte bei einer Wahlkampfveranstaltung unter dem Jubel seiner Anhänger, dass Gott "Adam and Eve" geschaffen habe, nicht "Adam and Steve".

Auch in der National Party gibt es Gegner der Gleichbehandlung von Homosexuellen. Aktivisten erklärten nach Labour-Angriffen, dass Simpson-Miller lediglich eine Überprüfung des Homo-Verbots angekündigt habe, nicht dessen Aufhebung. Sie hat jedoch angekündigt, eine Abstimmung ohne Fraktionszwang über das Gesetz abzuhalten. Wie viele Abgeordnete tatsächlich dafür stimmen, ist jedoch unklar. (dk)



#1 RaffaelAnonym
  • 03.01.2012, 13:22h
  • Wollen wir hoffen, dass das nicht nur Wahlkampf-Floskeln waren, sondern sich wirklich etwas ändert.

    Da sieht man aber auch wieder mal, dass Boykotte sehr wohl etwas bringen. Ohne Boykotte wäre das nie ein Thema geworden in diesem homophoben Land.
  • Antworten » | Direktlink »
#2 SpätOuterAnonym
  • 03.01.2012, 14:18h
  • Antwort auf #1 von Raffael
  • Da bin ich aber mal gespannt ob sich dann tatsächlich was ändert... Selbst wenn sich Staatliche die Homorechte zum positiven
    ändern sollten, wäre das nur der erste schritt,
    den in den Köpfen der Menschen stecken die
    vorurteile dann nach wie vor.... Ob nun dort
    die Jamaikainschen Rapper wieterhin Hass-Songs produzieren und sie von den Leuten gekauft werden, oder hier bei uns....

    Letzendlcih würde es dann so sein wir in unseren
    BRD-Regime... Bushidos dürfen hier ja auch ungestraft gegen uns Hetz-Songs produzieren...
    Und und und...
  • Antworten » | Direktlink »
#3 Human RightsAnonym
  • 03.01.2012, 16:06h
  • Antwort auf #2 von SpätOuter
  • "Selbst wenn sich Staatliche die Homorechte zum positiven
    ändern sollten"

    Wie sollen sie sich denn sonst jemals ändern?

    Das geht (ausgehend von den herrschenden Verhältnissen) nur über staatlich garantierte, gleiche Lebensrechte für Alle und einen ebenso staatlich garantierten, proaktiven Schutz vor Diskriminierung und Gewalt in all ihren Erscheinungsformen. Und wie wir alle wissen, sind wir davon auch hierzulande noch sehr weit enfernt.

    Ich zitiere daher aus anderen Kommentaren hier bei queer.de, die ich sehr treffend finde:

    Schwule und Lesben brauchen den sozialen und demokratischen Rechtsstaat - weltweit!
  • Antworten » | Direktlink »
#4 Timm JohannesAnonym
  • 03.01.2012, 19:29h
  • Das wäre in der Tat ein Fortschritt für den Karibikraum, wenn endlich Jamaika seine Strafgesetze ändert.

    Auf dem amerikanischen Festland haben nur noch Belize und Guyana Strafbestimmungen, doch es gibt neben Jamaika noch einige kleinere Karibikinseln, wo ebenso Strafbestimmungen bestehen (Grenada, Dominica, Barbados, St. Kitts and Nevis und Trinidad und Tobago).
  • Antworten » | Direktlink »
#5 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 03.01.2012, 19:36h
  • Das sind gute Neuigkeiten! Endlich gibt es auf der Karibikinsel Jamaika einen Machtwechsel! Müssen aber jetzt auch Taten folgen! Frau Simpson-Miller hat sich ja einiges vorgenommen!
  • Antworten » | Direktlink »
#6 FreeyourgenderProfil