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Anwar Ibrahim glaubt, die Anklage wegen Homosexualität hat politische Hintergründe (Bild: KamalSelle / flickr / by 2.0)

Anwar Ibrahim drohen 20 Jahre Haft wegen angeblicher Homosexualität - kurz vor der Urteilsverkündung verurteilt der ehemaliger Premierminister Malaysias das Homo-Verbot als "archaisches" Gesetz.

Anwar steht derzeit in Kuala Lumpur vor Gericht, weil er einen 26-jährigen Mitarbeiter 2008 zum Sex genötigt haben soll. Er selbst spricht jedoch von einem politischen Verfahren der Regierungspartei gegen die Opposition. In wenigen Tagen wird das Urteil erwartet. Im mehrheitlich muslimischen Land stehen auf gleichgeschlechtlichen Sex 20 Jahre Haft und Auspeitschung. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um eine einvernehmliche Beziehung handelt oder um Vergewaltigung.

In einem Telefoninterview mit der Nachrichtenagentur AP äußerte sich Anwar nun erstmals kritisch über das Homo-Verbot: "Unsere augenblicklichen Gesetze scheinen etwas archaisch zu sein", sagte Anwar. Sie könnten "missbraucht werden für gewaltsame Diskriminierung oder Intoleranz". Allerdings sprach sich Anwar auch dafür aus, dass gleichgeschlechtliche Ehen oder "obszöne Handlungen" in der Öffentlichkeit weiterhin verboten sein müssten.

Anwar im Wahlkampf

Anwar tourt gerade in Wahlkampfveranstaltungen durchs Land. Bei der in diesem Jahr stattfindenden Parlamentswahl wird erwartet, dass erstmals seit der Unabhängigkeit von Großbritannien vor über 50 Jahren die Regierungspartei UMNO keine Mehrheit erhalten könnte. Anwar selbst ist in dieser Partei bis zum Vize-Premierminister aufgestiegen. Dieses Amt hatte er von 1993 bis 1998 inne. Daraufhin überwarf er sich aber mit Premierminister Mahathir bin Mohamad und wurde kurze Zeit später verhaftet. Wegen Homosexualität und Korruption wurde er schließlich zu einer langjährigen Haftstrafe verurteilt. Westliche Regierungen haben den Prozess als politisches Verfahren bezeichnet. 2004 kam er nach einer Entscheidung des Obersten Gerichtshofs vorzeitig frei (queer.de berichtete). Seit 2008 darf er sich wieder politisch betätigen und zog durch einen klaren Sieg bei einer Nachwahl ins nationale Parlament ein (queer.de berichtete). (dk)



#1 Geert
  • 06.01.2012, 13:11h
  • In so gut wie ALLEN islamischen Ländern wird Homosexualität bestraft - in einigen Ländern mit Gefängnisstrafe, in anderen sogar mit der Todesstrafe.
    Ich werde es wohl nie begreifen, warum selbstbewusste schwule Männer in Westeuropa so empfindlich reagieren, wenn man den Islam u.a. deswegen kritisiert. Reflexartig kommen sofort Bemerkungen wie "In christlichen Ländern ist es auch nicht besser" "Kreuzzüge" "Papst" usw usw
    Warum darf man das Christentum ohne Ende beschimpfen, den Islam aber nicht kritisieren?

    Kann mir das jemand erklären?
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#2 ArthasAnonym
#3 Fred i BKKAnonym
  • 06.01.2012, 13:46h
  • Antwort auf #1 von Geert
  • ...tun das wirklich Alle----,staendig gegen die Christen wettern und nicht auch gegen den Islam...
    Fuer mich koennte der Teufel das Christentum fressen und sein Bruder den Islam....ich wuerde keine der Vorder-orientalischen Sekten die leider zu Weltreligionen wurden vermissen.
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#4 finkAnonym
  • 06.01.2012, 16:21h
  • Antwort auf #1 von Geert
  • ich sehe es wie fred: von mir aus können beide (nein, eigentlich alle) religionen verschwinden. mir ist gleichgültig, ob jemand schwule hasst und kriminalisiert, weil er muslim oder christ oder mormone ist. das alles ist scheiße und muss selbstverständlich kritisiert werden.

    was ich aber immer ebenso kritisieren werde, ist jeder versuch, eine front zwischen christentum als "guter religion" und islam als "böser religion" zu konstruieren statt die entscheidende front dort aufzuzeigen, wo sie wirklich liegt: nämlich zwischen aufklärung und religion bzw. zwischen säkularismus und theokratismus. er es so nicht benennt und "den islam" als solchen verantwortlich macht, der betreibt eine sündenbockpolitik.
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#5 stromboliProfil
  • 06.01.2012, 16:46hberlin
  • Antwort auf #2 von Arthas
  • es ist weniger "gutmenschelei" die eine antwort verbieten, als die offensichtliche dummheit der fragen, die auch noch beantwortet sein wollen..;
    für wie dumm haltet ihr den rest der gesellschaft eigentlich ?
    Macht eure fragespielchen auf Pi oder sonstig geistig verwandten seiten.., nicht hier, wo die leute auch selbstständig zu denken gelernt haben.
    Wie sagt da der gutmensch so richtig:
    Armselige breivig-sarrazinisten ; nichts in der birne, aber mitreden wollen!
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#6 Wyndakyr
  • 06.01.2012, 17:24h
  • Das Christentum ist lediglich das kleinere Übel, aber keine "gute Religion" im Gegensatz zm Islam als "böser Religion". Da es in Deutschland wesentlich verbreiteter ist als der Islam und die meisten Diskriminierungen von dessen politischem Arm (CDU) ausgehen, fällt es natürlich wesentlich leichter, über das Christentum zu lästern, als über den Islam.
    Es gibt viele "liberale" Moslems in Deutschland (auch einer meiner Arbeitskollegen), aber ich bezweifle, daß sie eine lange Lebenserwartung hätten, würden sie ihre liberal-islamischen Ansichten in einem mehrheitlich islamischen Land äußern. Diese liberalen Moslems in Deutschland und anderen europäischen Ländern dienen dieser archaischen Ideologie aber nur als Alibi, um als "friedlich", "gar nicht so schlimm" oder ähnliches zu erscheinen. Millionen von "liberalen Christen", die es auch gibt, schaffen es aber offensichtlich dagegen nicht, das Christentum als menschenfreundlich, tolerant etc. zu erscheinen.

    Religion (egal ob Christentum, Islam oder sonstiges) ist ähnlicher Humbug wie Tarot, Astrologie, Handlesen etc., sollte aber solange toleriert werden, wie es Privatsache bleibt und niemandem aufgezwungen wird. Radikale Auswüchse von Religionen müssen aber genauso bekämpft werden wie Rechts- oder Linksextremismus.
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#7 GeorgB
  • 06.01.2012, 17:36h
  • Antwort auf #1 von Geert
  • "selbstbewusste schwule Männer"??? Seit wann gehört das denn zu deinem Wortschatz? Üblicherweise willst du in deinen Posts doch immer alle davon überzeugen, schön zu kuschen, nicht als schwul aufzufallen, um damit bloß nicht wen auch immer zu provozieren.
    Mir ist eigentlich nicht aufgefallen, dass die christliche Religion mehr kritisiert wird als die muslimische. Deine Wahrnehmung liegt vielleicht daran, dass du selbst zu diesem Verein der Freunde eingebildeter Freunde gehörst.
    Sollte dem aber wirklich so sein, dann liegt es vielleicht daran, dass man hier in Deutschland dem christlichen Terror viel mehr unentrinnbar ausgesetzt ist als dem muslimischen: Kreuze in Klassenzimmern, Kreuze in Kindergärten, Kreuze in Gerichten, Kreuze in öffentlich-rechtlichen Gebäuden, von christlichen Lobbyisten betriebene Verankerung deines unsichtbaren Zauberwesens in Landesverfassungen, die die Demut vor diesem einen von vielen nicht existenten Göttern als oberstes Erziehungsziel für Schulen vorgeben (z. B. NRW), "stille" christliche Feiertage, an denen alle nach der Pfeife der Christen zu tanzen haben (bzw. genau dieses zu unterlassen), täglich mehrfaches auf sich Aufmerksammachen mit Kirchengebimmel, usw. usw. Und dafür überweisen wir auch noch Milliarden jährlich an deinen Verein.
    Statt sich über Kritik zu mockieren, solltest du lieber beschämt sein über das, was dein Verein tagtäglich über unsereins herhetzt. Wenn ich aber deine Posts so Revue passieren lasse, verstehst du das sicher nicht mal ansatzweise. Aber immer schön die Fahne für das ach so tolle Christentum hochhalten, DAS ist bei dir reflexartig, wenn du schon damit argumentierst.
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#8 Zur InfoAnonym
  • 06.01.2012, 18:08h
  • Der Paragraph, der in Malaysia Sex zwischen Männern oder zwischen Frauen kriminalisiert, stammt von den Briten. Ähnlich schaut es in so gut wie allen ehemaligen Kolonien aus! Um es zu verdeutlichen: Die wenigen Länder Asiens, in denen Homosexualität und gleichgeschlechtlicher Sex nie unter Strafe stand, sind Japan und Thailand. Beide waren nie teil eines europäischen Kolonialreiches. Den Islam hier ins Spiel zu bringen ist Geschichtsverfälschung pur! In vielen vom Islam dominierten Ländern wurde derartige Verbote erst im Rahmen einer Anpassung an die europäische/westliche Moderne im 19. und frühen 20. Jahrhundert eingeführt. Also bitte an die eigene Nase fassen!
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#9 stromboliProfil
  • 06.01.2012, 19:40hberlin
  • Antwort auf #6 von Wyndakyr
  • zuallererst setzt man sich mit den einem umgebenden konflikten auseinader bevor man sich den ferneren zuwendet.. dabei beachtend; die "fernen" sind entweder den hauseigenen gleich, oder stammen aus selbiger ideologie...
    über jahrhunderte hatte der islam keine allzu grossen berührungsängst mit der mann-mann / mann-knabe liebe..
    er verfasste gedichte, malte bilder , die so eindeutig nur im vorchristianischen oder in den östlichen kulturen zu finden waren; die südamerikanischen bildnisse gleichgeschlechtlicher darstellung waren bis 1642 nicht bekannt!
    Der islam hat eine seit seinem bestehen prägenden einfluss auf das sogenannte abendland gehabt und ein nicht unwichtiger teil der inovativen errungenschaften und erfindungen finden sich bis heute in unserer alltagskultur wieder.. denkt nur an eure brillen!

    In seiner hoch zeit, ist der islam auch DIE tolerantere religion, was erst mit der vertreibung und beginnenden niedergang hin zur "wüstenreligion" ihr ende findet.
    Es sind die christen, die die jeweiligen verfolgungen erfinden; seis gegenüber den juden, seis gegenüber den moslems.
    Und es ist die, in den religionskriegen geübte gnadenlosigkeit der christlichen befreier des "heiligen landes" , die die ausnahmslose abschlachtung der gefangenen praktizieren..
    die moslems nahmen ihre gefangenen wenigstens noch als sklaven in anspruch...

    Wir erleben den neuzeitlichen wechsel im religiösen denken mit dem beginn der koloniaen ansprüche auf dem boden und darin verborgenen reichtum der arabischen länder...
    Es sind die englischen, französischen, italienischen efendis, die in ihren reisebeschreibungen, in einer mischung aus empörtem entsetzen und bigotter neugierde die sitten und gebräuche beschreiben, wo die überall verbreitete sodomie mit voyoristischen interesse beschrieben wird..siehe napoleons bericht zur "expedition in ägypten", siehe auch "Die sieben Säulen der Weisheit" von unserer säulenheiligen T. E. Lawrence-von arabien

    Erst das durchdringen der arabischen und somit islamischen kultur durch "westliche wunschbilder" ab den 50zigern, erzeugt eine innere zerrissenheit in moralfragen wenn es um gleichgeschlechtliches geht. Im kern sind anglo-europäische moraldiktionen übernommen, bis hin zur einführung- übernahme gleichlautender gesetzesverordnungen der kolonialmächte.. ; allen voran das unselige sexualrecht der britten aus der viktorianischen zeit.
    Es also mehr ein gemengengelage puristischer wertvorstellungen aus beider kulturbereichen ist, die die heutige brisante lage erzeugt, als eine einseitig zu wertende "vorreiterstellung" antihumanistischen anspruchdenkens...
    Solange die kirchen im "westen" gebändigt, solange droht kein zweiter islam!
    Aber; wir haben bereits ein problem: kommend aus amerika, verteilt sich eine religiöse erweckungswelle über die bisher eher säkular gebändigten sekten.. und kein ende in sicht!
    Mühsam errungene gleichbrechtigungen werden still und leise im neuen wertekanon eingeebnet ohne das es besonders auffällt. Eine neue deutung von familie-verantwortung und sozialer einordnung konservativer art macht sich breit .

    wie schreibst du so treffend: "Diese liberalen Moslems in Deutschland und anderen europäischen Ländern dienen dieser archaischen Ideologie aber nur als Alibi, um als "friedlich", "gar nicht so schlimm" oder ähnliches zu erscheinen. Millionen von "liberalen Christen", die es auch gibt, schaffen es aber offensichtlich dagegen nicht, das Christentum als menschenfreundlich, tolerant etc. zu erscheinen [ zu lassen]."
    Es ist die nur ein problem der restgesellschaft wie sie religion unter kontrolle bekommt!
    Unkontroliert wird religion eine tödliche , menschenfeindliche gefahr für das gemeinwesen und je geringer der wiederstand oder aufwand zur regulierung ist, desto eigenmächtiger bestimmt eine kleine sektiererische minderheit über eine mehrheit , in der aufgeklärte religiöse und aufgeklärt säkulare menschen , ohne sich aufzudrängen, nebeneinander her leben könn/ten.

    Also beim "bekämpfen " erst mal ein blick auf die ursachen , ihre hintergründe und die koalitionen die man eingehen kann, ohne selbst vereinnahmt zu werden.
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#10 poo pooAnonym