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  • 09.01.2012           8      Teilen:   |

Vorwurf der Homosexualität

Oppositionsführer Anwar freigesprochen

Anwar Ibrahim gilt als Hoffnungsträger der Opposition in Malaysia – darf für diesen Job aber nicht schwul sein - Quelle: udeyismail / flickr / cc by 2.0
Anwar Ibrahim gilt als Hoffnungsträger der Opposition in Malaysia – darf für diesen Job aber nicht schwul sein
Bild: udeyismail / flickr / cc by 2.0

Malaysias Oppositionsführer ist am Montag in Kuala Lumpur überraschend vom "Vorwurf" der Homosexualität freigesprochen worden – wegen Mangels an Beweisen.

Anwar Ibrahim war beschuldigt worden, einen jetzt 26-jährigen Mitarbeiter im Jahr 2008 zum Sex genötigt zu haben (queer.de berichtete). Er hatte die Tat stets bestritten und erklärt, die Anklage sei lediglich eine Kampagne der Regierung. In diesem oder Anfang nächsten Jahres finden im mehrheitlich muslimischen Malaysia Parlamentswahlen statt – und Anwars Oppositionsbündnis könnte erstmals seit über 50 Jahren die Regierungspartei UMNO von der Macht verdrängen.

Richter Mohamad Zabinin Diah erklärte in einer kurzen Stellungnahme, die von der Staatsanwaltschaft als Beweis vorgelegten DNS-Proben könnten verunreinigt gewesen sei. Die Anklage hatte ihren Fall auf angebliche Sperma-Spuren Anwars aufgebaut, die auf der Kleidung des Mitarbeiters gefunden worden sind." Das Gericht ist immer zurückhaltend, wenn es um die Verurteilung wegen Sexualstraftaten geht und es keine unwiderlegbaren Beweise gibt", sagte der Richter.

Fortsetzung nach Anzeige


Jubel unter Anhängern

Mehr als 5.000 Menschen nahmen bei der Urteilsverkündung an einer Demonstration für Anwar vor dem Gerichtssaal teil. Als der Freispruch bekannt wurde, brach Jubel unter den Anhängern aus. Die meisten Beobachter hatten mit einer Verurteilung gerechnet. Anwar selbst erklärte, er sei "positiv geschockt" worden, als er vom Freispruch erfuhr. Er beharrt aber darauf, dass das Verfahren politisch motiviert gewesen sei. "Ich glaube nicht, dass unsere Justiz wirklich unabhängig ist", erklärte Anwar gegenüber der Nachrichtenagentur AP.

Anwar gilt seit Jahren als Hoffnungsträger der Oppositionsbewegung. Die Anklage wegen Homosexualität ist von internationalen Regierungen immer wieder als politischer Prozess kritisiert worden, mit der sich die Regierung an der Macht halten wolle.

Anwar war früher selbst Teil des Regierungsapparates, von 1993 bis 1998 war er Vize-Premierminister für die Regierungspartei UMNO, überwarf sich aber danach mit Premierminister Mahathir bin Mohamad. Kurze Zeit später wurde er verhaftet und wegen Korruption und Homosexualität zu einer langjährigen Haftstrafe verurteilt. 2004 kam er nach einer Entscheidung des Obersten Gerichtshofs vorzeitig frei (queer.de berichtete). Seit 2008 darf er sich wieder politisch betätigen und zog durch einen klaren Sieg bei einer Nachwahl ins nationale Parlament ein (queer.de berichtete).

Schwulen drohen 20 Jahre Haft – Volker Beck fordert Ende des Homoverbots

In der malaysischen Gesellschaft gilt Homosexualität als Tabu-Thema. Auf gleichgeschlechtlichen Sex stehen dort Haftstrafen von bis zu 20 Jahren und Auspeitschung – egal, ob einvernehmlicher Geschlechtsverkehr oder eine Vergewaltigung vorliegt.

Nach dem Freispruch forderte der deutsche Bundestagsabgeordnete Volker Beck Malaysia auf, Homosexualität dauerhaft zu entkriminalisieren. "Denn in Ländern, in denen Homosexualität unter Strafe steht, dient sexuelle Denunzierung oft auch der politischen Auseinandersetzung", sagte Beck kurz nach der Bekanntgabe des Urteils.

In der malaysischen Hauptsadt Kuala Lumpur hat sich unter dem Einfluss des liberalen Nachbarlandes Thailand zwar eine lebhafte Homo-Szene entwickelt, allerdings gibt es in letzter Zeit immer wieder Berichte über Polizeiaktionen gegen Szene-Ziele. In konservativen Teilen des Landes wird sogar über eine Verschärfung der Gesetze gegen die "unislamische" Homosexualität nachgedacht (queer.de berichtete). Anwar hatte bislang stets bestritten, schwul zu sein. Gegenüber der internationalen Presse hat er aber die Gesetze Malaysias gegen Homosexualität als "archaisch" kritisiert (queer.de berichtete). (dk)

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Tags: malaysia, anwar ibrahim
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Reaktionen zu "Oppositionsführer Anwar freigesprochen"


 8 User-Kommentare als Feed (RSS 2.0, ?)

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Die ersten:   
#1
09.01.2012
15:22:58


(+3, 3 Votes)

Von trommel


Freispruch für malaysischen Oppositionsführer
Das malaysische Gericht sprach Oppositionsführer Anwar vom Vorwurf der Homosexualität frei. Menschenrechtler sehen politische Motive für die Anklage. Nach dem Urteil explodierten drei Sprengsätze vor dem Gerichtsgebäude.

Link zu www.stern.de


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#2
09.01.2012
15:32:53


(+2, 2 Votes)

Von bison


es ist heutzutage "in" personen des öffentlichen lebens mit tatsächlichen oder erfundenen vergewaltigungs- und missbrauchstaten in verbindung zu bringen.
nichts bringt mehr quote und ist effekthascherischer als jemandem sexuell illegale oder halblegale eskapaden zu unterstellen.
im homobereich wird es meist nur erwähnt und kommt nicht detalliert in die hauptmeldungen der medien, im heterobereich geht das aber soweit das minutiös und detalliert über sexbeziehungen berichtet wird, das man sich fragt was dem leser damit eigentlich mitgeteilt werden soll und von welchen wirklichen verbrechen abgelenkt werden soll.

sexstories als opium fürs volk?


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#3
09.01.2012
15:42:30


(+4, 4 Votes)

Von bällchen malaga


"Anwar: Der Westen ist komisch. Gegen Burma wird ständig gewettert, aber wenn in Bangkok Demonstranten erschossen oder in Malaysia Oppositionelle weggesperrt werden, sagt niemand etwas. Der Westen hat sich ein paar Sündenböcke herausgepickt und profiliert sich an denen als Hüter der Demokratie, für alle anderen gelten solche Maßstäbe nicht.

SPIEGEL ONLINE: Warum?

Anwar: Es wird wohl ums Geld gehen. Man will sich die Wirtschaftsbeziehungen nicht verderben. Wirtschaftlich läuft es in Malaysia ja ganz gut."

Link zu www.spiegel.de

Link:
de.wikipedia.org/wiki/Stra%C3%9Fe_von_Malakka


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#4
09.01.2012
16:13:03


(+5, 5 Votes)

Von Velvet
Antwort zu Kommentar #3 von bällchen malaga


"Der Westen hat sich ein paar Sündenböcke herausgepickt und profiliert sich an denen als Hüter der Demokratie, für alle anderen gelten solche Maßstäbe nicht."

Der Blick ist gerichtet auf die grausamsten Staaten um in Gut und Böse einteilen um das Böse abspalten zu können. Es beruhigt das vermeintlich reine Gewissen der "besseren" Staaten, der "besseren" Gesellschaft.

Dieser Menchanismus wirkt auch innerhalb einer Gesellechaft:

Natascha Kampusch, die als Kind jahrelang in einem Verliess gefangen gehalten wurde schrieb dazu:

"Diese Gesellschaft braucht Täter wie Wolfgang Priklopil, um dem Bösen, das in ihr wohnt, ein Gesicht zu geben und es von sich selbst abzuspalten. Sie benötigt die Bilder von Kellerverliesen, um nicht auf die vielen Wohnungen und Vorgärten sehen zu müssen, in denen die Gewalt ihr spießiges, bürgerliches Antlitz zeigt. Sie benutzt die Opfer spektakulärer Fälle wie mich, um sich der Verantwortung für die vielen namenlosen Opfer der alltäglichenVerbrechen zu entledigen, denen man nicht hilft - selbst wenn sie um Hilfe bitten.

Verbrechen wie jenes, das an mir begangen wurde, bilden das grelle, schwarzweiße Gerüst für die Kategorien von Gut und Böse, an dem sich die Gesellschaft aufrecht hält. Der Täter muss eine Bestie sein, damit man selbst auf der guten Seite stehen bleiben kann. Man muss Verbrechen ausschmücken bis es so weit entrückt ist, dass es mit dem eigenen Leben nichts mehr zu tun hat.

Und das Opfer muss gebrochen sein und es auch bleiben, damit die Externalisierung des Bösen funktioniert. Ein Opfer, das diese Rolle nicht annimmt, personifiziert den Widerspruch in der Gesellschaft. Man will das nicht sehen. Man müsste sich mit sich selbst beschäftigen.


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#5
09.01.2012
17:59:35


(+3, 3 Votes)

Von sniffy
Antwort zu Kommentar #3 von bällchen malaga


"Gegen Burma wird ständig gewettert,.."

Hier muss er updaten. Die Betten der Gäste-Villen der burmesischen Junta wurden in den letzen Monaten in dieser Reihenfolge belegt:

George Soros (Global Player)
William Hague (British Player)
Hillary Clinten (US-Player)

Es duften nicht nur ätherische Öle.

"Burma has large natural gas reserves, and multinational oil corporations want to cash in. Chevron Corporation is currently the largest US investor in Burma, with a partnership stake in the multi-billion-dollar Yadana gas pipeline project. [...]
The Bush administration has close ties to Chevron. [...]
When refugees who had suffered rape, torture, enslavement, and murder at the hands of soldiers protecting the Yadana pipeline sued Unocal in US court, the Bush administration intervened to try to convince the courts that the lawsuit should not proceed."

Link zu www.tompaine.com


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#6
09.01.2012
22:40:03


(0, 0 Vote)

Von FoXXXyness
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Auch Human Rights Watch begrüßt den Freispruch:

Link zu www.facebook.com

Malaysia soll Homosexualität endlich legalisieren!


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#7
10.01.2012
11:09:30


(-1, 3 Votes)

Von Timm Johannes


Na da kann man nur hoffen, dass Ibrahim nunmehr die Wahlen als Oppositionsführer gewinnt. Sollte er dies schaffen, dürfte er sicherlich die Strafbarkeitsgesetze gegen homosexuelle Handlungen abschaffen.
Malaysia sollte dringend sich ein Beispiel am benachbarten budhistisch geprägten Thailand nehmen, wo der Umgang mit dem Thema Homosexualität viel freier ist und keine Strafgesetze bestehen.


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#8
10.01.2012
13:32:39


(-1, 1 Vote)

Von stromboli
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #7 von Timm Johannes


... wenn nicht, kann er ja in eine der zahlreichen evangelischen landeskirchen eintreten??

Das ist alles bemühtes geschwafel , wobei nicht mal nachgeschaut wird, wie dort eine religion ein land, eine bevölkerung im griff hat.

Link:
de.wikipedia.org/wiki/Malaysia


Und bemerkenswert wäre, festzustellen: der mann ist wegen --nicht bewiesener- homosexualität freigesprochen.. aufs beweisen kommts also an.
Das man einen politischen fake nutzt, um homosexualität zu strafen, ist eine sache denen sich die welt und religionsöffentlichkeit zuwenden sollte; dass homosexualität genutzt wird, um politisch kapital heraus zu schlagen, ist zwar auch nicht neu, aber umso alarmierender!
Es reiht sich chronologisch in die handlungen der achse des bösens, bestehend aus religionsfaschisten und politfaschisten.
Wenn also der vatikanische oberfaschist rattinger sein bedrohungsgemälde von der homoerotisch unterwanderten religionsgesellschaft malt, werden auch weitere, tiefer liegende ressentiments wieder nach oben gespült werden.

Wenn also sich mit religion und dem ihm dialektisch innewohnenden religionsfaschismus auseinander setzend, muss man sich auch konsequent gegen jegliche form des faschismus stellen, seine inneren wurzeln und zusammenhänge erkennen und bekämpfen...
dann wird man auch am reformierten faschismus nicht vorbei kommen, egal in welchem gewande er sich präsentiert, ob als politischmarktliberal ausbeutrend, ob als lutheranisch deutelnd; jenen gruppierungen, welcher sich hinter sozialem aplomb verbirgt und doch seine schäfchen auf linie zu bringen sucht.

Der mann hat also keine andere wahl: ist es ihm mit dem abschaffen einer archaischen gesetzgebung ernst, muss er die religion abschaffen.. ansonst schafft ihn die religion ab!

Das ganze verfahren war ein einziger warnschuss für alle andern , die eine reform suchen... seht her, wie einfach es ist, euch an den eiern zu packen und öffentlich vorzuführen.

Nebenbei hätte mich die reaktion der weltöffentlichkleit interessiert, hätte man hier einen offen zu seiner homosexualität stehenden oppositionellen vor gericht gezerrt...
so entfällt dieser teil der "wahrheitsfindung".
Was bleibt ist makulatur und ein bitterer beigeschmack.. nichts ist geklärt, alles weiterhin offen!


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