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Giuseppe Ripa glaubt, dass alle Schwulen und Lesben krank sind

In Italien hat ein Lokalpolitiker für Aufsehen gesorgt, weil er einen politischen Gegner via Facebook als schwules "Fräulein" ("Signorina") mit "psychischen Problemen" bezeichnet hatte - nach heftiger Kritik auch aus den eigenen Reihen nahm er am Dienstag seinen Hut.

Giuseppe Ripa, der stellvertretende Bürgermeister der süditalienischen Stadt Lecce, attackierte in seiner Online-Tirade den offen schwulen Regionalpräsidenten Nichi Vendola. Ripa, ein Mitglied der Berlusconi-Partei PDL, schrieb in seinem Beitrag, dass nur heterosexuelle Menschen gesund seien, alle anderen dagegen "abnormal" und ein Fall für den Psychiater.

Der Bürgermeister von Lecce, der PDL-Politiker Paolo Perrone, distanzierte sich sofort von seinem Parteifreund: "Wenn ich mit meinen politischen Gegnern diskutiere, geht es um die Themen, nicht um die sexuellen Vorlieben dieser Person. Das ist privat", erklärte Perrone. Daraufhin erklärte Ripa seinen Rücktritt.

Vendola hat einen Kommentar zu den Vorwürfen Ripas abgelehnt. Seine Stellvertreterin nannte die Aussagen des PDL-Politikers "unwürdig".

Italien hinkt bei Homo-Rechten hinterher


Nichi Vendola ist Regionalpräsident von Apulien, hat aber bundespolitische Ambitionen

Für Homogruppen ist der Ausbruch des konservativen Politikers symptomatisch für eine homophobe Grundhaltung innerhalb seiner Partei: "Niemand darf öffentliche Ämter dafür missbrauchen, Hass und Diskriminierung zu verbreiten", forderte Paolo Patane von Arcigay. Er wies auch auf die fehlende gesetzliche Anerkennung von Schwulen und Lesben hin. Italien ist das letzte EG-Gründungsmitglied, in dem homosexuellen Partnerschaften keinerlei Anerkennung zuteil wird. Vor drei Jahren scheiterte ein Versuch der vom Sozialdemokraten Romano Prodi geführten Regierung, eingetragene Partnerschaften einzuführen (queer.de berichtete).

Vendola gehört zu den wenigen offen schwulen Politikern in Italien und hat sich in der Vergangenheit auch als Homo-Aktivist engagiert - trotzdem zählt der ehemalige Kommunist und jetzige Chef der 2009 gegründeten Partei "Sinistra Ecologia Libertà" zu den beliebtesten Politikern in Süditalien. Der gläubige Katholik, der in der christlichen Friedensbewegung groß geworden ist, hat angekündigt, bei den nächsten Parlamentswahlen als Ministerpräsidenten-Kandidat für ein Mitte-Links-Bündnis kandidieren zu wollen. (dk)



#1 weltbildverlagAnonym
#2 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 10.01.2012, 19:34h
  • Giuseppe Ripa steht Silvio Berlustconi in asozialem Benehmen in nichts nach! Gut, daß er nach diesem Vorfall seinen Hut nehmen muß! Ihm wird niemand eine Träne nachweinen!
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#3 gatopardo
  • 10.01.2012, 20:27h
  • Nun scheint Homophobie auch in Italien wohl nicht mehr salonfähig zu sein. Dass man nach solchen Ausfällen heute auch dort seinen Hut nehmen muss, wo der Vatikan als Vorbeter um die Ecke liegt, sollte uns dann doch mit einer gewissen Genugtuung erfüllen.
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