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Reisebausteine für Schwule und Lesben: Dertour hat seinen ersten Gay-Katalog veröffentlicht

Konkurrenz für die kleinen Szene-Veranstalter: Dertour, Deutschlands Marktführer für Bausteinreisen, hat ein gezieltes Angebot für Schwule und Lesben auf den Markt gebracht.

Der neue Katalog "Gay Travel" stellt auf 92 Seiten rund 140 Hotels und Resorts sowie "Erlebnisbausteine" in insgesamt 30 Ländern vor. "Wir sind stolz, dass wir als erster großer deutscher Reiseveranstalter einen kompakten Gay-Katalog produziert haben. Die Idee stand schon lange im Raum", erklärte der selbst schwule Initiator Dietmar Malcherek. Es habe "einige Anstrengung" gekostet, die Entscheidungsträger im Konzern davon zu überzeugen, räumte der Dertour-Produktleiter Mittelmeer ein. Malcherek war jedoch immer fest davon überzeugt, dass das schwul-lesbische Programm das Dertour-Portfolio "perfekt ergänzt". Die Reisearrangements aus "Gay Travel" gelten für das Jahr 2012 und können mit allen anderen Angeboten aus sämtlichen Dertour-Programmen kombiniert werden.

Für die bisherigen Anbieter von Gay-Reisen bedeutet der Dertour-Vorstoß eine gefährliche Konkurrenz, da das große Unternehmen natürlich mit ganz anderen Margen kalkulkieren kann - den homosexuellen Reisenden dürfte der neue Wettbewerb hingegen freuen. "Bislang waren diese Reisen nur buchbar über Internetseiten, bei kleinen Veranstaltern oder direkt in den Hotels", räumt Dieter Malcherek ein. "Dies zeigt klar, dass ein richtiger Katalog fehlte, in dem die besten Adressen für Schwule und Lesben weltweit zusammengefasst werden."

"Gay Only", "Gay Friendly" oder "Hetero Friendly"

Das schwul-lesbische Dertour-Programm ist in drei Themenbereiche unterteilt: "City Street Life", "Beach & Nature" und "Adventure, Fun & More". Die Orientierung innerhalb des Kataloges ist mit Piktogrammen übersichtlich strukturiert: "Gay Only": Das Hotel ist ausschließlich schwulen und/oder lesbischen Gästen vorbehalten. "Gay Friendly": In diesem Haus sind schwule und lesbische Gäste besonders herzlich willkommen. "Hetero Friendly": Ein Haus primär für Gays, heterosexuelle Kunden sind ebenfalls gern gesehene Gäste. Viele Angebote im neuen Katalog sind als Mitglied der International Gay & Lesbian Travel Association (IGLTA) ausgewiesen. Auch Dertour selbst ist der IGLTA beigetreten.

Vorbildlich: Staaten wie Dubai oder Marokko, in denen Homosexualität unter Strafe steht, hat Dertour nicht in den Gay-Katalog aufgenommen. Überproportional vertreten sind dagegen eher tolerante und beliebte Reiseziele wie Spanien und die USA. Angesprochen fühlen von "Gay Travel" sollen sich laut Dietmar Malcherek sowohl schwul-lesbische Paare wie Einzelreisende.

Erhältlich ist der kostenlose Katalog, der in einer Auflage von 100.000 Exemplaren gedruckt wurde, ab 13. Januar in bundesweit rund 10.000 Partner-Reisebüros von Dertour. Nach Auskunft von Pressesprecherin Antje Günther soll er dann auch zum Download auf der Homepage des Unternehmens bereit stehen.

Vor Dertour war bereits TUI im Gay-Reisesegment aktiv

Vor Dertour hatte sich mit TUI bereits ein weiterer großer Anbieter auf dem schwul-lesbischen Reisemarkt versucht: Von 2007 bis 2010 veröffentlichte das Unternehmen insgesamt viermal das Heft "Gay & Travel - weltweit unterwegs", das vor allem über die Stadtmagazine der Publigayte-Gruppe vertrieben wurde (queer.de berichtete). Im vergangenen Jahr stellte TUI die Mischung aus Katalog und Magazin jedoch ein. (cw)

aktualisiert um 14:55 Uhr



#1 ClarissaAnonym
  • 11.01.2012, 13:19h
  • Ich stehe zwar selber weniger auf diesen "Gay-only-Ghetto"-Urlaub, aber ich kann durchaus verstehen, dass schwule Männer in den schönsten Wochen des Jahres keinen Bock auf schreiende Blagen am Pool und assige Heten-Pärchen haben.

    Wobei man solches natürlich mit der Buchung in einer entsprechend hohen Hotel-Kategorie ohnehin vermeiden kann.

    Insofern ist ein solcher Katalog durchaus zu begrüßen - ich fürchte indes, dass sich dort nur Angebote aus dem hochpreisigen Segment wiederfinden, gemäß dem Motto: "Schwule haben viel Kohle, also immer her damit!".

    Dass es auch genug Schwule gibt, denen das Geld für eine dreiwöchige Karibik-Kreuzfahrt nicht so locker sitzt, dürfte klar sein. Ob auch die in dem neuen Katalog auf ihre Kosten kommen werden?

    Mein Mann und ich werden uns das Teil in jedem Fall holen und dann mal ganz vorurteilsfrei prüfen. Denn eines ist klar: Nur, weil "gay" oder "gayfriendly" draufsteht und sich ein Hotel eine Regenbogenfahne zulegt, muss das natürlich nicht automatisch ein gutes und empfehlenswertes Reiseziel sein.

    Man kann gerade in "Gay-Only-Resorts" auch ganz schön ins Klo greifen. Die Gästebewertungen im Internet sprechen da eine deutliche Sprache.
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#2 timoAnonym
  • 11.01.2012, 14:00h

  • Und wie sieht es mit Leben aus, haben die kein Interesse Urlaub abseits von Familien zumachen? Witzig das sich Frauen über gay only Urlaube Gedanken machen und das gay only kritisieren, aber nur von Schwulen schreiben. Wie man an dem Lesbenfestival sieht gibts das bei Frauen genauso, nur nicht so häufig vielleicht.
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#3 JoonasAnonym
  • 11.01.2012, 14:20h
  • Auch wenn ich persönlich nicht so viel davon halte (wenn wir akzeptierter Teil der Gesellschaft sein wollen, müssen wir auch Teil der Gesellschaft sein und uns nicht in schwule Ghettos zurückziehen), so ist das dennoch ein gutes Zeichen.

    Es zeigt, dass langsam auch die Wirtschaft unsere Marktmacht entdeckt und uns nicht weiter ignoriert. Dennoch würde ich persönlich, wenn ich schon so einen schwulen Urlaub buche, lieber bei einem kleinen schwulen Anbieter buchen, der das immer schon anbot und nicht erst jetzt, wo die Großen auch dieses Geschäftsfeld entdecken.
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#4 Frankyboy
  • 11.01.2012, 14:58h
  • Ich kann diese "Ghetto-Nummer" von einigen Usern hier echt nicht mehr hören. Was ist denn daran Ghetto, wenn ich meinen Urlaub mit Gleichgesinnten verbringen will? Spricht bei Familienhotels ein Hetero von einem Familien-Ghetto? Oder bei Honeymoonern? Oder bei Erwachsenenhotels ab 18? Oder oder oder... Die Liste lässt sich beliebig fortführen!

    Ich möchte meinen Urlaub einfach nur da verbringen, wo ich "ICH" sein kann, ohne ständig beobachtet zu werden & ohne doofen Blicke von der Hetero-Nachbarliege.

    Wenn dann endlich mal was für "uns" gemacht wird heißt es gleich, wir sollen uns lieber integrieren... Das eine schließt das andere doch nicht aus!
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#5 HansileinAnonym
#6 JoonasAnonym
  • 11.01.2012, 15:11h
  • Antwort auf #4 von Frankyboy
  • Wenn wir uns zum Händchenhalten und Küssen aber verstecken, dürfen wir uns auch nicht wundern, wenn die Öffentlichkeit keine Notiz von uns nimmt.

    Würden wir uns alle ganz offen zeigen und händchenhaltend durch die Städte gehen, würden die Leute sehen, wie viele wir sind und wie normal wir sind.

    Dann wäre das sehr schnell so alltäglich, dass wir gar keine dummen Blicke mehr befürchten müssten und wir endlich eine wirklich bunte Gesellschaft hätten, wo sich NIEMAND verstecken muss und separierten Urlaub machen muss.

    Und nebenbei gesagt, wäre dann auch die volle rechtliche Gleichstellung viel schneller machbar.

    Wenn Leute dennoch lieber im schwulen Ghetto Urlaub machen, ist das ihr Recht. Aber genauso musst Du mir auch zugestehen, dass es mein Ding nicht ist. Und dass ich es auch für kontraproduktiv halte.
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#7 ClarissaAnonym
  • 11.01.2012, 15:26h
  • Antwort auf #6 von Joonas
  • @Joonas:

    Du schreibst:

    "Wenn wir uns zum Händchenhalten und Küssen aber verstecken, dürfen wir uns auch nicht wundern, wenn die Öffentlichkeit keine Notiz von uns nimmt.

    Würden wir uns alle ganz offen zeigen und händchenhaltend durch die Städte gehen, würden die Leute sehen, wie viele wir sind und wie normal wir sind."

    ---------------------------------

    Ich verstehe natürlich, was Du meinst. Aber was ist, wenn man als schwules Paar gar nicht händchenhaltend durch die Gegend laufen möchte? Was heißt denn "sich als Schwuler offen zeigen"?

    Da fängt doch das Problem an.

    Letztlich sollte doch jeder überall auf der Welt so sein könnnen, wie er möchte. Das kann zurückhaltend sein, dass kann händchenhaltend sein.

    PS: Ich mag es nicht, wenn sich Paare in der Öffentlichkeit die Zunge in den Hals stecken oder bei jeder sich bietenden Gelegenheit Petting machen. Das gilt für Heteros wie Homos gleichermaßen.

    Nenn mich spießig, aber so etwas muss ich einfach nicht haben.
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#8 Frankyboy
  • 11.01.2012, 15:48h
  • Antwort auf #6 von Joonas
  • Das ist vielleicht ein Wunsch, aber die Realität sieht leider anders aus. Fast täglich muss man irgendwo lesen, dass weiterhin kirchliche Einrichtungen oder andere Gruppen gegen uns hetzen...

    Wenn Du es darauf anlegst, irgendwo im Ausland eins auf die Fresse zu bekommen (das kann Dir in Deutschland allerdings auch passieren), während du nur mit Deinem Freund händchenhaltend durch die Gegend schlenderst, bitte schön.

    Gay-Hotels sind doch nur eine Möglichkeit, seinen Urlaub dort zu verbringen. Du kannst ja gerne bei Deinem nächsten Urlaub ein Hetero-Hotel wählen, aber nachher nicht über das Kindergeschrei am Pool oder über irgendwelche dummen Tussis (sorry!) mit ihren prolligen Typen beschweren.
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#9 ErlkönigAnonym
#10 finkAnonym
  • 11.01.2012, 16:25h
  • für mich ist das ein schein-gegensatz: entweder "getto" ODER "überall sichtbar". wer sagt denn, dass beides einander nicht nur nicht ausschließt, sondern einander vielleicht sogar ergänzt?

    für viele schwule, die sich nie daran gewöhnt haben, z.b. händchen zu halten, weil sie noch nie gesehen haben, dass das in der öffentlichkeit überhaupt geht, kann es doch ganz lehrreich und inspirierend sein, mal in einem homourlaub zu sehen, dass es eben doch geht. und es vielleicht sogar selber auszuprobieren. ein sichtbarkeitstraining sozusagen.

    und für viele, die im alltag immer selbstbewusst sichtbar sind, dafür aber auch immer mal wieder doofe reaktionen einfahren, kann es entspannend sein, im urlaub einmal OHNE den ganzen nerv zu leben und sich mal wirklich auf einander zu konzentrieren statt auf irgendwelche halbwüchsigen deppen, die um sie herumtanzen und reflexhaft "schwule!" schreien.

    mich erinnern diese "getto"-klagen immer ein bisschen an die leute, die sagen, muttertag sei scheiße, weil doch eigentlich JEDEN tag muttertag sein müsste. na eben: müsste eigentlich, ist aber nicht.

    man muss doch die ausnahme nicht deshalb abschaffen, weil sie eigentlich die regel sein sollte, oder?
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