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Pflegekräfte nehmen die Lebenssituation von älteren Lesben und Schwulen oft nicht angemessen wahr (Bild: ulrichkarljoho / flickr / by-sa 2.0)

Gabi Stummer, Doktorin der Pflegewissenschaft, ist die erste von der rot-grünen NRW-Landesregierung unterstützte "Fachbeauftragte für kultursensible Pflege für Lesben und Schwule".

Von Carsten Weidemann

Gute Nachricht für ältere Schwule und Lesben in Nordrhein-Westfalen: Das Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter (MGEPA) fördert gezielt die Etablierung einer "kultursensiblen Altenpflege" im rot-grün regierten Bundesland. Im Kölner RUBICON wurde dafür die neue Stelle der "Fachbeauftragten für kultursensible Pflege für Lesben und Schwule" angesiedelt. Gabi Stummer, eine Doktorin der Pflegewissenschaft, hat dort bereits ihre Arbeit aufgenommen. Träger ist das Sozialwerk für Lesben und Schwule.

Kenntnisse über Lesben und Schwule in die Pflege einbinden


Neue Fachbeauftragte: Gabi Stummer hat ihr Büro im Kölner RUBICON

Die bisherigen Erfahrungen von älteren Lesben und Schwulen mit der Pflege zeigen, dass Pflegekräfte ältere Homosexuelle und ihre Lebenssituation meist nicht angemessen wahrnehmen. Mit dem Satz "Das ist deren Privatsache" wird die Bedeutung von sexueller Identität abgetan und auch für Pflegemaßnahmen als nicht relevant eingestuft. Dieses Nicht-Wahrnehmen ihrer Lebenskultur erleben Lesben und Schwule häufig als Diskriminierung. Diskriminierungserfahrungen sind in Hilfe- oder Pflegesituationen - auch durch das inne liegende Abhängigkeitsverhältnis - von besonderer Bedeutung.

Die Wissenslücke bei Pflegenden über die Lebenskultur von Lesben und Schwulen zu füllen, ist eine der zentralen Aufgaben, die Gabi Stummer als Fachbeauftragte wahrnehmen wird. Sie will erreichen dass die Kenntnisse über lesbische und schwule Lebensformen in die Pflege eingebunden werden: "Das kultursensible Fachwissen ist unabdingbar für die Pflege, wenn sie ihrem professionellen Auftrag der Gesundheitsförderung und -erhaltung bei gleichgeschlechtlich liebenden Menschen nachkommen will."

Kontakt

Gabi Stummer ist zu erreichen über RUBICON, Schaafenstr. 7, 50676 Köln, Tel. (0221) 276 69 99-48, Email: gabi.stummer@rubicon-koeln.de, Homepage: www.rubicon-koeln.de


#1 JoonasAnonym
#2 Geert
  • 11.01.2012, 17:50h
  • Wenn man so aussieht wie die ältere Frau auf dem Foto, ist es egal, wer einem das Essen bringt - hetero, lesbisch, schwul oder trans. In dieser Phase geht es nur noch um ein gutes Wort und um eine gute Pflege.
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#3 NonchalanceAnonym
  • 11.01.2012, 22:05h
  • Antwort auf #2 von Geert
  • Ja, lieber Geert,
    im Großen und Ganzen trifft dein Kommentar ja zu. Aber nun stell dir mal vor, dass ich (Lesbe) vor 23 Jahren schon aus gesundheitlichen Gründen dort ausgeschieden bin. - Nach 10 Jahren in dieser Todeszellen-Fabrikarbeit! Und du weißt nicht, wie oft ich mitgestorben bin, um allen Bewohnern/Patienten/Todeskandidaten wenigstens ein menschenwürdiges (Ab-)Leben zu ermöglichen in diesem unseren heterosexuellen!, patriarchalen, kapitalistischen, Gefängniszellen-Architektursystem. Es ist zum Kotzen! Wenn es wenigstens doch diese Differenzierung in den Kranken/Todeszentren GÄBE, dann würde ICH mich als Alte/Kranke/Todeskandidatin lieber dort einquartieren; weil ich denke/fühle, dass eine lesbische (oder schwule) Pflegekraft MIR IHR echtes (harmonisches Lebens-)Gefühl zuteil werden lässt. Sorry für diesen Satz, aber
    die heterosexuellen Angestellten in den Kranken- und Pflegeeinrichtungen arbeiten ANDERS. Das heißt: schnell weg, keine Zeit, das Zimmer für den nächchsten/die nächste Patientin freischaufeln. - Die Vormerklisten stehen ja schon, und es muss immer jemand sterben(d gelassen werden - - - ruckizucki!).
    Und jetzt fühle DU dich dem mal ein, wenn DU auf solch einem kaltem Abschussplan platziert wiist ... Ich würde wirklich lieber an der Hand meiner Liebsten sterben! (Oder einer Frau, der
    ich vertrau, die mich kennt/mag).
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#4 Karl_Anonym
  • 12.01.2012, 09:35h
  • Antwort auf #2 von Geert
  • Auch wenn man "so aussieht wie die Frau auf dem Foto" ist es NICHT egal, ob das Pflegepersonal die familiäre Situation der Frau kennt mit dieser Situation auch dann akzeptierend umgeht, wenn die Frau selbst oder jemand aus ihrem nahen Umfeld schwul, lesbisch oder transsexuell ist.

    Ich habe erst vor kurzem den Tod eines alten Freundes miterlebt, dessen wesentlich jüngerer Partner ihn bis zum Tod begleitet hat. Dass das Pflegepersonal wusste, wer da am Krankenbett steht und das auch akzeptierte und die beiden ALS PARTNER unterstützte, das war für die Lebensqualität meines Freundes in dieser letzten Phase seines Lebens ein absolut ENTSCHEIDENDER Faktor!
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