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Kinostart von "Ausente"

Verliebt in den Schwimmlehrer


Der 16-jährige Martín hat sein Objekt der Begierde gefunden: Sportlehrer Sebastián (Bild: Pro-Fun Media)

Verehren und Begehren stehen in Marco Bergers Film "Ausente" im Mittelpunkt. Der Gewinner des Teddy Awards 2011 als bester Spielfilm läuft jetzt in den Kinos an.

Von Carsten Weidemann

Ein Teenager, der versucht, sich gerade seiner Sexualität klarzuwerden, die sich von denen seiner Freunde unterscheidet. Und ein erwachsener Lehrer, der zunächst verunsichert auf die immer eindeutigeren Avancen seines Schülers reagiert. Schreit hier schon jemand "Missbrauch"? Nun, wer das tut, liegt komplett falsch. In Marco Bergers Film "Ausente" wird dieser Plot anders erzählt. Es geht um ein gefährliches Spiel, das der junge Mann da spielt.

Die Story: Athletische Körper in knappen Badehosen. Verstohlene Blicke unter der Dusche nach dem Schwimmunterricht. Dem mitten in der Pubertät steckenden Martín hat es vor allem sein Sportlehrer Sebastián angetan. In vollem Bewusstsein, dass er den hilfreichen Pädagogen zunehmend kompromittiert, erschleicht sich der 16jährige unter fadenscheinigen Vorwänden eine Nacht in dessen Wohnung. Während dieser schläft, geht Martín aufs Ganze.

Wenn Blicke ausziehen könnten...


Berlinale 2011: Pierre & Gille überreichten Regisseur Marco Berger den Teddy Award für den besten Spielfilm (Bild: Pro-Fun Media)

Der Titel des argentinischen Films bedeutet übersetzt "Abwesend", und abwesend ist hier das Wort. Vielmehr sagen die Blicke zweier schwer durchschaubarer Männer viel mehr, als alle Dialoge in dem 90-minütigen Spielfilm. Durch diese ungewöhnliche Erzählweise gelingt dem Regisseur Marco Berger ein beklemmender Thriller (der tatsächlich auch durch die unterlegte Musik bedrohliche Gefühle weckt), der weit über die klassische Coming-Out-Schüler-Lehrer-Thematik hinausgeht.

Der Filmemacher, der mit "Ausente" seinen zweiten Spielfilm abliefert, hat quasi einen Versuchsaufbau installiert, wie in einem soziologischen Experiment, wie er selbst erzählt: "Ausgangspunkt des Films war es, das sexuelle Begehren eines Jugendlichen und die Reaktion seines Lehrers auf die ihm entgegengebrachten Gefühle zu untersuchen." Aber er stellt auch klar: "Es geht es nicht um einen Erwachsenen, der einen Minderjährigen missbraucht, sondern um einen Jungen, der mit einem Erwachsenen spielt und genau weiß, dass der Lehrer bereits eine Grenze überschritten hat, als er ihm anbot, über Nacht bei ihm zu bleiben. In erster Linie versucht der Film jedoch, das Wesen des Begehrens zu erforschen und herauszukriegen, wie sich ein Erwachsener in einer derart verwirrenden Lage verhalten sollte. Dabei will der Film die Person des Lehrers nicht verurteilen, sondern verstehen."

Verständnis für eine durchaus menschliche und keineswegs konstruierte Situation. Marco Berger gelingt es, neben seinem einzigartigen, durchgängig erotischen Tenor. Mit "Ausente" gelang ihm auch ein glaubwürdiger, ein poetischer und einfühlsamer Film, der am Ende zu Tränen rührt. Auf der Berlinale im vergangenen Jahr hat er die Mehrheit der Jury überzeugt und bekam den Teddy Award als bester Spielfilm.

Ausente, Spielfilm, Argentinien 2011, Regie: Marco Berger, Darsteller: Carlos Echevarría, Javier De Pietro, Antonella Costa, Rocío Pavón, Alejandro Barbero, Laufzeit: ca. 91 Min, Sprache: spanische Originalfassung, Untertitel: Deutsch, FSK 6

Youtube | Offizieller Trailer


#1 mariusAnonym
  • 12.01.2012, 16:16h
  • schade, ich dachte wenn der film schon preise gewinnt gibt es den auch in größeren kinos zu sehen.
    nach dem sterben der kleinen kinos in meiner umgebung, bin ich nämlich auf das multiplexkino in der nächst größeren nachbarstadt angewiesen.
    sonst zeigt das kino mit seiner hohen anzahl an säälen alle möglichen filme unterschiedlicher thematiken und genres.
    es ist immer für jeden was dabei, ob komödie, horror, action, krimi, independentfilm, film noir, alles. auch die hauptdarsteller verkörpern alle rollen menschlichen seins. held, antiheld, starke frau, starker mann, schwacher, heiliger, monster, vergewaltiger, clown, freak, genie. alle bandbreiten sind zu sehen. wie gesagt auch independent filme die nicht riesen umsatz machen sind dort zu sehen!
    einzige ausnahme sind filme mit schwulen und lesbischen hauptcharakteren.
    insbesondere das thema beziehung zu minderjährigen und dann noch in schwuler kombination, ist für multiplexkinos (die sonst kaum noch tabus kennen) zu heikel, sogar wenn es auszeichnungen für den film gibt.
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#2 stromboliProfil
  • 12.01.2012, 16:36hberlin
  • Antwort auf #1 von marius
  • sowohl die kette CINE STAR wie cinemaXXX
    haben in den großstädten schwul-lesbische programe mit ins randprogram reingenommen.
    Teils organisiert über von aussen kommenden programgestaltern aus der schwul-lesbischen filmszene.
    Es gibt auch einen rundlauf von programangeboten als bereits geplantes gesamtkonzept, die von stadt zu stadt weiter geleitet werden...
    Einfach zu dem theaterleiter gehen und mit ihm gemeinsam eruieren, wie in deinem multiplex ein sonderprogram einbezogen werden kann.. die sind da recht offen für neues.
    Aber, auch du musst dir theoretisches zu film und insbesondere zum schwul-lesbisch-gender aneignen...
    viel spass!
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#3 seb1983
  • 12.01.2012, 16:39h
  • Antwort auf #1 von marius
  • Hier bei uns gibts zwar noch kleinere Kinos, Filmvorführungen von der Uni aus, aber auch ein Cinemaxx.
    Dieses hatte für ein Jahr bei "schwule Filmnacht" oder so ähnlich mitgemacht.
    Hab mir das regelmäßig angesehen, so viel schwules bekommt man ja nicht geboten, und die gezeigten Kurzfilme waren auch etwas gewöhnungsbedürftig, aber ok.
    Schwerwiegender war wohl dass in einem Kinosaal der für ein deutlich dreistelliges Publikum ausgelegt war dann nur zwischen 10 und 20 Gestalten saßen. Ein Gefühl wie nach ner Bombendrohung im Kino, war dann nur eine Frage der Zeit bis das eingestellt wurde...
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#4 GaymucAnonym
  • 12.01.2012, 17:24h
  • Antwort auf #1 von marius
  • Die meisten Zuschauer "schwuler Filme" haben andere Interessen als Schwulen beim leben, verlieben und streiten zu zuschauen.

    Der Bedarf an schwulen Pornos scheint selbst in der heterosexuellen Bevölkerung zahlenmäßig um einiges höher zu sein als das Interesse der Heteros an Filmen mit schwuler Thematik.
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#5 stromboliProfil
  • 12.01.2012, 17:59hberlin
  • Antwort auf #3 von seb1983
  • meist haben die multiplex kinos auch einen saal mit max.50 sitzen..; eben für "spezielle filme" , die entweder brisante themen haben, oder aber von vornherein als lahme ente ins schuhkastenguckloch abgeschoben werden...
    verleihstrategie...
    aber wenn wirklich nur 4-5 hansel zur vorführung erscheinen schlägt das marktwirtschaftliche prinzip durch und du stehst mal wieder auf einer deiner vielen baustellen
    Nicht entmutigen, Alles wird besser!
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#6 stromboliProfil
#7 seb1983
  • 12.01.2012, 18:49h
  • Antwort auf #5 von stromboli
  • Da unseres hier schon zu dn "älteren" gehört fehlt ein wirklich kleinerer Saal hier, und auch die 50 werden eng, das Maximum was ich erlebt hatte waren 18 Zuschauer, und davon schon 2 Freunde und ich!

    Baustelle würde ich das auch nicht nennen, während die Planwirtschaft massenhaft "Konsumgüter" zweifelhafter Qualität ausgespuckt hat die ohnehin niemand wollte, und damit fröhlich auf den Staatsbankrott zusteuerte, verschwinden hier etwa Filme wie dieser aus Kinos in denen keine Nachfrage ist.

    "Besser" müssen in diesem Fall die Filme und die Nachfrage werden.
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#8 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 12.01.2012, 19:14h
  • Verstohlene Blicke unter der Dusche - möchte hier gerne einmal Mäuschen spielen, was sich nach dem Spiel oder dem Training in den Duschkabinen der Fußballer so abspielt!
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#9 seb1983
  • 12.01.2012, 20:49h
  • Antwort auf #8 von FoXXXyness
  • Bei weitem nicht so viel wie deine spießige Altherrenfantasie hergibt...
    Ich empfehle mal den schwulen Arsch hochzukriegen und selbst etwas Sport zu treiben, ist nicht nur gesund sondern schärft auch den Realitätssinn...
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#10 DaveAnonym