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Eric James Borges

Vor einem Jahr hatte Eric James Borges sein Coming-out und veröffentlichte vor einem Monat ein "It Gets Better"-Video - am Mittwoch hat sich der 19-Jährige aus dem kalifornischen Visalia das Leben genommen.

Wie US-Medien melden, haben die Behörden noch keinen Angaben zu den Hintergründen des Selbstmordes gemacht. Auf Blogs gehen Freunde des angehenden Filmemachers aber davon aus, dass Borges wegen seines schwierigen Coming-out-Prozesses an Depressionen litt, da seine Homosexualität von seiner Familie verurteilt wurde. Er selbst hat sein Coming-out als "traumatisches Erlebnis" beschrieben. In den letzten Monaten seines Lebens arbeitete er als Praktikant für die schwul-lesbische Organisation Trevor Project, die schwulen, lesbischen oder transsexuellen Jugendlichen Mut machen will.

In seinem Video für die "It Gets Better"-Kampagne erzählt Borges in wenigen Minuten, wie er Zeit seines Lebens wegen seiner Andersartigkeit gemobbt worden sei. So berichtet er über tätliche Übergriffe in der Schule. "Mein Name war nicht Eric, sondern Schwuchtel", erklärte er. "Ich habe meine Grenzen erreicht, als ich im voll besetzten Klassenzimmer angegriffen wurde, als sogar ein Lehrer anwesend war."

Youtube | Vor einem Monat stellte Borges das "It Gets Better"-Video online

Mutter wollte Homosexualität aus Sohn rausexorzieren

Auch in seiner christlichen Familie fand er keinen Halt: "Meine Mutter wusste, dass ich schwul bin und hat einen Exorzismus durchgeführt, in einem Versuch, mich zu heilen." Diese Versuche hätten ihn noch weiter in die Depression getrieben. "Ich konnte nirgendwohin, wo ich mich sicher fühlte", so Borges. "Meine Eltern haben mir unter anderem gesagt, dass ich widerlich bin, dass ich ein unnatürlicher Perverser bin und in der Hölle enden werde. Vor zwei Monaten haben sich mich dann rausgeschmissen."

Am Ende seines Videos versicherte er, dass verzweifelten Jugendlichen ein besseres Leben bevorstünde: "Gebt nie auf und denkt nicht einmal eine Sekunde, dass ihr nicht ein wertvoller und wunderschöner Teil dieser Welt seid." (dk)

Youtube | Kurzfilm von Eric James Borges


#1 LorenProfil
  • 13.01.2012, 16:25hGreifswald
  • "So berichtet er über tätliche Übergriffe in der Schule. 'Mein Name war nicht Eric, sondern Schwuchtel"' erklärte er. 'Ich habe meine Grenzen erreicht, als ich im voll besetzten Klassenzimmer angegriffen wurde, als sogar ein Lehrer anwesend war.'"

    "Auch in seiner christlichen Familie fand er keinen Halt: 'Meine Mutter wusste, dass ich schwul bin und hat einen Exorzismus durchgeführt, in einem Versuch, mich zu heilen.'Diese Versuche hätten ihn noch weiter in die Depression getrieben. 'Ich konnte nirgendwohin, wo ich mich sicher fühlte', so Borges. 'Meine Eltern haben mir unter anderem gesagt, dass ich widerlich bin, dass ich ein unnatürlicher Perverser bin und in der Hölle enden werde. Vor zwei Monaten haben sich mich dann rausgeschmissen.'"

    Da ich mir (und den Mitlesenden) einen schweren Wutausbruch ersparen möchte, belasse ich es bei einem hilflosen R.I.P. Eric.
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#2 goddamn liberalAnonym
  • 13.01.2012, 16:38h
  • Exorzismus? Spanisch klingender Nachname?

    Dieses menschliche Desaster hat wohl einen ideologischen Hauptverursacher:

    Prof. Dr. Joseph Ratzinger

    "Die Evolution hat die Geschlechtlichkeit zum Zweck der Reproduktion der Art hervorgebracht. Das gilt auch theologisch gesehen. "

    "Aber das bedeutet nicht, dass Homosexualität dadurch moralisch richtig wird, sondern sie bleibt etwas, das gegen das Wesen dessen steht, was Gott ursprünglich gewollt hat. "

    Unmenschliche Auslöschungsideologie, verbreitet von Peter Seewald in einem deutschen Großverlag.

    An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen.
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#3 panzernashorn
  • 13.01.2012, 16:39h
  • Antwort auf #1 von Loren
  • Der arme Junge - wieder ein unschuldiges Opfer fanatischer Intoleranz und Dummheit.
    Wird dieser Schwachsinn niemals enden?

    Ein absolutes Armutszeugnis für Eltern und Lehrer!
    Möge das Gewissen sie über die ganze Zeit ihres Lebens nicht mehr in Ruhe lassen.

    Selbst wenn sie ihre Fehler jetzt noch erkennen sollten: es ist zu spät, der Junge wird nicht mehr lebendig..................
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#4 Neue alte WeltAnonym
  • 13.01.2012, 17:04h
  • Das meinte ich mit meiner Kritik am konservativem Weltbild mit festgeschriebenen Rollenvorstellungen wie ein Mann und wie eine Frau zu sein hat.

    Für Menschen die nicht in dieses Schema passen, z.B. weil sie als Mann einen Mann oder als Frau eine Frau lieben, kann es in Umgebungen und Systemen die so ein Weltbild propagieren, schlimm enden.

    Der Tod dieses jungen, hübschen Manns ist so unfassbar unnötig, ungerecht und sinnlos!

    Schuld sind nicht nur die Mobbenden, auch diejenigen, die Mobbing zulassen. Der Lehrer der wegschaut, die Mitschüler!

    Am schlimmsten ist es aber wenn nicht mal die eigene Familie hinter einem steht!

    Ich entwickle langsam das was ich nie wollte, und zwar Hass.

    Hass auf Eltern, die ihre homosexuellen Kinder verstoßen.
    Und Hass auf Eltern, die ihre heterosexuellen Kinder so erziehen das aus ihnen intolerante, mobbende Menschen werden.
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#5 BC Anonym
  • 13.01.2012, 17:08h
  • Antwort auf #1 von Loren
  • Dem Kommentar will ich mich einfach nur anschließen, alles, was man sagen könnte, musste man leider schon viel zu oft (!!) sagen...

    Ich höre mir jetzt erstmal "Imagine" von John Lennon an und hoffe, das es wirklich besser wird..

    Ruhe In Frieden, Eric!
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#6 seb1983
  • 13.01.2012, 17:22h
  • Antwort auf #4 von Neue alte Welt
  • KEIN Selbstmord ist gerecht oder sinnvoll, sei es nun weil man schwul ist oder klein, dick, Brille oder was weiß ich nicht vom Rollen- Schönheits- oder Gesellschaftsideal abweichen.
    Mobbing nur auf als schwules Phänomen zu sehen verkürzt das Problem wie so oft!
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#7 Avalon84Profil
  • 13.01.2012, 17:29hberlin
  • ich weiss wie es ist in einer christlichen frommen familie schwul zu sein. meinen vater hab ich es nie gesagt, der hätt mich eh tot geprügelt oder auch exorzismus an mir ausgeführt. ich finds furchtbar was diese gottfaschos da treiben. mir tut der junge so unendlich leid. er braucht verständnis und bekam nur spott, unsere gesellschaft ist einfach nur krank, warum kann man nicht jeden so akzeptieren wie er ist? es ist nichts verwerfliches dran schwul, lesbisch whatever zu sein.
    aber anscheinend wird man bestraft wenn man frei sein möchte
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#8 yomenAnonym
#9 davidbergerEhemaliges Profil
  • 13.01.2012, 17:39h
  • Antwort auf #2 von goddamn liberal
  • Den Hintergrund gibt es mit Sicherheit ... Und da lassen uns auch hier im Kommertarteil die katholischen Beschwichtigungshofräte immer wieder hören: "So schlimm ist der Heilige Vater doch nicht" ... "ich betrachte ihn als liebenden Vater, der sich um alle Menschen sorgt" und "die Schwulen sind selber schuld, wenn die katholische Kirche sie kritisiert, wenn sie selber am Papst harte Kritik üben" - Vielleicht versteht ihr jetzt, dass das Ganze kein intellektueller Spaß ist, sondern unsere Pflicht sich kritisch mit Ratzinger & Co auseinanderzusetzen?
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#10 LorenProfil