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Berlin Nach Protesten von Homo-Gruppen hat die städtische Veranstaltungsagentur Consense das Konzert mit Buju Banton am 1. September in Berlin abgesagt. "Die Consense GmbH stellt mit Bedauern fest, dass ihre Bemühungen gescheitert sind, zwischen dem Schwulen- und Lesbenverband (LSVD) und dem Künstler Buju Banton zu vermitteln", so die Agentur in einer Pressemitteilung. Der LSVD hatte als Bedingung für die Durchführung des Konzertes gestellt, dass sich Buju Banton öffentlich von seinem 1992 verfassten Song "Boom Bye Bye" distanziert sowie offiziell entschuldigt - das Lied fordert zur Ermordung Homosexueller auf. Consense distanziert sich von diesem Lied, empfiehlt jedoch "den Gegnern des Auftrittes, ihre weiteren Maßnahmen und Schritte in dieser interkulturellen Auseinandersetzung so zu strukturieren, dass nicht der Eindruck einer willkürlichen Hatz auf einen Künstler entsteht." Ferner lobte die Agentur "die sonstigen künstlerischen Qualitäten Buju Bantons, der als einer der charismatischsten und kreativsten Vertreter aktueller jamaikanischer Musik gilt". Zusammen mit anderen Homo-Gruppen hatte der LSVD zuvor bereits zu einer Demonstration während des Konzerts aufgerufen. (pm/dk)



Jamaika: 91 Prozent sehen Homosexualität als Straftat an

Auf Jamaika gibt es nur wenige Menschen, die Schwule nicht verfolgen wollen: Laut einer Umfrage der Zeitung "Gleaner" sprechen sich 91 Prozent der Bevölkerung für die Fortsetzung der Verfolgung von männlichen Homosexuellen aus.

54 Kommentare

#1 Freedom of Speech!Anonym
  • 30.08.2004, 16:29h
  • Schönen Dank, ihr GESINNINGSFASCHISTEN des LSVD.
    Auch wenn Buju Banton den Song schon seit 10 Jahren
    nicht mehr live gespielt hat, dank des LSVD weiss ich jetzt
    darum und habe mir die CD bestellt. Wenigstens in seinen
    eigenen Wänden wird man ja noch hören dürfen, was man
    will!
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#2 WernerAnonym
  • 30.08.2004, 17:27h
  • So gehört sich das auch! Am Besten wird die ganze Tournee gecancelt und Buju Banton des Landes verwiesen. Aber auch das ist ein Tropfen auf dem heißen Stein. Generell müsste man alles, was aus Jamaika kommt, boykottieren, solange dort reaktionäre Gesetze existieren, die Homosexualität verbieten und Schwule dort massiven Gefahren für Leib und Leben ausgesetzt sind. Also: lasst sie auf ihrem Rum und ihrem Ganja sitzen!
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#3 MarkusAnonym
#4 Freedom of Speech!Anonym
  • 30.08.2004, 18:06h
  • Oh man, da müsste man noch vielmehr boykottieren als so
    ne kleine Karibikinsel, die weiss Gott andere Probleme hat,
    als die Gleichberechtigung von Schwulen! Hey, Gott sei
    Dank habe ich auch ne (Wähler)Stimme und ein bisschen
    Kaufkraft...
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#5 GerdAnonym
  • 30.08.2004, 18:09h
  • Finde ich auch gut, dass Hasssängern keine Bühne in unserem Land gegeben wird. Hoffentlich schreckt dies andere homophobe Künstler auch ab, Hasslieder zu verbreiten.

    Eigentlich müßte die Äußerung und Verbreitung solcher Liedtexte unter Strafe gestellt werden, denn die Grenzen der Meinungsfreiheit sind bei solchen Inhalten längst überschritten.
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#6 sparrelockerAnonym
  • 30.08.2004, 18:34h
  • also wer gegen mordaufrufe vorgeht, ist ja wohl kein gesinnungsfaschist. wenn diese platte allerdings in deutschland mit dem mordaufruf verbreitet wird ist das eine strafbare handlung i.S. § 11 i.V. 211 StGB.
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#7 KlausAnonym
  • 30.08.2004, 18:36h
  • @ werner. das geht doch nicht gegen Reggae odere Jamaika, sondern gegen den Aufruf zum Mord. Wie kann man nur diesen Unterschied nicht kapieren?
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#8 WernerAnonym
  • 30.08.2004, 19:45h
  • @ Klaus: das habe ich auch mit keiner Silbe behauptet, dass es gegen Reggae sich richten soll. Lies mal etwas genauer: mir geht es darum, darauf einzuwirken, dass sich die Lage für Schwule und Lesben auf Jamaika bessert, denn die Mordaufrufe, von denen Du sprichst, haben Ursachen. Und die liegen z. T. in der Gesetzgebung des Landes, aber auch in einer reaktionären Religionsauffassung, durch die derartige Gewalttaten auch noch legitimiert werden.
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#9 DavidAnonym
  • 30.08.2004, 22:21h
  • @ Freedom:
    Verdreh mal nicht die Tatsachen: Anscheinend haben die Leute im Land aber wohl nichts anderes zu tun, als Homosexuelle zu diffamieren!
    Gibt es nichts wichtigeres, als über die sexuelle Orientierung herzuziehen?
    Wenn das einem Reggae-Musiker nicht passt, bitteschön. Aber es gibt einen erheblichen Unterschied, zwischen nicht gleichberechtigen und diskriminieren.
    Wenn mir eine Partei nicht passt, brauche ich sie nicht zu unterstützen oder zu wählen. Es ist aber etwas anderes, wenn ich dazu aufrufe, Anhänger einer Partei zu verfolgen oder zu ermorden!
    Es ist immer wieder erstaunlich, das ein Volk, welches selber eine Leid Vergangenheit erlebt hat (Koloniarisierung Afrikas, verschleppen der Bewohner um diese in Amerika zu versklaven, Rassenhass bis vor wenigen Jahrzehnten) selber zu Hass aufruft und anderen Leid zufügt!
    Haben die Menschen aus der Vergangenheit nichts gelernt?

    Und was ist dann an dem Boykott so schlimm? Begeben WIR uns etwa auf sein Niveau herab und rufen zu Mord an IHM auf? NEIN! DAS ist auch ein Unterschied.
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#10 Reggae LoverAnonym
  • 30.08.2004, 23:45h
  • Arrogante Schwuchtelverbände!
    BLAZE, BLAZE, BLAZE, BUN BABYLON AND IT'S DUTTY WAYS!
    Zieht euch das mal rein (aus riddim.de) [Sorry für die Länge]:

    30.08.2004 - Nachdem der LSVD das Angebot abgelehnt hat, sich mit Buju Banton zu einem Gespräch zusammenzusetzen, und seine Kampagne gegen den Deejay sowie gegen Veranstalter fortsetzt, wird das Berlin-Konzert am 1.9. vom Kesselhaus ins Columbia Fritz verlegt.
    Bereits in der vergangenen Woche hatte Buju Banton dem LSVD angeboten sich in Bremen zu einem Gespräch über die Vorwürfe des Verbandes zu treffen. Der LSVD-Bundesvorständige Phillip Braun schlug diese Gelegenheit aus, einen Dialog zwischen Schwulen und Lesben einerseits und jamaikanischen Dancehall-Artists andererseits zu eröffnen, solange Buju Banton nicht einem inzwischen "weltweit vereinheitlichten" Forderungskatalog von fünf Punkten nachkomme: Buju solle
    - sich vor laufender Kamera persönlich entschuldigen,
    - sich im besonderen für seine ?Gewaltaufrufe? gegen Homosexuelle entschuldigen,
    - sich im besonderen bei Schwulen und Lesben entschuldigen,
    - für die Zukunft versichern, nie mehr in Auftritten, auf Platten oder in Reden zu schwulenfeindlicher Gewalt aufzurufen,
    - und seine Tonträger mit ?Hasstexten? aus dem Verkehr ziehen oder falls dies vertraglich nicht möglich sei, die daraus entstehenden Einnahmen einer jamaikanischen Organisation stiften, die sich um die Opfer schwulenfeindlicher Gewalt kümmert.

    Eine verpasste Chance, denn wie auch dem LSVD bekannt sein sollte, lässt sich im Gespräch wesentlich mehr erreichen als mit den Mitteln der repressiven LSVD-Kampagne. Zum einen hätte der LSVD dem Künstler, der als einer der einflussreichsten innerhalb der jamaikanischen Musikszene gilt, seine Position verständlich machen können, zum anderen hätte er sich von Buju über Dancehall im allgemeinen und über die Bedeutung der martialischen Sprache innerhalb dieses Genres im besonderen (siehe auch Buju Banton Feature) informieren können. Doch offenbar lassen die weltweit vereinheitlichten Forderungen der Schwulen- und Lesbenorganisationen den Verbandsfunktionären keinen Spielraum zum Dialog, es scheint nur noch um die Durchsetzung der Maximalforderungen zu gehen - um jeden Preis.

    Das Gespräch im Bremer Veranstaltungsclub fand gestern, am 29.8., trotzdem statt. Gekommen waren neben Buju Banton, seinem Manager Donovan Germain und dem Tourveranstalter Christoph Tewes auch Vertreter des Bremer Zentrums für Schwule und Lesben, Rat & Tat, der schwulen Radiosender Pink Channel und Radio Banane sowie jemand von Reggae Radio. Buju distanzierte sich von seinem Song ?Boom Bye Bye?, stellte klar, dass er damit nie zu Gewalt gegen Schwule habe aufrufen wollen und versicherte, dass er den Song nicht aufführen werde. Er machte aber auch deutlich, dass er nicht bereit sei, sich für einen Song zu entschuldigen, den er vor über zwölf Jahren geschrieben habe.

    Im Anschluss an das Gespräch verfasste Buju Banton ein Statement mit folgendem Wortlaut:

    Again it has been brought to my attention that I, Mark Myrie a.k.a. Buju Banton, has been accused of inciting murder and violence against those who have different beliefs to that of my own.
    I would like to put it on record, that I have never attacked anyone of any persuasion different to that of my own, nor do I seek to attack them. Like any normal filmmaker who puts violence in his films, I do not expect actions in my lyrics to be carried out literally by the public.
    I personally, my music and lyrics do not intend to instigate or incite anyone to do so, as I do not believe in the murder or killing of the innocent just because they are different in any way.
    The ?Boom Bye Bye? recording using certain lyrics I understand, causes offence to some people in the community. This recording was made 12 years ago and this song is not performed on my liveshows and will not be performed.
    I do however as an artist retain the right in a democratic society to express my art in any way I see fit, I will, like any free man, respect the right to life, freedom of expression, and liberty for all, and I will fight for that right.
    With regards to the allegation that I allegedly assaulted 3 gay men in Jamaica; isn?t one innocent until proven otherwise in a duly constituted court of law, in my homeland of Jamaica?
    I find it ironic, that an organisation that is fighting for justice and equality is at the same time acting as judge, jury, and pre-empting the due course of law.
    As a Rasta artist who has contributed so much positive music to the world, which has resulted in being nominated twice for the prestigious Grammy Awards, whose album ?Til Shiloh? was voted as one of the best albums of the century by ?Rolling Stone Magazine?, it?s a grave injustice to try and define my career with one song ?Boom Bye Bye? done 12 years ago at the age of 18 years old.

    Mark Myrie a.k.a. Buju Banton

    Ungeachtet dessen fährt der LSVD fort, Konzerte zu boykottieren und Druck auf Veranstalter und Medien auszuüben, wohl im Bewusstsein über die eigene Stärke als begehrte Käufer- und Wählergruppe. So hat es der Verband geschafft, neben Medien wie taz und Hamburger Morgenpost (welch Allianz!) auch Politiker wie den Bundestagspräsidenten Wolfgang Thierse (SPD), die Menschenrechtsbeauftragte der Grünen Claudia Roth und den FDP-Vorsitzenden Guido Westerwelle für sich einzunehmen, um mit Briefen an den Tourveranstalter und die örtlichen Ausrichter ihre Kampagne weiter zu betreiben. Dem mussten sich nun auch das vom Berliner Senat unterstützte Kesselhaus und die Konzertveranstalter-Gesellschaft Consense beugen und das Konzert im Kesselhaus absagen - das vierte der aktuellen Deutschland-Tour von Buju Banton.

    In einer Pressemitteilung des Veranstalters heißt es: ?Die Consense GmbH stellt mit Bedauern fest, dass ihre Bemühungen gescheitert sind, zwischen dem Schwulen- und Lesbenverband (LSVD) und dem Künstler Buju Banton zu vermitteln. Der LSVD hatte als Bedingung für die Durchführung des Konzertes am 1.9. im Kesselhaus gestellt, dass sich Buju Banton öffentlich von seinem 1992 verfassten Song "Boom Bye Bye" distanziert sowie offiziell entschuldigt. Die Einzelheiten dieser Bedingungen sind dem Künstler von den Vertretern des LSVD übermittelt worden. Buju Banton hat sich mehrmals, zuletzt am 29.08.04 in einem Gespräch mit Vertretern der lokalen Schwulen- und Lesbenvertretung in Bremen offiziell von diesem Song distanziert, eine Entschuldigung jedoch liegt nicht vor (...) Die Consense GmbH empfiehlt jedoch den Gegnern des Auftrittes von Buju Banton, ihre weiteren Maßnahmen und Schritte in dieser interkulturellen Auseinandersetzung so zu strukturieren, dass nicht der Eindruck einer willkürlichen Hatz auf einen Künstler entsteht.?

    Und noch was:

    www.riddim.de/feature.php?id=1&page=2

    (der Artikel geht über mehrere Seiten, man kann unten mit "weiter" weiterblättern)
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