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Mario Montez 1964 in dem Andy-Warhol-Film "Mario Banana". Auch heute im Alter von 76 Jahren tritt er noch im Fummel auf

In diesem Jahr werden zu den Internationalen Filmfestspielen in Berlin gleich zwei schwul-lesbische Sonderpreise verliehen.

Für Ihr Lebenswerk geehrt werden sowohl der Trans-Superstar der 1950er und 1960er Jahre Mario Montez sowie die deutsche Regisseurin und Avantgardistin Ulrike Ottinger. In einer Pressemitteilung des Teddy e.V. werden beide als "Meister im Spiel der Identitäten und emanzipatorisch inspirierende Ikonen der Filmwelt" gewürdigt.

Der Underground-Schauspieler Mario Montez, 1935 als René Rivera in Puerto Rico geboren, wurde vor allem durch seine Filme mit den Regisseuren Andy Warhol (u.a. "Mario Banana", "Batman Dracula", "Camp") und Jack Smith (u.a. "Flaming Creatures", "No President") bekannt. Zu Beginn der 60er Jahre des vergangenen Jahrhunderts war Montez einer der allerersten Schauspieler, die offen schwul sowie im Fummel auf der Leinwand zu sehen waren - was ihm einen Kultstatus in der damals noch sehr versteckt lebenden amerikanischen Community sicherte. Zum Leben reichte die Schauspielerei allerdings nicht: Hauptberuflich arbeitet Mario Montez als Postbeamter in New York City.

Youtube | Mario Montez im Warhol-Film "Mario Banana" (1964)

Vorreiterin des queer cinema: Ulrike Ottinger


Wird ebenfalls für ihr Lebenswerk geehrt: Filmemacherin Ulrike Ottinger (Bild: Knut Bayer)

Ulrike Ottinger, 1942 in Konstanz geboren, zählt zu den wichtigsten lesbischen Regisseurinnen in Deutschland. "Madame X", einer ihrer ersten Langfilme aus dem Jahr 1977, handelt von einer allmächtigen Herrscherin, die mit neun anderen Piratinnen übers Mehr fährt. Dabei griff die Regisseurin zu ungewöhnlichen Stilmitteln: So hinterlegte sie lesbische Sexszenen auf dem Schiff mit dem Schnurren einer Katze.

Ab 1979 entstand ihre "Berlin-Trilogie" aus den Filmen "Bildnis einer Trinkerin" (1979), "Freak Orlando" (1981) und "Dorian Gray im Spiegel der Boulevardpresse" (1984), die sie in der lesbischen Szene endgültig bekannt machte. Ottinger gilt auch als Vorreiterin des queer cinema: So kann die Hauptfigur in "Freak Orlando" nicht nur ihr Geschlecht wechseln, sondern besucht auch den fiktiven Ort Freak City, der von Gnomen, Hermaphroditen und mehrköpfigen Gestalten bewohnt ist.

Youtube | Ausschnitt aus Ottingers Film "Madame X" (1977)

Verleihung der 26. Teddy Awards am 17. Februar

Der Teddy Award gilt als weltweit wichtigster queere Filmpreis. Im Rahmen der 62. Internationalen Filmfestspiele Berlin wird er am 17. Februar 2012 zum 26. Mal verliehen. Mit dem Teddy Award werden Filme in den Kategorien bester Spielfilm, bester Dokumentar-/Essayfilm und bester Kurzfilm ausgezeichnet.

Moderiert wird die Teddy-Gala in diesem Jahr von dem Schauspieler und Moderator Johannes Schropp, bekannt aus der Fernsehsendung "X-Factor". Stargäste der Veranstaltung im Flughafen Tempelhof sind die Sängerin Marianne Rosenberg, das französische Duo Stereo Total sowie die kanadische Elektroclashikone Peaches. Der gesamte Abend wird vom Sender arte aufgezeichnet und am 18. Februar ausgestrahlt. Am 19. Februar zeigt auch der rbb die Verleihung der Teddy Awards. (cw/pm)