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RuPaul im Intro seiner Reality-Serie "Drag U" (Bild: Logo)

Die Homo- und Trans-Szene soll nicht jedes Wort auf die Goldwaage legen, empfiehlt Drag-Diva RuPaul anlässlich der Absetzung der als transphob verschrieenen Serie "Work It".

Die am 3. Januar gestartete Sitcom "Work It" wurde von mehreren Homo-Gruppen scharf kritisiert, weil sie das Transpersonen lächerlich mache (queer.de berichtete). Am Freitag hat sich der Sender ABC nun nach nur zwei ausgestrahlten Folgen dafür entschieden, "Work It" abzusetzen. Allerdings waren dafür weniger die Proteste der Homo-Gruppen verantwortlich, als die scharfe Kritik von TV-Kritikern und sehr schwache Einschaltquoten.

Amerikas bekannteste Drag Queen bemängelt in einem Interview mit den Radiosender "SirusXM", dass die Kritik durch Homo-Gruppen oft unverhältnismäßig sei: "Nehmt doch nicht alles so ernst. Wir leben in einer Kultur, in der sich jeder über alles aufregt", so der 51-jährige RuPaul Andre Charles. Statt dessen sollten Schwule und Lesben in die Offensive gehen. Der Künstler erinnerte daran, dass früher das Wort "Queer" ein Schimpfwort war, in den 1980er Jahren aber von sexuellen Minderheiten zu einem positiven Wort umgemünzt wurde: "Wir müssen immer sehen, welche Absicht hinter einer Aussage steht. So benutzen Schwarze untereinander oft das N-Wort (Nigger, Red.)." Wenn ein Wort positiv verwendet würde, sei nichts daran auszusetzen. Wenn nicht, müsse man sich nicht unbedingt aufregen: "Wenn dich jemand als grünes Marsmännchen bezeichnet, würden du dann in die Luft gehen? Natürlich nicht, denn du weißt, dass du kein grünes Marsmännchen bist. Aber wenn du in die Luft gehst, wenn dich jemand 'Tranny' nennt, dann regst du dich auf, weil du denkst, dass du eine 'Tranny' bist. Die Lösung ist einfach: Sieh dich nicht mehr als 'Tranny' an."

Youtube | Trailer für "Work It"

"Work It" handelte von zwei arbeitslosen Männern die erst einen Job erhielten, als sie sich als Frauen verkleideten. Homo-Gruppen sahen das als problematisch an, weil es dadurch einfacher werde, sich über Transpersonen lächerlich zu machen. Sie erinnerten daran, dass es eine sehr hohe Arbeitslosenquote unter Mann-zu-Frau-Transsexuellen gebe und eine Geschlechtsanpassung wegen der hohen Kosten und des unzureichenden amerikanischen Krankenkassensystems meist viele Jahre dauere.

RuPaul ist derzeit mit zwei Reality-Formaten im US-Homosender Logo erfolgreich, in denen er abwechselnd als Mann und als Drag Queen zu sehen ist. Die vierte Staffel von "RuPaul's Drag Race", in der er "Amerikas nächsten Drag-Superstar" castet, feiert am 30. Januar Premiere. (dk)

Youtube | Trailer für die vierte Staffel von "RuPaul's Drag Race"


#1 Civil RightsAnonym
  • 16.01.2012, 16:07h
  • Na, dann warten wir mal auf die Gelassenheit der "empfindlichen" afro-amerikanischen Bürgerrechtsaktivisten, wenn es bald wieder ganz offen zur Mode wird, "Nigger" zu rufen und Afro-Amerikaner rassistisch zu stereotypisieren.

    Oder die Gelassenheit der "überempfindlichen" jüdischen Organisationen, wenn bald wieder Judenwitze so richtig "en vogue" sind.

    Die genannten Gruppen haben eines gemeinsam:

    Sie haben im Gegensatz zu Schwulen und Lesben gelernt, was Selbstachtung und Selbstbewusstsein bedeutet und wie man um seine Rechte kämpft!

    Schwule lassen sich lieber vom heterosexistischen Geschäftsmodell korrumpieren.
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#2 LeserAnonym
  • 16.01.2012, 16:32h

  • die homosexuelle szene unterscheidet sich ziemlich stark von der transsexuelles szene. das eine ist die orientierung, also das worauf man steht, hetero, homo oder bi, das andere bestimmt die geschlechtszugehoerigkeit. wenn ich als mann einen mann liebe, ist das schwul. wenn ich als mann eine Frau liebe ( egal ob biofrau oder transfrau) ist das hetero. wundert mich das manche den unterschied noch nicht begriffen haben. transsexualitaet hat einfach nichts mit der sexuellen orientierung zutun. was können denn zb schwule dafür wenn sich transsexuelle über einen werbespot aufregen? ob der spot zurecht als diskriminierung angesehen werden kann, weiß ich nicht,aber wenn jetzt ein hetero darüber aufregen würde, heißt es dann auch: die hetero- und transszene soll sich nicht so anstellen? das macht den gleichen sinn, nämlich keinen. also sollte sich rue paul überlegen was er da fälschlicherweise mit einander vermischt.
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#3 DenizAnonym
#4 Alte TunteAnonym
  • 16.01.2012, 19:33h
  • Antwort auf #3 von Deniz
  • Leider ist es traditionell so, daß sich manche Leute darüber definieren, diskriminiert zu werden (das wurde in den Daffyd-Thomas-Sketchen sehr schön karikiert - "Ich bin der einzige Schwule hier im Ort, ich bin ganz allein..."). Zudem kann es schön sein, sich als Opfer zu fühlen (nicht: Opfer zu sein), denn das arme Opfer hat immer recht und darf sich fast alles erlauben. Auch, sich ausgiebig selbst zu bemitleiden.

    Und was soll so ein ordentlicher Aktivist machen, wenn er nicht täglich - am besten mehrmals - Alarm schlägt und sich aufspult? Dann könnte erstens die Frage aufkommen, was er eigentlich tut, zweitens, ob man ihn eigentlich braucht. - Und was der Aktivist ganz dringend braucht, ist nicht selten Aufmerksamkeit und (Selbst-) Bestätigung. Gelassenheit und übrigens auch Ironie können da nur stören.

    Last but not least ist gesellschaftlicher Fortschritt bekanntlich das sehr langsame Bohren sehr dicker Bretter. Das kann recht frustrierend sein. Ständig lautstark gegen irgendwelche Kinkerlitzchen zu protestieren und sich schwer verletzt und traumatisiert zu fühlen, macht da viel mehr Spaß und befriedigt besser, weil man sich besser einbilden kann, man hätte etwas getan.
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#5 FoXXXynessEhemaliges Profil
#6 alexander
#7 darkon
  • 16.01.2012, 23:01h
  • Da hat die gute RuPaul vollständig Recht.

    WorkIt war eine schlechte SitCom, aber nicht wegen Diskriminierung von Transgendern sondern weil sei einfach schlecht geschrieben und gespielt war.
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#8 SebiAnonym
  • 16.01.2012, 23:16h
  • Da kann ich mich nur anschließen:
    heute braucht man sich ja nur als Mann einen Fummel anziehen und schon gilt man als transphob.

    Sowas wie Charlies Tante, Mrs. Doubtfire, Tootsie, etc. wäre wohl heute leider nicht mehr möglich.
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#9 frische tinteAnonym
  • 16.01.2012, 23:38h
  • Antwort auf #4 von Alte Tunte
  • jo klar.

    und wieder andere heischen lieber nach ein paar bröckchen verlogener anerkennung durch die konstruierte "mehrheitsgesellschaft"

    und sind peinlichst darauf bedacht, nicht als gaanz böse nörgler und spaßverderber aus den herrschenden geschäftsmodellen verbannt zu werden.

    sie füllen lieber weiterhin bereitwillig ihre rollen als untermenschen aus, zementieren die sexuellen herrschaftsverhältnisse und bilden sich ein, dass ihre toleranz gegenüber der intoleranz und ihr bloß-nicht-aufmucken-oder-gar-unbequem-sein schon alles in wohlgefallen auflöst.

    na dann, volle fahrt zurück ins mittelalter!
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#10 yomenAnonym
  • 17.01.2012, 12:22h
  • Antwort auf #9 von frische tinte

  • schwarz/weiss-denker wa? man kann sehr wohl seinen platz in dieser gesellschaft finden, ohne ein opportunist zu sein.

    manche brauchen aber offensichtlich ihre tägliche dosis opfertum.

    es ist etwas anderes, ob ich diskriminiert werde oder ob ich mich ständig verfolgt fühle.
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