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Der Münchener Philipp Lahm befürchtet, dass ein Coming-out schwulen Spielern schaden könnte (Bild: sdhansay / flickr / by 2.0)

Die Chefin der Antidiskriminierungsstelle kritisiert Nationalmannschaftskapitän Philipp Lahm, weil er schwulen Profifußballern geraten hatte, ihre sexuelle Orientierung geheim zu halten.

Beim DFB-Dialogforum "Vor dem Ball sind alle gleich - Sexuelle Identitäten im Fußball" in der Sportschule Hennef bemängelten am Dienstag mehrere Teilnehmer die Haltung Lahms. So erklärte Christine Lüders, die seit 2010 die Antidiskriminierungsstelle leitet: "Ich denke, es war ein Fehler von Philipp Lahm, das zu sagen." Sie kritisierte, dass schwule Spieler durch die Aussage Lahms von einem Coming-out abgehalten werden könnten, berichtet der WDR. Gerade als Nationalspieler hätte Lahm zum Coming-out aufrufen müssen.

Lahm hatte am Wochenende in einem Interview erklärt: "Ich glaube nicht, dass die Gesellschaft schon so weit ist, schwule Profi-Fußballer als etwas Selbstverständliches zu akzeptieren, so wie es in anderen Bereichen bereits möglich ist" (queer.de berichtete). Im Stadion gehe es nun einmal nicht politisch korrekt vor, so Lahm.

Ex-NBA-Star hätte als Fan "Nase voll"


Nach seinem Coming-out 2007 warnte auch Amaechi Profisportler vor dem Coming-out

Kritik an Lahm äußerte auch der frühere NBA-Star John Amaechi: "Er muss doch ein Vorbild sein in seinem Äußerungen, oder er muss den Mund halten", sagte der 1970 geborene Basketballspieler nach Angaben der Nachrichtenagentur dapd. "Wenn ich ein Fan wäre, dann hätte ich die Nase voll davon, dass ich für engstirniges Verhalten verantwortlich gemacht werde." Nach seinem Coming-out 2007 warnte allerdings auch Amaechi vor einem Coming-out in der NBA, weil dort eine so homophobe Atmosphäre vorherrsche. Er selbst kam erst Jahre nach dem Ende seiner Profikarriere aus dem Schrank.

Im deutschen Fußball sei die Lage aber besser. Amaechi lobte insbesondere DFB-Präsident Theo Zwanziger, der den deutschen Profifußball viel homofreudlicher gemacht habe - der britische Fußball liege in dieser Frage "noch viel weiter zurück", so Amaechi, der in der Nähe von Manchester bei seiner englischen Mutter aufgewachsen ist.

Zwanziger erklärte beim Dialogforum, dass der deutsche Profifußball weiter daran arbeiten müsste, schwulen Fußballern ein Zuhause zu bieten: "Der Sport und der Fußball haben einen konservativen Kern. Und diesen Kern muss man zunächst ein Stück weit abschmelzen", sagte der DFB-Chef. Zwar empfahl er Profis ein Coming-out und sagte, sie sollten "den Mut haben, sich zu erklären". Philipp Lahm nahm er aber in Schutz: Der Außenverteidiger könne "die Situation aus seinem eigenen Erleben heraus natürlich viel besser beurteilen, als ich das kann", so Zwanziger nach Angaben des Sportinformationsdienstes. (dk)

Wöchentliche Umfrage

» Philipp Lahm warnt Profi-Kicker vorm Coming-out. Hat er recht?
    Ergebnis der Umfrage vom 16.1.2012 bis 23.1.2012


#1 SideFX23
  • 17.01.2012, 17:20h
  • Ich denke Phillip Lahm hätte auch einfach "mal die Fresse halten" können (wie man so schön politisch unkorrekt sagt). Es sollte kein "Zwangsouting" von Profifussballern geben. Aber zu sagen, dass sich niemand outen sollte, ist wohl der komplett falsche weg.
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#2 TadzioScot
  • 17.01.2012, 17:24h
  • Also ich weiß jetzt nicht was an dem rat von Lahm so schlimm war.. Es ist numal leider so, das es nicht gerade ungefährlich für Schwule Fussballer wäre sich öffentlich zu Outen.

    Zumindest als ein einzelner Fussballer.

    Denn ein Öffentliches Outing, mit der dazugehörigen Diskriminierung die den jenigen treffen könnte muss auch verkraftet werden...

    Wenn dann ging es nur wenn sich alle Schwulen Fussballer gleichzeitig Outen würdem, dann wäre es sicherer, wegen dem Schutz der Masse...

    Aber das wird leider wohl kaum einer machen, wegen besagten gründen...
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#3 MowlAnonym
  • 17.01.2012, 17:24h
  • Na endlich.
    Wundert mich dass da nicht schon viel eher was gekommen ist.
    Lahms ständige (jedenfalls mehr als einmal) Panikmache und Druck-Erzeugung wird langsam nervig.

    Zumal er den Fokus viel mehr auf sowas legt anstatt einfach nur seine vorbehaltlose Unterstützung - oder, wenn das nicht geliefert werden kann - Neutralität zuzusichern.
    Homosexuelle Profis brauchen wohl kaum irgendwelche Laien-Meinungen, sondern einfach nur Rückenstärkung.

    Im Übrigen finde ich es eine Frechheit, dass die Fans immer nur als grausame Dorftrottel dargestellt werden.
    Gibt auch ne Menge vernünftige die auch Aktionen machen (u.a gegen Homophobie), aber auf die wird überhaupt nicht geguckt. Immer nur auf die die - angeblich - den Spieler ganz furchtbar fertig machen würden.
    So als würde mit aller Macht das Feindbild vom bösen Fußball-Hool aufrechterhalten werden wollen.

    "Philipp Lahm nahm er aber in Schutz: Der Außenverteidiger könne "die Situation aus seinem eigenen Erleben heraus natürlich viel besser beurteilen, als ich das kann", so Zwanziger nach Angaben des Sportinformationsdienstes. "

    Ne, kann er eben nicht.
    Oder war das ein indirektes Outing?
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#4 Geert
  • 17.01.2012, 17:25h
  • Toll, damit kommt die Chefin der "Diskriminierungsstelle" auch mal wieder in die Presse. Am Ende des Jahres muss sie ja nachweisen, dass sie etwas für das viele Geld, das sie bekommt, getan hat.
    Wenn sie einen Prominenten wie Lahm kritisiert, kann sie sicher sein, dass die Presse ihr Gefasel von "Diskriminierung" dankbar aufnimmt....
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#5 boyoboyAnonym
#6 SubjektAnonym
  • 17.01.2012, 17:34h
  • Outing is immer individuell, man kann nicht Pauschalurteile abgeben. Weder Pro noch Contra.
    Auch ein stabiler Fußballer, mit familiärem Rückhalt würde sich das gründlich überlegen, da er weiß, dass er in einem homofeindlichen Umfeld arbeitet, und dass es im Stadion keine poiitische Korrekheit gibt.
    An erster Stelle sollte die Unversehrtheit des Individuums stehen.

    Die Selbstmorde, die in den USA passieren zeigen doch sehr deutlich, dass anscheinend die Gay Community direkt und indirekt Druck ausübt, so jung wie möglich sich zu outen. Emotional ist das eine sehr große Herausforderung und ein 14-jähriger oder auch ein 19-jähriger kann die Konsequenzen nicht immer einschätzen.
    Schlussendlich sollte es darum gehen, dass jeder die Konsequenzen einzuschätzen und die eigene Stabilität in sich und in der Familie überprüfen lernt, um dann öffentlich über seine Sexualität zu sprechen.
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#7 suspektAnonym
#8 lurchixProfil
  • 17.01.2012, 17:55h Hamburg

  • Die Kritik ist richtig.
    Die Aufforderung in Deutschland und vergleibaren Staaten kann nur lauten: outen!
    Ähnlich wie beim Rassismus ist bei den 'Mannschaften' Solidarität gefragt. Schließlich werden gerade dort Kameradschaft und Zusammenhalt so groß geschrieben und Mut als männliche Tugend angesehen.
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#9 Kenny
  • 17.01.2012, 18:04h
  • Lahm hat doch nur zusammengefasst, wie es halt nun mal leider ist. Ich kann daran nichts verwerfliches finden.

    Natürlich wäre es klasse und ist eigentlich überfällig, dass sich die aktiven schwulen Profis endlich outen. Aber, hey, wir reden von achtzehn bis ca. vierundzwanzigjährige Jungs. Die kriegen Druck vom Trainer, vom Manager, von ihren Werbepartnern, von weiß ich woher, weils da um richtig dicke Kohle geht. Da wird man wohl manchem einbläuen, die Klappe zugunsten des Geschäfts zu halten. Outen kann man sich ja dann als finanziell abgesicherter dreissigjähriger Pensionär. So wie der NBA-Profi, der von anderen erwartet, was er selber nicht auf die Reihe gekriegt hat.

    Ich hätte Hochachtung vor jedem aktiven Profi, der sich outet. Aber es ist derzeit einfach nicht realistisch. Und Lahm ist eben Realist.
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#10 ClaudiaAnonym
  • 17.01.2012, 18:05h
  • Antwort auf #6 von Subjekt
  • "Die Selbstmorde, die in den USA passieren zeigen doch sehr deutlich, dass anscheinend die Gay Community direkt und indirekt Druck ausübt, so jung wie möglich sich zu outen. Emotional ist das eine sehr große Herausforderung und ein 14-jähriger oder auch ein 19-jähriger kann die Konsequenzen nicht immer einschätzen. "

    Wenn ich sowas lese, kommt's mir hoch, ganz ehrlich!
    Was diese Suizide wohl eher zeigen, ist, dass Jugendliche, die anders, die schwul, lesbisch oder trans sind, in einer bigotten, homophoben, christofaschistischen Gesellschaft wie der amerikanischen fertig gemacht und von deren Hass in den Tod getrieben werden. Daran ist wohl kaum die Gay Community schuld - gehts noch???????
    Was heißt hier "Konsequenzen einschätzen?" Welche? Die, dafür ,dass man in der Jugend die eigene Identität entdeckt und die auch selbstverständlich offen leben will??? Warum ist es selbstverständlich, dass man als LGBT-Teenager da mit negativen "Konsequenzen" rechnen muss? Müssen junge Heteros mit "Konsequenzen" rechnen???
    So ein gedankenloses Geschreibsel ärgert mich maßlos. Mal davon abgesehen, was das noch mit dem dummen Gequatsche eines Philip Lahms thematisch zu tun hat...
    @Geert, wieder brav bei der homophoben Gehirnwäsche gewesen, dass du programmiert ,wie du bist, mal wieder Leute beschimpfst, die sich gegen Diskrimnierung einsetzen, anstatt dich gegen Homophobie zu äußern?...aber wie auch, du bist ja selbst total gestört homophob...
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