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Noch eine Kompassnadel

Ein Preis für zwei Kölner Originale


Ludwig Rubruck und Alfred Schiefer haben "nichts anbrennen lassen" (Bild: Schwules Netzwerk NRW)

Nicht nur für Prominente ist die Auszeichnung des Schwulen Netzwerks NRW gedacht. Die Kölner Alfred Schiefer und Ludwig Rubruck werden ebenfalls geehrt.

Von Christian Scheuß

Nicht, das jemand denkt, bei queer.de zählt nur der Promi-Faktor, und deswegen würden wir nach der Nachricht, dass der Sexualwissenschaftler Martin Dannecker mit der Kompassnadel ausgezeichnet wird (queer.de berichtete), die weiteren Preisträger einfach unterschlagen. Ganz im Gegenteil! Ist doch die Auszeichnung für langjährig tätige Ehrenamtliche aus der Community etwas ganz Besonderes. Geehrt werden damit nämlich Menschen, die sich eher im Hintergrund halten, deren Arbeit aber ungemein wichtig und mit Geld und Glamour nicht aufzuwiegen ist. Den diesjährigen Anwärtern der Kompassnadel für das Ehrenamt ist deshalb ein eigener Artikel gewidmet. Es sind die Kölner Alfred Schiefer (80) und Ludwig Rubruck (82). Sie werden gemeinsam mit Martin Dannecker zum Kölner CSD im Juli den Preis entgegennehmen.

Was den Promi-Faktor angeht, kann man bei Alfred und Ludwig auf jeden Fall sagen: Die eingesessenen Kölner kennen das Paar sehr gut, das sich im Februar 1956 erstmals traf und dementsprechend in diesem Jahr auf eine 55 Jahre währende Beziehung zurückblicken kann. Eine Partnerschaft, die sie bereits in den muffigen Nachkriegszeiten der Republik sehr modern gestalteten. "Wir haben nie etwas anbrennen lassen", lautet ihr lustvolles wie lebensbejahendes Credo. Ihre Beziehung war offen und erlaubte nicht nur den flüchtigen Sex in Saunen und Parks. Jeder hatte seine zusätzlichen Affären und Beziehungen zu anderen Männern, was ihre Bindung aber nicht in Frage stellte. Ihnen war stets klar: Sie gehören zusammen, und waren deshalb unter den ersten Paaren, die sich in Köln standesamtlich registrieren ließen mit Einführung der Eingetragenen Lebenspartnerschaft im Jahr 2001.

Offene Beziehung, offensive Förderer schwul-lesbischer Strukturen

Außerhalb ihrer privaten Beziehung wurden "Alfred und Ludwig" zum Synonym für ein Paar, dass die Aufbaujahre des ersten Kölner Schwulen- und Lesbenzentrums SCHULZ und die Entwicklung des Sozialwerks für Lesben und Schwule e.V. mitgeprägt haben, wie kaum andere. Dies taten sie sowohl als ehrenamtlicher Berater als auch als Spender und Förderer im Rahmen von Benefiz-Veranstaltungen wie "Alfreds Flohmarkt" und Travestieevents mit Ludwig am Klavier und mit Alfred auf der Kulturschock-Bühne. Auch als Fotograf machte sich Ludwig einen Namen, viele junge Männer kennen sein kleines Fotostudio im Keller und ließen sich dort porträtieren.

Für Markus Johannes, Geschäftsführer des Schwulen Netzwerks NRW sind diese biografischen Fakten ausschlaggebend für die Verleihung der Kompassnadel: "Mit ihrem jahrzehntelangen Engagement für die Belange von Schwulen und Lesben, haben sie die Gesellschaft und die schwul-lesbische Community gleichermaßen tiefgreifend mitgeprägt. Sie haben in Zeiten, in denen es keine Selbstverständlichkeit war, offen schwul zu leben, bewiesen, dass es auch andere Lebensmodelle gibt, für die es sich zu kämpfen lohnt. Damit waren und sind sie großartige Vorbilder und Vorreiter für viele schwule Männer."



#1 stromboliProfil
  • 19.01.2012, 16:14hberlin
  • ja, die ehrung der beiden, macht die kompassnadel wirklich sympathisch!
    Schön auch, das du , die redaktion, sie nicht unter ferner liefen beschreibst, sondern ihnen einen eigenen artikel widmest...
    dass ist den beiden zu gönnen!&
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#2 Geert
  • 19.01.2012, 16:38h
  • Einen herzlichen Glückwunsch an die beiden!

    Ich kann mich erinnern, dass ich sie immer mal wieder im Fernsehen oder in der schwulen Presse gesehen habe. Ich freue mich auch, dass sie mit ihrer 55jährigen Partnerschaft ein Vorbild für junge Schwule sind und damit widerlegen, dass schwule Partnerschaften nicht lange dauern.
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#3 FoXXXynessEhemaliges Profil
#4 carolo
  • 19.01.2012, 22:42h
  • Auch von mir einen herzlichen Glückwunsch. Ich habe mit den beiden schon im ollen GLF-Zentrum auf der Roonstraße ihr 25jähriges feiern dürfen.

    Kinder, wie die Zeit vergeht. :-)

    R...

    (Ludwig, da Du mich unter dem Namen hier kaum kennen dürftest: von mir kam seinerzeit die Anregung, Deine SW-Fotos selbst abzuziehen).
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#5 derHebie
  • 20.01.2012, 07:57h
  • Ächz, was soll man dazu noch sagen?

    Einerseits freut es mich, dass hier offensichtlich zwei Verdiente für ihre Arbeit und ihren Einsatz eine Ehrung und einen Artikel bekommen, andererseits nervt es mich persönlich, sie nur wegen ihrer Beziehungsdauer als Vorbilder hinzustellen.
    Der Artikel beschönigt an dieser Stelle doch einiges. Konsens: Sie vö...ten durch die Weltgeschichte, aber das hat der Beziehung doch keinen Abbruch getan. Also hopp durch die Betten der Welt.

    Bitte, kommen langsam auch mal Artikel über Männer, die jahrelang in einer monogamen (brrrrr, ja, solls geben) Beziehung leben und das auch rausstellen?
    Ich lebe selbst seit über 10 Jahren in einer monogamen Partnerschaft und bin da gern und auch stolz drauf. Sicherlich ein irgendwo spießiger Wert, aber ich habe mir das auch selbst ausgesucht und –darüber bin ich sehr froh- den passenden Mann dazu gefunden. Sicherlich keine Selbstverständlichkeit, wie wir auch in unserem Umfeld immer wieder feststellen mussten.

    Promiskuität als Vorbild hinzustellen ist da dann auch nicht förderlich. Queere Medien und Statements fordern doch immer so gern, dass die restlichen Medien sich nicht nur auf den Hetero Mainstream begrenzen sollen. Dann wäre es schön, wenn ein queeres Medium sich zumindest in den eigenen Randgruppe breit gefächert darstellte und nicht auf dem eigenen Promisku-Mainstream feststecken bliebe.......
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#6 Tilly von FaxenAnonym
  • 19.04.2017, 21:12h
  • Herzlichen Glückwunsch an die Beiden vom Tilly , schön etwas von euch zu lesen.... Allerbeste Grüße nach Köln.... " dem Mann am Klavier, und Bester Akt des *Kulturschock * im Schulz für den Song Darbietung " Baden mit und Ohne/ Kostüm Bade zimmer Garnitur !!!!! Best-ever!!!!!! :-D :-D :-D
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#7 MAURIZIOAnonym
  • 02.05.2017, 00:57h
  • SONO STATI DUE UOMINI ECCEZIONALI , LI HO CONOSCIUTI AL CENTRO GAY SCHULZ DI COLONIA , SONO ANCHE STATO OSPITE A CASA LORO PER UNA SETTIMANA ,ERO UN RAGAZZO IN DIFFICOLTA' E MI HANNO AIUTATO ,SI SONO COMPORTATI MOLTO BENE E SONO FIERO DI AVERLI CONOSCIUTI , SPERO NEL PROFONDO DEL MIO CUORE CHE ENTRAMBI SIANO IN PARADISO CON LA BENEDIZIONE DI DIO , PARADISO MERITATISSIMO PER QUESTE DUE ANIME BUONE .
    UNA SOLA COSA MI DISPIACE NON AVERE COPIA DEL BUC FOTOGRAFICO IN BIANCO E NERO CHE MI FECE LUDWIG RUBRUCK .
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#8 stromboliProfil
  • 02.05.2017, 09:40hberlin
  • Antwort auf #5 von derHebie
  • "Promiskuität als Vorbild hinzustellen ist da dann auch nicht förderlich. "

    Ja was denn sonst.. gerade die Fähigkeit sexuelles auszuleben und darüber doch Beziehungsfähigkeiten zu entwickeln und zu leben, ist die richtige Botschaft an alle Eifersuchtsneurotiker , die mit "Monogamie" einen religiösen Popanz um ihr Lebenskonstrukt machen.

    Gerade weil sich Sexualität und (!) Lebenskonzepte weg von dem zwang der Ausschließlichkeit im zwischenmenschlichen weiter entwickelt, ist Promiskuität das eigentlich zukunftsweisende Beziehungsmodell.
    Überwindung der Eifersucht als entwicklungspsychologisch egomanische Kränkungspsychose sollte jeden sich von überkommen Moral und wirtschaftlichen Vorstellungen emanzipierenden ein Leitbild werden!
    Ansonsten lebe deine "Monogamie und lass es gut sein.
    Wer nicht neugierig, lernt nichts hinzu. Was besonders im Umgang mit Menschen und der Ausgrenzung von sexuellem empfinden zutrifft.
    Für mich wäre der Gedanke ob solch einer Engstirnigkeit absolut "tödlich" gewesen.
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