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Tagelang rätselte die schwule wie die Online-Welt, ob ein über Facebook verbreiteter Kommentar von Hape Kerkeling zum Affären-Wirbel um den Bundespräsidenten echt war. Nun gibt der Entertainer zu: Das Posting stammt von ihm.

Der Kommentar war am 5. Januar auf einer angeblichen Facebookseite Kerkelings aufgetaucht, verbreitete sich rasch über soziale Netzwerke und wurde am nächsten Tag auch über das Magazin blu.fm verbreitet - das so tat, als gebe es an der Urheberschaft keine Zweifel. Die äußerten aber einige andere Leser: Sollte der offenbar schnell geschriebene, fehlerlastige wie eher humorlose und halt für Wulff Partei ergreifende Kommentar wirklich von Kerkeling stammen?

Und sollte sich der Entertainer wirklich kritisch über "Bild" geäußert haben? Der Zeitung gehe "es nur um so viel Auflage und Skandal wie eben möglich", hieß es da, und: "Ausgerechnet die Bild mutiert nun zum obersten Moralhüter und zum reinen Gewissen der Nation!?!?" Der angebliche Wulff-Skandal sei mit "boulevardesken Enthüllungsjournalismus und unappetitliche[r] Schnüffelei in seinem Privatleben" ein "Skandal unserer maroden und degenerierten Presse und Mediengesellschaft".

Der Kommentar endete mit "Herr Präsident, bleiben Sie im Amt und vor allem bleiben Sie Mensch!" Zuvor wurde Wulff verteidigt: "Zugegeben der Bundespräsident hat Fehler gemacht aber hat er sich strafbar gemacht oder unmenschlich gehandelt?" Wulff habe seine Fehler eingeräumt und sich entschuldigt. Andere Politiker hätten schlimmeres gemacht: "Kohl hat einen Demonstranten vor der Weltoeffentlichkeit zusammengeschlagen, Schröder hat sich im Fernsehen hackevoll und live um Kopf und Kanzlerschaft geredet, Kiesinger war in der NSDAP. TJA, das waren anscheinend noch Staatsmänner! Wenn der Bundespräsident jetzt geht, dann geht der demokratische Konsens!"

Das Managment Kerkelings war daraufhin tagelang nicht zu erreichen. Fast hätte man die Geschichte wieder vergessen, als Fake abgehakt, zumal die angebliche Facebook-Seite Kerkelings aus dem Netz genommen wurde. Dann wurde Kerkeling aber gestern in der NDR-Talkshow "Tietjen und Hirschhausen" zu der Sache befragt.

"Das ist und war meine private Facebook-Seite", stellte Kerkeling überraschend klar, die Seite sei danach von Facebook gelöscht worden. "Ich hatte das Gefühl, dass diese Debatte um den Bundespräsidenten unverhältnismäßig hochgekocht wurde und man den Eindruck gewinnen konnte: Es ging nicht mehr so sehr darum, aufzuklären, was da nun passiert ist oder nicht, sondern es ging darum, den Bären zu erlegen und sich das Fell zu teilen." Dass habe ihn so geärgert, dass er an seine Facebook-Freunde geschrieben habe.

So lässt der offenbar versehentlich nicht nur für seine Freunde freigegebene Kommentar einen überraschend ehrlichen Blick auf die private Seite Kerkelings zu. Die Verteidigung Wulffs hat freilich einen leichten Beigeschmack: Im letzten Jahr hatte Kerkeling das Sommerfest des Bundespräsidenten moderiert. (nb)

Langfassung der Talkshow in der NDR-Mediathek
s.a.: Kerkeling, Wulff und ihre Freunde (08.01.2012)



#1 ClaudiaAnonym
  • 21.01.2012, 16:39h
  • Der Kommentar zu Wulff war echt von Kerkeling?
    Bah, damit verliert Kerkeling viele Sympathiepunkte. BILD-Kritik ist ja wichtig und richtig, aber dass er offenbar nicht rafft, was Wulff für einer ist. Peinlich, peinlich, Herr Kerkeling.
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#2 hehe heheAnonym
#3 alexander
  • 21.01.2012, 16:55h
  • Antwort auf #1 von Claudia
  • mir wurde das "innenleben" von hape nach seiner "pilgertournee" suspekt ! und dann zu allem überfluss auch noch ein buch darüber ?

    das ist aber offensichtlich der midlife-crisis geschuldet, die sorgt offenbar dafür, dass männer über 40j. ihre konservative, christliche seite "entdecken" ??? (z.b. jauch und gottschalk.)

    ich frage mich, was war da vorher (u-40) in der birne ?
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#4 LeporelloAnonym
  • 21.01.2012, 16:59h
  • Antwort auf #1 von Claudia
  • Dass Kerkeling pro Wulff spricht, verwundert mich überhaupt nicht. Wer wie er bereits an den Tischen der Macht gesessen hat, wird immer das Lied desjenigen singen, dessen Hand ihn füttert.

    Kerkeling ist nicht mehr subversiv, er ist seit Jahren im Establishment angekommen. Und wird genauso CDU oder FDP wählen wie viele andere Leute aus dem Showbusiness auch.

    Wenn man einmal zufällig mitbekommt, wer da alles Union-Supporter ist, kann einem schon mal schlecht werden.

    Kerkeling hat es geschafft, er ist ganz oben angekommen. Und er möchte natürlich nicht mehr eine Stufe heruntergehen. Da machen sich doch Moderationen auf Bundespräser-Galas ganz famos in der Vita.

    Schade Hape, Du gefielst mir auch schon mal besser ...
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#5 Stefan92Anonym
  • 21.01.2012, 17:14h
  • sorry, aber BILD kommentare und meinungen sind ca. genauso wichtig wie wenn ein Sack reis in China umkippt.
    Bild kocht alles hoch, damit jeder sie kauft, dubiose schlagzeilen die nicht richtig recherchiert worden sind und noch eine halbnackte Frau vorne drauf, mehr ist das nicht, das einzige was da halbwegs richtig ist, ist das Wetter!
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#6 bastapapsta
  • 21.01.2012, 17:39h
  • Also, dass ist ja wirklich heftig, dass Hape einen Heuchler und Pro Christ Kurator in Schutz nimmt.

    Zur Kritik Hapes an der Bild- Zeitung. Wulff hat sich doch zuerst bei der Bild eingeschleimt und exklusiv Interviews gegeben. Wulff hat mit einer Zeitung gekuschelt und zu dem Zeitpunkt war es ihm völlig egal wie viele Leute die Bild schon fertig gemacht hat, bevor seine Springer Freunde ihn dann fertig machten und damit nun gut Geld verdienen. Bei vielen anderen Menschen, die von der Bild vorgeführt worden sind, wäre Hapes Kritik durchaus zutreffend gewesen, aber bei Wulff ??

    "Im letzten Jahr hatte Kerkeling das Sommerfest des Bundespräsidenten moderiert. "

    Ich möchte nicht wissen, was man sich da untereinander für Vorteile verschafft hat.
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#7 le_waldsterbenProfil
#9 LorenProfil
  • 21.01.2012, 18:45hGreifswald
  • "Der Antrag scheiterte, obwohl sowohl der Rechtsausschuss des Bundesrats als auch der Ausschuss für Frauen und Jugend im Vorfeld eine Zustimmung empfohlen hatte. In der Debatte begründeten die Vertreter der beiden schwarz-gelb regierten Bundesländer Niedersachen und Hessen ihre Ablehnung."

    Der damalige Ministerpräsident von Niedersachsen war Herr Wulff.

    www.queer.de/detail.php?article_id=11436
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#10 MarekAnonym
  • 21.01.2012, 19:08h
  • Hape Kerkeling findet ja auch Angela Merkel und Guido Westerwelle ganz toll.

    Und kann (nicht erst seit seiner Pilgerfahrt) auch verstehen, dass die katholische Kirche Schwule diskriminiert.

    Es gibt auch schwule Erzkonservative. Und wenn man im Fernsehen keinen Erfolg mehr hat, muss man halt so von sich reden machen, um noch die Talkshows durch-tingeln zu können.
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