Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?15794

Innenminister Ali Larayedh

Ein verschwommenes Video soll den tunesischen Innenminister beim Gefängnis-Sex mit einem Mann zeigen – für die Regierung ist das ein Denunziationsversuch des alten Regimes.

Ein Unbekannter hat den 45-minütigen Schwarzweiß-Film, der aus dem Jahr 1991 stammen soll, letzte Woche auf Youtube und anderen Videoplattformen hochgeladen. Inzwischen ist es aber wieder in den meisten Portalen gelöscht worden. Auf dem Video ist zu sehen, wie zwei Männer in einer Gefängniszelle miteinander Sex haben.

Einer der Männer soll Innenminister Ali Larayedh von der islamisch-konservativen Partei Ennahda sein, der Anfang der 90er Jahre als Gegner des Regimes von Präsident Ben Ali eingesperrt wurde. Wegen der schlechten Videoqualität ist unklar, ob es sich in der Aufnahme tatsächlich um Larayedh handelt. Die Regierung hat bereits erklärt, dass das Video nicht echt sei. Alle wichtigen Politiker im Land haben sich hinter Larayedh gestellt und die Vermutung geäußert, dass damit die Regierung von alten Kräften destabilisiert werden soll.

In Tunesien steht auf Homosexualität drei Jahre Haft. Dieses Gesetz wurde auch nach der Jasminrevolution nicht geändert. Anders als in Ländern wie Ägypten werden Schwule zwar kaum strafrechtlich verfolgt, es gibt aber vereinzelt Meldungen von Polizeigewalt gegen Schwule. Homosexualität gilt außerdem als Zeichen westlicher Dekadenz, wodurch ein offen schwules Leben im Land praktisch unmöglich ist. In Tunis ist vor allem die schwule Stricherszene sichtbar.

Homosexualität und Pädophilie oft gleichgesetzt


Screenshot aus dem Video

Laut einem Bericht auf "Gay Middle East" soll der linke Aktivist Jalel Brick, ein erklärter Gegner der Partei Ennahda, das Video hochgeladen haben. Er erklärte, er habe es von einem Mitarbeiter der Geheimpolizei erhalten. Der tunesische Aktivist Tarek beschreibt in dem Bericht, dass es im Land derzeit eine regelrechte "Homo-Panik" gebe, die im Kampf gegen die gemäßigten Islamisten eingesetzt werde. So hat kurz vor der Veröffentlichung des Videos der Fall des Bruders von Justizminister Noureddine Behiri für Aufsehen gesorgt. Dem Mann war die Vergewaltigung eines Jungen vorgeworfen worden: "Das hat eine Welle der Kritik ausgelöst. Ennahda wurde vorgeworfen, dass sie gemeinsame Sache mit Homosexuellen und Pädophilen macht. Diese beiden Worte werden oft gleichgesetzt", so Tarek.

Bereits unter Diktator Ben Ali war die "Porno-Politik", wie sie von Politikwissenschaftlern bezeichnet wurde, weit verbreitet: Das Regime denunzierte damit gerne Oppositionspolitiker mit angeblichen Sex-Affären. Da die Beamten in den Ministerien weiterhin mehrheitlich aus dem alten Regime stammen, gilt als sicher, dass sie das Video weitergegeben haben. Ein Motiv könne Rache gewesen sein: Erst vor wenigen Tagen hatte die neue Regierung mehrere Beamte des Innenministeriums wegen ihrer mutmaßlichen Menschenrechtsverletzungen während der Diktatur angeklagt.

Viele Liberale in Tunesien befürchten, dass die Wahl der gemäßigten Islamisten der erste Schritt in einen Gottesstaat sein könnte. Die Ennahda-Partei hat aber versucht, diese Befürchtungen zu zerstreuen. So versicherte Parteichef Rachid al-Ghannouchi im Oktober letzten Jahres, dass seine Bewegung nicht anstrebe, Homosexualität und Atheismus zu bestrafen, den Erwerb und Genuss von Alkohol zu verbieten oder Frauen zu benachteiligen (queer.de berichtete). (dk)



#1 FoXXXynessEhemaliges Profil
#2 TadzioScot
  • 23.01.2012, 21:38h
  • "Ein verschwommenes Video soll den tunesischen Innenminister beim Gefängnis-Sex mit einem Mann zeigen - für die Regierung ist das ein Denunziationsversuch des alten Regimes. "

    Ich finde es absolut falsch jemanden aufgrund seiner Sexualität öffentlich anzugreifen.

    Der Poltiker kann sein wie er will,
    seine Sexualität hat man aber dennoch
    nicht als Waffe einzustezen...
    Sexualtät ist (eigentlich) Privatsache....
  • Antworten » | Direktlink »
#3 dampfnudelAnonym
  • 23.01.2012, 22:55h
  • Antwort auf #2 von TadzioScot
  • der zweifache vater und geschiedene, parteilose immobilienhändler brick möchte sich seit monaten von der tunesischen justiz verfolgt sehen.

    er interpretiert auf youtube umgangssprachlich -mit hoher schimpfwort-dichte- den gewinn der ennahda, als ergebnis quatarischer und us-amerikanischer einflußnahme. diese dichte erzeugt popularität.
  • Antworten » | Direktlink »
#4 Timm JohannesAnonym
  • 24.01.2012, 23:11h
  • Wo wir gerade hier beim Thema islamisches Nordafrika sind, da schiebe ich doch gern folgende Meldung auf Welt hinein:

    *
    www.welt.de/debatte/kommentare/article13831603/Wo-die-Schari
    a-die-Generation-Facebook-frisst.html


    Erstmals freie Wahlen in Ägypten: und was wird dort gewählt als Ergebnis: die rechtskonservativen teils islamistischen Muslimbrüder und die radikalisierten Salafisten.

    Dann heißt das für homosexuelle Menschen: GUTE Nacht Homorechte in Ägypten.

    --> Tja ich sage es schon länger: unsere Linken, Sozialdemokraten und teils auch Grünen bejubeln die Einwanderung aus dem islamischen Kulturkreis und wundern sich dann, wenn sie dann die Scharia in Ägypten bekommen und Salafisten in Frankfurt auf der Straße haben.

    Und unsere linken/sozialdemokratischen homosexuellen Blogger hier im Forum werden die ersten Opfer werden, wenn erstmal die Scharia auch in Neukölln gilt. Aber dann sollen sie nicht erklären können, "das hätte Sie nicht kommen sehen". Ausreichend haben christlich-liberale und konservativ-christliche homosexuelle Blogger darauf hingewiesen, was die massive Einwanderung aus dem islamischen Kulturkreis in Neukölln, Köln-Mühlheim, Duisburg, usw. bewirkt.
  • Antworten » | Direktlink »
#6 themaAnonym