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Professionelle Hilfe steht für verzweifelte Menschen immer bereit. (Bild: Wiki Commons / Gohnarch at de.wikipedia / CC-BY-SA-3.0)

Ist die Berichterstattung über die Selbsttötungen schwuler Jugendlicher ein Problem wegen des möglichen Nachahmer-Effekts? Ein Standpunkt.

Von Christian Scheuß

Als Goethe im Jahr 1774 seinen Roman "Die Leiden des jungen Werthers" veröffentlichte, gab es im Laufe der Zeit eine zweistellige Zahl von jungen Menschen, die sich - wie die Hauptfigur in der Geschichte - das Leben nahmen. Manche der Lebensmüden hatten sich wie Werther gekleidet, oder sie hatten das Buch Goethes bei sich. Man fürchtete, das "Wertherfieber" sei ausgebrochen.

Die Psychiater und Psychologen, die sich mit diesem Problem beschäftigt haben, sind sich weitestgehend einig, dass es einen Werther-Effekt gibt. Und dieser Nachahmer-Impuls entsteht in Zeiten der Massenmedien natürlich umso einfacher, anders als im 18. Jahrhundert, als auch die Nachrichten sich noch langsamer verbreiteten. Die Psychologen haben deshalb vor rund zehn Jahren einen Katalog an Empfehlungen ausgesprochen, wie über solche Ereignisse berichtet werden sollte:

Demnach sollten Angaben zur biologischen und sozialen Identität vermieden werden. Dazu gehören detaillierte Hinweise über Alter, Geschlecht und Aussehen (Fotos) ebenso wie Angaben über soziale Beziehungen, gemütsmäßige Verfassung, Charakter und Leistungsfähigkeit. Ebenso problematisch aus ihrer Sicht: Angaben zu Suizidmethode und Suizidort. Und keine Spekulationen über Ursachen und Bewertungen des Suizides.

Kann Berichterstattung auch Suizide verhindern?

Hält sich ein Journalist daran, kann er eigentlich nicht mehr über Suizide berichten. Ein Dilemma zwischen lebenswichtiger Vorsorge und ebenso wichtiger Berichterstattung. Der Deutsche Presserat hat diesen Zwiespalt in eine eigene Empfehlung gegossen: "Die Berichterstattung über Selbsttötung gebietet Zurückhaltung. Dies gilt insbesondere für die Nennung von Namen und die Schilderung näherer Begleitumstände. Eine Ausnahme ist beispielsweise dann zu rechtfertigen, wenn es sich um einen Vorfall der Zeitgeschichte von öffentlichem Interesse handelt."

Ein Suizid ist keine Sensation für den Boulevard, es ist eine menschliche Tragödie. Die Berichterstattung über Suizide homosexueller Menschen ist für Szenemedien auf jeden Fall von öffentlichem Interesse. Denn in der Regel steht hinter dem Beschluss sich das Leben zu nehmen, ein anderes Problem: Mobbing, fehlende Akzeptanz, Diskriminierung, Vorurteile. Statistiken belegen: In den USA nehmen sich jährlich rund 4.000 Personen zwischen 15 und 24 Jahren das Leben. Es gibt Schätzungen, wonach rund ein Viertel der Personen schwul oder lesbisch sein könnten. Dabei ist Mobbing nur einer von mehreren möglichen Faktoren.

Wenn nun- wie in den vergangenen Wochen - gehäuft Meldungen über Selbsttötungen erscheinen, bedeutet das nicht automatisch, dass es nun immer mehr Fälle werden, oder dass es immer schwieriger für Teenager wird, ihre eigene Identität zu entwickeln. Mitunter tritt hier noch ein anderer Nachahmer-Effekt in Kraft. Journalisten sind sensibilisiert für ein Thema und greifen es dementsprechend eher auf, was wiederum andere Medien animiert, ebenfalls darüber zu berichten.

Wenn Menschen im Coming Out das Gefühl entwickeln, das Leben als Schwuler oder Lesbe sei nicht lebenswert, läuft ganz gewaltig etwas verkehrt. Um diese Hintergründe zu verstehen, ist es natürlich auch ganz besonders wichtig, mehr über die Lebensumstände zu erfahren und darüber zu berichten, statt darüber zu schweigen. Ist Homophobie ein Auslöser des Suizids, muss das benannt werden.

Um Nachahmungstaten zu vermeiden, ist es auch notwendig, auf Hilfsangebote zu verweisen. Deswegen werden wir auch in Zukunft über solche Ereignisse berichten in der Art, wie wir es jetzt tun. Wir wollen keine reißerische Mitleid-Story veröffentlichen, sondern sachlich darüber berichten, mit der Aufklärung über die Hintergründe und den Links zu den Beratungsstellen. Das einzige, was wir anfachen möchten, das ist der Ärger und die Wut des Lesers über Homophobie und Intoleranz in der Gesellschaft. Und das Engagement jedes Einzelnen, sich dagegen zu wehren, statt davor zu verzweifeln.



#1 Knueppel
  • 24.01.2012, 15:07h
  • Ich habe Eure Berichterstattung verfolgt, etliche dieser Artikel in andere *Internet-Portale verlinkt und sie dort meist auch kommentiert.

    Meine Wut über die Verantwortlichen, die ich als "Täter" bezeichne - (Mitschüler) weil sie die Jugendlichen mit Psycho-Terror in eine seelisch scheinbar ausweglose Situation trieben, (Lehrer/innen) weil sie wegsahen, anstatt ihrer Pflicht nachzukommen, (Eltern) die zu 'beschäftigt' waren, um das Märtyrum ihres Kindes wahrzunehmen - war spontan und heftig.

    Diese *anderen Portale werden kaum von Angehörigen der gefährdeten Zielgruppe gelesen, sondern hauptsächlich von Erwachsenen, weshalb ich dort auch nicht die Gefahr der Nachahmung sehe. Trotzdem habe ich zum jüngsten Queer.de-Artikel einige Links hinzugefügt, um Leser/innen zu sensibilisieren, damit sie aufmerksam werden, wenn Jugendliche in ihrem Verwandten- oder Bekanntenkreis, als potenzielle Mobbingopfer in Erscheinung treten.

    Siehe hier:

    Das Problem ist, dass diese Jugendlichen, die da so lange psychisch terrorisiert werden, bis sie sich selbst völlig wertlos fühlen und das Märtyrium nur noch beenden wollen, noch nicht wissen, dass es Millionen Jugendliche gibt, die wie sie in einer hasserfüllten heteronormativ geprägten Umgebung isoliert sind.

    Schon festzustellen, dass es anderen genauso geht, dass man nicht allein auf der Welt ist, als „Kalb mit 2 Köpfen“, könnte wieder Lebensmut schaffen.

    Ich weise an anderer Stelle immer wieder auf Anlaufstellen hin - in diesem Portal hier werden zwar wohl kaum Zielgruppen-Angehörige mitlesen - aber man kann die Links ja auch multiplizieren und an geeigneter Stelle veröffentlichen, wenn ein Leser im Verwandten- oder Bekanntenkreis Jugendliche kennt, die offensichtlich unter Akzeptanzproblemen durch Mitschüler, Eltern, Verwandte, Vereinskollege etc. leiden:

    bit.ly/9YQi36

    bit.ly/ooSAxb

    bit.ly/ycRzqr

    bit.ly/cVniVW

    bit.ly/2mYvtN

    Schuldig machen sich auch Lehrer/innen, die wegsehen, wenn Schüler gemobbt werden, auf die entwickele ich allmählich einen regelrechten Hass.
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#2 SchokiAnonym
  • 24.01.2012, 15:35h
  • Antwort auf #1 von Knueppel

  • Ich gehöre zu dieser Gruppe der Jugendlichen. Zum Glück kann ich behaupten, dass ich genug Selbstwertgefühl besitze, mich nicht in diese Situation gedrängt zu fühlen. Obwohl ich mich noch nicht geoutet habe, erhalte ich komplette Rückendeckung von meinen Eltern und bin dafür sehr dankbar. Ich kann das Problem jedoch gut nachvollziehen, da ich zurzeit in meinem Umfeld niemals etwas über meine Orientierung sagen könnte. Ich bin zurzeit noch beim inneren CO und bin auch immer wieder verwirrt, wie es denn nun mit mir steht, doch versuche ich anderen Menschen mit Selbstwertproblemen zu helfen und sie zu unterstützen, egal mit welchen Problemen sie zu kämpfen haben. Es tut jedes Mal ziemlich weh, solche Meldungen zu lesen und dann merke ich jedes Mal, dass in unserer Gesellschaft etwas verdammt schief läuft.
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#4 TadzioScot
  • 24.01.2012, 16:20h
  • Das mit dem "Werther-Effekt", sehe ich ein nicht so dramtisch...

    Solche Meldungen sind schrecklich ja,
    aber ich finde es nutzt nichts Kids vor solchen Selbstmord-Meldungen zu schützen... Sie sind nunmal trauriger Fakt. UND sie sind absolut wichtig für uns, und vorallem auch für mich !

    Und eigentlich wird meiner ansicht nach noch viel zu wenig darüber berichtet, denn da geht es ja nur um uns Schwule...

    Zum Glück berichte Queer.de darüber...
    Aber das müssten die Mainstream-Medien ja auch machen...

    Scheuklappen bringen leider nichts,
    denn wenn sie irgendwann weg sind,
    dann ist man doch umsomehr mit solchen Horror-News überfordert...

    Kleines Gedankenspiel :
    ------------------------------------------
    Spert man ein Kind in einem Keimfreien raum bis zum 18 Lebensjahr, und lässt es dann frei, dann wird es ganz schnell verrecken, denn es hat ja keine Abwehrkräfte entwickeln können...
    ------------------------------------------

    Also Queer.de, macht so weiter wie bisher !
    Daumen Hoch !

    Unsere Themen müssen immer weiter Thema werden. Und dafür ist Queer.de enrom wichtig !

    Euer Leser

    TadzioScot
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#5 ChristineAnonym
  • 24.01.2012, 16:27h
  • Lieber Christian Scheuß,
    Ihr wisst als Journalisten also genau um den Werther-Effekt, meint aber trotz detaillierter Suizidberichterstattung in einem queeren Medium das genaue Gegenteil davon zu bewirken. Aha?! Müssen dann erst retrospektive Studien gemacht werden, um vielleicht auch in den aktuellen Fällen den Nachweis zu erbringen, dass gehäufte Berichte über Suizide mit schwul-lesbischem Hintergrund leider auch zu gehäuften Nachahmungstaten führen, bevor eine intensivere (stille) Auseinandersetzung mit diesem extrem schwierigen Thema stattfinden kann?
    Euer Engagement Ärger und Wut beim Leser über Homophonie und Intoleranz in der Gesellschaft anzufachen, in Ehren - aber: Wo facht Ihr in dieser Aufzählung mit Fotos der Betroffenen das Engagement jedes Einzelnen, sich dagegen zu wehren, statt davor zu verzweifeln, an? Wo gebt Ihr den Betroffenen ungewollt nicht vielleicht doch den Wink: Genau so geht es mir. So fühle ich mich auch. Auch ich finde keinen Ausweg. Ich leide mit dieser Person, leide wie diese Person, ich werde ihr folgen.
    Wo bleibt die Hilfe? Der "Papageno"-Effekt ?
    Hierauf scheint es nämlich hauptsächlich anzukommen.
    siehe:

    www.medical-tribune.at/dynasite.cfm?dsmid=106424&dspaid=9045
    18


    Es ist wichtig, darauf hinzuweisen, dass beim Suizidenten die persönlich als ausweglos angesehene Situation im Vordergrund steht, vielleicht eine Depression vorliegt, die zwar durch widrigste Umstände, gegen die anzukämpfen wir alle gefordert sind, ausgelöst sein kann, aber auch unabhängig vom Umstand "queer" zu sein, vorliegen kann. Hilfe ist mit Sicherheit trotzdem möglich. Vielfach scheint die Bedrohlichkeit der Situation dem engsten Umfeld gar nicht bekannt zu sein oder Vertraute schätzen die Situation völlig falsch ein oder die Umgebung versagt und schlägt bei Gefahr nicht Alarm und holt Hilfe.
    Falls jemand meinen Quark gerade liest und betroffen ist:

    BITTE HOL DIR HILFE! ES WIRD BESSER!
    0800-1110111
    0800-1110222
    0800-1110333
    0921-283301

    www.depressionen-depression.net/notfaelle/notfallnummern.htm

    Ich hoffe, dass außer bisher Knueppel und Loren auch weitere Leser oder Queer.de noch ein paar hilfreich Telefonnummern oder Links zusätzlich einstellen und dass möglichst viele Lesben und Schwule, alle Queers, verzweifelten jungen Queres als Vorbilder Mut machen können. Ihr wisst, ich bin ja "nur" hetero, freue mich aber riesig, wenn ich das junge Glück meines Sohnes und seines Freundes miterleben darf. Es lohnt sich auf jeden Fall zu leben!
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#6 SpätOuterAnonym
  • 24.01.2012, 16:48h
  • Antwort auf #1 von Knueppel
  • "Das einzige, was wir anfachen möchten, das ist der Ärger und die Wut des Lesers über Homophobie und Intoleranz in der Gesellschaft. Und das Engagement jedes Einzelnen, sich dagegen zu wehren, statt davor zu verzweifeln."

    Richtig so ! Macht weiter so !
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#7 Knueppel
  • 24.01.2012, 17:18h
  • Ergänzung zu meinem Kommentar # 1

    Als ich, während etwa 6-jähriger ehrenamtlicher Arbeit in einem Schwulen- und Lesbenzentrum, Jugendliche in der Coming-Out Gruppe des Zentrums erlebte und Schilderungen darüber hörte, dass Väter ihre frisch geouteten schwulen Söhne vor die Tür gesetzt hatten, habe ich versucht, bei allem was ich so an Theorie absondere, möglichst oft den persönlichen Bezug zu meinem eigenen Leben zu vermitteln.

    Warum?
    Weil ich absolut NIEMANDEN kannte, an dessen erfolgreichem schwulen Leben ich mich hätte orientieren können, als ich mich mit 16 Jahren als schwul outete (heute erscheint mir das zurückblickend fast unglaublich, dass ich das Risiko eingegangen bin, denn es hätte auch schiefgehen können).

    Ich bin seit etwa 40 Jahren mit meinem Freund zusammen (3. gemeinsame Wohnung). Wir haben uns damals so heftig ineinander verliebt, dass es für uns selbstverständlich war: Mit dem bleibe ich für den Rest meines Lebens zusammen. Wir konnten gar nicht anders.

    Und irgendwann (Beziehungen in unserem Umfeld krachten reihenweise zusammen), sagte uns jemand: Erzählt doch einfach 'mal Euer Leben, denn manch junger Schwuler hat überhaupt keine Vorstellung davon, dass man durchaus glücklich über lange Zeit mit einem Partner zusammenleben kann, weil ihnen niemand bekannt ist, der das geschafft hat.

    Und dann haben wir in diesem Schwulen- und Lesbenzentrum unser 25-Jähriges gefeiert, mit viel Musik und Getränken. Da fragte uns ein ehrenamtlicher Kollege, ob wir nicht bei einer bevorstehenden Kulturveranstaltung auf die Bühne wollten, um in einer kleinen Talkrunde aus unserem Leben zu erzählen. Ich habe das damals abgelehnt, weil ich es zu "exhibitionistisch" fand ...

    Heute denke ich darüber anders.
    Wer ständig von den heteronormativ dominierten Medien fast ausschließlich heterosexuelle Partnerschaften vorgesetzt bekommt, wer nie sieht, dass man auch als schwuler Mann mit einem anderen schwulen Mann auf Dauer glücklich sein kann, wer kann dann diese Möglichkeit für sich überhaupt in Erwägung ziehen?

    Ich habe dann unsere Geschichte aufgeschrieben und - nicht als 1:1 Vorbild, denn jede Beziehung und die Ansprüche an Partner sind anders - aber, als Beispiel, wie wir es gemacht haben und dass es, entgegen aller Unkenrufe aus meiner und seiner Familie, sehr sehr gut funktioniert hat.

    Also, wer's lesen möchte, wem's vielleicht ein wenig hilft eigene künftige Lebensplanung in Angriff zu nehmen, ich verlinke den Text am Schluss dieses Kommentars.

    Auch wenn da manchmal so ein wenig "Belehrung" durchscheinen sollte (ich hab's gar nicht so gemeint, denn ich weiß ganz genau, dass es nur eine vage Orientierung sein kann, niemals aber ein einfaches Nachmachen), ich habe es gut gemeint. Ich möchte einfach, dass Schwule, die vielleicht so alt sind, wie ich damals, als ich rotzfrecht vor meine Eltern getreten bin und gesagt habe: Ich bin homosexuell und da könnt' Ihr Euch auf den Kopf stellen, es ist so und ich bin nicht traurig darüber, dass ich homosexuell bin, denn insgeheim habe ich mir schon immer gewünscht mein Leben mit einem anderen Mann zu leben.

    Und noch einmal der Hinweis: So wie wir lebten und leben (z.B. offene Beziehung), dass mag für uns richtig sein, für andere vielleicht nicht, das ist individuell ganz unterschiedlich. Mir ging's darum zu zeigen: "So" geht's auch ...

    Hier ist der Text

    bit.ly/em37jX

    Und mein dringender Aufruf an Jugendliche, die sich verzweifelt fühlen:

    DAS LIEGT NICHT AN EUCH - ES LIEGT AN DER ANGST VIELER HETEROSEXUELLER VOR UNS. DESHALB REAGIEREN SIE AUF UNS SO AGGRESSIV. ABER ..., DAS IST DEREN PROBLEM!

    DENK AN DICH SELBST - DU HAST EIN GANZES FANTASTISCHES LEBEN VOR DIR UND DA DRAUSSEN IST JEMAND, DER IST IN DEINEM ALTER, MIT DEM WIRST GLÜCKLICH WERDEN, DENN FÜR JEDEN "TOPF GIBT ES EINEN DECKEL"
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#8 Knueppel
  • 24.01.2012, 17:30h
  • Korrektur:

    Hier fehlt ein Stück des Satzes, habe ich beim Korrekturlesen irgendwie untergepflügt :-)

    "(...) Ich möchte einfach, dass Schwule, die vielleicht so alt sind, wie ich damals, als ich rotzfrecht vor meine Eltern getreten bin und gesagt habe: 'Ich bin homosexuell und da könnt' Ihr Euch auf den Kopf stellen, es ist so und ich bin nicht traurig darüber, dass ich homosexuell bin, denn insgeheim habe ich mir schon immer gewünscht mein Leben mit einem anderen Mann zu leben', nicht schon verzweifeln, bevor sie überhaupt angefangen haben richtig zu leben ..."
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#9 GeorgB
  • 24.01.2012, 18:20h
  • Notfallseelsorge?
    Das Bild mit dem Notfallseelsorger ist unterschrieben mit "professionelle Hilfe".
    Also bitte, soll das ein Scherz sein? Notfallseelsorger haben keine psychologische Ausbildung. Notfallseelsorger sind gläubige Christen, denen in mehreren Kursen ein paar Sachen mit auf den Weg gegeben werden. Ein großer Teil der "Ausbildung" ist theologischer Natur, ein Ausbildungspunkt der Notfallseelsorger z. B. die Theodize-Frage.

    Ich will das Engagement und die Hilfsbereitschaft dieser Menschen nicht in Abrede stellen, aber gläubige Christen mit theologischem Ausbildungsschwerpunkt auf einer Grundlage von mehrwöchigen Kursen auf eine Stufe zu stellen mit Psychologen, Psychiatern oder anderen professionellen Helfern, die eine langjährige Ausbildung für Krisensituationen absolviert haben, und dies, ohne dass sie alles auf homophobe Gotteswesen zurückführen, halte ich für nicht korrekt.

    Von "professioneller Hilfe" sollte man nur bei Hilfe ohne religiösen Hintergrund und bei Helfern mit einer entsprechenden langjährigen abgeschlossenen Ausbildung reden, also eben nicht bei christlichen Seelsorgern.
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#10 daVinci6667
  • 24.01.2012, 18:27h

  • Sich umbringen nur weil darüber berichtet wird? Sorry, da MUSS zwingend noch mindestens ein anderer schwerer Hauptgrund vorliegen. Zwar gibt es diesen Werther-Effekt, aber kein Mensch bringt sich einfach so mal um, weil es andere tun, das ist purer Unsinn!

    Dass sich schon in ausweglosen Situationen befindliche, drangsalierte, gemobbte und/oder depressive Menschen einem noch letzten fehlenden Impuls plötzlich nachfolgen gibt es. Der Werther Effekt ist aber keinesfalls Ursache des Suizids.
    "In den USA nehmen sich jährlich rund 4.000 Personen zwischen 15 und 24 Jahren das Leben. Es gibt Schätzungen, wonach rund ein Viertel der Personen schwul oder lesbisch sein könnten. Dabei ist Mobbing nur einer von mehreren möglichen Faktoren."

    Und ebenfalls 25% der obdachlosen Jugendlichen in den USA sind schwul oder lesbisch weil sie die Eltern meist aus religiösen Gründen von Zuhause nach einem Coming -out rausschmeissen. Einfach nur todtraurig und ein Zeichen dafür wie rückständig auch westliche Gesellschaften noch sind! Ist es da nicht auch logische Folge dass sich so viele weigern in so einem Umfeld zu leben?
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